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CSI 2 - Dark Motives


Erscheinungsdatum: 03/2004 USA, 05/2004 Deutschland
Entwickler: 369 Interactive
Publisher: Ubisoft
Spielsprache und Handbuch: deutsch

Boxshots

Homepage


USK: Freigegeben ab 12 Jahren

PEGI (Pan European Game Information): 16+ Jahre, Violence

 

 

Ein Review von slydos   23. Mai 2004

 

CSI 2 - Dark Motives ist das zweite Spiel zur erfolgreichsten Fernsehserie der letzten Jahre. Auch ich muß mich als Fan dieser Kriminalistikserie outen für die der strapazierte Begriff 'Kult' tatsächlich einmal zutrifft.

CSI fasziniert im Fernsehen natürlich wegen der teils bizarren Geschichten mit ihren fast immer unerwarteten Wendungen, hat aber daneben ein ausgezeichnetes Team von Schauspielern, klasse Musik, aufregende und unübliche Kameratechnik und Schnitt und nicht zuletzt eine ausgezeichnete Synchronisation.

Mit dem ersten Adventure, das Ubisoft vor einem Jahr veröffentlichte, konnten die deutschen Fans nicht wirklich zufrieden sein. Denn leider wurden die Dialoge von den amerikanischen Originalsprechern übernommen und der deutsche Fan, der diese Stimmen nie gehört hat, fühlte sich befremdet. Diesmal hat man fast alle Hauptcharaktere (bis auf Warrick)  von den bekannten deutschen Synchronstimmen sprechen lassen. Und selbst wenn Ubisoft Strichmännchen eingesetzt hätte, für mich wäre es allein dadurch bereits ein echtes CSI-Spiel gewesen. Wenn bei allen anderen Adventures die Wahl der Synchronsprecher auch eine äußerst wichtige Rolle spielt und das Gefühl von Authentizität und Stimmigkeit vermittelt, so ist sie bei der Umsetzung einer bereits bekannten Fernsehproduktion geradezu essenziell für die Akzeptanz, und das gleich vom ersten Satz an. Aber nicht nur die Sprachausgabe betreffend hat sich einiges verändert - schauen wir mal genauer hin, wo die Macher weitere Spuren hinterlassen haben ...

Die Fälle

CSI (Crime Scene Investigation) heißt auf gut deutsch Spurensicherung am Tatort. Mit modernsten technischen Mitteln sichern die Mitarbeiter Beweise und analysieren sie. Gil Grissom leitet die Nachtschicht des CSI in Las Vegas. Wir schlüpfen in die Rolle des Neuankömmlings in der Abteilung und werden von ihm zu Beginn jedes Falles 'gebrieft', d. h. wir erhalten von ihm eine kurze Übersicht über unsere nächste Aufgabe. Bei jedem Fall steht uns ein anderes erfahrenes Mitglied der CSI-Crew zur Seite, neben Gil Grissom selbst sind das Catherine Willows, Fachgebiet Blutflecken, Nick Stokes, Fachgebiet Haar- und Faseranalysen, Warrick Brown Fachgebiet Audiovisuelle Analyse und Sara Sidle, Fachgebiet Materialanalyse.

Der erste der 5 Fälle, "Der letzte Stuntman", führt uns an den Schauplatz einer Motorrad-Stunt-Show, bei der es einen Unfall gegeben hat. Mit Warrick arbeiten wir an Fall 2, "Reich und Arm", bei dem wir den Tod eines Landstreichers untersuchen. Fall 3, "Archäologische Funde" führt uns an die Stelle, an der ein neues Casino gebaut werden soll und im 4. Fall, "Fehlgeleitet", stirbt eine Schauspielerin auf der Bühne. Im 5. Fall, "Der hungrige Drache", begleiten wir Gil Grissom in den Cirque de Lezards, wo ein ebenso wertvoller wie gefährlicher Komodo-Waran verschwunden ist ...

Installation/Startvorbereitungen

CSI - Dark Motives kommt auf 3 CDROMs mit deutschem Handbuch (das sich zusätzlich noch als PDF-Datei laden läßt) in einer DVD-Box. Die Installationsprozedur startet beim Einschieben der ersten CD und läßt einen zwischen minimaler (650 MB) und Vollinstallation (1,5 GB) wählen. Alles läuft reibungslos und schnell ist man im Hauptmenü. CD1 muß wegen des Kopierschutzes immer im Laufwerk belassen werden.

