Bone 1 - Out from Boneville
Erscheinungsdatum: 2005
Entwickler/Publisher: Telltale Games
Spielsprache: Englisch
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Ein Review von André 24. April 2006
Wer einen Comic-Sammler im Bekanntenkreis hat, für den sind
neu" auftauchende Namen wie V wie Vendetta" oder Sin
City" ein uralter Hut mit gaaanz langem Bart. Auch Bone von Jeff Smith war mir seit
vielen Jahren bekannt, da der besagte Comicsammler die Ausgaben der Bone-Reihe sein Eigen
nennt und seine Wohnhöhle zudem von mehreren großformatigen und sorgsam gerahmten
Postern unübersehbar geschmückt wird. Ich fand den kleinen Kerl mit der großen Freundin
immer klasse, auch wenn ich mich als Nicht-Comic-Leser nie intensiver mit der Materie
beschäftigt habe. Das soll sich jetzt glücklicherweise mit dem Erscheinen des ersten
Teils der Bone-Adventures ändern.
Installation
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Bone-Adventures zu ergattern. Zum
einen kann man das Spiel als ganz normale CD mit Verpackung bestellen. Die zweite
Möglichkeit ist, es sich von der Herstellerseite einmalig und gegen Gebühr downzuloaden.
Diese Möglichkeit hat sicher Vor- aber auch einige eindeutige Nachteile. Ein Vorteil ist,
dass das in Deutschland nicht erhältliche Spiel nicht verschickt werden und im
schlechtesten Fall aus irgendeiner obskuren Zollstationen ausgelöst werden muss. Teure
Versandgebühren entfallen natürlich auch. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Spiel
direkt nach dem Download verfügbar ist.
Ein großer Nachteil liegt natürlich darin, dass man so gut wie
nichts in der Hand hat - keine Original-CD, kein Booklet und auch keinen Karton - für
viele Sammler sicher nicht akzeptabel und ein Grund, auf einen Download zu verzichten. Ein
weiterer großer Nachteil besteht darin, dass man das Spiel dann auf einen CD-Rohling
ungewisser Qualität brennt. Wird das Spiel nach drei Jahren und nach ein bisschen
Sonneneinstrahlung auf den empfindlichen Datenträger auch noch laufen?
Im Endeffekt bleibt natürlich die Wahl jedem und jeder selbst
überlassen, aber aus den besagten Gründen hoffe ich, dass sich die Methode des Downloads
zumindest als alleinige Möglichkeit nicht durchsetzten wird. Adventures wie hier neben
der CD-(bzw. DVD)-Version als optionale Möglichkeit als Download anzubieten, ist
allerdings manchmal (wie in diesem Fall) ziemlich praktisch.
Handlung/Action/Rätsel
Genug der vielen Vorworte, kommen wir jetzt endlich zur Handlung:
Bone steckt mit seinen Cousins Smiley und Phoney in der Wüste fest. Die drei haben sich
hoffnungslos verlaufen. Schon können wir ein bisschen plaudern und beratschlagen, was nun
zu tun ist. Erste, kleine Rätsel müssen gelöst werden und wenn wir den Tutorial-Modus
gewählt haben, werden wir gleichzeitig mit der Steuerung vertraut gemacht. Ist dieses
geschehen, beginnt eine von zwei kleinen Actionsequenz und wir müssen vor ein paar
Insekten davonrennen. Diese sind nicht wirklich schwer und sollten auch von ungeübten
Spielern zu bewältigen sein. Die zweite Sequenz lässt sich sogar auf Wunsch
überspringen! Nachdem Bone die Insekten losgeworden ist, hat er leider auch seine Cousins
Phoney und Smiley verloren. Im Endeffekt ist das ganze Spiel in viele kleine Orte und
Teilabschnitte unterteilt und unser Hauptziel ist es, unsere Cousins zu finden und zurück
nach Boneville zu gelangen.
Während der Suche spielen wir im ersten Teil auch noch Phoney, also
zumindest einen der beiden Cousins von Bone und treffen dabei mit diesem auf dieselben
Figuren, denen Bone auf seiner Reise auch schon kurz zuvor begegnet ist. Dabei ist es
witzig zu beobachten wie unterschiedlich der cholerische und ständig mies gelaunte Phoney
im Vergleich zum gelassenen Bone reagiert. Sie müssen immer wieder kleine Aufgaben
