Handlung
Bei CSI gibt es keine durchgehende Story, sondern das Spiel besteht
wie immer aus verschiedenen kleinen Einzelstorys, um genau zu sein fünf an der Zahl. Die
aktuellen Fälle sind recht spannend. Allerdings zieht sich besonders die ersten beiden
Geschichten dieses Mal recht langwierig hin, da man sich zu sehr in Details verstrickt.
Dadurch ergibt sich aber auch eine vorbildlich lange Spielzeit.
Im ersten Fall gibt es einen Mord in der Kunst-, im zweiten einen in
der PC-Spieleszene. Die Kollegen in unserer Redaktion sind aber noch wohlauf. Der Aufbau
dieser Geschichte ist jedenfalls ziemlich verwirrend und unübersichtlich. Im dritten Fall
findet man erst einmal nur eine riesige Blutlache vor. Diese Story ist bislang am
spannendsten und es kommt zu einer überraschenden Wendung. Beim vierten Fall finden wir
einen Camper tot in der Wüste vor. Für etwas empfindlichere Gemüter: Es empfiehlt sich
nicht unbedingt währenddessen zu essen, da es hier ein paar ziemlich ekelige Bilder gibt.
In der letzten Geschichte geht es um Drogen und es gibt, wie bei den Vorgängerspielen,
wieder ein paar Verknüpfungen zu den bereits gelösten vier Fällen.
Grafik
Die Grafik hat sich mit einem komplett neuen 3D Gameplay"
verändert, das sich tatsächlich sowohl optisch als auch von der Steuerung von dem der
alten Spiele unterscheidet. Dabei ist das neue Design zwar ganz nett geworden, kann im
Vergleich zu anderen CSI-Spielen aber wenig überzeugen. Denn oft wirkt die Grafik für
ein aktuelles Spiel erstaunlich grobflächig und von den Texturen manchmal zu dunkel,
matschig und nicht so detailliert wie der Vorgänger. Dafür erscheinen die Bilder jetzt
etwas interaktiver und beweglicher. Abgesehen von einem neuen mobilen Einsatzwagen finden
wir zwar die vertrauten Anlaufstellen wie Büro oder Labor usw. noch, aber nicht mehr in
der bekannten Form. Auch wenn deren Funktionen generell wie gesagt erhalten sind, wurden
auch Sie grafisch umgebaut und runderneuert.
Die Zwischensequenzen sind rasant zusammengeschnitten
vielleicht auch um zu verbergen, dass sie ziemlich unscharf aussehen. Probleme habe ich
ebenfalls mit den Gesichtern der Figuren. Sie waren bisher immer sehr ausdrucksstark - oft
mit geradezu stechendem Blick. Das ist jetzt nicht mehr ganz so. Was vielmehr stört, ist,
dass sie oft nicht gerade lebensecht animiert sind. Manchmal bewegt sich im ganzen Gesicht
fast nur der Mund und ab und zu klimpern sie dabei noch mit den Lidern. Das fällt extrem
bei den vielen Großaufnahmen auf, die besonders bei Zeugenbefragungen gerne eingeschaltet
werden.
Handling/Rätsel
Der Cursor verändert beim Absuchen der Umgebung seine Form, wenn
beispielsweise die Möglichkeit zu einem Gespräch besteht oder man weiter heranzoomen
kann.
In CSI kann man mittels rechts und links am Bildschirmrand
befindlichen Pfeiltasten den Bildausschnitt verschieben. Allerdings kann man sich nicht in
einer 360°-Rundumsicht drehen, wie bei vielen Spielen üblich, sondern nur ein bestimmter
Bereich kann verschoben werden. Dabei wird der Fokus durch das Drehen in eine bestimmte
Richtung oft automatisch auf wichtige Stellen wie einem Blutfleck an der Wand gelenkt.
