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Bioscopia
...und Biologie wird zum Abenteuer
Erscheinungsdatum: 10/2001
Entwickler: Ruske & Pühretmaier
Publisher: Heureka-Klett
BoxshotGenre: Lernadventure
Geeignet ab 12 Jahren
Ein Review von Gini 04. November 2001
Vorgeschichte (Auszug aus dem Handbuch)
In der Forschungsstation Bioscopia wurden Versuche durchgeführt, Maschinen durch genetische und molekulare Manipulationen mit künstlicher Intelligenz zu versehen. Durch eine Reihe unglücklicher Unfälle gelang es den Robotern die Macht über die Forscherinnen und Forscher zu ergreifen. Den Menschen blieb nur die Flucht. Einem besonders mutigen Laboranten ist es zu verdanken, dass dem Vormarsch der Roboter ein jähes Ende bereitet wurde. Er setzte den Hauptreaktor außer Kraft, bevor sich die Roboter mit der notwendigen Energie versorgen konnten um Bioscopia zu verlassen.
Eine junge Wissenschaftlerin ist Jahre später auf der Suche nach Bioscopia, löst aber ungewollt eine Kettenreaktion aus und die durch die Notbatterie gespeisten Portale schließen sie ein.
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Im Intro sieht man die Landung der Wissenschaftlerin auf Bioscopia
Die bewusstlose, junge Forscherin,
deren Rettung das Hauptziel des Spiels istStory Am Anfang des Spiels erfährt man, dass sich die junge Forscherin dem Tode nahe und eingesperrt irgendwo in Bioscopia befindet. Die Aufgabe des Spielers ist es, völlig unerwartet, sie zu retten.
Zwar wird im Bedienungsheft groß die Gefährlichkeit der Roboter angekündigt, was dazu führt, dass man jedes mal vor Schreck erstarrt, trifft man auf eines dieser Geschöpfe, sie sind aber nahezu völlig harmlos. Zwar versperren sie des öfteren den Weg zu bestimmten Abschnitten, tun aber dem Spieler in keiner Weise etwas zu leide. Nur im Abspann kommt man auf die Vorgeschichte zurück, in welcher Weise, werde ich allerdings an dieser Stelle nicht verraten.
Allgemeines
Bioscopia ist ein Lernadventure. Das Ziel der Entwickler war es also nicht nur ein unterhaltsames Spiel zu produzieren, sondern auch eines, von dem der Spieler nachher behaupten kann seine Kenntnisse die Biologie betreffend aufgefrischt, verbessert, erweitert zu haben.
Wer jetzt ein langweiliges, trockenes und phantasieloses Spiel erwartet, hat sich getäuscht: Bioscopia ist weit davon entfern, nur Informationen zu vermitteln; es wird großen Wert darauf gelegt, dass das erworbene Wissen auch angewendet werden kann.
Rätsel
In Bioscopia ist man auf sich allein gestellt. Es existieren keine mehr oder weniger hilfreichen Personen, die einem mehr oder weniger hilfreiche Tipps geben. Keiner, der dafür, dass er einen dringend benötigten Gegenstand herausrückt, einen anderen verlangt. Niemand. Die einzigen Dinge um einen herum sind Maschinen und Pflanzen. Okay, streng betrachtet ersetzen diese die Personen. Verlangen doch die meisten Geräte einen Zahlencode, eine spezielle Eingabe, eine bestimmte Reihenfolge, in der die Knöpfe gedrückt werden müssen, etc..
Außerdem erwähnenswert sind natürlich die Roboter, die während der Anwesenheit des Spielers mehr und mehr zum Leben erwachen. Diese sind allerdings alles andere als hilfreiche Gestalten. Meistens versperren sie den Weg zu einer Tür oder laufen einfach nur so in der Gegend herum. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel nimmt im Verlauf des Spiels zu, der Lösungsweg ist aber immer logisch und nachvollziehbar. Dadurch, dass man immer wieder bestimmte Wissensbereiche im BigBrain nachschlagen oder verschiedene Kombinationen ausprobieren muss, spielt man Bioscopia auch nicht allzu schnell durch.