Im Optionsmenü gibt's nun gleich die erste Veränderung gegenüber dem Vorgängerspiel: wir können diesmal nicht nur technische Voreinstellungen zur Lautstärke, Grafik, Untertiteln treffen, sondern auch den Schwierigkeitsgrad des Spiels durch 3 Spieloptionen beeinflussen.

Eine 4. Option will ich hier nicht hinzurechnen. Es ist eine kontextbezogen gesprochene Hilfefunktion, die man nach einigen einleitende Sätzen sicherlich abschaltet, da die Erklärung der Funktionsweise der Menüs und Steuerung dann mehr stört als unterstützt. Auch die anderen drei Optionen sind jederzeit während des Spiels zu- bzw. abschaltbar.

Da wäre zunächst die Cursor-Hilfe. Ist sie eingeschaltet, verändert der Cursor seine Farbe über Hotspots. Ausgeschaltet verharrt er immer in derselben Pfeilform. Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand das Spiel in diesem Modus unfrustriert durchhält, da selbst bei Cursoraktivierung einige Hospots nicht ganz leicht zu finden sind. An den meisten Tatorten gibt es ein bis zwei Hotspots, die nicht im geringsten augenfällig sind (Beispiel wäre eine Bodenstelle im 1. Fall, an der ein Zeuge etwas zusammengefegt hat) und so ein Klick auf jede mögliche Stelle sowie das Ausprobieren der diversen Untersuchungsmittel auf alle möglichen Bildpunkte notwendig wird. Nur ein Masochist würde die Cursoranzeige abschalten. Ich jedenfalls würde es nur tun, wenn ich dadurch mehr Punkte in der Abschlußbewertung bekäme, aber das ist nicht der Fall.

Ein wenig anders verhält es sich mit der zweiten Option: man kann die automatische Abfrage von Indizien auf Verdächtige an- oder abschalten. Ist die Option ausgeschaltet, werden Fragen nach bereits gesammelten und untersuchten Indizien nicht automatisch in die Dialoge mit den passenden Verdächtigen eingefügt, sondern die Spieler müssen das entsprechende Indiz-Icon auf eine zu befragende Person ziehen. Letztlich läuft es wieder nur darauf hinaus, daß man alle Indizien - man will ja nichts übersehen - auf alle Gesprächspartner anwendet - ebenfalls eine Spielverlängerung die man sich sparen kann, da auch hier keine erhöhte Punktevergabe als Belohnung winkt und nur der persönliche Ehrgeiz befriedigt wird, die richtige Frage der richtigen Person gestellt zu haben. Hier geht es allerdings im Unterschied zur ersten Option um logisch ableitbare Handlungen und mag dem einen oder der anderen Spaß bereiten.

Die dritte Option war bei mir während des ganzen Spiels eingeschaltet, aber ich habe sie ehrlich gesagt gar nicht beachtet: Indizien werden in der Symbolleiste mit einem gelben Symbol markiert, wenn sie nicht weiter untersucht werden können.

Grundsätzlich ist es natürlich löblich, den Spielern die Freiheit zu lassen, selbst den Schwierigkeitsgrad zu bestimmen. Allerdings fand ich wenig Anreiz, die Spielerleichterungen abzuschalten, da das im Grunde nur eine erhöhte Try&Error-Rate und damit längere Spielzeit und nicht mehr Spaß am Kombinieren und Durchdenken der Fälle brachte. Es gibt andere Spiele, z. B. die Nancy-Drew-Reihe, bei denen man tatsächlich mehr und schwierigere Rätsel durch die Wahl eines anderen Schwierigkeitsgrades bekommt, was tatsächlich auch mehr und länger motivieren kann.  

Das Optionsmenü bietet noch eine bemerkenswerte neue Funktion: die Auto-Speicherfrequenz. Wenn diese Option aktiviert ist, wird häufiger automatisch gespeichert, was eventuell - im Fall eines Spielabbruchs - wichtig sein kann, da es keine manuelle Speichermöglichkeit während des Spiels gibt.

Steuerung

CSI 2 wird fast komplett und sehr angenehm mit der Maus gesteuert. (Einzige Taste ist ESC, die ins Hauptmenü führt.) Wir sehen die Szenerie in 1st-Person-Sicht, wobei die uns jeweils zugeteilten Kollegen in unserer Nähe bleiben. Klickt man sie an, bekommt man zusätzliche Hinweise zur Lösung des Falls, dabei aber auch (leider ohne Anzeige) Punkte bei der Gesamtwertung abgezogen.

