Baphomets
Fluch 2 -
Der Spiegel der Finsternis
Releasedatum: 1997
Entwickler: Revolution Software
Publisher Originalversion: Virgin
Publisher Trilogie 03/2008: CDV
Spielsprache: Deutsch
Homepage
Boxshots
USK: ab 12 Jahren
Ein Review von Jehane 01. April 2009
Nach dem durchschlagenden Erfolg von Baphomets Fluch" war
klar: Eine Fortsetzung musste her. Dieser gelang, was bei Sequels keine
Selbstverständlichkeit ist: Ihr Beliebtheitsgrad innerhalb der Adventure-Community ist
mindestens so hoch wie jener des ersten Teils, ja, es gibt sogar Adventure-Fans, die das
erste Sequel für den besten Teil der Reihe überhaupt halten. Wie der erste und der
dritte Teil ist auch Der Spiegel der Finsternis" in der Dreierbox enthalten,
die schon den Anstoß zum Review des ersten Teils gegeben hat.
Installation, Technisches und Aufmachung
Wer noch die Ur-CDs des Spiels besitzt, kann sich freuen: Anders als
der Vorgänger lässt sich BF2 nämlich problemlos unter WindowsXP installieren und
spielen, und das ganz ohne ScummVM oder umständliche Einstellungen. Wer aber auf Nummer
sicher gehen möchte, kann natürlich auch auf oben erwähnte Dreierbox zurückgreifen,
die eine XP-kompatible Version des Spiels enthält. Man braucht lediglich ScummVM, das
beim Doppelklick auf das Spielicon automatisch gestartet wird; besondere Einstellungen
sind dabei nicht vorzunehmen. Vorteil dieser Version: Der lästige CD-Wechsel zwischen
einzelnen Kapiteln entfällt, und nach der Installation lässt sich das Spiel auch ohne
die DVD im Laufwerk zocken.
Die hohe Qualität des Spieleklassikers zeigt sich bereits im
Technischen, denn auch BF2 läuft reibungslos und ohne größere Probleme es ist
sogar alt-tab-freundlich. Die XP-kompatible Version des Spiels weist allerdings hie und da
leichte Soundprobleme auf, die sich in unschönem Rauschen äußern. Die 2CD-Version
wiederum kann an der einen oder anderen Stelle schon mal abstürzen; es empfiehlt sich
daher, öfter mal zu speichern und natürlich vorsichtshalber den Kompatiblitätsmodus zu
nutzen.
Die Spiele-CDs bzw. die DVD sind jeweils in einer einfachen DVD-Box
verpackt, ein Handbuch gibt es nur in Form eines .pdf-Files. Allerdings ist die Bedienung
auch dieses Teils derart intuitiv gehalten, dass die Lektüre des Handbuchs ohnehin
überflüssig ist.
Götter, Piraten und jede Menge Spannung die Story
Wie schon Teil 1 basiert auch Teil 2 zu einem guten Teil auf
historischen bzw. in diesem Fall eigentlich eher religiösen Fakten, die ich weiter unten
etwas näher ausführen werde.
Nach gut einem halben Jahr Trennung sehen sich George und Nico
endlich wieder George hatte Nico wegen eines Todesfalls in der Familie kurzfristig
verlassen müssen, hat aber ganz klar noch Gefühle für sie. Die fesche Französin ist
natürlich wieder mal an einem brisanten Fall dran; dieses Mal will sie einen Drogenring
dingfest machen und so nebenbei etwas über einen mysteriösen Obsidian-Stein
herausfinden. Zu diesem Zweck macht sich das dynamische Duo auf zum Haus von Professor
Oubier, wo die Handlung so richtig in Gang kommt: Nico wird in der spektakulären
Eröffnungssequenz gekidnappt, George an einen Stuhl gefesselt und in einem brennenden
Zimmer mit einer riesigen Giftspinne allein gelassen. Diese rasante Anfangssequenz wird
