This page in English
Zurück zur Adventure-Archiv Startseite
Burg Schreckenstein 2 -
Streiche auf Burg Schreckenstein
Erscheinungsdatum: 10/2002
Entwickler: WESTKA
Publisher: CDVUSK: geeignet ohne Altersbeschränkung
Ein Review von slydos 28. Oktober 2002
"Burg Schreckenstein - Streiche auf Burg Schreckenstein" ist die Fortsetzung von "Burg Schreckenstein 1 - Der Dieb von Burg Schreckenstein", das zweite Point&Click Adventure nach den erfolgreichen Jugendbüchern von Oliver Hassencamp.
Geschichte
Die Glocke von Burg Schreckenstein wurde von den Mädchen des benachbarten Internats "Rosenfels" entwendet. Ein Schreiben am Tor besagt, daß die Schreckensteiner sie erst zurück erhalten, wenn sie die schmutzige Wäsche der Rosenfelser Mädchen waschen. Das wollen die Jungs, Stephan, Mücke und Ottokar, aber auf gar keinen Fall. Deshalb ergreifen sie ihrerseits Gegenmaßnahmen und dringen während eines Ausflugs der Rosenfelser in deren Internat ein ... Neben all den einfallsreichen Streichen der beiden Parteien müssen die Ritter aber auch diesmal ihr detektivisches Gespür auf einen Umweltverschmutzer richten.
Installation
"Die Streiche auf Burg Schreckenstein" kommt auf 1 CD zusammen mit einem liebevoll gestalteten, ausführlichen A5-Handbuch in einem ansprechenden Karton im Euroboxformat. Die Installation erfolgt automatisch (wenn die Autostart-Funktion eingeschaltet ist) und man kann wählen, ob man das Minimum von 3,1 MB, die Standardinstallation von 381 MB oder die Vollinstallation von 585 MB haben will. Ich habe die Vollinstallation gewählt, bei der man keine Verzögerungen bei der Sprachausgabe bemerkt, wie eventuell bei den anderen Installationen.
Start
Nach dem kurzen Intro, das durch das eigens komponierte, schwungvolle Schreckensteinlied begleitet wird, gelangt man in das Hauptmenü. Das Intro kann man jederzeit mit der ESC-Taste abbrechen. Das übersichtliche Hauptmenü, das sich gegenüber dem 1. Teil nicht geändert hat, bietet die üblichen Funktionen wie "Neues Spiel", "Speichern", "Laden", "Spiel verlassen" und "Optionen". Im Optionsmenü kann man Maustexte und Schattenwurf ein- bzw. ausschalten und die Lautstärke der Sprache, Musik oder Geräusche verändern. Sehr gut fand ich es, daß einmal getroffenen Settings beibehalten wurden und nicht immer wieder neu eingegeben werden mußten.
Nach Anwahl eines neuen Spiels sehen wir wir drei Schreckensteiner, Stephan, Mücke und Ottokar vor dem Burgtor. Sie haben gerade festgestellt, daß die Schreckensteiner Glocke verschwunden ist. Danach steigen wir in der Rolle von Stephan ins Spiel ein.
Steuerung
Die Steuerung unterscheidet sich nicht vom 1. Teil - wer diesen bereits kennt, sollte unten weiterlesen.
Wir steuern unseren Helden Stephan, den wir in 3rd-Person-Perspektive beobachten können, vollständig mit der Maus. Unser Standardcursor hat die Form einer blauen Ritterhand und hebt sich während des ganzen Spiels gut sichtbar vom Hintergrund ab. Mit einem Linksklick können wir Stephan an jeden beliebigen Ort am Bildschirm schicken, Objekte ansehen, aufnehmen oder manipulieren und mit anderen Personen sprechen. Ein Doppelklick läßt unseren Helden schnell laufen.
