Beavis & Butthead in Virtual Stupidity

Bei "Beavis & Butt-Head: Virtual Stupidity" handelt es sich um ein reinrassiges Adventure unter Windows 95 mit allen bekannten Elementen des Genres. Man muß sich mit verschiedenen Personen unterhalten um Hinweise zu bekommen, man darf Gegenstände einsammeln und sie benutzen und man darf/muß vor allem eins: rotzfrech sein. Wenn die beiden MTV-Helden sich ins Abenteuer stürzen, mutieren Zaubersprüche zu kernigen Flüchen und fehlende körperliche Kraft wird durch ein loses Mundwerk wieder wettgemacht. "Lügen bis sich die Balken biegen" ist die oberste Devise der beiden Hardrock-Schlaffis. Als erstes bekommt das die Klassenlehrerin zu spüren. Um das Klassenzimmer zu verlassen, müssen sie der Lehrerin einen Pass geben und ihren "Austritt" begründen. Versucht man später (nachdem einen der Turnlehrer wieder zurückgeschickt hat), noch einmal rauszukommen, erzählen sie ihr, daß sie vorher nicht fertiggeworden sind. Diese wie jede andere Unterhaltung im Spiel wird auf "feinstes" Straßenenglisch geführt. Ein Glück, denn eine deutsch synchronisierte Fassung wäre unmöglich gewesen.

Nachdem also Beavis & Butt-Head vom Frösche sezieren und Klassenkameraden ärgern die Nase voll haben, machen sie sich auf die Suche nach Todd‘s Bande. Dabei ist gutes Timing erforderlich. Um den Direktor, der draußen vor der Tür den Fluchtweg versperrt, zu überlisten, müssen die beiden über eine Feuerleiter auf‘s Dach und von dort dem Direktor auf die Glatze spucken. Das Zielspucken ist übrigens eines von vier Zwischenspielchen die nicht allzuviel Technik erfordern, dafür aber umso mehr hämische Freude bereiten. So darf man unter anderem seine Zielgenauigkeit vorher an Mopedfahrem, einer Blondine im Sportschlitten oder einem Eichhörnchen testen. Stürmt der Direktor dann wutentbrannt die Treppen hinauf, seilen sich B & B durch den Lüftungsschacht nach draußen ab.

Über eine Karte des Ortes, auf der sich je nach Fortschritt des Games mehr und mehr Plätze präsentieren, bewegen sich die beiden zu den Schauplätzen. In den Park, wo sie sich mit ein paar harten Burschen unterhalten und mit Tennisbällen Yuppies abschießen, in den Drugstore, das Schnellrestaurant oder nach Hause, wo sie "wie im richtigen Leben" vor dem TV sitzend das Original-Video von Gwar‘s "Saddam a Go Go" kommentieren: äh äh ... öh ... hehe!. Insgesamt lassen sich 25 Örtlichkeiten besuchen, auf denen sich 50 Charaktere verteilen. Gesteuert werden die beiden Kerle über ein einfaches Menü, das sich nach einem Druck auf die rechte Maustaste öffnet:

Laufen, reden, benutzen, anwenden und einen Blick auf die gesammelten Gegenstände in der Hosentasche werfen, mehr braucht es nicht. Auch sonst überzeugt die Handhabung: CD reinschieben und, dank Windows 95, ohne Installation loslegen.

Fazit:
Beavis & Butt-Head versprechen "Virtueile Dummheit" und liefern uns eine Story mit sattem Gameplay, coolen Rätseln und einer RiesensuperdoppelWopperPortion Spaß. im Gegensatz zu manch anderen Games, die den Spieß umdrehen. Bis Beavis & Butt-Head endlich in Todd‘s Bande aufgenommen werden, kochen die Gehirn windungen und die Lachmuskeln sind reif für eine einwöchige Entspannung.

Tom Geier

CD-ROM Spiele Nr. 02/1996


adventure-archiv 27-07-00

 

Home of Adventure-Archiv