immer wieder von einer grausigen Opferszene vor der Kulisse einer uralten Maya-Pyramide
unterbrochen für den aufmerksamen Spieler ein klarer Hinweis, dass die Mayas in
diesem Spiel die Templer ablösen werden. Und natürlich muss mal wieder die Welt vor dem
sicheren Untergang gerettet werden. Dieses Mal wird auch Nico stärker eingebunden, was
ich persönlich sehr begrüßt habe, da ich Nico absolut cool finde und sie mit ihrem
trockenen Humor bzw. Sarkasmus ein sehr gutes Gegengewicht zu George und seinem losen
Mundwerk darstellt. Um die Welt zu retten, müssen unsere beiden Helden sich allerdings
trennen; während sich George in der Karibik als Pirat versucht und sich mit schlechten
Schauspielern herumschlägt, darf Nico sich im nasskalten London umsehen und
recherchieren. Im Grunde besteht das Spiel also aus zwei Handlungssträngen, die jedoch zu
ein und derselben Geschichte gehören und zu einem späteren Zeitpunkt wieder
zusammengeführt werden. Dabei wurde leider ein wenig an der Dramaturgie gespart
sobald George bzw. Nico ihre jeweiligen Aufgaben abgeschlossen haben, findet man sich
wieder an einem früheren Handlungsort wieder, von dem aus es dann weitergeht. Was
dazwischen passiert ist, muss man sich selbst zusammenreimen nicht weiter tragisch,
da leicht zu erahnen, aber zumindest eine kurze Zwischensequenz wäre nett gewesen.
Der Kern der Handlung kreist um den bereits erwähnten Obsidianstein
und einen damit verbundenen Mythos, in dessen Zentrum der Gott Tezcatlipoca steht. Dieser
wurde dem Mythos zufolge in einen Spiegel gesperrt, um so daran gehindert zu werden, Tod
und Verderben über die Welt zu bringen. Drei Obsidiansteine erfüllen dabei die Rolle von
Wächtern und müssen unbedingt an ihren Platz zurückgebracht werden, ehe Tezcatlipoca
dank einer Sonnenfinsternis und einem Menschenopfer zurück in die Welt der Lebenden
geholt wird
Tezcatlipoca war der Gott der Nacht und der Materie, wurde aber
tatsächlich von den Azteken und Tolteken, nicht aber von den Maya verehrt, wie das im
Spiel dargestellt wird. Und er war auch, soweit ich das herausgefunden habe, kein Gott des
Todes. Der (englische) Untertitel des Spiels, The Smoking Mirror", kommt nicht
von ungefähr und stellt auch keine Erfindung der Entwickler dar der finstere Gott
hatte tatsächlich den Beinamen der rauchende Spiegel", was auf den Spiegel
zurückzuführen ist, den die Gottheit in der Hand hält der Spiegel konnte mit
seinem Rauch Feinde des Gottes töten und erlaubte es Tezcatlipoca außerdem, in die
Zukunft und in die Herzen der Menschen zu blicken. Weitere Attribute der Gottheit: ein
Jaguar-Gewand und ein Opfermesser aus Obsidian. Eine der wichtigsten Zeremonien bestand
darin, Tezcatlipoca einen Jugendlichen zu opfern, der die Gottheit symbolisierte und dem
bei lebendigem Leib das Herz herausgeschnitten wurde eine Szene, die sich in der
Eröffnungssequenz von BF2 wieder findet. Alles andere ist jedoch frei erfunden. So gibt
es keine alte Legende, wonach Tezcatlipoca die Welt unterwerfen bzw. zerstören will, und
auch die drei Obsidiansteine, die ihn gefangen halten, gibt es meines Wissens nach nicht.
Wahr ist lediglich, dass diese Gottheit verehrt wurde allerdings nicht von den
Maya, wie im Spiel dargestellt -, dass ihr Menschenopfer dargebracht wurden und dass sie