Bewegen wir die Maus über einen Hotspot, also einen Bereich mit dem Interaktion möglich ist, dann wird die Ritterhand animiert und deutet auf den aktiven Bereich. Gleichzeitig erhalten wir eine Textbeschreibung des Hotspots am Bildschirm. Man kann allerdings nicht mit allen Hotspots auch wirklich etwas sinnvolles anfangen, wie z. B. Objekte anwenden, bekommt aber meist einen witzigen Kommentar dazu. Verwandelt sich die Hand in einen Pfeil, können wir die Szene in die angegebene Richtung verlassen.
Das Inventar ist immer sichtbar am unteren rechten Bildschirmrand in Form einer Truhe. Sie wird wiederum mit einem Linksklick geöffnet und füllt dann ungefähr 1/4 des Bildschirms. Beim Darüberfahren mit der Maus erscheint eine genaue Textbeschreibung der Objekte, ein Linksklick wählt sie aus, ein Rechtsklick legt sie zurück. Hat man ein Objekt ausgewählt, nimmt der Cursor desssen Form an. Man kann den Gegenstand dann entweder mit einem anderen im Inventar versuchen zu kombinieren oder ihn aus dem Inventar hinausziehen, so daß sich die Kiste schließt. Der Objektcursor wird rot umrandet, wenn er sich über einem Hotspot befindet.
Das Inventar wird sich während des Spiels mit einer großen Zahl von Gegenständen füllen. In diesem Fall kann man mit den eingeblendeten Pfeiltasten scrollen. Nicht alle Inventarobjekte können auch verwendet werden, was die ganze Sache reizvoller und komplizierter gestaltet. Am unteren Ende der geöffneten Inventarkiste befindet sich ein Button, der ins Hauptmenü führt.
Die Steuerung des Inventars und der Spielfigur ist vorbildlich gestaltet und intuitiv begreifbar. Man kann auch ohne einen Blick ins Handbuch sofort ins Spiel einsteigen - ausgezeichnet!
Es gibt insgesamt 30 Speicherplätze für Savegames zu denen jeweils ein kleines Szenenbild abgespeichert wird. Mehr Speicherplätze wären wünschenswert genau wie eine längere Texteingabe bei den Savegames. Ebenfalls wünschenswert, daß die gesicherten Spiele nach Speicherzeit abwärts gelistet würden.
Rätsel
Hauptsächlich handelt es sich bei "Die Streiche auf Burg Schreckenstein" um Objekt-/Inventarrätsel. Es geht darum, wie man an Objekte kommt, wie man sie kombiniert und wann man sie wo einsetzt. Dadurch, daß das Spiel in Teilbereichen nichtlinear ist, kann man eine große Zahl von Gegenständen sammeln, die man jedoch erst viel später benötigt. So gibt es jede Menge von Kombinationsmöglichkeiten, auch innerhalb des Inventars. Die Inventarrätsel sind teils knifflig, teils schnell ersichtlich, und größtenteils sehr logisch. Nur bei der Reparatur eines alten Pinsels kann ich mir nicht vorstellen, daß der in der Wirklichkeit standhalten würde.
Es müssen Dialoge mit den richtigen Personen geführt und natürlich auch die richtigen Auswahlfragen gestellt werden. Dabei wird einem durch andere Personen oft eine mündliche Hilfe gegeben, wie z. B. beim Gedächtnisrätsel zu einer knarrenden Treppe.
Neben den Inventarrätseln finden wir noch ein leichtes Labyrinth, in dem man aber nur an zwei Stellen vom richtigen Pfad abkommen kann. Hinzu kommt noch ein Passworträtsel - auch hier ist die logische Lösung im Spiel versteckt. Die Rätsel sind von mittlerer Schwierigkeit und mit einiger Überlegung und etwas Ausdauer ohne Hilfestellung oder gar Komplettlösung lösbar. Ich kann nur raten, keine Lösung in Anspruch zu nehmen, da der 2. Teil von Burg Schreckenstein doch mit ca. 12 Stunden um einiges kürzer als der erste Teil ist.
