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Dark Fall 


Erscheinungsdatum: 06/2002
Entwickler/Publisher: XXv Productions
Boxshots
Zu kaufen über die Homepage XXv Productions und im deutschen Online-Shop gamepad für 29,95 Euro.

Download Demo 10,5 MB (neues Szenario)

 

Ein Review von slydos   24. Juli 2002

Dark Fall ist das Werk eines Mannes, Jonathan Boakes, der dieses 1st-Person Adventure in eineinhalbjähriger Arbeit fast im Alleingang auf die Füße gestellt hat. So unblutig, gewaltlos und actionfrei dieser Mystery-Thriller auch ist, er gehört zu den spannendsten Vertretern des Genres überhaupt. Wenn auch der Autor selbst erklärt, durch Myst inspiriert worden zu sein, so erinnert mich Dark Fall mit seiner dunklen Grundstimmung und von der Geschichte, die uns erzählt wird, eher an Harvest of Souls (Shivers 2) von Sierra, das in Deutschland unter dem Titel "Die Stadt der verfluchten Seelen" erschienen ist. Auch hier geht es um einen verlassenen Ort, dessen Bewohner einer nach dem anderen verschwanden und nicht mehr gesehen wurden.  

 



Installation

Das Spiel befindet sich auf einer CDROM und wird in einer schön gestalteten DVD-Box geliefert. Der Box liegt ein vom Autor handsigniertes Blatt bei, das einem erste Hinweise zur Installation und zu den Hilfe-Dateien auf der CD gibt. Das Spiel läuft nur in einer Auflösung von 640 x 480 Pixel, die man selbst nach den Instruktionen auf der CD einstellen kann, unter Windows XP kann man dazu den Kompatibilitätsassistenten verwenden. Darkfall wird auch direkt von der CD gespielt und benötigt nur ein wenig Platz für die unbeschränkte Zahl von Savegames auf der Festplatte.

Start

Wenn Autostart nicht ausgeschaltet ist, erreichen wir das Hauptmenü, in dem wir aus den 4 Punkten New, Load, Credits und Quit wählen können. Dark Fall beginnt mit einer Einführungssequenz, die wir nicht abbrechen können. Es wäre auch nicht gut, wenn wir verpassen würden, was hier geschieht:

Die bizarren Harfenklängen des Startmenüs verfolgen uns noch in die automatische, überblendete Bilderfolge hinein, und wir sehen den Schreibtisch unseres Hauptdarstellers, der gerade einen Anruf seines Bruders, Peter Crowhurst, von seinem Anrufbeantworter abhört. Peter ist Architekt und befindet sich gerade in einer verlassenen Bahnstation in Dorset, die er begutachten soll. Der beunruhigende Anruf ist ein Hilferuf. Peter ist dort zwei Geisterjägern begegnet, den Studenten Polly und Nigel von der Weymouth University in der Nähe, die in der verlassenen Bahnstation von Dowerton die Existenz von paranormalen Phänomenen beweisen wollten. Peter glaubte nicht daran, bis jetzt! Jetzt sind die beiden verschwunden und auch er fühlt sich verfolgt!  Sein Bruder müsse kommen, er könne gerade noch den Spätzug von Paddington nach Weymouth erreichen und solle dann ein Taxi nehmen. Peter würde ihn am Bahnsteig erwarten. Der Bildschirm wird schwarz! Peter senkt die Stimme plötzlich, er flüstert nur noch eindringlich: ' "Es" kenne seinen Namen, würde ihn beobachten, es sei vor der Tür ...'  Wir hören Geräusche im Hintergrund und hören, wie er zur Tür geht und sie öffnet ... unheimliche Geräusche, dann Stille.

Wir übernehmen die Rolle des Bruders, begeben uns nach Dowerton und "erwachen" in einem Eisenbahntunnel. Hier werden wir von einem unsichtbaren jungen Begleiter namens Tim Pike empfangen. Er führt uns aus dem Tunnel hinaus zur Bahnstation und verspricht immer dann zu helfen, wenn wir bei einem Problem nicht mehr weiterkommen und beschreibt uns, wie wir ihn in diesem Fall finden werden. Von nun an können wir ins Spielgeschehen eingreifen.

Steuerung

Das Spiel ist ausschließlich mausgesteuert. Während des ganzen Spiel erscheinen die Menüpunkte des Hauptmenüs am oberen rechten Bildschirmrand. Wir können hier speicher, laden und das Spiel verlassen. Die Speicher- und Ladefunktion benutzt ein Standard Windows-Fenster, in dem wir unbegrenzt Spielstände speichern können, wir können hier die Windows-Funktionalität nutzen und unsere Savegames z.B. nach Uhrzeit ordnen, um schneller an das letzte Spiel zu gelangen.