gemeinsam mit Gegenspieler Quetzalcoatl die Welt erschaffen hat. Diese wenigen Fakten
genügten den Entwicklern jedoch, um ein spannendes Spiel zu schaffen, das uns wieder mal
um die halbe Welt führt und vor knifflige Rätsel stellt. Lediglich die Endsequenz
empfand ich persönlich als sehr unbefriedigend und kurz, aber ansonsten steht die
Handlung von Teil 2 jener des Vorgängers in fast nichts nach.
Die penible Recherche des Entwicklerteams zeigt sich übrigens in
zahlreichen Kleinigkeiten, vor allem Namen. So gibt es z.B. einen Piraten namens Ketch,
auf dessen Spuren George in der Karibik wandelt - Ketch" ist der Fachbegriff
für ein Schiff mit zwei Masten. Der Name Oubier wiederum bezeichnet im Französischen
eine Falkenart, und auch der Name des südamerikanischen Generals ist nicht bedeutungslos:
Grasiento" bedeutet auf Deutsch fettig oder schmierig eine gute Wahl,
wenn man sich den Charakter des Generals so betrachtet. Auch Glease, der Besitzer einer
Galerie in Paris, kann sich eines sprechenden Namens" rühmen: Bei den Chinook,
einem indianischen Volk, bedeutet glease" nichts Anderes als
Schmiere" oder Fett" auch das ein äußerst passender Name,
wie ich finde. Zusätzlich haben die Entwickler einige Easter Eggs eingebaut sowie
zahlreiche Querverweise auf Teil 1, was gerade bei Fans des ersten Teils die Spielfreude
noch mal ordentlich steigert.
Steuerung und Inventar
An der Point-and-Click-Steuerung hat sich gegenüber Teil 1
praktisch nichts verändert winkende Hände weisen wie gehabt auf Plätze hin, die
betreten werden können sowie auf Ausgänge, wobei ein Doppelklick auf den Ausgang den
Vorgang beschleunigt und uns sofort zum nächsten Bildschirm bringt. Das Mund-Icon wird
wieder zum Sprechen benutzt, mit Hilfe der greifenden Hand können George und Nico
Gegenstände aufheben. Dann gibt es da noch ein Fadenkreuz, das mehrfach zum Einsatz
kommt: um Gegenstände anzuschauen, Inventargegenstände mit Dingen zu kombinieren oder um
etwas zu benutzen. Per rechter Maustaste lassen sich die Dinge noch genauer unter die Lupe
nehmen; man erhält dann zusätzliche Informationen.
Wie schon im ersten Teil, ist die Bewegungsfreiheit äußerst
eingeschränkt; George und Nico können lediglich Orte betreten, die für das Spiel
relevant sind. Eine Karte wie in Teil 1 gibt es dieses Mal nicht. Muss man aber z.B. von
Professor Oubiers Haus in die Innenstadt von Paris, dann erscheinen am unteren
Bildschirmrand Icons, die die verfügbaren Lokalitäten symbolisieren mit einem
kurzen Klick auf das passende Icon landet man dann z.B. in Montfaucon. Das Reisen wurde
ebenfalls deutlich abgekürzt; anstatt wie im Vorgänger erst über eine Karte den
Flughafen anzuwählen, begeben sich George und Nico automatisch an den nächsten Ort,
sobald alle Untersuchungen am aktuellen Schauplatz abgeschlossen sind.
Das Inventar befindet sich dieses Mal am unteren Bildschirmrand und
wird aufgerufen, indem man die Maus an den unteren Rand des Monitors bewegt. Per
Rechtsklick können die gesammelten Gegenstände genauer untersucht werden man
sollte von dieser Möglichkeit unbedingt Gebrauch machen, denn oft verbirgt so ein
Inventargegenstand mehr, als man auf den ersten Blick meinen möchte. Wie gehabt können
die Inventargegenstände sowohl mit Dingen in der näheren Umgebung als auch miteinander
