CHRONICLES OF THE SWORD

Im England des finsteren Mittelalters spielt sich das neue Adventure von Sony/Psygnosis ab. Als Sir Gawain, seines Zeichens Ritter-Azubi, muß man als Spieler Schloß Camelot und seinen Herrn Artus vor dessen rachsüchtiger Halbschwester Morgana beschützen.

Die Ritter der Tafelrunde, kühne Helden, die im sagenumwobenen Camelot für Recht und Ordnung sorgen, kommen unter Vorsitz des Königs Artus regelmäßig in der Tafelrunde zusammen. Sir Gawain ist neuerdings einer von ihnen, und diesen Part übernimmt man als Spieler von Chronicles of the Sword.
Bald tut sich eine erste Chance zur Bewährung auf. Ein Pfarrer wird in seiner Kapelle in seinem Blut aufgefunden. Ermordet wurde er von Lady Morgana, der Halbschwester des Königs. Unser Held stürzt sich sogleich in das Geschehen. Der erste Abschnitt spielt sich ausschließlich in Schloß Camelot ab. Gawain bekommt vorn Hofmagier Merlin den Auftrag, eine magische Schriftrolle zu Morgana zu schmuggeln. Leicht gesagt, doch erst mal muß man an der Wache und einigen magischen Vorrichtungen vorbei. Es gilt, das ganze Schloß nach hilfreichen Gegenständen zu durchkämmen.
Hat Morgana das Papier schließlich in den Händen, ist ihr Schicksal besiegelt Sie wird aus Camelot verbannt Doch die Dame schwört Rache und verübt immer häufiger Attentate auf den König. Es gibt nur noch eine Lösung: die endgültige Vernichtung der Halbschwester durch einen seiner Ritter (natürlich Gawain). So muß sich unser Held in die gefahrenreiche Welt außerhalb der schützenden Mauern von Camelot wagen.

Perspektivische Darstellung und äußerst realistische Licht- und Schatteneffekte vermitteln einen atmosphärisch starken Eindruck vom Geschehen. Eine mobile Kamera ermöglicht filmreife Schwenks und zoomt mitten ins Geschehen. Menschliche Schauspieler waren trotzdem nicht nötig, sie werden durch komplett gerenderte Figuren ersetzt, deren Bewegungen nur wenig Eleganz und Muskelspiel vermissen lassen.
Alles spielt sich vor einem liebevoll detaillierten Hintergrund ab. Fackeln flackern, und selbst das Wasser im Taufbecken wird durch geheimnisvolle Einflüsse in ständiger Bewegung gehalten. Die übliche Adventurehandlung wird durch einige Echtzeitkämpfe in 3D aufgelockert; in denen man als Spieler Untote und andere unsympathische Gestalten aus dem Weg räumen muß.

Treffen mit alten Bekannten
Mit diesem Spiel ist Psygnosis ein märchenhafter Ausflug mitten in das Geschehen der Artus-Saga gelungen. Wer alten Bekannten wie Sir Lancelot vom See und Merlin einmal einen Besuch abstatten und sich mit ihnen über das Wetter und die aktuelle Politik unterhalten will, liegt mit diesem Spiel auf keinen Fall falsch. Die kniffligen Rätsel sind zwar selbst für Adventure-Profis eine harte Nuß, aber die geschichte rollt dennoch und bietet eine mitreißende Handlung.

Was uns auffiel:
+ einstellbarer Schwierigkeitsgrad
+ Abwechslung durch 3D-Kämpfe
- teilweise hölzerne Bewegungsabläufe

Systemvoraussetzungen:
486/66, 8 MB RAM, SVGA

Hersteller: Sony Psygnosis

Bewertung:

  • Grafik: 3 von 5
  • Sound: 3 von 5
  • Komfort: 3 von 5
  • Gesamt: 3 von 5



Wolfram Späth

PC SPIEL 6/96

 

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