Zurück zur Adventure-Archiv Startseite

This page in English


CSI - Crime Scene Investigation


Erscheinungsdatum: 04/2003 USA, 05/2003 Deutschland
Entwickler: 369 Interactive
Publisher: Ubisoft
Spielsprache: Englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln

Boxshots


USK: Freigegeben ab 12 Jahren

 

Ein Review von slydos   15. Mai 2003

 

CSI - Crime Scene Investigation ist einer der erfolgreichsten Fernsehserien der letzten Jahre. Die modernen Sherlock Holmese von der Nachtschicht aus Las Vegas lösen in Deutschland auf dem Fernsehsender VOX jeden Mittwoch ihre Fälle mit Können und Technik.

Die Serie fasziniert natürlich wegen der Geschichten mit ihren meist unerwarteten Wendungen, hat aber daneben ein ausgezeichnetes Team von Schauspielern, klasse Musik, aufregende und unübliche Kameratechnik und Schnitt und nicht zuletzt eine ausgezeichnete Synchronisation.

Die Fernsehserie schrie geradezu danach, ein Adventurespiel daraus zu machen, was Ubisoft und Entwicklerstudio 368 Interactive auch umsetzten. Zunächst in den USA, nun auch bei uns ist das Spiel zu haben.

Installation/Start

Es kommt auf 3 CDROMs mit deutschem Handbuch in einer DVD-Box. Die Installationsprozedur startet beim Einschieben der ersten CD und läßt einen zwischen minimaler (500 MB) und Vollinstallation (1,5 GB) wählen. (Den 1. Fall spielt man von der 3. CD, den 2. und 3. von der 2. CD und Fall 4 und 5 von der ersten, wenn man keine Vollinstallation wählt.) Alles läuft reibungslos und schnell ist man im Hauptmenü.

Im Optionsmenü können wir noch Bildschirm- und Lautstärkeeinstellungen treffen. Beim Beginn eines neuen Spiels werden wir nach unserem Namen gefragt - da es im Spiel keine weiteren Speichermöglichkeiten gibt, ist dies der Name, den wir beim Spiele laden wieder anklicken müssen. Weshalb es trotzdem soviel freie Speicherplätze gibt, ist nicht ganz klar, neue Namen kann man nämlich nur beim Neustart des Spiels vergeben.

Ehrlich gesagt, hatte ich mich auf ein dramatisches Intro gefreut, wie man es aus der Serie kennt, mit der eindrucksvollen Titelmusik - aber nichts dergleichen, es gibt nur kurze musikunterlegte Kameraschwenks über Las Vegas und man ist sofort drin im ersten Fall, einem Mord im Hotel.

Grissom ist mit einem Polizisten und dem Hotelinhaber am Tatort und begrüßt uns als neues Mitglied des Teams, das noch einiges zu lernen hat. Eine weibliche Sprecherstimme gibt uns (auf Englisch) Informationen zur Steuerung des Spiels, die Übersetzung erscheint am unteren Bildschirmrand. Sie erklärt uns, wie wir die Untersuchungswerkzeuge benutzen können, wie wir Dialoge führen, Hilfe erhalten können und wie wir zu anderen Orten gelangen und leitet uns auch praktisch darin an, d. h. wir müssen das tun, was uns die Stimme sagt, um weiterzukommen. Wer hier nicht aufpaßt, kann das natürlich im deutschsprachigen Handbuch nachlesen. Alle Texte des Spiels, seien es einfache Beschriftungen oder Dokumente, sind präzise ins Deutsche übersetzt worden. Nach dieser kurzen Einführung sind wir selbst dran, den Fall zu untersuchen.

Steuerung

CSI wird fast komplett und sehr angenehm mit der Maus gesteuert. (Einzige Taste ist ESC, die ins Hauptmenü führt.) Wir sehen die Szenerie in 1st-Person-Sicht, wobei die uns jeweils zugeteilten Kollegen in unserer Nähe bleiben. Klickt man sie an, bekommt man zusätzliche Hinweise zur Lösung des Falls, dabei aber auch (leider ohne Anzeige) Punkte bei der Gesamtwertung abgezogen.

