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Bone 2 - The Great Cow Race


Erscheinungsdatum: 04/2006
Entwickler/Publisher: Telltale Games
Spielsprache: Englisch


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Ein Review von   André   13. Mai 2006

 

Eines vorweg: „The Great Cow Race" ist der zweite Teil einer zusammenhängenden Story. Das hätte man im Vorfeld sicher etwas klarer vermerken können und dieses auf den Kartons eindeutig etwa mit „Bone - Part 1" und Bone- Part 2" usw. kennzeichnen können, damit derjenige, der einen Teil kauft, weiß, worauf er sich einlässt. Ich bin normalerweise eh kein Freund von in mehrere Teile gesplitteten Storys und die beiden Teile hätte man von der Größe auch genauso gut als einen Teil veröffentlichen können.

Davon abgesehen freue ich mich natürlich, dass man bei Telltale das Potential des Bone-Comics mit seinen starken Charakteren und seiner tollen Story als Adventurevorlage erkannt und mit so viel Fingerspitzengefühl umgesetzt hat. Hier also der Review zum zweiten Teil des wunderschönen Bone-Adventures.

 

Was bisher geschah:

Um jetzt denjenigen, die den ersten Teil noch nicht gespielt haben, nicht zuviel vorweg zu nehmen, hier also nur die nötigsten Informationen, was passiert ist: Bone und seine Cousins Phoney und Smiley haben sich weit weg von ihrer Heimat verirrt. Als sie von einem Schwarm wilder Insekten angegriffen werden, müssen sie fliehen und verlieren sich dabei auch noch aus den Augen. Also ist von nun an jeder auf sich selbst gestellt, um zurück nach Boneville zu gelangen. Auf seiner Reise lernt Bone die unterschiedlichsten Wesen kennen, die ihm oft aus der Patsche helfen können. Aber er hat auch Feinde! Wer sind die bösen Kreaturen, die ihn hartnäckig verfolgen? Warum scheint Bone einen Schutzengel, den großen roten Drachen, zu haben, der ihm ebenfalls nicht von der Seite weicht?

Im ersten Teil konnten wir bereits Bone und den permanent schlecht gelaunten Phoney spielen, die sich beide irgendwann auf der Suche auf einer Farm wiedergetroffen haben. Hier trifft Bone auch noch auf Smiley und auf die junge Thorn, in die er sich sofort verliebt. Aber schon drohen ernsthafte Probleme, da sich der arme Bone durch sein ungeschicktes Verhalten erst einmal seine Chancen bei Thorn verspielt. Aber das ist längst noch nicht alles, denn dann geschieht auch noch ein Unglück auf der Farm und irgendwie scheinen Bone und seine Cousins damit im Zusammenhang zu stehen. Haben es die Verfolger auf die drei Cousins, auf die Menschen oder gar auf alle abgesehen? Ungeachtet dessen lässt sich Thorns starke Großmutter nicht entmutigen und beschließt auch dieses Jahr den Jahrmarkt zu besuchen, um am großen, traditionellen Kuhrennen teilzunehmen. Dort warten natürlich jede Menge Aufgaben und Abenteuer auf Bone und seine Cousins. Das sollte als kleine Beschreibung erst einmal genügen. Der zweite Teil ist auf jeden Fall um einiges größer und von der Handlung komplexer.

 

Wie geht’s weiter?

Wenn man nach den Comics geht, dann haben Telltale sich bisher chronologisch durchgearbeitet. So war „Out from Boneville" bei den Original-Comicbänden nur der erste und „The Great Cow Race" der zweite von etlichen Teilen. Mit dem Ende des zweiten Teils ist die Geschichte also längst noch nicht abgeschlossen. Auch Bone 2 endet abrupt und dementsprechend lässt „The Great Cow Race" die wichtigsten Handlungsfäden offen, so dass es eigentlich klar sein sollte, dass es nicht der letzte Teil von Bone war. Die Spiele werden jetzt übrigens erst einmal mit deutschen, französischen und spanischen Untertiteln versehen. So gibt es jetzt also auch für deutsche Spieler keinen Grund mehr, sich der wirklich tollen Serie zu entziehen.

 

Grafik

Der Grafikstil des ersten Teils wurde natürlich beibehalten und ist wie gehabt relativ einfach, aber nichts desto trotz wunderbar anzusehen. Die Figuren sind beispielsweise etwas grobkantiger als bei teureren Spielen, aber das ist nicht weiter dramatisch, denn sie sehen einfach schön aus und sind wunderbar animiert worden. Besonders natürlich Bone selbst mit seinen putzigen Bewegungen. Wenn er läuft oder auch bei Großaufnahmen Bones niedlicher und facettenreicher Mimik zeigt sich, wie liebevoll das Spiel umgesetzt wurde und wie detailliert gearbeitet wurde. Dabei gibt es während der Dialoge immer wieder Perspektivwechsel und ständig wird wie in einem perfekten Comic-Film zwischen den Gesprächspartnern hin- und hergeschaltet. Auch bei kleineren Handlungen, wenn Fonebone etwa an einer Blume riecht, etwas aufhebt oder bewegt, wird dieses sehr oft in kleinen Animationen gezeigt. Es ist also nicht wie in vielen anderen Adventures, wo ein Gegenstand irgendwo rumliegt und plötzlich und wie von Geisterhand in der Hand der Spielfigur landet.