kombiniert sowie an andere Personen übergeben werden. Und wie schon in Teil 1 gibt es
Gegenstände, die man bis zum Schluss bei sich behalten kann, ohne dass sie jemals
zwingend zum Einsatz kommen. Wird ein Inventargegenstand in der näheren Umgebung benutzt,
bleibt er so lange am Mauszeiger hängen, bis die Aktion abgeschlossen worden ist. Das
funktioniert sowohl bei anderen Gegenständen als auch bei Personen.
Am oberen Bildschirmrand befindet sich dieses Mal das Hauptmenü,
das aus mehreren Icons besteht: Ganz links finden wir das Optionenmenü, wo
Objektbeschreibungen oder Untertitel zu- oder abgeschaltet werden können und wo auch
Einstellungen an Grafik und Sound möglich sind. Ein Windows-Symbol lässt uns zum Desktop
zurückkehren, ein Disc-Icon mit einem Pfeil führt zum Speichern, ein zweites Disc-Icon
mit zwei Pfeilen bedeutet, dass man hier laden kann. Und dann wäre da noch ein runder
Pfeil damit kann man eine Aktion abbrechen und zum Spiel zurückkehren.
Grafik und Sound
Die Spielewelt, wie schon im Vorgänger komplett in 2D gehalten,
wurde nicht minder liebevoll gestaltet als im ersten Teil. Wieder kann man zahlreiche
Schauplätze besuchen, die detailliert ausgeschmückt wurden und wo es immer etwas zu
entdecken gibt das Abenteuer führt uns von Paris über Marseille bis nach
Südamerika und nach London. Dabei wurde jeder Schauplatz wieder mit einem
unverwechselbaren Ambiente und ebenso einprägsamen Charakteren ausgestattet manche
davon sind bereits aus dem ersten Teil bekannt, und auch Montfaucon, das im ersten Teil
eine zentrale Rolle gespielt hat, dürfen wir wieder aufsuchen. Die Grafik, obwohl nicht
mehr unbedingt zeitgemäß, ist bunt, ohne ins Clownhafte abzudriften und angemessen
düster, wenn es die Szene erfordert. Zu keinem Zeitpunkt geht die Atmosphäre verloren,
im Gegenteil: Im Dschungel fühlt man sich wirklich verloren, im alten Maya-Tempel
beschleicht einen schnell ein Gefühl der Beklemmung, während ein sonniger Strand in der
Karibik Urlaubsgefühle aufkommen lässt.
Die Zwischensequenzen, ebenfalls im 2D-Comicstil gehalten, können
auf neueren Rechnern etwas verpixelt erscheinen, stehen dem Rest des Spiels an Qualität
aber ansonsten in nichts nach. Die Figuren fügen sich wie gewohnt nahtlos in die schönen
Hintergrundbilder ein kurz, hier wurde, wie schon im Vorgänger, wieder alles
richtig gemacht, und es macht einfach Spaß, George und Nico auf ihrem Abenteuer zu
begleiten, dabei alte Bekannte zu treffen und neue Orte zu erkunden.
Das eingängige Baphomet-Theme aus Teil 1 wurde beibehalten,
allerdings leicht modifiziert. Verschiedene Musikstücke, die den jeweiligen Spielorten
angepasst wurden, unterstreichen die Atmosphäre und sorgen für unverwechselbares Flair.
Wo notwendig, sorgen passende Hintergrundgeräusche für zusätzliche Spieldichte. So
hört man am karibischen Strand Vögel zwitschern, in der Londoner U-Bahn rattern Züge
vorbei, in Quaramonte meckert eine Ziege munter vor sich hin und so weiter.
Never change a running system" dachte man sich wohl bei
den deutschen Sprechern: Alexander Schottky als George ist einfach eine Klasse für sich;
seine Stimme ist untrennbar mit George Stobbart verbunden, und im Unterschied zu späteren
Nachfolgern klingt Schottky in Teil 2 auch noch wie George. Franziska Pigulla als Nico
