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CSI 3 - Mord in 3 Dimensionen


Erscheinungsdatum: 03/2006
Entwickler: Telltale Games
Publisher: Ubisoft
Spielsprache: Englisch, deutsche Untertitel

Handbuch: deutsch

Boxshots

USK: ab 16 Jahren

 

 

Ein Review von   André   21. Oktober 2006


Die Spiele zur Fernsehserie CSI haben mir immer sehr gefallen. Sie waren der bislang schwächeren Konkurrenzserie Law & Order wegen des größeren Spielspasses immer ein Stück voraus. Nun hat sich etwas beim neuen Teil getan. Grafik und Gameplay wurden verändert - das Spielprinzip ist aber generell gleich geblieben.

 

Handlung

Bei CSI gibt es keine durchgehende Story, sondern das Spiel besteht wie immer aus verschiedenen kleinen Einzelstorys, um genau zu sein fünf an der Zahl. Die aktuellen Fälle sind recht spannend. Allerdings zieht sich besonders die ersten beiden Geschichten dieses Mal recht langwierig hin, da man sich zu sehr in Details verstrickt. Dadurch ergibt sich aber auch eine vorbildlich lange Spielzeit.

Im ersten Fall gibt es einen Mord in der Kunst-, im zweiten einen in der PC-Spieleszene. Die Kollegen in unserer Redaktion sind aber noch wohlauf. Der Aufbau dieser Geschichte ist jedenfalls ziemlich verwirrend und unübersichtlich. Im dritten Fall findet man erst einmal nur eine riesige Blutlache vor. Diese Story ist bislang am spannendsten und es kommt zu einer überraschenden Wendung. Beim vierten Fall finden wir einen Camper tot in der Wüste vor. Für etwas empfindlichere Gemüter: Es empfiehlt sich nicht unbedingt währenddessen zu essen, da es hier ein paar ziemlich ekelige Bilder gibt. In der letzten Geschichte geht es um Drogen und es gibt, wie bei den Vorgängerspielen, wieder ein paar Verknüpfungen zu den bereits gelösten vier Fällen.

 

Grafik

Die Grafik hat sich mit einem „komplett neuen 3D Gameplay" verändert, das sich tatsächlich sowohl optisch als auch von der Steuerung von dem der alten Spiele unterscheidet. Dabei ist das neue Design zwar ganz nett geworden, kann im Vergleich zu anderen CSI-Spielen aber wenig überzeugen. Denn oft wirkt die Grafik für ein aktuelles Spiel erstaunlich grobflächig und von den Texturen manchmal zu dunkel, matschig und nicht so detailliert wie der Vorgänger. Dafür erscheinen die Bilder jetzt etwas interaktiver und beweglicher. Abgesehen von einem neuen mobilen Einsatzwagen finden wir zwar die vertrauten Anlaufstellen wie Büro oder Labor usw. noch, aber nicht mehr in der bekannten Form. Auch wenn deren Funktionen generell wie gesagt erhalten sind, wurden auch Sie grafisch umgebaut und runderneuert.

Die Zwischensequenzen sind rasant zusammengeschnitten – vielleicht auch um zu verbergen, dass sie ziemlich unscharf aussehen. Probleme habe ich ebenfalls mit den Gesichtern der Figuren. Sie waren bisher immer sehr ausdrucksstark - oft mit geradezu stechendem Blick. Das ist jetzt nicht mehr ganz so. Was vielmehr stört, ist, dass sie oft nicht gerade lebensecht animiert sind. Manchmal bewegt sich im ganzen Gesicht fast nur der Mund und ab und zu klimpern sie dabei noch mit den Lidern. Das fällt extrem bei den vielen Großaufnahmen auf, die besonders bei Zeugenbefragungen gerne eingeschaltet werden.  

 

Handling/Rätsel

Der Cursor verändert beim Absuchen der Umgebung seine Form, wenn beispielsweise die Möglichkeit zu einem Gespräch besteht oder man weiter heranzoomen kann.