Man kann sich die jeweiligen Szenarien in 360 Grad Rundumsicht (ohne Schwenks nach oben oder unten) anschauen. Hotspots werden durch eine gut sichtbare grüne Farbveränderung des Cursors angezeigt, falls man die Cursoranzeige nicht ausgeschaltet hat. Wie bereits erwähnt, sind pro Fall immer 2 bis 3 der Hotspots weder logisch noch grafisch offensichtlich. Sicher kommt dies der Untersuchungsarbeit in der Realität nahe, wo nicht alles den Beamten auf einem silbernen Tablett serviert wird und präzises, geordnetes Absuchen von Tatorten dazu gehört.

In der Regel werden angeklickte Hotspots vergrößert dargestellt und können dann mit den verschiedenen Werkzeugen untersucht oder sichergestellt werden. Auch Dialoge werden per Mausklick begonnen und Fragen im Multiple-Choice-Stil gestellt. Bei den verfügbaren Werkzeugen hält man sich nahe an der TV-Version: es gibt z. B. eine tragbare Ultraviolettlampe zum Verdeutlichen von Beweismitteln oder Luminal zum Sichtbarmachen von Blut. Man muß mit dem Werkzeug, das per Linksklick ausgewählt wird, natürlich an der richtigen Stelle von Objekten klicken, sonst tut sich wenig, z. B. den Pinsel für Fingeabdrücke besser am Griff als am Lauf einer Pistole anwenden. Es gibt allerdings zu den meisten unserer Handlungen einen Kommentar des jeweiligen CSI-Fachmanns.

Neu in CSI 2 gegenüber dem Vorgänger ist die Vergrößerungs- und Untersuchungsfunktion von Indizien. Wir können sie vor Ort aber auch wenn sie bereits im Inventar sind eingehender untersuchen mit all den Instrumenten, die uns zur Verfügung stehen. Wir erhalten dann auch - je nach Ermittlungsstand - eine Textbeschreibung der vergrößerten Indizien. Dummerweise ist gerade diese wichtige Funktion nicht richtig im Handbuch beschrieben, so daß ich einige Zeit im 1. Fall brauchte, herauszufinden, daß die Zoomansicht von Indizien mit einem Doppelklick geöffnet wird.

Neben den Untersuchungen vor Ort können wir das Laboratorium mit unserem Freund Greg besuchen, der eigentlich zu allem etwas zu sagen hat. Daneben nutzen wir den Computer und das Mikroskop für Recherche und Vergleiche. Auch hier haben die Macher neue Funktionen hinzugefügt: Indizien können kombiniert werden, z. B. kann man mehrere Glassplitter aneinanderfügen und erhält so ein auswertbares Indiz. Ebenfalls neu ist die vergleichende Analyse von Fingerabdrücken und DNS-Proben im Computer. Der Rechner gibt uns immer eine Reihe von ähnlichen Suchergebnissen aus, die wir dann auf Übereinstimmungen untersuchen müssen, bevor wir unseren CSI-Kollegen das Ergebnis servieren. Auch wenn der Rechner immer Ergebnisse ausspuckt, ist die tatsächliche Trefferquote meist gering - erscheint mir auch relativ realistisch.

Alle Personen, denen wir begegnen, werden der Fallakte hinzugefügt und sie werden als Verdächtige geführt. Sie können über bestimmte Beweismittel aussagen, je nach Voreinstellung werden unsere Fragen dazu automatisch in die Dialoge eingefügt oder müssen von uns aus den Indizien ausgewählt und auf den Verdächtigen gezogen werden.

Beim Pathologen erhalten wir Aufschluß über die medizinischen Fakten, wobei wir diesmal die Leichen auch selbst untersuchen können - die Herren bis zum Bauchnabel und die Damen züchtig bekleidet, soviel zum Realismus. Captain Brass hilft uns meist, wenn wir Infos über Verdächtige brauchen oder Hausdurchsuchungen bzw. Befragungen durchführen müssen.