bekommt dieses Mal deutlich mehr zu tun und macht ihre Sache wie schon im Vorgänger
hervorragend. Gerade das Beibehalten der bereits vertrauten Stimmen auch in Nebenrollen
kann man gar nicht hoch genug bewerten, denn schnell entsteht so das Gefühl, quasi nach
Hause zu kommen bzw. alte, lieb gewonnene Bekannte nach langer Zeit wieder zu treffen. Die
deutschen Sprecher sind bis in die kleinste Nebenrolle hervorragend besetzt und treffen
den Kern ihrer Charaktere genau ein kleines Mädchen in der Karibik kommt genauso
nervig rüber, wie es der Handlung entsprechend sein sollte, Galeriebesitzer Glease ist
ein äußerst glaubwürdiger arroganter Brite, die Indios sprechen mit passendem Akzent,
Lobineau ist der alte fade Spießer, während Pearl Henderson nach wie vor munter drauflos
schnattert, ohne Rücksicht auf Verluste bzw. in diesem Fall auf ihre Mitmenschen. Kurz:
Auch in diesem Teil der Reihe entstehen nicht zuletzt dank der durchwegs hervorragenden
Sprecher lebendige, greifbare und vor allem unvergessliche Charaktere, die man noch lange
nach Beenden des Spiels in Erinnerung behalten wird.
Rätsel und Aufgaben
Abwechslungsreichtum, Vielfalt und ein mittlerer Schwierigkeitsgrad
zeichnen die Rätsel in BF2 aus. Lediglich eine Art Labyrinth hat zumindest mir Probleme
bereitet und meine Nerven gehörig strapaziert; das könnte aber auch daran liegen, dass
ich Labyrinthe jeder Art in Adventures generell nicht ausstehen kann, weil mein
Orientierungssinn einfach erbärmlich ist, wenn es darum geht, sich in verwinkelten
Gängen oder wie in diesem Fall im Dschungel zurecht zu finden. Die gute Nachricht: Man
kann dieses Labyrinth und das damit verbundene Herumirren umgehen, wenn man an einer
bestimmten Stelle rasch handelt; mehr will ich an dieser Stelle aber nicht verraten.
Die Rätsel und Aufgaben lassen sich in mehrere Kategorien
unterteilen. Da gibt es zum einen eine Fülle von Dialogen, die geführt werden müssen,
um relevante Informationen zu erhalten. Dann wären da die inventarbasierten Rätsel, in
denen Inventargegenstände miteinander kombiniert, einer anderen Person gegeben oder mit
einem Gegenstand in der näheren Umgebung logisch verbunden werden müssen wie
schon in Teil 1, dominiert diese Rätselart auch im Nachfolger ganz eindeutig. Ein
weiteres Rätsel beinhaltet die richtige und logische Zuordnung verschiedener Symbole; auf
den ersten Blick mag dieses Rätsel zwar sehr schwierig erscheinen, es folgt aber einer
klaren logischen Struktur und bereitet nach kurzem Überlegen eigentlich keine Probleme
mehr. Neben dem bereits erwähnten Labyrinth gibt es auch ein paar
Geschicklichkeitseinlagen, allerdings sind auch diese Aufgaben für gewöhnlich ohne
größeren Stress locker zu bewältigen. Natürlich müssen auch immer wieder mal Personen
abgelenkt werden, und es gibt auch den einen oder anderen Hebel, der bedient werden will.
Dadurch, dass im Unterschied zum Vorgänger die Bewegungsfreiheit
noch etwas stärker eingeschränkt wurde man kann einen Ort erst verlassen, wenn
alles erledigt wurde und hat generell pro Schauplatz wenig Auswahl, was die begehbaren
Orte betrifft -, läuft man kaum Gefahr, etwas zu übersehen, zumal auch die Zahl der
Hotspots geringfügig niedriger ausfällt als im Vorgänger. Konnte man im ersten Teil
noch mit so ziemlich allem interagieren bzw. auch nicht-relevante Gegenstände betrachten,