In CSI kann man mittels rechts und links am Bildschirmrand befindlichen Pfeiltasten den Bildausschnitt verschieben. Allerdings kann man sich nicht in einer 360°-Rundumsicht drehen, wie bei vielen Spielen üblich, sondern nur ein bestimmter Bereich kann verschoben werden. Dabei wird der Fokus durch das Drehen in eine bestimmte Richtung oft automatisch auf wichtige Stellen wie einem Blutfleck an der Wand gelenkt. Außerdem kann man manchmal zu anderen Bereichen eines Raumes oder in ein anderes Zimmer wechseln und den Blickwinkel oft auch noch nach oben und unten verschieben. Das gleiche gilt für herangezoomte Bereiche. Auch hier kann man z.B. eine Leiche noch einmal genauer, zwar nicht von jedem, aber zumindest von einigen verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Hat man eine für den Fall relevante Stelle - etwa eine Blutspur oder ein Indiz gefunden, kann dieses vor Ort näher untersucht und gegebenenfalls ins Inventar aufgenommen werden. Gegenstände können auch im Inventar noch einmal nachträglich in Großaufnahme betrachtet, gedreht und untersucht werden. Dazu öffnet man eine kleine Werkzeugkiste. Es gibt in diesem Teil über fünfzehn den Kennern der Serie meisten vertraute Gegenstände der Ermittlungsarbeit wie Luminol zur Erkennung von Blut, eine Pinzette, verschiedene Möglichkeiten des Abnehmens von Fingerabdrücken usw., die wir mit uns schleppen. Neu ist z.B. eine Kamera, mit der man wichtige Dinge am Tatort als Foto festhalten kann. In die neue Funktionsweise müssen sich besonders Erstspieler erst einmal einarbeiten. Aber auch geübte CSI-Zocker müssen sich zumindest ein wenig neu orientieren, da das neue Gameplay auch beinhaltet, dass das Handling der Werkzeugkiste und der Inventarleiste neu gestaltet wurde. Eigentlich bin ich mit der alten Funktionsweise auch vorher sehr gut zurecht gekommen, zumal sie mir vertraut war. Die neue ist aber mindestens genau so übersichtlich.

Das Inventar füllt sich im Laufe jeden Falls ordentlich und am Ende einer Untersuchung haben wir schon mal über fünfzig verschiedene Beweise gesammelt – allerdings übersichtlich unterteilt in Spuren, Dokumente/Fotos und Gegenstände. Zudem wird ein Indiz automatisch mit einer Markierung versehen, wenn es abgearbeitet, also soweit untersucht ist, dass es keine weiteren Informationen mehr hergibt.

Spuren können im Labor zur genaueren Untersuchung abgegeben werden. An den dort zur Verfügung stehenden Geräten muss man auch selber viele verschiedene Aufgaben erledigen: An einem Spurenanalyse-Computer müssen beispielsweise gefundene Fingerabdrücke, Fotos, Audiospuren, Reifenspuren oder Schuhabrücken miteinander oder mit dem Material der Datenbank verglichen werden. Weiter stehen dort ein DNS-Analyse-Computer, ein Mikroskop, eine chemische Analyse-Einheit oder ein Montagetisch für die vielfältigsten Aufgaben zur Verfügung.

Im Leichenschauhaus kann man sich das Opfer noch einmal ansehen und erhält Hinweise, während im Büro Captain Brass Vernehmungen anordnen oder rechtliche Fragen klären kann.

Es gibt kaum ein Thema, welches sich so gut für die Umsetzung zum Adventure anbietet, ja nahezu aufdrängt, wie die Polizeiarbeit und so gibt es auch wie kaum bei einem anderen Adventure so viele Funktionen, die noch genauer zu beschreiben den Rahmen des Reviews sprengen würden. Wichtig sind z.B. noch Fall-, Verdächtigen- und Opferakten, in denen alle wichtigen Fakten aufgelistet sind, ein Beweisdreieck, welches die Verbindung zwischen den Verdächtigen, dem Tatort und dem Opfer aufzeigt und noch vieles mehr.