Fast die gesamte Forschungsstation ist ringförmig um ein baumstammartiges Gebilde herum angeordnet und in einzelne Türme gegliedert, die den jeweiligen Wissenskapiteln entsprechen.
In der Praxis sieht das ganze etwa so aus:
Dank dem Erwerb einer Türcodekarte, dem erfolgreichen Lösen eines Rätsels, etc., betritt man einen neuen Abschnitt, einen neuen Turm. Kaum ist man angekommen und hat sich umgeschaut, wird man mit großer Sicherheit mit Rätseln konfrontiert, die einem bei genauerer Betrachtung verraten, um welches Kapitel es diesmal geht. Ein anderer Weg dies herauszufinden, wäre die Benutzung des BigBrains, das gleichzeitig allwissendes System und grafischer Lageplan der Station ist.
Ist man sich erst mal sicher, mit welcher Art von Rätseln man es hier zu tun hat, sollte man sich das passende Kapitel genauer ansehen und versuchen sich möglichst viel Wissen anzueignen, damit man nachher alle Rätsel lösen kann. Mit Hilfe des Lernteils sind nun fast alle Rätsel lösbar.
Einige Beispiele: Am Anfang etwa muss man als Aufwärmrunde in einer Art Memory die Blätter bestimmter Bäume den entsprechenden Früchten zuordnen. Später ist dann z. B. das Wissen um die, von einer Pflanze zum Gedeihen benötigten Stoffe gefragt. Noch später muss man etwa Tierbilder den entsprechenden Lauten und Lautbildern zuordnen oder die genauen Bezeichnungen der Vorgänge einer Mitose (Zellteilung) mit den entsprechenden Bildern verbinden.
Das eigentliche Ziel des Spiels ist es ja die junge Wissenschaftlerin zu retten. Dazu muss man ein Antibiotikum herstellen um sie am Leben zu erhalten und gleichzeitig versuchen einen Weg zu finden, sie aus ihrem Gefängnis zu befreien. Das Lösen beider Rätsel zieht sich durch das gesamte Spiel; immer wieder findet man Teile, die einem dem Endziel einen Schritt näher bringen.
Die Lösung vieler Rätsel ist im jeweiligen Turm, bzw. im BigBrain zu finden, allerdings werden des Öfteren auch Codes gebraucht, die man auf, sich teilweise an anderen Orten befindlichen, Zetteln findet.
Eine Daueraufgabe ist die Sache mit den Türcodekarten: Es gibt zwei dieser Karten. Eine rote und eine bunte. Beide werden zum Öffnen der Türen und Tore der Forschungsstation verwendet. Während mit der roten Karte nur wenige Türen zu öffnen sind, verschafft einem die später erhältliche bunte Karte Zugang zu fast allen Bereichen der Station. So weit so gut. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass man nicht unendlich viele Türen mit einer Karte öffnen kann, sondern diese immer wieder aufladen muss. Um die Karte wieder funktionsfähig zu machen, werden einem Fragen gestellt, denen man mit Hilfe eines Multiple-Choice Verfahrens die richtigen Antworten zuordnen muss. Die Karte hat nicht mehr als 5 Speicherplätze, man ist also gezwungen, regelmäßig ein Aufladegerät aufzusuchen. Diese Aufladegeräte befinden sich in fast jedem Turm. Die Fragen beziehen sich immer auf das jeweilige Kapitel und sind erstens eine gute Wissensüberprüfung und gleichzeitig auch eine nette Nebenbeschäftigung, kommt man mal bei einem Rätsel nicht weiter.