Außerdem kann man manchmal zu anderen Bereichen eines Raumes oder in ein anderes Zimmer
wechseln und den Blickwinkel oft auch noch nach oben und unten verschieben. Das gleiche
gilt für herangezoomte Bereiche. Auch hier kann man z.B. eine Leiche noch einmal genauer,
zwar nicht von jedem, aber zumindest von einigen verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Hat man eine für den Fall relevante Stelle - etwa eine Blutspur
oder ein Indiz gefunden, kann dieses vor Ort näher untersucht und gegebenenfalls ins
Inventar aufgenommen werden. Gegenstände können auch im Inventar noch einmal
nachträglich in Großaufnahme betrachtet, gedreht und untersucht werden. Dazu öffnet man
eine kleine Werkzeugkiste. Es gibt in diesem Teil über fünfzehn den Kennern der Serie
meisten vertraute Gegenstände der Ermittlungsarbeit wie Luminol zur Erkennung von Blut,
eine Pinzette, verschiedene Möglichkeiten des Abnehmens von Fingerabdrücken usw., die
wir mit uns schleppen. Neu ist z.B. eine Kamera, mit der man wichtige Dinge am Tatort als
Foto festhalten kann. In die neue Funktionsweise müssen sich besonders Erstspieler erst
einmal einarbeiten. Aber auch geübte CSI-Zocker müssen sich zumindest ein wenig neu
orientieren, da das neue Gameplay auch beinhaltet, dass das Handling der Werkzeugkiste und
der Inventarleiste neu gestaltet wurde. Eigentlich bin ich mit der alten Funktionsweise
auch vorher sehr gut zurecht gekommen, zumal sie mir vertraut war. Die neue ist aber
mindestens genau so übersichtlich.
Das Inventar füllt sich im Laufe jeden Falls ordentlich und am Ende
einer Untersuchung haben wir schon mal über fünfzig verschiedene Beweise gesammelt
allerdings übersichtlich unterteilt in Spuren, Dokumente/Fotos und Gegenstände.
Zudem wird ein Indiz automatisch mit einer Markierung versehen, wenn es abgearbeitet, also
soweit untersucht ist, dass es keine weiteren Informationen mehr hergibt.
Spuren können im Labor zur genaueren Untersuchung abgegeben werden.
An den dort zur Verfügung stehenden Geräten muss man auch selber viele verschiedene
Aufgaben erledigen: An einem Spurenanalyse-Computer müssen beispielsweise gefundene
Fingerabdrücke, Fotos, Audiospuren, Reifenspuren oder Schuhabrücken miteinander oder mit
dem Material der Datenbank verglichen werden. Weiter stehen dort ein DNS-Analyse-Computer,
ein Mikroskop, eine chemische Analyse-Einheit oder ein Montagetisch für die
vielfältigsten Aufgaben zur Verfügung.
Im Leichenschauhaus kann man sich das Opfer noch einmal ansehen und
erhält Hinweise, während im Büro Captain Brass Vernehmungen anordnen oder rechtliche
Fragen klären kann.
Es gibt kaum ein Thema, welches sich so gut für die Umsetzung zum
Adventure anbietet, ja nahezu aufdrängt, wie die Polizeiarbeit und so gibt es auch wie
kaum bei einem anderen Adventure so viele Funktionen, die noch genauer zu beschreiben den
Rahmen des Reviews sprengen würden. Wichtig sind z.B. noch Fall-, Verdächtigen- und
Opferakten, in denen alle wichtigen Fakten aufgelistet sind, ein Beweisdreieck, welches
die Verbindung zwischen den Verdächtigen, dem Tatort und dem Opfer aufzeigt und noch
vieles mehr.
Ziel ist es jedenfalls - wer hätte es vermutet - einen Fall
abzuschließen, also so viele Beweise zu sammeln, bis der Täter überführt ist.
Technisches
Es gibt wie gehabt ein ausführliches Menü, das wie in kaum einem
anderen Spiel die vielfältigsten Optionen berücksichtigt und keine Wünsche offen
lässt. Dort kann man in den Sound-Optionen separat die Lautstärke der Umgebung, Dialoge,
Musik und Sound-Effekte usw. justieren. Untertitel lassen sich ein- bzw. ausschalten und
die Grafikqualität abstimmen. Weiter kann man exakt seinen Schwierigkeitsgrad einstellen,
indem man Instrumenten-Hilfen, aktive Mauszeigerhilfen, Beweis- und Schauplatzmarkierungen
einstellen kann. Schaltet man z.B. die Instrumenten-Hilfe ein, bekommt man direkt das
passende Werkzeug gezeigt, welches man benötigt. Es geht bei der Wahl des
Schwierigkeitsgrades also darum, wie viele bzw. welche automatische Hilfestellungen man
nutzt.
