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Der Clown
Erscheinungsdatum: 2001
Entwickler: Silverstyle Entertainment
Publisher: THQ / RTL PlaytainmentUSK: ab 6 Jahren
Ein Review von slydos 25. Oktober 2002
"Der Clown" ist eine frühere Erfolgsserie bei RTL, die es immerhin auf 4 Staffeln gebracht hat. Wer nun denkt, daß das Spiel zur Actionserie ebenfalls ein Actionspiel oder zumindest ein Action-Adventure geworden ist, hat sich getäuscht. Zeitgleich mit dem Start einer neuen Staffel veröffentlichte RTL das Adventurespiel zur Serie. Während in der Fernsehserie spektakuläre Stunts und jede Menge Special Effects an der Tagesordnung waren, geht's im 1st-Person Adventure "Der Clown" ruhig und gewaltlos zu.
Das HauptmenüVorgeschichte
Ich muß zugeben, ich habe keine Folge dieser kölner TV-Serie gesehen. Das ist zum Verständnis des Spiels aber auch nicht nötig. Das Intro, das wahrscheinlich ein Vorspann der Fernsehserie war, erzählt uns die Vorgeschichte des Mannes, der "Der Clown" genannt wird: Max Zander ist Spezial-Agent der Organisation WIPA (World Intelligence Police Agency). Er muß miterleben, wie sein bester Freund und Kollege Opfer eines Bombenattentates von Gangstern wird, die er jagt. Gemeinsam mit der Journalistin Claudia, die er bei den Ermittlungen kennengelernt hat, macht er sich allein auf die Jagd nach den Tätern und benutzt bei seinen gewagten Aktionen außerhalb von Recht und Gesetz eine Clowns-Maske. Am Ende wird er in dieser Funktion des Clowns für halblegale und illegale Einsätze einer Bundespolizeibehörde eingesetzt. Der markante Intro-Sprecher ist Manfred Lehmann (z.B. Bruce Willis).
Story
Die Tochter eines einflussreichen Geschäftsmanns, der in einem wichtigen Prozess gegen das organisierte Verbrechen aussagen soll, wurde entführt, um den Vater zu einer entlastenden Falschaussage zu bewegen. Max Zander, alias "Der Clown" und sein Team werden von der Organisation beauftragt, das Mädchen zu befreien und die Hintermänner der Polizei auszuliefern.
Installation
Das Spiel kommt auf 1 CDROM zusammen mit der deutschen Anleitung in einer DVD-Box. Leider sucht man die Angabe der genauen Betriebssystemanforderungen vergebens. Unter Windows XP gab es jedenfalls Installationsprobleme. aber unter Windows ME konnte ich das Spiel zum Laufen bekommen. Die automatische Installation der ca. 305 MB war dort kein Problem. Nach Spielaufruf gelangt man ins Intro, das jedoch sofort mit der linken Maustaste abgebrochen werden kann, so daß das Hauptmenü erscheint.
Hier kann man Speichern, Laden, das Spiel verlassen, die Credits oder Filmausschnitte der Fernsehserie anschauen. In der immer sichtbaren Interaktionszeile am unteren Bildschirmrand finden wir das Clown-Icon, das uns das Spiel beginnen läßt. Das Spiel beginnt im Hausboot, auf dem der Clown lebt. An dieser Stelle schlüpfen wir in seine Rolle.
Handling/Steuerung
Das Spiel ist komplett mausgesteuert. Der größte Teil des Bildschirms wird von einem Standfoto des aktuellen Schauplatzes eingenommen. Hier kann man selbst nur 2 Aktionen durchführen: entweder mit einer gerade anwesenden Person per Linksklick sprechen oder die Szene durch eine rechts unten angezeigte Tür verlassen. Am unteren Bildschirmrand befindet sich eine Interaktionsleiste. In ihr finden wir links ein scrollbares Inventar, in der Mitte das Clown-Icon mit dem man zum Hauptmenü zurückgelangt und rechts einen ebenfalls inventarähnlichen Bereich, der die interaktiven Objekte des aktuellen Schauplatzes anzeigt.
Interaktionen mit Objekten sind nur in dieser schmalen Bildschirmzeile möglich. Wenn man auf eines der rechts angezeigten Gegenstände klickt, bekommt man in der Regel einen Kommentar von Max in Form einer Sprechblase, die dem Clownkopf entspringt. Viele der Gegenstände kann man auch einfach aufnehmen und links wieder im Inventar verstauen. Beschreibungen von Inventargegenständen erhält man in Sprechblasenform auf Rechtsklick mit der Maus. Man kann sie per Drag&Drop über die Clownsmaske ziehen und Max wird einem entweder sagen, daß diese Aktion nicht möglich ist oder das Objekt anwenden. Inventarobjekte verschwinden nicht nach der Benutzung. Sie können auch nicht vom Spieler kombiniert werden, allerdings können manche Objekte auch wiederum andere Objekte enthalten.
Eine Spezialfunktion hat das Handy. Zieht man es über das Clown-Icon, so wird das Handy zusammen mit Max' Notizbuch angezeigt und wir können per Mausklick auf eine Telefonnummer ein Telefongespräch beginnen. Hier gibt es den einzigen Kontakt zum Team des Clowns, so wie es aus der Serie bekannt ist, die echten Schauspieler der Serie treten im Game nicht auf.