Man kann sich die jeweiligen Szenarien in 360 Grad Rundumsicht (ohne Schwenks nach oben oder unten) anschauen, wobei es seltsame Perspektivverzerrungen gibt, die mir eigentlich bei keinem 360-Grad-Spiel derart ins Auge gefallen sind. Der Schwenk, der je nach Mausgeschwindigkeit, schneller oder langsamer ausgeführt wird, zeigt eine Umgebung, die an die Innenwand eines Zylinders gemalt scheint, wie bei einem Praxinoskop aus den Anfängen der Kinematografie.

Hotspots werden durch eine gut sichtbare grüne Farbveränderung des Cursors angezeigt, dabei sind die Hotspotbereiche oft übergroß, so daß man dadurch ungewollt die Hilfefunktion des CSI-Spezialisten trifft anstatt eines angepeilten Objektes.

In der Regel werden angeklickte Hotspots vergrößert dargestellt und können dann mit den verschiedenen Werkzeugen untersucht oder sichergestellt werden. Auch Dialoge werden per Mausklick begonnen und Fragen im Multiple-Choice-Stil gestellt. Bei den verfügbaren Werkzeugen hält man sich nahe an der TV-Version: es gibt z. B. eine tragbare Ultraviolettlampe zum Verdeutlichen von Beweismitteln oder Luminal zum Sichtbarmachen von Blut. Man muß mit dem Werkzeug, daß per Linksklick ausgewählt wird, natürlich an der richtigen Stelle klicken, sonst tut sich wenig, z. B. den Pinsel für Fingeabdrücke besser am Griff als am Lauf einer Pistole anwenden. Es gibt allerdings zu den meisten unserer Handlungen einen Kommentar des jeweiligen CSI-Fachmanns.

Neben den Untersuchungen vor Ort können wir das Laboratorium mit unserem Freund Greg besuchen, der eigentlich zu allem etwas zu sagen hat. Daneben nutzen wir den Computer für Recherche, Chat und Vergleiche. Ebenfalls sehr nützlich ist ein Mikroskop. Auch Zeugen können über bestimmte Beweismittel aussagen. Beim Pathologen erhalten wir Aufschluß über die medizinischen Fakten und Captain Brass hilft uns meist, wenn wir Infos über Verdächtige brauchen.

Die Interaktionsleiste am unteren Bildschirmrand beinhaltet nicht nur verschiedene Inventare sondern auch die verfügbaren Schauplätze im Icon-Format (ganz ähnlich wie bei König Artus 1+2). Man sammelt während der einzelnen Fälle nicht nur Gegenstände, sondern auch als Dokumente dargestellte Informationen, Fingerabdrücke, Düfte und Substanzen. Die Fallakte, die ganz rechts dargestellt wird, füllt sich bei Gesprächen und Untersuchungen mit Informationen zu den Opfern, Verdächtigen und speichert auch gesehene Filmsequenzen, die auch für die Fernsehserie so typischen kurzen aber rasanten Flashs zum Tathergang.

CSI ist sehr einfach zu bedienen auch wenn auf dem ersten Blick sehr viele Instrumente und Werkzeuge vorhanden sind.

Grafik

Zum einen gibt es eine große Zahl von detaillierten, schönen Standgrafiken, z. B. in der Pathologie, im Labor, bei Zeugenbefragungen, wo nur der jeweilige Gesprächspartner animiert wird. Zum anderen erscheinen die Tatorte und einige andere Schauplätze mit 360 Grad-Rundumsicht, die jedoch durch Perspektivverzerrung wenig echt wirken und auch keine dreidimensionale Tiefe zeigen. Wie gesagt, ein Kameraschwenk um die eigene Position, der neben den Zooms die einzige Bewegungsmöglichkeit des Spielers ist, wirkt wie im Inneren einer bemalten Trommel. Man kann nicht nach oben oder unten schauen, außer es ist durch einen Hotspot vorgesehen.