Um den Doktor, Brass oder Greg zu treffen, benutzen wir die Interaktionsleiste am unteren Bildschirmrand, die neben verschiedenen Inventaren auch die verfügbaren Schauplätze im Icon-Format beinhaltet. Man sammelt während der einzelnen Fälle nicht nur Gegenstände, sondern auch als Dokumente dargestellte Informationen, Fingerabdrücke und Substanzen. Die Fallakte, die ganz rechts dargestellt wird, füllt sich bei Gesprächen und Untersuchungen mit Informationen zu den Opfern und Verdächtigen und speichert bereits gesehene Filmsequenzen, die auch für die Fernsehserie so typischen kurzen aber rasanten Flashs zum Tathergang.

Eine wichtige Sache werden die Spieler in CSI 2 - genauso wie im ersten Teil - vermissen: die manuelle Speicherfunktion. Verlassen wir das Spiel, so wird unser aktueller Spielstand zu unserem anfangs vergebenen Spielernamen und dem aktuellen Falltitel automatisch gespeichert. Mir wäre bei einer manuellen Speicherung wohler gewesen, aber da es keine Zwischenfälle wie Spielabbrüche bei diesem Ubisoft-Spiel gab (im Gegensatz zum speicherungsmäßig gleich gestrickten In Memoriam, bei dem man kurz vor Ende wieder ganz neu beginnen mußte), war die Rückkehr zum Spielgeschehen damit immer problemlos machbar.

Trotz der noch erweiterten Vielfalt der Hilfsmittel und Untersuchungsmöglichkeiten ist CSI leicht zu steuern und bleibt übersichtlich. Einzig die falsche Dokumentation der Indizienuntersuchung fiel mir negativ auf. Man wird während des ersten Falls, also während der ersten 2 bis 3 Stunden, alle Funktionen gelernt haben und braucht danach keine weitere Hilfe durch das Online-Tutorial oder Handbuch.

Grafik

Auch die Grafik wurde gegenüber dem Vorgänger in mancher Hinsicht verbessert. Innerhalb der detaillierten, schönen Standgrafiken, z. B. in der Pathologie, im Labor oder an den Schauplätzen der Zeugenbefragungen sind nicht nur die Verdächtigen sondern auch unsere CSI-Kollegen diesmal wesentlich besser ins Bild gesetzt worden. Sie wirken lebendiger  und sind in Mimik und Gestik lebensechter animiert, auch wenn manchmal die eine oder andere Animationswiederholung, z. B. die Handbewegungen des Doktors, an einen Sprung in einer Schallplatte erinnerten. Die bekannten Hauptdarsteller der Fernsehserie sind fast alle gut bis sehr gut getroffen, nur bei Catherine und Sara sollte noch an der Ähnlichkeit gearbeitet werden, Sara hat z. B. in Wirklichkeit keine grauen sondern dunkelbraune Augen. Grissom hat abgenommen und trägt schon den Bart, den die deutschen TV-Zuschauer bisher noch nicht zu Gesicht bekommen haben. Leider gibt es nur wenig Lippensynchronität zur Sprachausgabe. 

Im ersten CSI-Adventure habe ich die Perspektiv-Verzerrungen in der 360-Grad-Rundumsicht bemängelt. Diesmal wurde die perspektivische Darstellung, auch während der Kameraschwenks durch die Spieler, besser umgesetzt. Die räumliche Tiefendarstellung stimmt jetzt, nur sind die Schwenkansichten immer noch merklich verschwommener als die festen Nahansichten an den Tatorten und sonstigen Schauplätzen und unsere Spielfiguren fügen sich nur dunkel gerahmt und nicht nahtlos in die Umgebung ein.

Alle spielrelevanten Texte wurden auch in den Grafikdarstellungen auf deutsch übersetzt.

Wie in der Fernsehserie werden Videos von einem nächtlichen Hubschrauberflug über Las Vegas eingeschoben, jedesmal wenn wir einen entscheidenden Spielfortschritt gemacht haben und mir scheint, daß es die gleichen Szenen wie in der Serie sind, denn auch hier wird gerne der Blick über das Bellagio zum Paris als Ausgangspunkt genommen um dann schließlich Richtung MGM/Flughafen auszupendeln. Auch dies fördert den Wiedererkennungswert der Serie im Spiel.

Die aufregenden Flashback-Videosequenzen, die wir ebenfalls aus der Fernsehserie kennen, werden auch im Spiel überraschend und mit aufregender Musik untermalt an den passenden Handlungspunkten eingesetzt. Da gibt es spannende Kamerafahrten in die Innereien des menschlichen Körpers oder auch dramatische Vorstellungen der Ermittler über den Tathergang. Alle Videoszenen können über die Fallakte nochmals abgespielt werden.

