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Berlin Connection 


Erscheinungsdatum: 1998 / Neuauflage November 2001
Entwickler: EKU Interactive
Publisher: Koch Media

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Ein Review von slydos   09. November 2001

 

Berlin Connection von Eku Interactive ist ein Poin&Click-Adventurespiel  für PC und MAC vor dem historischen Hintergrund der Maueröffnung. Es ist das Jahr 1989. Roger Penrose, ein englischer Fotograf, erhält einen Auftrag für ein Foto-Shooting in Berlin. Nachdem er in seinem Londoner Atelier alles Wichtige für die Reise zusammengesucht hat, geht es nach Berlin. Ein Hotel wurde für ihn gebucht und seine Fotomotive in einer Berlinkarte eingezeichnet. Zunächst macht er sich einmal auf, seinen Auftrag zu erfüllen und die verschiedenen Orte aufzusuchen. Am Brandenburger Tor, im Trubel der Feierlichkeiten, lernt er Katja kennen. Er begleitet sie in Ihre Ostberliner Wohnung und verbringt eine Liebesnacht mit ihr. Aber Katja verschwindet am nächsten Morgen und Roger erhält einen mysteriösen Anruf. Katja wurde entführt und Roger soll für ihre Freilassung seine bisher aufgenommenen Fotos herausgeben. Der Erpresser macht einen Treffpunkt aus ...

 

 

Das Hauptmenü
Das Hauptmenü

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Das Inventar
Das Inventar

Berlin Connection ist 1998 erstmals erschienen, entwickelt von dem unabhängigen Entwicklerteam Eku Interactive mit Unterstützung des Berliner Tagesspiegels. Eine Neuauflage als Budgetversion beim Publisher Koch Media ist für Mitte November 2001 geplant. Eine Fortsetzung ist gerade in Buchform erschienen.

Berlin Connection wurde für den MAC entwickelt und dann auch für den PC angepaßt. Das benötigte Quicktime wird mitgeliefert. Das Spiel kommt auf 2 CDs, benötigt 25 MB auf der Festplatte und läßt sich spielend unter Windows installieren.

Eine Einführungssequenz führt uns, untermalt von spannender Musik und markanten Sätzen von Politikern wie Ernst Reuter, John F. Kennedy oder Walter Ulbricht, mit fast monochromen, vergilbten Foto-Ein- und Überblendungen vom Jahr 1945 ins Jahr 1989. Die spannende Geschichte einer Stadt im Mittelpunkt des Ost-West-Konfliktes. In kurzen Einblendungen sehen wir bekannte Zeitgenossen aus Politik und Kultur und bekannte Bilder der Zeitgeschichte, wie z.B. den im letzten Augenblick flüchtenden Volkspolizisten. Ein wirklich toller Auftakt, von einem professionellen Sprecher begleitet und die Hand eines Künstlers vermuten läßt, führt uns zum Einstiegsmenü.

Menü/Handling

Neben den vier offensichtlichen Handlungsmöglichkeiten Speichern, Laden, Start und Ende verbirgt sich in der Mitte des Bildschirms noch ein weiteres Feature, nämlich eine intergrierte Onlinehilfe zum Spiel. Man findet diese Möglichkeit, wenn man mit der Maus darüberfährt, der Cursor verwandelt sich dann in eine Hand. Hier gibt es leichte Tipps zum Spiel - keine wirkliche Lösung.

Wählt man "Start", findet man sich zunächst im Londoner Atelier unseres Hauptdarstellers Roger Penrose wieder. Roger bekommen wir leider nie zu Gesicht, es ist ja ein 1st-Person-Spiel. Wenn unser Handcursor den Zeigefinger nach links oder rechts, machmal auch nach oben oder unten austreckt, können wir uns in diese Richtung bewegen. Der nach oben gestreckte Zeigenfinger über einem Objekt kann jedoch auch bedeuten, daß wir hier eine Aktion wie Nehmen, Sprechen oder Bewegen ausführen können. Wichtige Utensilien, wie der Fotoapparat, der Inventarkoffer und der Berliner Stadtplan werden im Atelier zunächst zusammengesucht und ordnen sich dann immer sichtbar um die Hauptansicht in der Bildmitte an. Bis auf das Hauptmenü und die Berlinkarte wird der Aktionsbildschirm immer als Ausschnitt in der Bildmitte auf einem grau-düsteren Hintergrundbild wiedergegeben.