Bei diesem Teil der Serie habe ich mich zum ersten Mal entschlossen,
den einfachsten Schwierigkeitsgrad zu wählen. Es macht zwar ebenfalls Spaß, alles
selbstständig heraussuchen zu müssen, andererseits hält das auch ganz schön auf und
bremst den Spielfluss. Wenn man einmal gar nicht mehr weiter weiß, kann man zur Not noch
eine weitere Hilfe beanspruchen, indem man seinen Vorgesetzten um Rat bittet. Dieses
fließt aber in die Bewertung ein, welche man nach jedem Fall abschließend bekommt. Am
Anfang wird man erschlagen von so vielen Funktionen. Aber sie sind wirklich sinnvoll und
einfach und daher innerhalb kürzester Zeit erlernbar. Im mitgelieferten Handbüchlein ist
alles noch mal ausführlich beschrieben.
Was stört, ist das aufdringliche Werbefilmchen, welches man jedes
Mal neben zwei-drei anderen Trailern zu Beginn wegdrücken muss. Und es gibt noch Weiteres
zu bemängeln: Beim Wechsel zwischen den einzelnen Schauplätzen ergeben sich jedes Mal
ziemlich lange Ladezeiten. Ebenfalls ziemlich unpraktisch ist, dass man Gespräche sowie
einige Standardfloskeln nur mit der Leertaste abbrechen kann. So muss man nur deshalb die
Tastatur unnötigerweise immer mit einbeziehen.
Zweimal ist es mir passiert, dass ich bei einem Gegenstand Blut
gefunden habe und die Werkzeugkiste sich automatisch öffnete. Da ich aber nicht exakt den
richtigen Ausschnitt gewählt hatte, konnte ich das Blut allerdings nicht abnehmen.
Andererseits ließ sich die Werkzeugkiste aber auch nicht mehr schließen. So konnte ich
das Spiel nur noch durch Strg Alt Entf beenden und neu starten. Ansonsten lief CSI gewohnt
vorbildlich fehlerfrei.
Sound
Hier liegt das größte Manko des Spiels. Höchstwahrscheinlich aus
Kostengründen erfolgte ein Rückschritt zu den Anfängen der Serie sprich: es gibt
wie im ersten Teil lediglich die original-englische Sprachausgabe mit deutschen
Untertiteln. Nun muss das nicht immer ein Nachteil bedeuten: Bei Gabriel Knight 1 zum
Beispiel ist es genau so gewesen, nur gewann dieses Spiel mit den Original-Sprechern sogar
noch an Atmosphäre. Das ist bei CSI anders, da es sehr viel Text gibt, der
dementsprechend genau so schnell am unteren Bildschirmrand eingeblendet wird. Ergebnis:
Man ist die ganze Zeit nur damit beschäftigt, hektisch mitzulesen und bekommt eigentlich
nichts von dem mit, was sonst noch auf dem Bildschirm abgeht. Und nicht zuletzt ist es mir
auch nach längerer Zeit des Spielens nur mäßig gelungen, mich auf den deutschen Text zu
konzentrieren, während parallel auf englisch geredet wurde. Das verwirrt. Hier wurde ganz
sicher am falschen Ende gespart, und das macht vieles kaputt.
Die musikalische Untermalung hingegen weiß zu gefallen. Die Tracks
sind wie gewohnt elektronisch und ruhig. Da ich die Serie allerdings noch nicht gesehen
habe, kann ich nicht sagen, ob der Titeltrack und die verschiedenen Begleitmusiken
komplett aus dieser entnommen wurde.
Fazit
Wer die Spielserie kennt, weiß, was ihn erwartet: Mord in der
dritten Dimension ist wieder ein Spiel, bei dem man hauptsächlich damit beschäftigt ist,
alles akribisch abzusuchen und auf der Suche nach Spuren immer wieder hintereinander die
verschiedensten Werkzeuge an den Tatorten bzw. an den potentiellen Indizien zu verwenden.
Das erfordert viel Geduld und verhält sich ein wenig wie Puzzeln: Man muss es mögen. Mir
gefällt diese Art der Ermittlungsarbeit. Zumal diese ja auch nur einen Teil abdeckt, denn
die Aufgaben und Rätsel wie Laborarbeit, Zeugenbefragung usw. sind bei CSI wie immer
extrem vielfältig. Was bei diesem Teil weniger gefällt, ist die englische Sprachausgabe
sowie damit einhergehend die kleinen viel zu schnell verschwindenden Untertitel, die einen
Großteil des Spielspaßes zerstören. Hinzu kommen recht lange Ladezeiten und die im
Vergleich zu den Vorgängern zu dunklen, teilweise matschigen und unscharfen Locations, in
denen es weniger Spaß machte, zu ermitteln. Und auch wegen so mancher Länge im
Spielfluss hat mir CSI Mord in der dritten Dimension nicht ganz so gut gefallen. So
dass es dieses mal heißt: