This page in englisch

Zurück zur Adventure-Archiv Startseite

 

The Cameron Files 2 - Pharao's Curse


Erscheinungsdatum: 10/2002
Entwickler: Galilea 
Publisher:
Wanadoo Edition/Dreamcatcher

Sprache: Englisch

Boxshots
Homepage
Download Trailer 3,5 MB
Download Demo 55,1 MB

Das Spiel ist zur Zeit nur in Nordamerika erschienen,
kann in Deutschland bei gamepad erworben werden.

 

 

Ein Review von slydos   18. November 2002

 

Vor einem Jahr entführte uns Galilea mit "Loch Ness" ins winterliche Schottland von 1936, wo wir an den Abenteuern des Privatdetektivs Alan Parker Cameron teilnehmen konnten, einem amerikanischen Verwandten der Familie McFarley. Im Juni 1936 wird Cameron erneut um Hilfe gebeten, diesmal von Moira McFarley, die wir auch bereits aus dem ersten Teil kennen.

 

Geschichte

Moira McFarley ist Mitglied eines archäologischen Forschungsteams, das Ausgrabungen im Tal der Könige in Ägypten macht und ist einem Geheimnis auf der Spur, das mit zwei Statuetten zu tun hat. Es scheinen auch noch andere Leute hinter den Statuetten her zu sein, deshalb bittet Moira Alan P. Cameron nach Kairo.

Cameron steigt im Mokteos Hotel ab, wo Moira bereits wohnt. Moira trifft ihn allerdings nichts selbst, sondern hat ihm nur einen Schlüssel für den Hintereingang des Museums hinterlassen, in dem Sie einige Studien treiben will. Cameron folgt ihr, verpaßt sie aber immer, wie es scheint nur um einige Minuten. Die Suche nach Moira geht weiter und unser Held wird in geheimisvolle Vorkommnisse verwickelt, die mit lebenden Toten, Beschwörungsritualen, den üblichen Nazischergen, Magie und einem alten Fluch zu tun haben. Sein Auftrag führt ihn auf das Nilkreuzfahrtschiff "Wonder of the Nile" bis nach Luxor ins Tal der Könige.

 

Installation

"The Cameron Files 2" kommt auf 2 CDs in einem schön gestalteten A5-Klappkarton zusammen mit der englischen Spielanleitung und einem wunderschönen Syberia-Poster (Publisher Dreamcatcher ist auch gleichzeitig Herausgeber von Syberia) . Bei der automatischen Installationsroutine können wir entscheiden, ob wir das gesamte Spiel auf unsere Festplatte bringen wollen, wozu man ca. 1 Gigabyte Speicherplatz benötigt, oder ob man das Spiel gänzlich von CDROM spielen möchte.

 

Start

Im Intro sehen wir einen blonden Mann an einem mit Hieroglyphen geschmückten Sarkophag in einer ägyptischen Grabkammer. Er spricht die Beschwörungsformel der Hieroglyphen und sie leuchten, ja brennen auf ... eine geheimnisvolle Kraft wurde erweckt!

Das Intro kann mit der ESC-Taste abgebrochen werden und man gelangt ins Hauptmenü mit den Standardmenüpunkten "New", "Save", "Load" und "Quit". Ein wunderschönes orientalisches Musikthema ist nun zu hören, und ich muß zugeben, daß ich ihm einige Zeit gelauscht habe, bevor ich das Spiel tatsächlich begann.

Cameron wird von einem Taxi vor seinem Hotel abgesetzt und befindet sich im Hotelgarten, wenn wir die Steuerung übernehmen können.

 

Steuerung

In 1st-Person-Perspektive bewegen wir uns als Cameron und können uns am jeweiligen Standort stufenlos 360 Grad um uns selbst drehen und auch nach oben und unten schauen, ganz genau wie im Vorgängerspiel "Loch Ness" und anderen ähnlichen Spielen. In der Bildmitte finden wir den Cursor in Halbmondform, der einen Pfeil zeigt, wenn man in ein neues Szenenbild wechseln kann. Andere Cursorformen zeigen an, ob wir Dinge manipulieren und aufnehmen oder mit jemandem sprechen können.