Das Inventar wird durch einen Klick auf den Koffer rechts unten geöffnet. Gegenstände, die während des Spiels hinzukommen, werden automatisch dort abgelegt und können zunächst mit einem Klick herausgeholt und neben den Hauptbildschirm abgelegt werden. Will man sie verwenden, muß man sie anklicken und danach den Bereich auf dem Aktionsbildschirm anklicken, mit dem sie verwendet werden sollen.

Die Escape-Taste führt einen immer ohne jegliche Zeitverzögerung zum Menü zurück, mit der Leertaste können Dialoge oder Sequenzen abgekürzt werden. Es gibt keine Wartezeiten für den Bildschirmaufbau.

Um sich in Berlin von einem Schauplatz zum anderen zu bewegen, öffnet Roger die Berlinkarte mit einem Klick. Die Schauplätze wie Potsdamer Platz, Kreuzberg, Funkturm, Schloß Charlottenburg usw. sind eingezeichnet und wiederum per Klick zu erreichen.

Zunächst macht sich Roger auf, seinen Auftrag zu erledigen und begibt sich an die Locations. Dort muß er jede nur denkbare Möglichkeit abgrasen, sich in jede Richtung bewegen, um ein Fotomotiv zu erhaschen. Roger hat seine Kamera mit einem 24er Film beladen und muß auch alle 24 Fotos verknipsen, da er sonst den Film nicht beim Fotolabor abgeben kann. Ein richtiges Motiv wird akustisch und durch Blinken der Kamera angezeigt. Dann schnell auf die Kamera geklickt, Auslöser gedrückt, wieder auf die Kamera geklickt - fertig! Während seiner Besuche an den verschiedenen Orten kann Roger einen Tonband-Reiseführer abfragen auf der eine nette Dame alles zum gerade besichtigten Ort erzählt. Ein wenig mühsam ist die Motivsuche schon. Der Spieler soll halt gezwungen werden, keine der Szenen zu übergehen.

Grafik

Die Grafik des Aktionsbildschirms besteht aus einer Fotoshow, bei der sich ein Bild an das andere reiht. Es handelt sich um reale Schauplätze und reale Personen. Trifft man auf einen Dialogpartner, so werden mehrere Fotos in schneller Aufeinanderfolge aneinandergereiht, die ein wenig den Anschein von Bewegung erwecken sollen. Die Bilder wirken durchweg grau, kalt - eben novembrig. Die intensive Atmosphäre während des Mauerfalls wird aber kaum vermittelt. Selbst das Sektgelage bei Katja wirkt irgendwie unterkühlt. Die drei Zeitreisen, die Roger absolvieren muß, sind wiederum in einem vergilbten Braunton gehalten. Man bleibt Zuschauer. Mir kommt ein ähnlich gestaltetes Spiel in den Sinn - Byzantine. Hier allerdings fühlte man sich viel mehr in die lebhafte Stadt Istanbul hineinversetzt. Im Gegensatz zu Berlin Connection sorgten hier auch Filmsequenzen mit echten Schauspielern für Auflockerung.

Musik/Sound/Sprecher

Musik wird sehr sparsam eingesetzt und unterstützt die Szenen, in denen besondere Spannung aufkommen soll ausgezeichnet. Bei den Geräuschen wird hingegen aus dem Vollen geschöpft - überall gibt es Rauschen, Tropfen, Autolärm, Gemurmel, Knarren usw. usw. in Hülle und Fülle. Manchmal wurde es mir echt zuviel, besonders wenn man die Sprachausgabe darüber schlecht verstehen konnte. Es gibt keine Möglichkeit die Lautstärke von Musik/Sprache/Geräuschen im Spiel anzupassen. Berlin Connection wirkt wie ein in Szene gesetztes Hörspiel an vielen Stellen. Es wurden durchweg professionelle Sprecher eingesetzt, die dem Ganzen wiederum ein wenig Pfiff geben.

Rätsel

Es gibt eine Anzahl von einfachen Objekträtseln, besonders passend muß man in einer Zeitreise auf dem Schwarzmarkt eine Reihe von Dingen hin-und hertauschen, bis man das eigentlich wichtige Objekt bekommt, das wiederum in der Gegenwart angewendet werden kann.

Neben dem Fotoshooting, in dem man einfach die richtigen Orte finden muß, gibt es weitere Lokalisationsrätsel in der Zeitreise Mauerbau oder auch bei der Flucht vor einem Stasimann muß der richtige Ort gefunden werden. Hier wird's besonders brenzlig, da z.B. dieses Rätsel, wie auch andere, zeitabhängig ist. Roger wird getötet, wenn er zu langsam ist. Beginnt man das Spiel an dieser Stelle nochmal, so muß man neue Orte bzw. Menschen finden, bzw. Objekte an anderer Stelle suchen.