Wenn Bone oder seine Cousins den Standort wechseln, bewegen sich die dreidimensionalen Hintergründe oft mit. Sie passen harmonisch zu den Figuren und ergeben zusammen ein homogenes Gesamtbild. Wie schon beim ersten Teil gibt es auch sonst nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil. Das Areal ist im zweiten Teil größer und die Hintergründe wurden oft noch mit mehr Details ausgeschmückt.

 

Handling

Das Menü sieht unwesentlich anders aus (glaube ich zumindest), die Bedienung funktioniert aber im Endeffekt genau so wie bei „Out from Boneville". Das heißt, sie ist auch genauso praktisch und nahezu fehlerfrei. Es gibt die übliche Point&Click-Steuerung, wo der Cursor, je nachdem, welchen Hotspot man anwählt, zu wenigen unterschiedlichen Icons wechselt. Die Bildchen sind eindeutig: Füße stehen für´s Laufen, Augen für´s Betrachten und es gibt noch zwei, drei weitere Optionen. Außerdem kann man meistens noch mit der rechten Maustaste aus zwei Möglichkeiten wählen. Ein Gegenstand kann also z.B. betrachtet, aber auch benutzt werden. Das übliche Prozedere also. Wer es jetzt noch nicht verstanden hat, kann sich das Ganze wie gesagt im Tutorial ansehen, das man optional vor dem Starten des Spiels anwählen kann. Jedesmal, wenn wir eine neue Funktion benutzen, erscheint dann am Anfang des Spiels eine kurze Erklärung. Nett, nicht?

Im unteren Bildschirmrand gibt es links ein Icon für das Inventar und rechts zwei weitere. Mit dem einen gelangt man direkt ins Menü, mit dem anderen erhält man Tipps.

Das war´s auch schon fast. Vielleicht sollte ich noch kurz erwähnen, dass im übersichtlichen Menü die wichtigsten Funktionen enthalten sind und man Musik, Sprache und Effekte einzeln justieren, Untertitel einblenden, sowie Dialoge mit der Space-Taste abbrechen kann. Es gibt zehn Speicherplätze, die bei dem nicht allzu komplexen Spiel genügen und mehr Funktionen braucht ein gutes Comic-Adventure doch eigentlich nicht. Wünschenswert wäre es allerdings gewesen, wenn man die Speicherplätze hätte einzeln beschriften können, da man so oft nicht weiß, wo man zuletzt abgespeichert hat.

 

Rätsel

Es gibt natürlich inventarbezogene Rätsel und andere originelle Aufgaben.  Beispielsweise muss Phoney in einer Bar die Fußspuren ausfegen, aber es kommen immer wieder Personen in die Bar und machen neue Spuren. Im Endeffekt kommt es aber nicht auf Schnelligkeit an, sondern wir müssen die richtigen Spuren zu entfernen, bevor wieder neue entstanden sind.

Und es gibt kleine Unterschiede zum Vorgänger. Denn generell wurde vom Schwierigkeitsgrad etwas angezogen und die Rätsel sind nicht mehr so offensichtlich. Außerdem steuern wir jetzt endlich auch Smiley, aber das war ja auch zu erwarten, nachdem wir ihn im ersten Teil als einzigen der drei noch nicht spielen durften. Zudem müssen wir wie bei „Day of the Tentacle" beispielsweise jetzt manchmal auch zwischen den Figuren selbstständig wechseln, um Aufgaben zu lösen. Ich finde, das bringt immer Abwechslung und lässt dem Spieler viel Freiheit bei der Bewältigung der Aufgaben.

Es geht oft erst weiter, wenn man alles erledigt und ausgiebig mit allen Personen geredet hat. Denn „The Great Cow Race" ist wieder sehr dialoglastig. An der Stelle sei daher erlaubt, darauf hinzuweisen, über welch umfangreiches sprachliches Repertoire die Figuren verfügen. Klickt man einen Gegenstand mehrmals an, bekommt man jedesmal (so ca. vier bis fünf) verschiedene Antworten statt irgendwelcher Standardfloskeln zu hören. Man kommt im Spiel oft nur dann weiter, wenn man sich recht ausgiebig unterhalten hat. Dabei kommt es darauf an, aus den unfangreichen, nicht linearen Dialogen den richtigen Gesprächszweig auszuwählen, um Hinweise zu erhalten oder damit es mit der Handlung weitergeht. Hierbei können wir manchmal wieder während eines Dialogs zu verschiedenen Gesprächspartner umschalten.