Die Charaktere sind dezent aber lebensecht animiert. Bis auf Gil Grissoms durchdringenden Blick sehen die digitalen Abbilder ihren realen Vorbildern recht ähnlich. Leider sieht man von Ihnen wenig Bewegung. Sind wir einmal an einem Tatort, stehen sie mehr oder weniger herum. Die kurzen Videoszene sind sehr gut eingebunden, allerdings wünscht man sich als Zuschauer der Serie hier die entsprechende dramatische Musikunterstützung. Positiv auf jeden Fall, daß man sich alle Videoszenen zur Tatrekonstruktion nochmals in der Akte anschauen kann.

Im ganzen ist CSI grafisch mit den Nancy-Drew-Spielen vergleichbar nur ohne die dort übliche Bewegungsfreiheit und Mobilität des Spielers.

Sound/Musik/Sprache/Texte

Mir fehlte einfach die Serien-Titel-Musik. Dadurch geht ein besonderes Erkennungszeichen verloren. Musikuntermalung wird nur in den wenigen Videoszenen eingesetzt und wirkt nicht annähernd so dramatisch, wie in den Fensehausstrahlungen. Die Geräuschkulisse ist dezent aber passend. Bei der Synchronisation kamen die Originalschauspieler der Serie zum Einsatz, was natürlich lobenswert ist, denn so lernt man deren Stimmen auch einmal kennen. Auf der anderen Seite werden die Schauspieler in Deutschland von ausgezeichneten Synchronsprechern vertreten, die einem richtig fehlen - ganz besonders Grissoms einprägsame Stimme - in diesem Punkt gibt's keinen Wiedererkennungswert.

Die Übersetzung der Sprachausgabe ist gut gelungen, auch wenn hier und da Ausdrücke oder Satzteile weggelassen worden sind. Das liegt wohl daran, daß relativ viel Text in relativ kurzer Zeit, eben gleichzeitig zum Sprechen, dargestellt werden sollte. Hier kann man nicht erst in Ruhe lesen und dann erst weiterklicken, sondern muß sich schon sputen - nicht ganz so angenehm, da Gespräche nicht wiederholt werden können.

Rätsel

Insgesamt sind die Fälle sehr linear aufgebaut. Man hat zwar ein wenig Freiheit in der Reihenfolge der Untersuchungen, kommt aber dann doch nicht mehr weiter, wenn einem ein bestimmtes Indiz fehlt oder eine Untersuchung nicht gemacht wurde. Das ist auch logisch und richtig so, denn warum sollte z. B. ein Durchsuchungsbefehl ausgestellt werden, wenn der Verdacht nicht belegt werden kann? Auf der anderen Seite kann man Fälle lösen, ohne alle Untersuchungen gemacht oder Indizien gefunden zu haben. Man erfährt das zum Schluß eines Falls in einer Übersicht. Der kann man entnehmen, zu wieviel Prozent man Indizien gefunden hat und wird von Grissom bewertet. Je nach Ergebnis (Anfänger, Ermittler, Meister) bekommt man Bonusmaterial zu sehen. .... Hat man noch keine 100% erreicht, kann man jeden Fall erneut aufrollen, um an das letzte Bonusmaterial und schließlich den Superbonus zu gelangen.

Bei den Rätseln geht es wie bei tatsächlicher CSI-Arbeit darum, Hotspots zu finden, das Gefundene richtig einzuordnen und zu behandeln. Dabei benutzt man die Grundausstattung des CSI, 14 Tools, die man immer abrufen kann unter Instrumente. Weiter gibt einem der Doktor die medizinischen Fakten, die "Laborratte" Greg Infos zu den herangeschafften Objekten und Substanzen, der Computer hilft z. B. bei Fingerabdrücken und Autoreifen und Captain Brass lädt Verdächtige zur Befragung vor.