Kleines Contra: Einige wenige Male kann man die Lösung nur eingrenzen, nicht eindeutig feststellen: Es war z.B. gefragt, vier Buchstaben aus einer Auswahl von insgesamt 8 herzufinden und in eine bestimmte Reihenfolge zu bringen. Leider gibt es, hat man die vier identifiziert, immerhin 24 Möglichkeiten, die man erst nacheinander ausprobieren muss.
Steuerung/Inventar:
Bioscopia ist vollständig mit der Maus steuerbar. Der Cursor zeigt an, ob man nach vorn, rechts, links, hoch, hinunter, oder zurück gehen kann bzw. eine rechts-, links- oder 180°-Drehung möglich ist. Außerdem verwandelt sich der Cursor in eine Hand, ist eine Interaktion möglich (z.B. das Öffnen einer Lade oder das Betätigen eines Hebels).
Das Inventar wird in Form eines metallenen Fasses am unteren, rechten Bildschirmrand angezeigt und kann per Mausklick geöffnet werden. Will man ein Objekt verwenden, kann es aus dem Inventar mit der Maus ins Bild bzw., will man ein entdecktes Objekt einstecken, aus dem Bild ins Inventar gezogen werden.
Die Steuerung ist sehr leicht erlernbar. Das einzig negativ Anzumerkende ist die Tatsache, dass, übersieht man beispielsweise einen ausgestreckten Zeigefinger nach links (links gehen) der sich über einem bestimmten Punkt in einen gekrümmten Zeigefinger nach links (Linksdrehung) verwandelt, es passieren kann, dass man einen Ort oder eine Nahansicht erst mal übersieht.
Was zwar auf mich nicht störend gewirkt hat, aber trotzdem gerade am Anfang zu einiger Verwirrung führen kann, ist, dass anders als bei Physikus und Chemicus, die Stellen, an denen Objekte angewendet werden können, nicht durch eine Veränderung des Cursor oder sonst was angezeigt werden.
Lernteil
Der Lernteil ist das schon erwähnte BigBrain, das große, allwissende Computergedächtnis von Bioscopia. In ihm ist alles zur Lösung Notwendige gespeichert. Kommt man bei einem Rätsel nicht weiter, ist es meist hilfreich und ratsam sich mal das passende Kapitel zu Gemüte zu führen. Mir großer Wahrscheinlichkeit wird man dort auf die Lösung stoßen. Der Lernteil ist in 5 Teile geteilt. Sie entsprechen den wichtigsten Kapiteln der Biologie: Zoologie, Genetik, Zellbiologie, Botanik und Menschenkunde. Diese Kapitel sind in weitere Unterkapitel (z. B. gibt es unter Zoologie die Unterpunkte: Wirbeltiere und Wirbellose) gegliedert. Beginnt man nun ein Kapitel zu lesen, kann man sozusagen umblättern um auf die nächste Seite bzw. in das nächste Unterkapitel zu gelangen. Sucht man nach einer bestimmten Information kann man auch direkt in ein Unterkapitel wechseln.
Die Themen selbst werden sehr gut vermittelt: Neben zahlreichen Bildern, Filmen und Animationen ist es dem Spieler auch oft möglich selbst einzugreifen und beispielsweise ein Haar und ein Blutkörperchen im Größenvergleich zu betrachten oder mittels eines verstellbaren Thermometers die Veränderung der Körperwärme eines gleich- und eines wechselwarmen Tieres zu beobachten.
Ein sehr gut verständlicher Sprecher liest den sich auf dem Bildschirm befindlichen Text vor. Ist etwas einmal nicht ganz klar, sind alle Informationen wieder abrufbar: Filme können vor- und zurückgespult, bzw. Seiten vor- und zurückgeblättert werden. Sucht man eine ganz bestimmte Information und empfindet den Sprecher dabei als störend, kann man ihn auch ausschalten. Alles ist sehr übersichtlich und gut illustriert, so dass man wirklich einiges, auch nach Beendigung des Spiels, behält.