Alle Aktionen, wie bewegen, Objekte aufheben usw. werden mit der linken Maustaste ausgelöst. Mit der rechten Maustaste öffnet man das bildschirmfüllende Inventar. Jedes Objekt wird beim Darüberfahren mit der Maus in einem Vergrößerungsfenster (diesmal leider ohne Textbeschreibung wie noch bei Loch Ness) angezeigt. Es gibt wenige innerhalb des Inventars kombinierbare Objekte. Alle Gegenstände verschwinden aus dem Inventar, wenn nicht mehr benötigt. Nach gewissen Spielabschnitten werden Inventargegenstände einfach entfernt, was mir beim Verschwinden des nützlichen Dietrichs eigentlich sehr leid tat.

Unten rechts im Inventar gibt es zwei weitere Icons für Camerons Notizbuch und seine Brieftasche. Aufgenommene Schriftstücke werden automatisch in der Brieftasche gespeichert und können dort gelesen werden. Der Spieler muß sich also bei den meisten gelesenen Objekten keine eigenen Notizen machen, sondern kann hier immer wieder nachschlagen. Im Notizbuch nimmt Cameron diesmal keine Texteinträge vor, sondern speichert nur Schnappschüsse von gerade erlebten Szenen. Klickt man darauf, so erlebt man eine Unterhaltung oder eine andere Filmszene nochmal.

Die ESC-Taste führt ins Hauptmenü zurück, wo man unter dem Menüpunkt "Speichern" diesmal doppelt soviel Speicherplätze wie bei "Loch Ness", nämlich 16 vorfindet. Leider hat man diesmal die Texteingabe zu Savegames und die automatische Zeitangabe weggelassen.

Alles in allem eine ähnlich gelungene Steuerung und leichte, intuitive Handhabung wie in "Loch Ness". Dazu kommt noch eine Verdopplung der Speicherplätze. Es wäre aber schön gewesen, wenn man hier zumindest die Zeitangabe beibehalten hätte.

 

Rätsel

Cameron muß sich sehr genau umsehen und hauptsächlich Objekte finden und anwenden. Oft gilt es einfach nur Schlüssel zu finden und damit die richtige Tür oder einen Koffer zu öffnen. Zu Beginn sind die Inventarrätsel/Objekträtsel einfach zu lösen, sie werden jedoch im Verlauf des Spiels etwas schwieriger. Ab und zu gibt es dabei auch einige zeitlich begrenzte Rätsel und wenn Cameron nicht schnell genug war, muß er sterben. Deshalb ist es schon angesagt, häufig zu speichern, da tödliche Situationen oft unverhofft kommen.

Vereinfachend in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad wirkt, daß fast alle Hotspots einen sinnvollen Beitrag zur Rätsellösung darstellen, daß alle Inventar-Objekte benutzt werden und nach der Verwendung verschwinden.

Es gibt Entschlüsselungs-, Reihenfolge- und Orientierungsrätsel. Dialogrätsel sind nicht vorhanden, Gespräche laufen in den Filmszenen automatisch ohne Auswahlmöglichkeiten ab. Zum Schluß des Spiels haben die Entwickler diesmal eine Sackgasse eingebaut, also eine Stelle, die man nicht lösen kann, wenn man nicht früher im Spiel etwas Bestimmtes getan hat.

Ich habe keines der Rätsel als unlogisch empfunden, da es immer mehr oder weniger versteckte Hinweise zur Lösung gab. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel variiert von sehr leicht bis mittelschwer, wobei man als Sahnehäubchen 2 schwere Rätsel eingebaut hat. Jedoch ist "The Cameron Files 2" auch Genreeinsteigern zu empfehlen, da es sehr logisch und auch relativ linear aufgebaut ist.