Ziel ist es jedenfalls - wer hätte es vermutet - einen Fall abzuschließen, also so viele Beweise zu sammeln, bis der Täter überführt ist.

 

Technisches

Es gibt wie gehabt ein ausführliches Menü, das wie in kaum einem anderen Spiel die vielfältigsten Optionen berücksichtigt und keine Wünsche offen lässt. Dort kann man in den Sound-Optionen separat die Lautstärke der Umgebung, Dialoge, Musik und Sound-Effekte usw. justieren. Untertitel lassen sich ein- bzw. ausschalten und die Grafikqualität abstimmen. Weiter kann man exakt seinen Schwierigkeitsgrad einstellen, indem man Instrumenten-Hilfen, aktive Mauszeigerhilfen, Beweis- und Schauplatzmarkierungen einstellen kann. Schaltet man z.B. die Instrumenten-Hilfe ein, bekommt man direkt das passende Werkzeug gezeigt, welches man benötigt. Es geht bei der Wahl des Schwierigkeitsgrades also darum, wie viele bzw. welche automatische Hilfestellungen man nutzt.

Bei diesem Teil der Serie habe ich mich zum ersten Mal entschlossen, den einfachsten Schwierigkeitsgrad zu wählen. Es macht zwar ebenfalls Spaß, alles selbstständig heraussuchen zu müssen, andererseits hält das auch ganz schön auf und bremst den Spielfluss. Wenn man einmal gar nicht mehr weiter weiß, kann man zur Not noch eine weitere Hilfe beanspruchen, indem man seinen Vorgesetzten um Rat bittet. Dieses fließt aber in die Bewertung ein, welche man nach jedem Fall abschließend bekommt. Am Anfang wird man erschlagen von so vielen Funktionen. Aber sie sind wirklich sinnvoll und einfach und daher innerhalb kürzester Zeit erlernbar. Im mitgelieferten Handbüchlein ist alles noch mal ausführlich beschrieben.

Was stört, ist das aufdringliche Werbefilmchen, welches man jedes Mal neben zwei-drei anderen Trailern zu Beginn wegdrücken muss. Und es gibt noch Weiteres zu bemängeln: Beim Wechsel zwischen den einzelnen Schauplätzen ergeben sich jedes Mal ziemlich lange Ladezeiten. Ebenfalls ziemlich unpraktisch ist, dass man Gespräche sowie einige Standardfloskeln nur mit der Leertaste abbrechen kann. So muss man nur deshalb die Tastatur unnötigerweise immer mit einbeziehen.

Zweimal ist es mir passiert, dass ich bei einem Gegenstand Blut gefunden habe und die Werkzeugkiste sich automatisch öffnete. Da ich aber nicht exakt den richtigen Ausschnitt gewählt hatte, konnte ich das Blut allerdings nicht abnehmen. Andererseits ließ sich die Werkzeugkiste aber auch nicht mehr schließen. So konnte ich das Spiel nur noch durch Strg Alt Entf beenden und neu starten. Ansonsten lief CSI gewohnt vorbildlich fehlerfrei.

 

Sound

Hier liegt das größte Manko des Spiels. Höchstwahrscheinlich aus Kostengründen erfolgte ein Rückschritt zu den Anfängen der Serie – sprich: es gibt wie im ersten Teil lediglich die original-englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln. Nun muss das nicht immer ein Nachteil bedeuten: Bei Gabriel Knight 1 zum Beispiel ist es genau so gewesen, nur gewann dieses Spiel mit den Original-Sprechern sogar noch an Atmosphäre. Das ist bei CSI anders, da es sehr viel Text gibt, der dementsprechend genau so schnell am unteren Bildschirmrand eingeblendet wird. Ergebnis: Man ist die ganze Zeit nur damit beschäftigt, hektisch mitzulesen und bekommt eigentlich nichts von dem mit, was sonst noch auf dem Bildschirm abgeht. Und nicht zuletzt ist es mir auch nach längerer Zeit des Spielens nur mäßig gelungen, mich auf den deutschen Text zu konzentrieren, während parallel auf englisch geredet wurde. Das verwirrt. Hier wurde ganz sicher am falschen Ende gespart, und das macht vieles kaputt.