Grafik
Die Grafik ist recht ansehnlich. Bild für Bild bewegt man sich durch eine 2D Welt, die, zwar auch sehr schöne, von Pflanzen dominierte Umgebungen und Ansichten der fantasievollen Türme beinhaltet, sich hauptsächlich aber auf das, meist technisch gestaltete Innere derselben beschränkt. Einen nicht unwichtigen Teil der Spielzeit verbringt man im BigBrain, das, wie schon erwähnt sehr schön gestaltet ist.
Wirkliche Übergänge gibt es nicht, nur eine Art Umblenden, bei dem das eine Bild in das andere übergeht. Falls einem dies zu lange dauert kann man die Funktion auch ausschalten.
Sound/Sonstiges
Hintergrundmusik ist nicht an allen Orten vorhanden und wenn, nur sehr dezent. Soundeffekte gibt es dafür an allen Ecken und Enden: man hört im Freien das Zwitschern der Vögel und Zirpen der Grillen, während in den Räumen selbst Türen und Knöpfe bei Betätigung quietschen und knarren.
Beim Lösen eines Rätsels wird mit bestimmten Tönen der Erfolg bzw. Misserfolg angezeigt und ist starker Strom in der Nähe ist auch das durch ein konstantes Brummen erkennbar. Praktisch all diese Geräusche (mit einigen, wenigen Ausnahmen) sind nicht störend und angenehm im Hintergrund.
Hinzuzufügen ist noch, dass die Sprecherin aus dem Intro und Abspann nicht sehr professionell wirkt, was aber nicht sehr stört, das sie ja nur am Anfang und am Ende vorkommt.
Das Handbuch ist zweckgemäß und die vielen Bilder helfen sich zurecht zu finden.
Die Verpackung ist sehr schön: Das aufklappbare Titelbild bietet außen eine Komposition vieler Objekte aus Bioscopia und innen neben vielen Screenshots auch einige informative Texte über den Inhalt des Spiels.
Fazit
Ein sehr lehrreiches, ansprechendes Spiel, das durch seine gemischt anspruchsvolle Rätselkost und zart detaillierte Grafik überzeugt.
Meine Bewertung: 92 %
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Betrachtet man das gefundene Dia im Projektor, so gibt einem das (hoffentlich) einen Hinweis auf die Lösung eines Rätsels
Das Menü des "BigBrains" mit integriertem, grobem, grafischen Lageplan von Bioscopia
Um überhaupt in dieses Labor zu kommen, muss man eines der ersten Rätsel, den menschlichen Verdauungstrackt betreffend lösen
Rund um Bioscopias Türme wächst eine dichte Vegetation
Bei genauerer Betrachtung gibt das Skelett einen wichtigen Hinweis preis
Eines der schwierigeren Rätsel zu desser Lösung man Informationen aus verschiedenen Türmen benötigt
Eine der Aufgaben in diesem Bereich wird es sein, ein Welkmittel herzustellen
Der Botanikteil des "BigBrains" enthält z.B. Informationen über den genauen Aufbau eines Baumstammes
Die gesamte Station ist ringförmig um einen zentralen Turm angelegt
Das Wissen was Eucyte und was Protocyte sind und welche Tiere in welche Gruppe gehören, kann man sich im BigBrain aneignen und später anwenden
Ein noch bewegungsloser Roboter
System-Vorraussetzungen: getestet auf: Windows 98/NT/ME/2000 Windows 98 Pentium II AMD Athlon (tm) Processor 233Mhz 1400Mhz 64 MB RAM 256 MB RAM 8-fach CD-ROM-Laufwerk LITEON CD-ROM LTN362 Soundkarte CMI8738/C3DX PCI Audio Device min 120 MB freier Festplattenspeicher Vorhanden Copyright © gini_manhart@hotmail.com für Adventure-Archiv, 04. November 2001