so fällt das im zweiten Teil weitgehend flach. Sackgassen gibt es nicht, dafür aber
wieder die eine oder andere Gelegenheit, frühzeitig das Zeitliche zu segnen. Man bekommt
jedoch rasch ein Gefühl dafür, wann es besser wäre, einen Speicherpunkt zu setzen,
sodass sich unangenehme Überraschungen wie Sorry, du bist tot, spiel dieses Kapitel
noch mal" sehr in Grenzen halten. Wie schon in Teil 1, so resultieren die vorzeitigen
Sterbeszenen aus Unvorsichtigkeit und/oder Ungeschicklichkeit bzw. Langsamkeit - rasche
Reaktion, sowohl geistig als auch an der Maus, ist gefragt.
Stobbart mit zwei B und zwei T" die
Dialoge
Zahllose Gespräche dominieren auch diesen Teil der erfolgreichen
Adventure-Reihe ohne ausführliches Plaudern mit einer Vielzahl von Personen geht
gar nichts, und man kommt auch nicht vom Fleck, wenn man eher der unkommunikative Typ ist.
Die verfügbaren Gesprächsthemen werden im Dialogmodus am unteren Bildschirmrand
angezeigt; vereinfacht wurde dabei die Benutzung der Inventargegenstände:
Inventarobjekte, die guten Gesprächsstoff abgeben, werden automatisch der Reihe der
Themen hinzugefügt. Man muss also nicht wie in Teil 1 jedes Inventarobjekt mit dem
jeweiligen Gesprächspartner benutzen und spart sich so eine Menge Zeit. Manche Themen
sollte man übrigens in Gegenwart gewisser Gesprächspartner lieber nicht ansprechen
das könnte etwas, nun ja, ungesund enden. Hin und wieder muss man auch
entscheiden, ob man lügt oder doch lieber bei der Wahrheit bleibt zwei
Handsymbole, mit Daumen nach oben bzw. unten, stehen in so einem Fall zur Wahl. Wie schon
in Teil 1 entscheiden Wahrheit oder Lüge darüber, wie viele Informationen noch vom
jeweiligen Gegenüber erhält. Es ist übrigens nicht notwendig, alle verfügbaren
Dialogoptionen durchzuspielen; manche Dialoge muss man überhaupt nicht führen, um weiter
zu kommen. Das habe ich allerdings auch erst beim wiederholten Durchspielen bemerkt.
An Witz, Lebendigkeit und Esprit fehlt es den Dialogen auch im
ersten Sequel nicht, im Gegenteil: Der typische Baphomet-Humor" tritt auch hier
immer wieder zu Tage und äußert sich beispielsweise in launigen Kommentaren von Seiten
Georges, der auch in brenzligen Situationen noch einen flotten Spruch auf den Lippen hat,
nach dem Motto Ich habe eh grade nichts Besseres zu tun, also ziehe ich einfach mal
an diesem Hebel hier". Während George wie gehabt eher einen auf Spaßvogel macht,
gibt sich Nico weitgehend ernst und sarkastisch; überhaupt fördern die Dialoge den
Charakter der jeweiligen Figur ausgezeichnet zu Tage. So ganz nebenbei strotzen die
Gespräche nur so vor Anspielungen auf die Kultur des 20. Jahrhunderts, egal ob Film,
universitäres Leben, Literatur oder Superhelden hier wird alles eingebunden, ohne
dass die einzelnen Anspielungen und Witze aufgesetzt oder gestelzt wirken.
Fazit
Baphomets Fluch 2 Der Spiegel der Finsternis" ist
ein absolut würdiger Nachfolger des ersten Abenteuers, kommt aber nicht ganz an dessen
Klasse heran. Die Story wurde zwar wie im Vorgänger gut ausgearbeitet, lässt bisweilen
aber etwas an Spannung vermissen, wirkt stellenweise ein wenig bemüht und wartet mit
einem unspektakulären Ende auf, das den Spieler zum bloßen Zuschauer degradiert. Nach