Dafür wurden allerdings auch keine spielverlängernden Geschicklichkeits- oder Actionssequenzen eingebaut, es gibt keine zeitabhängigen Abläufe und man kann auch in diesem gewaltlosen Spiel nicht sterben.
Grafik
Wer den ersten Teil von Burg Schreckenstein bereits gespielt hat, wird bereits einen Teil der Locations, nämlich die von Schreckenstein, kennen. Hinzu kommen diesmal die ebenfalls prachtvollen 2D-Hintergründe des Mädcheninternats Rosenfels. Einige der Schauplätze können wir auch bei Nacht bewundern. Bis ins kleinste Details wurde hier genau gearbeitet.
Ein wenig randverschwommen wirken aber die verschiedenen Charaktere - zu denen diesmal noch drei der Mädchen, eine Lehrerin und die Leiterin von Rosenfels hinzugekommen sind. Ihre Bewegungen sind realistisch und wenn sie sich unterhalten, drehen sich die Gesprächspartner einander zu.
Sprache/Dialoge/Musik/Sound
Soweit ich es nachvollziehen konnte, ist wirklich für jede Figur auch ein Synchronsprecher verpflichtet worden - eine professionelle und gut gelungene Vertonung. Die Dialogtexte sind witzig und modern.
Bis auf wenige Stellen, die besonders spannend sind, wird auf Musikuntermalung verzichtet. Nur das kurze gesungene Auftaktlied setzt musikalische Akzente und gibt den fröhlichen Geist des Schreckenstein-Internats wieder. Die Geräusche sind alle passend gesetzt und unser Held geht über Gras anders als über Steinboden.
Fazit
"Burg Schreckenstein 2 - Die Streiche auf Burg Schreckenstein" hat wie Teil 1 fantasievolle und knifflige Rätsel und eine lustig-spannende Geschichte. Es ist nicht nur empfehlenswert für Freunde von Oliver Hassencamps Buchserie sondern für alle, die ein unterhaltsames Adventure-Vergnügen suchen. Es hebt sich von der großen Masse der Adventures für Kinder und Jugendliche dadurch ab, daß es sich auf die alten Adventure-Tugenden Rätsel und Story verläßt und gänzlich auf unpassende Mini-Games verzichtet, die leider heute an der Tagesordnung sind (und nicht nur bei Adventure-Games für die Zielgruppen Kids und Teenager als künstliche Spielverlängerung dienen). Schreckenstein 2 ist mit ca. 12 bis maximal 14 Stunden Spielzeit allerdings kürzer als das erste Schreckenstein-Adventure. Leider sieht es so aus, als wäre der 2. Teil der Serie auch schon der letzte, da die Entwicklerfirma Westka Insolvenz anmelden mußte.
Meine Bewertung: 80%
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Systemvoraussetzungen:
- Windows 95/98/ME/2000/XP
- Pentium 233 Mhz (266 Mhz empfohlen)
- 16 MB RAM (32 MB empfohlen)
- Grafikkarte DirectX-kompatibel, 2MB, 800 x 600 Pixel Bildauflösung
- Soundkarte 100% DirectSound-kompatibel
- 8x CDROM-Laufwerk (16x empfohlen)
- Mindestens 5 MB freier Festplattenspeicherplatz
- Maus
gespielt mit:
- Windows XP
- P IV 1,6 GHz
- 512 MB RAM
- 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
- nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
- Soundkarte DirectX-kompatibel
Zum Vergrößern auf die Bilder klicken
Die Menüs sind gleich dem 1. Teil
Der Kapellsee liegt zwischen Schreckenstein und Rosenfels
In der Höhle der Löwin - das Blümchenparadies
Im Schuppen findet Stephan viel Nützliches
Dr. Waldmann ist Stellvertreter des Rex und gleichzeitig Vertrauenslehrer der Schüler
Der Graf ist großzügiger als sein Diener
In der Nacht passiert einiges auf Schreckenstein
Zusammen wird man den Umweltverschmutzer stellen
Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 28. Oktober 2002
Zurück zur Adventure-Archiv Startseite