Die musikalische Untermalung hingegen weiß zu gefallen. Die Tracks sind wie gewohnt elektronisch und ruhig. Da ich die Serie allerdings noch nicht gesehen habe, kann ich nicht sagen, ob der Titeltrack und die verschiedenen Begleitmusiken komplett aus dieser entnommen wurde.

 

Fazit

Wer die Spielserie kennt, weiß, was ihn erwartet: Mord in der dritten Dimension ist wieder ein Spiel, bei dem man hauptsächlich damit beschäftigt ist, alles akribisch abzusuchen und auf der Suche nach Spuren immer wieder hintereinander die verschiedensten Werkzeuge an den Tatorten bzw. an den potentiellen Indizien zu verwenden. Das erfordert viel Geduld und verhält sich ein wenig wie Puzzeln: Man muss es mögen. Mir gefällt diese Art der Ermittlungsarbeit. Zumal diese ja auch nur einen Teil abdeckt, denn die Aufgaben und Rätsel wie Laborarbeit, Zeugenbefragung usw. sind bei CSI wie immer extrem vielfältig. Was bei diesem Teil weniger gefällt, ist die englische Sprachausgabe sowie damit einhergehend die kleinen viel zu schnell verschwindenden Untertitel, die einen Großteil des Spielspaßes zerstören. Hinzu kommen recht lange Ladezeiten und die im Vergleich zu den Vorgängern zu dunklen, teilweise matschigen und unscharfen Locations, in denen es weniger Spaß machte, zu ermitteln. Und auch wegen so mancher Länge im Spielfluss hat mir CSI – Mord in der dritten Dimension nicht ganz so gut gefallen. So dass es dieses mal heißt: 

 

Gesamtwertung: 71%

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemanforderungen:

  • Windows 98/ME/XP/2000
  • 1 GHz-Prozessor bei Grafikkarten mit T&L-Hardware,
    2 GHz-Prozessor bei Grafikkarten ohne T&L-Hardware
  • 256 MB RAM
  • DVDROM-Laufwerk
  • 3D Grafikkarte 64 MB, DirectX 8.1-kompatibel
  • Soundkarte DirectX 8.1-kompatibel
  • Festplattenspeicher 1,4 GB
  • Windows-Tastatur und -Maus

Gespielt unter:

  • Win XP
  • AMD Athlon XP 1800
  • 512 MB RAM
  • Grafikkarte Radeon 9200 Series
  • DVD-Laufwerk
  • Festplatte 60 GB

csi3review3.jpg (5378 Byte)

 

 

 


Der Außenbereich einer Lagerhalle muß untersucht werden
Der Außenbereich einer Lagerhalle muß untersucht werden

 

 

 

Der Verhörraum wirkt wenig einladend
Der Verhörraum wirkt wenig einladend

 

 

 

Kleine Zwischenfilme zeigen wie immer das Panorama der Stadt Las Vegas
Kleine Zwischenfilme zeigen wie immer das Panorama der Stadt Las Vegas

 

 

 

Grissoms Büro
Grissoms Büro

 

 

 

Keine Frau im Spiegel sondern zwei verschiedene Personen
Keine Frau im Spiegel sondern zwei verschiedene Personen

 

 

 

Las Vegas bei Nacht
Las Vegas bei Nacht

 

 

 

Nett - das neue CSI-Labor
Nett - das neue CSI-Labor

 

 

 

Trotzdem - die Texturen sind eher bescheiden
Trotzdem - die Texturen sind eher bescheiden

 

 

 

Auch die Gesichter sind nur mäßig animiert
Auch die Gesichter sind nur mäßig animiert

 

Mehr Screenshots


 

 

 

 

 



 

 

Copyright © André für Adventure-Archiv, 21. Oktober 2006

 

 

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