 

Grafik

Wie schon beim Vorgänger verzaubert die exzellente Grafik, die fließende Bewegungsfreiheit und die prachtvollen Filmsequenzen. Die vier Hauptschauplätze - Hotel, Museum, Schiff und Tal der Könige - entsprechen zwar nicht tatsächlichen Schauplätzen (das gebirgige Tal der Könige liegt z. B. einige km vom Nil entfernt), sind aber für sich sehr realitätsnah gestaltet. Besonders das Hotel im Kolonialstil oder das in blau-weiß gehaltenen Nilschiff können Erinnerungen an den letzten Ägyptenurlaub aufkommen lassen, auch wenn da nicht alles so geräumig und weitläufig war wie hier dargestellt.

Zwei Änderungen bei der Grafik fallen besonders ins Auge: Zunächst wird bei allen Schauplätzen im Freien eine Linsenspiegelung der Sonne verwendet. Eine schöne Spielerei, sie kommt aber eigentlich in der Natur nur vor, wenn man selbst eine Linse vor Augen hat, z. B. eine Kamera. Cameron trägt aber noch nicht mal eine Brille!

Zweitens hat sich ENDLICH einmal ein Entwicklerteam eines 1st-Person-Spiels erbarmt und das Spiegelbild des Hauptdarstellers auch tatsächlich dargestellt! Wie viele Spiele in Ego-Perspektive habe ich schon gespielt und dachte beim Blick in den Spiegel, mein Held müsse wohl ein unsichtbarer Geist sein! Nicht so hier - ich bin begeistert!

Leider sind die Schauplätze auch bei Camerons zweitem Fall weitgehend unbelebt. Ganz selten trifft unser Held außerhalb der Filmsequenzen auf eine andere Person und man fragt sich wirklich, wo sie sich die ganze Zeit vesteckt halten. Insgesamt 10 andere Charaktere habe ich gezählt, wovon Cameron mit 6 davon interagieren kann. Das ist immer noch sehr wenig und macht das ganze etwas geisterhaft steril.

Dafür sind diesmal mehr Videosequenzen eingefügt worden und ich kann sagen, die sind wirklich Spitzenklasse! Sie zeigen nochmals Verbesserungen gegenüber den bereits sehr guten Filmszenen in "Loch Ness". Hier können wir Cameron und die anderen in 3rd-Person-Perpektive beobachten. Cameron sieht jünger und besser aus als im 1. Teil. Bewegungen, Mimik und Gestik sind wirklich Top! Da paßt wirklich alles, die Szenen sind lippengenau gesprochen und jede kleinste Gefühlsregung ist erkennbar!

Alle haben sehr leuchtende, sprechende Augen (bei den Einheimischen hätte ich mir allerdings mehr die unergründlichen dunklen gewünscht) und Cameron hat jetzt sogar eine Narbe - Harrison Ford läßt grüßen! Während Cameron im ersten Teil noch eher an einen schottischen Buchhalter erinnerte so tritt er jetzt tatsächlich als Abenteurer auf. Anspielungen auf Indiana Jones findet man z. B. im Gästebuch des Hotels, wo sich ein gewisser Dr. Jones einige Tage früher eingetragen hat und in einem Kellergewölbe des Museums finden wir Hut und Peitsche!

 

Sprache/Dialoge/Musik/Sound

Bis auf wenige Musikthemen, die meist dann eingesetzt werden, wenn die Spannung gesteigert werden soll, wird auf Musik verzichtet. Dabei fand ich das Einstiegslied wirklich super - ein orientalischer Ohrwurm, der die mysteriöse-spannende Handlung eröffnet. Geräusche sind sparsam gesetzt und unterstreichen Camerons Handlungen. Hintergrundatmosphäre gibt es durch das Plätschern des Nilwassers oder z. B. Motorengeräusche des Schiffs. An manchen Stellen im Tal der Könige allerdings fand ich das Hintergrundsummen irgendwie zu laut und unpassend (eigentlich verschluckt die Wüste ja Geräusche).