Der veränderliche Cursor zeigt uns, in welche Richtungen wir uns bewegen, wann wir mit einem Objekt interagieren oder ein Inventarobjekt anwenden können. Obwohl alles sehr leicht zu erlernen ist, kann alles nochmal in den Online-Tipps nachgelesen werden. Manchmal gab es leichte Schwierigkeiten, wenn man sich in einer Nahansicht eines Bereiches befand und dort eigentlich etwas manipulieren wollte. Hier passierte es einige Male, daß der Cursor im gesamten Bild-Bereich das Handicon für Interaktion anzeigte, statt nur am Hotspot.

Außerdem hat man nach Drehungen nicht immer den Blick, den man logischerweise erwarten könnte, was einem besonders am Ende der Flure etwas Schwierigkeiten bei der Orientierung bereitet. Hier wird beim Zurückkehren aus dem Seitenflügel immer eine zusätzliche 90 Grad Drehung automatisch hinzugefügt, daran muß man sich erst einmal gewöhnen.

Wir werden zwar während des gesamten Spiels keine andere lebende Person zu Gesicht bekommen, aber es gibt eine Vielzahl von Geistern, die zu uns sprechen, oder auch Stimmen am Telefon oder Cassettenrecorder usw.. Mit der Taste F1 kann man sich diese englischen Texte auf dem Bildschirm anzeigen lassen. Es hat mich gestört, daß ich das bei jedem  Spielstart erneut tun mußte.

An manchen Stellen können wir mit den Geister oder armen Seelen reden. Das wird uns durch das Wort "SAY" angezeigt. Hier können wir freien Text eingeben. Sind wir erfolgreich, wird uns geantwortet.

Inventar

Die einzelnen Inventargegenstände, es sind nur wenige, sind immer sichtbar am oberen linken Bildschirmrand. Falls wir sie anklicken, wird ihr Icon vergrößert. Ein Klick dann auf einen Hotspot benutzt das Objekt falls möglich.

Rätsel

Die vielfältigen Rätsel sind logisch und Hinweise auf ihre Lösung sind über alle Räume und andere Locations verteilt. Allerdings muß ich zugeben, daß ich manche Rätsel, speziell zum Schluß, schneller durch Ausprobieren als durch Kombination gelöst habe. Es gibt Codierungs-/ Kryptographierätsel, mechanische und musikalische Rätsel, man muß Objekte finden und anwenden und sich aus der sehr großen Menge von Dokumenten, Notizen, Zetteln, Briefen und Fotos jede Menge eigene Notizen und Zeichnungen machen um diese Informationen an anderer Stelle einsetzen zu können. Die Rätsel rangieren von leicht bis mittelschwer und können zum größten Teil in beliebiger Reihenfolge gelöst werden. Die Nichtlinearität von Dark Fall erlaubt es, wenn man an einer Stelle festhängt, an jeder anderen beliebigen Stelle weiterzuforschen. Im Laufe des Spiels finden wir auch Apparate, die die beiden Geisterjäger zurückgelassen haben. Ihr richtiger Einsatz erbringt wiederum viele neue Erkenntnisse. Um Dark Fall letztlich zu meistern, sind einige Aktionen notwendig fürs Weiterkommen, andere dienen nur dem Sammeln von Hintergrundinformationen.

Sollte man wirklich einmal hängen bleiben, und einen Tipp benötigen so gibt es ja Tim Pike, der einem im Spiel Hinweise gibt. Darüberhinaus gibts eine Hints-Datei auf der CD (keine Komplettlösung), mit deren Hilfe man das Spiel eigentlich meistern sollte.

Grafik

Die Grafiken in Dark Fall bestehen aus statischen Hintergrundbildern mit  wenigen animierten Elementen. Im Dia-Show-Stil von Myst bewegt man sich durch die Räume. Dabei finden wir überall flackende Lichter, Spiegelungen, Rauch, sich bewegende Schatten und Irrlichter. Die Hintergrundgrafiken sind von guter Qualität. Sie zeigen einen seit den 40er Jahren aufgegebenen, heruntergekommenen Ort, teilweise ausgeräumt, teilweise noch im Originalzustand. Jonathan Boakes hat alles aus dem Gedächtnis nach einer realen Bahnstation und das Hotel gestaltet und man fühlt, das alles wirklich echt sein könnte. Zeitungsausschnitte, Bilder, Karten, Dokumente, Briefe, Fahrkarten, Bücher wurden aufwendig gestaltet, erzählen die umfangreiche Hintergrundgeschichte und viel über das Leben der verschwundenen Personen.