Die plötzlichen Flashsbacks mit Blut oder Gewalt könnten ängstliche Gemüter erschrecken - sehen Sie sich einmal eine Folge der Fernsehserie an und Sie werden wissen, ob das bereits zu viel für Sie ist. Innerhalb der Spielhandlung ist Gewaltdarstellung auf eine Szene beschränkt, die mir dann allerdings, wie in mancher Fernsehfassung von Kinofilmen bereits zensiert vorkam, denn bestimmte Handlungen schienen herausgeschnitten. Die USK-Einstufung von 12+ Jahren halte ich für angemessen, während mir die PEGI-Einstufung 16+ Jahren, die sich nur an der Gewaltdarstellung festmacht, übertrieben scheint.

Sound/Sprache

Wie bereits einführend erklärt, wurden die Hauptdarsteller der Serie, bis auf Warrick Brown, von den exzellenten Originalsynchronstimmen vertont, was den Wiedererkennungswert für deutsche Serienfans maßgeblich mitbestimmt. Black Mirror und Johnny Depp-Fans treffen übrigens auch hier wieder auf David Nathan als Nick Stokes. Besser als das Original auch Hubertus Bengsch als Gil Grissom.

Hinzu kommt, daß es keine Probleme mehr gibt, den Aussagen zu folgen, was bei einer Untertitelung von langen Textpassagen in originalsprachlichen Titeln oft der Fall ist. Die Texte im Spiel und den Untertiteln sind weitgehend fehlerfrei übersetzt. Man merkt, daß Ubisoft sich diesmal wirklich viel Mühe mit der deutschen Lokalisation gegeben hat. Übrigens fände ich es gut, wenn die deutschen Synchronsprecher in den Credits oder zumindest im Handbuch aufgeführt würden.

Auch die Musik, seien es die dramatischen Einspielungen zu den Filmszenen aber auch die untermalende Hintergrundmusik im Spiel selbst, klingen für mich sehr nahe am Serienvorbild. Die Geräuschkulisse ist dezent aber passend. Trotzdem fehlt mir auch diesmal wieder die Titelmusik von The Who: 'Who are you'.

 

Rätsel

Insgesamt sind die 5 Fälle sehr linear aufgebaut. Man hat zwar ein wenig Freiheit in der Reihenfolge der Untersuchungen, kommt aber dann doch nicht mehr weiter, wenn einem ein bestimmtes Indiz fehlt oder eine Untersuchung nicht gemacht wurde. Das ist auch logisch und richtig so, denn warum sollte z. B. ein Durchsuchungsbefehl ausgestellt werden, wenn der Verdacht nicht belegt werden kann?

Es gibt allerdings Haltepunkte im Spiel, die mir Kopfschütteln verursachten. (Vorsicht, der folgende Absatz beinhaltet einen Lösungshinweis.)

Ein Beispiel: In Fall 3 - "Archäologische Funde" sagt der Verdächtige 1 aus, daß er einen Wohnwagen vom Verdächtigen 2 erworben hat. Wir wollen das vom Verdächtigen 2 bestätigen lassen, aber das geht nicht, dieser bleibt stumm. Erst wenn wir am Wohnwagen das Eidotter der 'rotbäuchigen Spechtmeise' gefunden und das Nest dieses Vogels am Tatort ebenfalls sichergestellt haben, sagt der 2. Verdächtige bereitwillig aus. Beide Indizien sind für diese Frage aber tatsächlich irrelevant (denn ich habe bereits einen anderen Beweis in der Tasche, daß sich der Wohnwagen am Tatort befunden hat) und werden trotzdem zwingend fürs Weiterspielen vorausgesetzt. 

Auf der anderen Seite kann man Fälle lösen, ohne alle Untersuchungen gemacht oder Indizien gefunden zu haben. Man erfährt das zum Schluß eines Falls in einer Übersicht. Der kann man entnehmen, zu wieviel Prozent man Indizien gefunden hat und wird von Grissom bewertet. Je nach Ergebnis (Anfänger, Ermittler, Meister) bekommt man Bonusmaterial zu sehen. Hat man noch keine 100% erreicht, kann man jeden Fall erneut aufrollen, um an das letzte Bonusmaterial und schließlich den Superbonus zu gelangen. Ebenfalls Einfluß auf die Schlußbewertung am Ende jedes Falles haben die 5 Testfragen, die Ihre Beobachtungsgabe und Aufmerksamkeit testen, z. B. welche Farbe hatte der Handgriff einer Zange, die am Ort XY gefunden wurde. Die 5 Abschlußfragen zu den einzelnen Fällen variieren von Spiel zu Spiel und sind teilsweise sehr knifflig und man sollte wirklich immer und überall auf Details achten.