Es gibt einfache Nummern- bzw. Kombinationsschloßrätsel, die durch eine Zeitbegrenzung teilweise wieder recht schwierig werden können. Speichern sollte man deshalb häufig. Leider werden die Speicherplätze automatisch alphabetisch angeordnet, so daß man nach einigem Speichern oft das zuletzt gesuchte Spiel suchen muß. Es gibt einige kleinere und ein großes Labyrinthrätsel in unterirdischen Gängen. Zwar gibt es eine Karte dazu, aber die hilft nur annähernd, den richtigen Weg zu finden. Ein Kreuzworträtsel muß anhand der Informationen aus dem Spiel gelöst werden und in Dialogen die richtige Auswahl getroffen werden, und das in der Regel auf Anhieb.

Warum unser Held eigentlich die drei Zeitreisen antreten muß, kann kaum durch die Handlung begründet sein. Vielmehr geht es den Entwicklern darum, hier Informationen über Berlins Geschichte mit der Story in mehr oder weniger logischen Zusammenhang zu bringen. Deshalb muß der Tagesspiegel hier auch sehr genau gelesen und durchsucht werden, um einige Hotspots zu finden.

Die Rätsel sind vielfältig und in die Geschichte integriert. Als störend habe ich empfunden, daß man die Lösungen des Kreuzworträtsels nicht am Bildschirm eingeben konnte. Um das benötigte Lösungswort daraus zu ermitteln, muß man entweder die Abbildung in der Anleitung verwenden oder sich selbst eine Zeichnung machen. Umständlich!

Obwohl die historische Rahmenhandlung der Maueröffnung kaum der tatsächlichen Atmosphäre entspricht, ist die fiktive Kernhandlung des Spiels tatsächlich, zumindest stellenweise, ein spannender interaktiver Thriller. Besonders bei den zeitabhängigen Rätseln kommt doch Spannung auf, unterstützt durch Musikuntermalung und Geräusche.

Allerdings bleibt letztlich doch die Frage offen, warum die Stasi eigentlich Katjas Entführung mit großem Aufwand inszeniert hat, um an die Fotos zu gelangen.

 

Meine Gesamtwertung: 64%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen PC:

  • Pentium 90 MHz
  • Windows 95/98 oder Windows NT 4.x
  • 16 MB RAM
  • DirectX kompatible Grafikkarte
  • 256 Farben, 640 x 480
  • DirectX kompatible Soundkarte
  • 4x CDROM-Laufwerk
  • 25 MB freier Festplattenspeicher

Systemvoraussetzungen MAC:

  • MAC OS System 7.1 oder höher
  • 68030 oder PPC
  • 12 MB RAM
  • Farbmonitor
  • 256 Farben, 640 x 480
  • 4x CDROM-Laufwerk
  • 25 MB freier Festplattenspeicher

gespielt mit:

  • Windows 95
  • PII 233 MHz
  • 64 MB RAM
  • 4 MB Grafikkarte
  • 16bit Soundkarte
  • 24x CDROM-Laufwerk

Heinrichplatz - Rodgers Ausgangspunkt
Heinrichplatz - Rogers Ausgangspunkt

Mit der Karte bewegt man sich von Ort zu Ort
Mit der Karte bewegt man sich von Ort zu Ort

Um das Aktionsfenster herum sind nützliche Gegenstände plaziert
Um das Aktionsfenster herum sind nützliche Gegenstände plaziert

Ein Klavier, ein Klavier ...
Ein Klavier, ein Klavier ...

Auf ein Glas Rotkäppchensekt oder zwei ...
Auf ein Glas Rotkäppchensekt oder zwei ...

Jäger - ein gefährlicher Stasimann
Jäger - ein gefährlicher Stasimann

Imbißverkäufer und Stasimitarbeiter
Imbißverkäufer und Stasimitarbeiter

1961 - Mauerbau - eine der Zeitreisen
1961 - Mauerbau - eine der Zeitreisen

Geheime Operation Gold
Geheime Operation Gold

Die Lösung dieses Kreuzworträtsels ist später sehr wichtig
Die Lösung dieses Kreuzworträtsels ist später sehr wichtig

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Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 09. November 2001

 

 

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