Manchmal kommentiert Cameron Situationen in trocken humoriger Art. Seine Stimme und die der anderen Charaktere sind passend und ausdrucksvoll, die Akzente der Deutschen und der russischen Gräfin waren allerdings etwas aufgesetzt. Leider gab's keine Untertitel. Wenn Cameron im Spiel also etwas zu sich selbst sagt, manchmal auch nur leise gemurmelt, muß man schon die Ohren spitzen, denn es handelt sich oft um einen Hinweis auf des Rätsels Lösung. Dabei muß man dann schon ein Savegame bemühen, denn wiederholen tut er die wichtigen Sprüche leider nicht. Die Dialoge der Filmszenen kann man sich allerdings über Camerons Notizbuch wiederholt anhören and anschauen.

 

Fazit

"The Cameron Files 2" hat mir insgesamt noch besser gefallen als sein Vorgänger "Loch Ness", einfach weil es versteht, von Anfang an Spannung aufzubauen und sie zu halten, besonders unterstrichen durch die zahlreichen ausgezeichneten Filmszenen und die zeitabhängigen, dramatischen Rätsel. Leider ist es ebenso unbelebt wie das Vorgängerspiel, hat übertrieben viele Schlüssel-/Türrätsel und hilfreiche Textangaben z. B. in Camerons Notizbuch, zu den Savegames, im Inventar und die Untertitel wurden diesmal weggelassen, was den sonst sehr guten Eindruck etwas trübt. Mit ca. 25 Stunden Spielzeit (eilige Könner werden vielleicht mit 20 Stunden auskommen) gehört Cameron Files 2 schon nicht mehr zur Kurzunterhaltung. Für Ägyptenfans, die Anklänge an Agatha Christie und Indiana Jones mögen ein Muß. Für alle anderen einfach ein empfehlenswertes spannendes Mystery-Adventure mit logischen Rätseln und technisch einwandfreiem Verlauf.

 

Meine Bewertung: 80%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows 98/2000/ME/XP
  • Pentium II 233 Mhz
  • 64 MB RAM
  • DirectX kompatible Grafikkarte
  • 16x CDROM-Laufwerk
  • DirectX kompatible Soundkarte
  • Maus

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

 

 

Das Hauptmenü
Das Hauptmenü

Camerons Eintreffen
Camerons Eintreffen

Cameron folgt Moira ins Museum
Cameron folgt Moira ins Museum

"Dr. Jones" scheint bereits hier gewesen zu sein
"Dr. Jones" scheint bereits hier gewesen zu sein


Der deutsche Nazibierbauch darf wohl in keiner solchen Geschichte fehlen
Der deutsche Nazibierbauch darf wohl in keiner solchen Geschichte fehlen


In der Hotelbar ist nicht viel los
In der Hotelbar ist nicht viel los

Camerons Brieftasche birgt die gesammelten Dokumente
Camerons Brieftasche birgt die gesammelten Dokumente

Das Inventar
Das Inventar

Moiras Notizen
Moiras Notizen!

Camerons Kabine
Camerons Kabine

Das so oft vermißte Abbild im Spielgel
Das so oft vermißte Abbild im Spiegel

Der Barmann hält ein Nickerchen
Der Barmann hält ein Nickerchen

Kleiner Landgang
Kleiner Landgang

Überall fiindet Cameron Menschen in eigenartigem Trancezustand
Überall fiindet Cameron Menschen in eigenartigem Trancezustand

"Blue Eye" Cameron ist nicht von allen gern gesehen
"Blue Eye" Cameron ist nicht von allen gern gesehen

Die Gräfin scheint auch mehr zu wissen
Die Gräfin scheint auch mehr zu wissen

Was ist Edmond La Destriere zugestossen?
Was ist Edmond La Destriere zugestossen?

Cameron traut seinen Augen nicht!
Cameron traut seinen Augen nicht!

Moira ist in Gefahr
Moira ist in Gefahr

 

Mehr Screenshots

 

 

 

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 18. November 2002

 

 

Zurück zur Adventure-Archiv Startseite