Oft wird man von seinem CSI-Begleiter, es ist in jedem Fall ein anderer der fünf Hauptdarsteller der Serie, darauf hingewiesen, was man tun sollte. Weiß man wirklich nicht mehr weiter, kann man ihn/sie auch zum Fall befragen (mit Punktabzug). Der Schwierigkeitsgrad steigt im Verlaufe des Spiels an und erreicht im 5. Fall einen spannenden Höhepunkt. Es wird aber keinesfalls so schwer, daß man tatsächlich steckenbleibt. Bei der Lösung der Aufgaben geht man genauso vor, wie in der Serie, die Lösung ist logisch, auch wenn ein Fall verzwickt erscheint, oder sich zunächst kein Verdächtiger finden läßt.

Fazit

CSI läuft fehlerfrei und läßt sich flüssig spielen ohne Hilfe von außen in Anspruch nehmen zu müssen. Die gestellten Fälle sind interessant und lassen wieder die Hand des Autors Max Allen Collins und des  forensischen Spezialisten Daniel Holstein spüren, der auch als Berater der TV-Serie CSI zuständig ist. Leider fehlen die typische Dramatik und Spannung der Serie, was ich auch auf die fehlende Musikunterstützung im Allgemeinen, die fehlende Titelmusik im Besonderen und die geringe Bewegungsfreiheit zurückführe. Außerdem wäre eine ausführlichere Speicherfunktion und eine Synchronisation mit den deutschen Stimmen wünschenswert gewesen, was vor allem die deutschen Fans der Serie etwas enttäuschen wird.

Trotzdem macht CSI Spaß, denn auch im PC-Spiel gibt es unvorhergesehene Wendungen und Überraschungen, besonders in den letzten Fällen. Mit 6 - 8 Stunden Spielzeit hat man es an 2 Abenden durchgespielt, wird aber durch die Schlußbewertungen angeregt, den einen oder anderen Fall nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen. Neben Kriminalistikbegeisterten werden Spürnasen, die z. B. die Nancy Drew Serie und andere Detektivspiele mögen, sicher zufrieden sein. Die leichte Handhabung, Logik und gute Hilfefunktion während des ganzen Spiels macht CSI zu einem ausgezeichneten Einsteigeradventure.

 

Bewertung: 75 %

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Pentium II 300 Mhz/AMD K6-III 450
  • WIN 98/ME/2000/XP
  • 128 MB RAM
  • 517 MB freier Speicherplatz auf der Festplatte
  • 4-fach CDROM-Laufwerk
  • Soundkarte DirectX 8.1 kompatibel
  • Grafikkarte mit 8 MB
  • DirectX 8.1 (mitgeliefert)

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 15. Mai 2003

 

Zurück zur Adventure-Archiv Startseite

 

Hauptmenü
Hauptmenü

 

Ladebildschirm
Ladebildschirm

 

Mit Warrick untersuchen wir einen Pick-Up
Mit Warrick untersuchen wir einen Pick-Up

 

Zeugenbefragung
Zeugenbefragung


Ein Tatverdächtiger wird verhört
Ein Tatverdächtiger wird verhört

 

Sara beschäftigt sich mit Brandstiftung
Sara beschäftigt sich mit Brandstiftung



So muß es abgelaufen sein
So muß es abgelaufen sein

 

Ein Fall mit Vergangenheit
Ein Fall mit Vergangenheit

 

Kleinste Fasern sind wichtig
Kleinste Fasern sind wichtig

 

Recherche im Chat-Raum
Recherche im Chat-Raum



Durchsuchung
Durchsuchung



Nick Stokes trifft seinen alten Lehrer
Nick Stokes trifft seinen alten Lehrer

 

Jeder Fall beginnt mit einem Schwenk über Las Vegas
Jeder Fall beginnt mit einem Schwenk über Las Vegas

In der Apotheke
In der Apotheke

Hat die Ehefrau des Arztes ein Motiv?
Hat die Ehefrau des Arztes ein Motiv?

 

Rekonstruktion einer Tat
Rekonstruktion einer Tat