meistern. Es gibt beispielsweise ein kleines, wirklich einfaches Labyrinth oder wir
müssen eine Partie Verstecken spielen. Die Rätsel sind auf jeden Fall sehr originell
umgesetzt. So etwa, wenn wir ein Insekt - ein sprechendes Blatt - außer Gefecht setzten.
Harte Rätselnüsse sucht man vergebens und eigentlich sind alle Rätsel sehr eindeutig
und schnell gelöst. Oft kommt man auch erst weiter, wenn man sich recht ausgiebig
unterhalten hat. Dabei kommt es darauf an, aus den nicht linearen Dialogen den richtigen
Gesprächszweig auszuwählen, damit es mit der Handlung weitergeht. Dazu können wir
während der Dialoge oft auch zwischen mehreren Gesprächspartnern wechseln. Das alles
trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass die Gespräche ausgesprochen abwechslungsreich
sind und es gehört zu den absoluten Highlights des Spiels, wie die witzigen Dialoge in
Szene gesetzt wurden.
Wir treffen wir auf jeden Fall auf Freunde wie den großen roten
Drachen, begegnen unseren Feinden, den Rattenwesen und vielen anderen sonderbaren und
witzigen Figuren wie den einfach nur supersupersuperniedlichen Possum-Kids usw. und landen
schlussendlich auf einer Farm, wo wir unsere große Liebe treffen! Mehr möchte ich auch
gar nicht verraten. Schließlich dauert Bone 1 nicht sehr lange. Auf jeden Fall endet das
Spiel an dieser Stelle ziemlich abrupt und mittendrin und spätestens jetzt wird klar,
dass es sich lediglich um die erste Episode eines Spiels mit nicht abgeschlossener
Handlung handelt. Wer also den ersten Teil kauft, sollte sich im klaren darüber sein,
dass er dann wohl oder übel an den nächsten Teilen nicht vorbei kommt. Das hätte man
vorher vielleicht etwas klarer kennzeichnen können!
Grafik Some like it cute!
Ich gebe zu, dass ich mich an die Grafik am Anfang kurzzeitig wegen
des auf den ersten Blick (aber wirklich nur auf den ersten Blick) vielleicht etwas
detailarm und übersichtlich wirkenden Stils gewöhnen musste. Anfangs lässt sich das
Spiel noch ein wenig Zeit, sich von seiner besten Seite zu zeigen, denn man sieht zuerst
noch nicht so viel - die drei Cousins, ein paar Steine in der Wüste und das wars
auch schon. Es wird aber schnell klar, dass die übersichtlichen Bilder durchaus zum
Grafikstil passen und im Spiel einheitlich und kontinuierlich fortgesetzt werden. Und so
steckt der Teufel mal wieder im Detail. Denn manchmal fällt die Spielgrafik auch
wesentlich aufwändiger aus, z.B. bei Bewegungen, etwa wenn Bone läuft oder einen Abhang
hinunterschlittert, oder auch bei Großaufnahmen von Bones niedlicher und facettenreicher
Dialogmimik, oder der seiner Gesprächspartner wie etwa den Possum-Kids. Dann zeigt sich,
wie liebevoll das Spiel umgesetzt und wie detailliert gearbeitet wurde. Dabei gibt es z.B.
während der Dialoge immer wieder Perspektivwechsel und ständig wird wie in einem
perfekten Comic-Film zwischen den Gesprächspartnern hin- und hergeschaltet. Und so muss
ich meine anfängliche Meinung schnell revidieren und bin nach kurzer Spieldauer von der
grafischen Umsetzung wirklich restlos begeistert.
Handling
Wenn ich auf das Handling nicht groß eingehen brauche, ist das
immer ein untrügliches Zeichen, dass es einfach und praktisch ausgefallen ist und keine
großartigen Beschwerden notwendig sind. Die übliche Point+Click-Steuerung ist gelungen,
wobei sich der Cursor, je nachdem, welchen Hotspot man anwählt, in wenige
unterschiedliche Icons verwandelt. Die Bildchen sind eindeutig: Füße stehen für´s
Laufen, Augen für´s Betrachten und es gibt noch zwei, drei weitere Optionen. Außerdem
kann man meistens noch mit der rechten Maustaste aus zwei Möglichkeiten wählen. Ein
Gegenstand kann also z.B. betrachtet aber auch benutzt werden. Das übliche Prozedere
also. Wer es jetzt noch nicht verstanden hat, kann sich das Ganze wie gesagt im Tutorial