Verläßt man die aktuelle Szene durch die immer angezeigte Tür, gelangt man auf einen Stadtplan, in den zum Anfang des Spiels nur das Hausboot eingezeichnet ist. Sobald Max mehr Informationen gesammelt hat, kann man per Mausklick hier die Locations wechseln.
Ein besonderes Feature ist die oben rechts eingeblendete Uhrzeit, die in 10-Minuten-Intervallen abläuft. Hat man eine Verabredung getroffen oder möchte sich bei Nacht und Nebel irgendwo einschleichen, kann man die Uhr (ebenfalls per Klick) vorstellen.
Wir können jederzeit über das Clown-Icon ins Hauptmenü zurück, und von dort aus das Spiel verlassen, was ohne eine Verzögerung möglich ist. Speichern können wir bis zu 10 Savegames, zu denen wir einen längeren Kommentar eingeben können. Gleichzeitig damit wird auch der Ort, und die aktuelle Uhrzeit gespeichert.
Die Steuerung ist sehr einfach und braucht bis auf das ungewöhnliche Handling der Objekte am Ort keine Gewöhnungsphase.
Grafik/Sound/Musik
Die Grafik besteht aus unbeweglichen Standfotos der Locations, ca. 18 verschiedene, und den eventuell eingefügten Pesonenfotos, die ebenfalls starr und unbeweglich sind. Die Schauplätze dienen nur als Hintergründe in denen man sich weder bewegen noch irgendwelche Dinge finden kann. Bei den ca. 15 Gesprächspartnern handelt es sich anscheinend um Laiendarsteller, die aussehen, als wären sie gerade eben vor die Kamera gezerrt worden. Zum Glück müssen diese Leute auch nicht sprechen, alle Dialoge laufen per Textanzeige ab. Es gibt also weder Sprachausgabe noch Geräuschkulisse, nur die Musik der Serie wurde unterlegt. Hätte man nicht das Intro gesehen, so würde man annehmen es handele sich um ein Fanadventure und keine kommerzielle Produktion. Das Spiel ist wirklich einfachst und billigst hergestellt und ich hoffe, niemand hat dafür den Ausgabepreis von 39 DM bezahlen müssen. Leider ist keiner der Originaldarsteller oder zumindest ihre Stimmen verwendet worden, was die Fans der Serie sicherlich enttäuschen wird. Als Trostpflaster kann man sich im Hauptmenü Filmschnipsel der Original-Serie ansehen.
Rätsel
Wie schon angesprochen, läuft während des Spiels eine Uhr. Je nachdem, wie spät es ist, können wir bestimmte Schauplätze betreten oder nicht. Zu gewissen Zeiten sind manche Personen nicht anwesend, so daß man den Schauplatz näher untersuchen kann (was man in diesem Spiel so untersuchen nennt - man kommt zumindest an sonst unzugängliche Gegenstände heran). Wichtig ist es, Informationen aus Dialogen - z.T. im Multiple-Choice-Verfahren - zu erhalten, das Handy zu benutzen und Objekte an den richtigen Stellen einzusetzen. Belohnt wird man dann oft durch einen neuen Ort auf dem Stadtplan. Darüber hinaus gibt es ein Schiebepuzzle. Der Rätselaufbau ist relativ linear und sehr einfach. Es sollte möglich sein, das Spiel ohne Komplettlösung innerhalb von 4 Stunden durchzuspielen. Ich habe keine Sackgassen erlebt und es gibt kein Game-Over.
Fazit
Die Höhepunkte des Spiels "Der Clown" bestehen darin, wieder einen neuen Schauplatz auf dem Stadtdplan hinzuzufügen. Es gibt weder spannende Momente noch knifflige Situationen. Das Ganze ist einfach nur abgrundtief langweilig. Grundsätzlich wäre die Geschichte des Entführungsfalls und die Entlarvung des Gangsterbosses und seiner Helfershelfer keine schlechte Idee, wurde aber leider vollkommen lieblos und wie mir schien uninteressiert umgesetzt. Schade ist dazu noch, daß die Fans der Serie noch nicht einmal die Originalhelden (außer im Intro und den Filmausschnitten aus dem Hauptmenü) zu Gesicht bekommen. Empfehlenswert ist dieses Spiel deshalb kaum. Leute, die jedoch jedes Adventure gespielt haben müssen und einen kurzen Zeitvertreib suchen, können es zur Zeit für knapp 5 Euro z. B. bei smm.de erstehen.
Bewertung: 34%
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Systemvoraussetzungen:
- Windows
- Pentium 200 Mhz
- 64 MB RAM
- Highcolor Grafikkarte
- Soundkarte
- 4fach CDROM-Laufwerk
- MS kompatible Maus
Gespielt mit:
- Windows ME
- Pentium III 850
- 128 MB RAM
- Sound- und Grafikkarte DirectX-kompatibel
- Toshiba DVD-ROM
Die Lehrerin des entführten Mädchens
Das Hausboot des Clowns
Mit seinem Team spricht Max per Handy
Der Vater des entführten Kindes
Ein verprügeltes Opfer
Befragung von Zeugen
Schiebepuzzle
Gangsterboss Zypel
Der Stadtplan
Auch nachts operiert der Clown
Treffen im Hafen
Happy End
Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 25. Oktober 2002