gut 20-25 Stunden flimmert der Abspann über den Bildschirm; geübte Spieler dürften
etwas schneller fertig sein, auch wenn einen manche Rätsel schon sehr auf Trab halten
können. Dabei wurde darauf geachtet, die Rätsel durchwegs logisch in die Handlung
einzubetten; der Schwierigkeitsgrad ist geringfügig niedriger als im Vorgänger, bewegt
sich aber durchaus noch im mittleren Bereich.
Optisch und akustisch wurde wieder alles richtig gemacht; das Spiel
versprüht trotz oder vielleicht gerade wegen seiner veralteten Grafik und dank
hervorragender Synchronsprecher eine gehörige Portion Charme, Atmosphäre und Flair und
lädt so zum wiederholten Spielen ein. Die Soundqualität kann stellenweise etwas
schwanken, was aber nicht weiter stört, da es sich um Ausnahmeerscheinungen handelt.
Pluspunkte gibt es für den Umstand, dass dieses Spiel auch auf modernen Rechnern
praktisch einwandfrei läuft; lediglich die 2CD-Version kann an manchen Stellen den Geist
aufgeben und abstürzen, die XP-kompatible Version macht diesbezüglich überhaupt keine
Zicken. Die Spielstände der beiden Versionen sind übrigens nicht kompatibel; das nur am
Rande. Insgesamt kommt das Sequel zwar nicht ganz an die Qualität des Vorgängers heran,
gehört aber definitiv in jede Adventuresammlung.
Meine
Gesamtbewertung: 87%
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für
Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Minimale Systemvoraussetzungen 2CD-Version:
- Windows 95/87/ME/XP
- Pentium 90 oder höher mit mind. 486,66 Mhz
- 8 MB Ram (Minimum, empfohlen: 16 MB Ram)
- 2 MB DirectX 5.0 kompatible SVGA-Grafikkarte
- 100% SoundBlaster kompatible Soundkarte
- 66 MB Festplattenspeicher
- 2fach CD-Rom (Minimum, empfohlen: 4fach CD-Rom)
Minimale Systemvoraussetzungen XP-kompatible Ausgabe:
- Windows XP/Vista sowie alle Betriebssysteme, die ScummVM
unterstützen
- DirectX 8.1
- Pentium III 750 MHz (empfohlen: Pentium III 1,2 GHz bezieht
sich auf Teil 3 der BF-Trilogie)
- 128 MB Ram
- 64 MB GeForce2 oder vergleichbar (empfohlen: GeForce 4 Ti 4200 oder
vergleichbar)
- Soundkarte mit 5.1 Surround Sound Unterstützung (empfohlen)
- 4 GB Festplattenspeicher (für alle drei Spiele des Dreierpacks)
- DVD-Rom-Laufwerk
- Emulator: ScummVM
Gespielt mit:
- Windows XP SP 2
- Pentium 4 mit 3 GHz
- 512 MB Ram
- Optiarc DVD RW AM-71707
- Nvidia GeForce 7300 SE/7200 GS
- Emulator: ScummVM
Copyright © jehane
für Adventure-Archiv,
01. April 2009
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Eine brenzlige Situation markiert den Beginn
eines neuen Abenteuers

Vertrauter Ort, vertrautes Gesicht

Noch ein alter Bekannter

Es gibt Orte, die sind einladender als dieser
Hafen

George und Nico wieder vereint

Willkommen in Quaramonte

Nico mal wieder in Bedrängnis

Hier wird gespeichert oder geladen.
Oben: das Hauptmenü

Ah, da kommen Urlaubsgefühle auf!
Unten: das Dialogsystem

George versucht sich als Pirat

und macht tatsächlich eine Entdeckung

Schöne Aussicht, nicht?

George am Set von Fluch der Karibik"?
Wo ist Johnny Depp?

Ob sich unser Held als Menschenopfer überhaupt eignet?

Während sich Nico mit der mysteriösen Maya-Maschine
befasst

gönnen sich George und Titipoco eine kurze Pause.
Unten: das Inventar.

Ich krieg dich! Wirst schon sehen! Ich krieg dich!"
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