Bud Tucker in Double Trouble

Redseliges Revital
Oft ertönt der Ruf nach „guten, alten“ Grafik-Adventures, die noch vor wenigen Jahren eine wichtige Stellung im Spielebereich einnahmen. Taucht ein solches dann unverhofft auf, finden sich dennoch nur vergleichsweise wenige Käufer, unabhängig von der Qualität des Spiels. Auch Bud Tucker überrascht mit klassischem Elementen.

Bud Tucker kann mit nahezu allen Features aufwarten, die Spiele wie Larry 3 oder Monkey Island so erfolgreich machten: ein einfaches Interface mit Verbliste, pixelige Standgrafiken, sparsam eingesetzte Soundeffekte und angenehm logische Rätsel. Auch die Story, die dem erfrischend dünnen Handbuch zu entnehmen ist, hat klassische Elemente zum Thema: Professor Frobisher Goonhilly, ein kluger Kopf, der gerade den duotronischen Vervielfacher erfunden hat, wurde von dem stadtbekannten Bösewicht Dick Tate entführt. Erfreulicherweise hat Bud Tucker, der mimderjährige Freund des Professors von der Sache Wind bekommen und begibt sich nun auf die Suche nach seinem Mentor.

Die Rätsel, die Bud dabei lösen muß, sind nicht annähernd so wirr wie einige Hintergrundgrafiken und mit Logik und Geduld gut zu lösen. Leider lassen sich einige Puzzles erst knacken, nachdem mit einer der vielen Personen über ein bestimmtes Thema geredet wurde. Da die Gespräche sehr weit verzweigen, muß man die Konversation oftmals neu beginnen - und sich immer wieder dieselben Sätze anhören. Die zähe Vertonung läßt sich leider nicht abbrechen, spätestens nach der fünften Wiederholung desselben Satzes fühlt man sich vom Spiel belästigt.

Alte Fehler
An dem für das Frühjahr 96 geplanten Spiel sind die Zeichen der Zeit nicht spurlos vorübergegangen: mag man sich mit der Grafik noch anfreunden, mit der dünnen Klangausstattung fehlt ein wichtiges Element. Auch sind einige Objekte nur wenige Pixel groß und kaum zu entdecken - andere Hersteller haben aus solchen Fehlern vergangener Spiele gelernt.
Harald Wagner

Grafik 30%
Sound 30%
Handling 72%
Spielspaß 39%

PC Games 4/97

 

 

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