ansehen, welches man optional vor dem Starten des Spiels anwählen kann. Jedes Mal, wenn
wir eine neue Funktion benutzten, erscheint dann am Anfang des Spiels eine kurze
Erklärung. Nett, nicht?
Am unteren Bildschirmrand gibt es links ein Icon für´s Inventar
und rechts zwei weitere. Mit dem einen gelangt man direkt ins Menü, mit dem anderen
erhält man Tipps.
Das war´s auch schon fast. Vielleicht sollte ich noch kurz
erwähnen, dass im übersichtlichen Menü die wichtigsten Funktionen enthalten sind und
man Musik, Sprache und Effekte einzeln justieren, Untertitel einblenden, sowie Dialoge mit
der Space-Taste abbrechen kann. Es gibt zehn Speicherplätze, die bei dem nicht allzu
komplexen Spiel genügen. Wünschenswert wäre es allerdings gewesen, wenn man die
Speicherplätze hätte einzeln beschriften können, da man so oft nicht weiß, wo man
zuletzt abgespeichert hat.
Sound
Wenn sie die Sprachausgabe nicht richtig verstehen, liegt es
vermutlich daran, dass sie kein Englisch können. Das Beherrschen dieser Sprache
(zumindest halbwegs) erleichtert es ungemein, das Spiel flüssig und mit Erfolg zu
beenden. Davon abgesehen ist die Sprachausgabe nicht nur gut verständlich, sondern passt
auch hervorragend zu den Charakteren, vorneweg die markante Stimme Bones. Dabei
beschränkt sich das Vokabular mehr oder weniger auf Schulenglisch, so dass es keine
größeren Probleme geben dürfte.
Nur was ich über die Musik schreiben soll, weiß ich jetzt gar
nicht, denn wenn ich ehrlich sein soll, ist sie ist mir bis zum Schluss eigentlich kaum
aufgefallen. Das bedeutet aber längst nicht, dass sie schlecht, monoton oder gar
unpassend wäre. Sie tritt eher in den Hintergrund, ist ruhig, setzt Akzente und
unterstützt das Spiel unterschwellig.
Fazit
Also gut, was soll ich sagen - das Spiel hat mich wirklich restlos
überzeugt - jetzt bin ich auch Bone-Fan! Man merkt, dass die Leute im Team von Telltale
ihr ganzes Herzblut in das Projekt gesteckt haben. Die Grafik angefangen von den
Hintergründen, über die Mimik bis hin zu den Bewegungen der Figuren hätte man besser
nicht umsetzten können - genauso, wie man sich Bone und seine Mitstreiter als
computeranimierte Figur vorgestellt hätte. Die Dialoge sind superwitzig und originell,
die Sprachausgabe perfekt. Die Rätsel sind im Grunde sehr einfach, wenn auch
ausgesprochen originell umgesetzt und die Thematik und Ausdrucksweise sowohl für Kinder
als auch erwachsene Spieler geeignet. Letztere können wegen der einfachen Aufgaben eher
entspannt die wunderbare Story und die phantastischen Bilder genießen und nebenbei ein
bisschen rätseln. Bleibt noch zu erwähnen, dass das sehr kurze Spiel schon recht bald
nach Erscheinen im Preis gesenkt worden ist, so dass man jetzt auch von einem sehr guten
Preis-Leistungsverhältnis sprechen kann. Wenn dieser Review erscheint, ist der zweite
Teil des Spiels bereits erhältlich und ich kann kaum erwarten, ihn zu spielen. Der erste
Quicki-Höhepunkt des Jahres!
Gesamtwertung: 81%
Bewertungssystem
Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für
Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Minimale Systemvoraussetzungen:
- Windows 2000/XP
- P3 800 1,5 Ghz
- 140 MB auf der Festplatte
- 3D-Videokarte
- DirectX 8.1
Gespielt unter:
- Win XP
- AMD Athlon XP 1800
- 512 MB RAM
- Grafikkarte Radeon 9200 Series
- DVD-Laufwerk
Festplatte 60 GB
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Das Labyrinth ist dunkel aber schnell gemeistert

Hü-Hüpf! Beim Springen kommt es nicht auf Geschicklichkeit an!

Die Grafik - mal einfach, mal etwas detallierter, aber sehr schön.

Im Gespräch mit dem großen Blatt

Unser Freund, der große, rote Drache

Hat er unsere Cousins gesehen?

Die Possum Kids

Bone ist verliebt ...

... in die schöne Thorn!

Thorn in Nahaufnahme (energisch)

Bei Oma Thorn
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