Bei den Rätseln geht es wie bei tatsächlicher CSI-Arbeit darum, Hotspots zu finden, das Gefundene richtig einzuordnen und zu behandeln. Dabei benutzt man die Grundausstattung des CSI, 15 Beweisaufnahme- und Erkennungsinstrumente, die man immer in der Interaktionsleiste unter 'Instrumente' abrufen kann.

Manchmal wird man von seinem CSI-Begleiter, es ist in jedem Fall ein anderer der fünf Hauptdarsteller der Serie, darauf hingewiesen, was man tun sollte. Weiß man wirklich nicht mehr weiter, kann man ihn/sie auch zum Fall befragen (mit Punktabzug). Der Schwierigkeitsgrad steigt im Verlaufe des Spiels leicht an und erreicht im 5. Fall einen spannenden Höhepunkt. Bei der Lösung der Aufgaben geht man genauso vor, wie in der Serie, die Lösung ist logisch, auch wenn ein Fall verzwickt erscheint, oder sich zunächst kein Verdächtiger finden läßt.

Technische Anmerkungen

CSI lief auf meinem System fehlerfrei ohne Abstürze. Nur zu Beginn eines jeden Falles gibt es eine längere Ladezeit, danach sind alle Szenenwechsel schnell verfügbar. Zweimal ist mir ein störender Bug aufgefallen, nämlich Fingerabdrücke konnten an Stellen oder Oberflächen sichtbar gemacht werden, an denen ein anderes Beweisstück gelegen hat. Sie gehörten aber nicht zu dieser Oberfläche und konnten nicht ausgewertet werden. Trotzdem blieben sie auch bei Szenenwechseln bis zur Fallklärung störend im Bildmittelpunkt sichtbar.

Fazit

Mit CSI 2 - Dark Motives ist Ubisoft eine ausgezeichnete Umsetzung der Serie gelungen. Dank der guten deutschen Lokalisation mit den Originalsynchronsprechern, den spannenden, außergewöhnlichen Fällen und der akribischen Vorgehensweise bei der Ermittlung ist der Geist des Vorbildes perfekt eingefangen worden. Kleinere Abzüge gibt's bei der Grafik, im Handling und der allzu strikten Linearität hier und da. Niemand kann sagen, daß CSI 2 zu schwer oder zu leicht sei, denn man kann sich jederzeit Hilfestellung erbitten oder die Erleichterungen abschalten. Ich habe für jeden der Fälle etwas mehr als 3 Stunden Spielzeit benötigt, so daß ca. 16 Stunden Gesamtdauer zusammenkommen bei Zuschaltung aller drei Hilfsfunktionen. Damit hat sich die Spieldauer gegenüber dem Vorgängerspiel erfreulicherweise verdoppelt. Als Spiel zur Serie erfüllt es voll die Erwartungen der CSI-Fans. CSI 2 - Dark Motives ist eine sehr empfehlenswerte Unterhaltung für Adventurespieler und Krimifreunde.

 

Bewertung: 83 %

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Pentium III 600 Mhz/AMD Athlon 600
  • WIN 98/ME/2000/XP
  • 256 MB RAM
  • 650 MB freier Speicherplatz auf der Festplatte
  • 16-fach CDROM-Laufwerk
  • Soundkarte DirectX 9.0 kompatibel
  • Grafikkarte mit 12 MB DirectX 9.0 kompatibel
  • DirectX 9.0 (mitgeliefert)

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 23. Mai 2003

 

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Hauptmenü
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Grissom weist uns ein
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Mit Sara kümmern wir uns um Fall 3
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Opfer- und Täterbeschreibungen finden sich in der Fallakte
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Wurde hier manipuliert?
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Kamerafahrten durch das Körperinnere sind typisch für CSI
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Kein gesprächiger Typ
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Jim Brass: "Das ist, was wir eine Theorie nennen - und das wird es auch bleiben, bis Sie schlagkräftige Beweise finden."
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Madame Lazoras 'Kontakte' sind Geister und Astralwesen
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