Kleine Actioneinlagen gibt es auch wieder. Bone muss beispielsweise auf einem Jahrmarkt ein Ballspiel im Moorhuhn-Stil absolvieren. Hier ist der Schwierigkeitsgrad wieder moderat, was vielen puristischen Adventurespielern sicher entgegenkommen dürfte.

 

Sound

Die musikalische Untermalung besteht aus einer Vielzahl von Tracks, Einige sind an alte Western- und Countrysongs angelehnt und passen daher sehr gut zu dem ländlichen Farm-Ambiente mit seinen Dorfbewohnern. Andere Tracks erinnern ein wenig an alte Slapstickfilme und auch die funktionieren zu der Comicgrafik natürlich bestens. Die Musik passt auf jeden Fall immer sehr gut, setzt Akzente und verleiht den einzelnen Passagen die richtige Dynamik.

Die Stimmen sind wie gehabt nicht nur gut verständlich, sondern passen auch hervorragend zu den Charakteren, vorneweg die markante Stimme Bones. Es wird bei allen Charakteren ausschließlich sehr deutlich gesprochen, was für den deutschen Spieler sicherlich hilfreich ist. Abgesehen davon werden die Stimmen ja wie gesagt bald eh deutsch untertitelt.

 

Fazit

Endlich haben wir mit den Bone-Spielen mal wieder rundum gelungene Comic-Adventures, denn auch Teil zwei wurde mit viel Charme umgesetzt und die einzigartige Atmosphäre der Comics sehr gut transportiert. Daher denke ich, dass Telltale auch genau die richtige Firma für den anstehenden Sam and Max-Nachfolger sein dürften, aber das nur nebenbei.

Dabei scheint der erste noch arg kurze Teil nur der Vorgeschmack, fast eine Art Appetizer gewesen zu sein, denn „The Great Cow Race" bietet wesentlich mehr Locations, ist um einiges länger und hat auch mehr Handlung. Dabei wird die verhältnismäßige Einfachheit der Grafik durch Detailverliebtheit locker wett gemacht. Die Dialoge wurden wieder mit feinsinnigem Wortwitz und oft auch mit der richtigen Prise Humor versehen, so dass ich mich wirklich bestens amüsiert habe. Und das ist ehrlich gesagt den wenigen Comic-Adventures, die zuletzt veröffentlicht wurden, leider nicht wirklich gelungen. Ich denke da beispielsweise an Ankh oder Tony Tough.

Die Geschichte, basierend auf der Comic-Vorlage, wurde gekonnt umgesetzt. Das liegt nicht zuletzt an den starken Charakteren, die Dank der Ausstattung mit individuellen Charaktereigenschaften und Emotionen sehr „menschlich" und ausdrucksstark wirken. Man freut sich, wenn Bone es tut und leidet auch genauso mit ihm. Denn die anfangs niedliche, harmlos wirkende Comicgeschichte gewinnt zunehmend an Spannung und Spieltiefe. Zwischen den Bone-Cousins, den Menschen und ihren Feinden scheint es mehr Zusammenhänge zu geben, als es den Anschein hat.

Von den Rätseln her ist der zweite Teil schwerer als der erste, auch wenn er damit immer noch nicht für Spieler ist, die gerne die ganz knallharten Rätsel bevorzugen. Wegen der längeren Spielzeit gibt es noch ein paar Extrapünktchen, so dass ich dieses Mal exakt 83 % Prozent errechnet habe.

 

Gesamtwertung: 83%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows 2000/XP
  • P3 800 1,5 Ghz
  • 140 MB auf der Festplatte
  • 3D-Videokarte
  • DirectX 8.1

Gespielt unter:

  • Win XP
  • AMD Athlon XP 1800
  • 512 MB RAM
  • Grafikkarte Radeon 9200 Series
  • DVD-Laufwerk
  • Festplatte 60 GB

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Smiley - naiv aber nett und immer gut gelaunt!
Smiley - naiv aber nett und immer gut gelaunt!

 

Na, die drei kennen wir doch!
Na, die drei kennen wir doch!

 

 

Die Suppe in diesem Stand ist eher gewöhnungsbedürftig
Die Suppe in diesem Stand ist eher gewöhnungsbedürftig

 

 

Es ist nicht schwer, der Kuh kleine Tricks beizubringen
Es ist nicht schwer, der Kuh kleine Tricks beizubringen

 

Honig auf dem Boden. Ob auf dem Baum wohl kleine Bienchen sind?
Honig auf dem Boden. Ob auf dem Baum wohl kleine Bienchen sind?

 

 

Tatsächlich, da ist ja schon eins!
Tatsächlich, da ist ja schon eins!

 

 

Bone hat Liebeskummer
Bone hat Liebeskummer

 

 

Kann er das Herz von Thorn zurückerobern?
Kann er das Herz von Thorn zurückerobern?

 

 

Gegensätze ergänzen sich
Gegensätze ergänzen sich

 

 

Phoney macht ein kleines Päuschen
Phoney macht ein kleines Päuschen

 


 

 

 

 



 

 

Copyright © André für Adventure-Archiv, 13. Mai 2006

 

 

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