Sound/Musik

Sind die Rätsel passabel und die Grafiken gut, so ist der Sound herausragend! Nur selten wird das dunkel-traurige Harfenthema eingesetzt noch seltener die Geigen. Dark Fall lebt von den Tönen und Geräuschen, von Stimmen und Lauten, vom Ächzen, Klopfen, Pfeifen, Flüstern, Zischen! Beim genialen Einsatz der unheimlichen Laute sträubt sich einem das Haar, fast unerträglich die Sekunden, die man in der völligen Dunkelheit der Bildüberblendung verbringen muß, während es plötzlich neben einem flüstert oder raschelt! Durch exakten Einsatz einer überaus effektiven Gruselgeräuschpalette wird eine zum Zerreissen spannende Atmosphäre erzeugt und gehalten. Man dreht tatsächlich furchtsam den Kopf vom PC weg um zu prüfen, ob es wirklich nur der Wind war, der nächtens das Rollo vor der Terassentür bewegt hat. Wann haben Sie das letzte Mal eine Gänsehaut bei einem PC Spiel gehabt?

Story

Inspiriert von diesem verlassenen Ort in Dorset schrieb Jonathan Boakes die Geschichten der Menschen nieder, die hier zu verschiedenen Zeiten gelebt haben könnten und von dem dunklen Etwas heimgesucht wurden. Dabei half ihm auch eine Folge der Fernsehserie Sapphire and Steel aus den 80ern, wie er selbst schreibt, seine Vorstellungskraft zu füttern. Auch hier war eine verlassene Bahnstation die Bühne für verlorene Seelen. Wir erfahren viel mehr von diesem Ort und den Menschen, als wir zur Lösung der Rätsel benötigen. Hier schlägt die Waage Rätsel/Story zugunsten der Story aus.

Gesamtbeurteilung

Ein äußerst spannendes und atmosphärisch einnehmendes Spiel mit einer guten Story. Viel Freiheit bei der Erkundung und beim Rätsellösen. Das Spiel läuft technisch einwandfrei auf neuen Systemen, wenn man die richtigen Voreinstellungen zur Bildschirmauflösung trifft. Es gibt einige kleine, nicht schwerwiegende Schwierigkeiten in Handling und Steuerung.

Auch wenn der Autor Myst als Vorbild angibt, so hat es doch nur die Perspektive und Art der Fortbewegung damit gemeinsam. Story und Atmosphäre übertreffen das Vorbild und bei den logischen Rätseln, die gut in die Geschichte integriert sind, gibt es keinen Frustfaktor. Mit Dark Fall bekommt man 20+ Stunden spannende Unterhaltung. Das Spiel hat Originalität und ist ganz sicher nicht nur ein Tipp für eingefleischte 1st-Person Point&Click-Liebhaber.

Bewertung: 76%

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • WIN95/98/XP
  • 32 MB RAM
  • 16x CDROM
  • 4 MB Grafikkarte 640 x 480 (24 oder 32 Bit Farbe)
  • WIN kompatible Soundkarte
  • Maus

Gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

 

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Startmenü
Startmenü

 

Eines der vielen Dokumente
Eines der vielen Dokumente



Gesprochene Worte können mit F1 am Bildschirm angezeigt werden
Gesprochene Worte können mit F1 am Bildschirm angezeigt werden

 

Eines der Badezimmer im Hotel
Ein Badezimmer im Hotel

 

"Spiel's noch einmal Sam ..."
"Spiel's noch einmal Sam ..."



Wen würden Sie aus einem Spukhaus anrufen?
Wen würden Sie aus einem Spukhaus anrufen?



Der PC der Geisterjäger birgt eine Menge Informationen
Der PC der Geisterjäger birgt eine Menge Informationen

 

Unterhaltung mit einem Geist
Unterhaltung mit einem Geist

 

Eines der Gästezimmer
Eines der Gästezimmer

 

Ist dies eine Darstellung des Dunkel ?
Ist dies eine Darstellung des Dunkel ?

 

Der elektromagnetische Tracker zeigt die Entfernung zu einer Energiequelle an
Der elektromagnetische Tracker zeigt die Entfernung zu einer Energiequelle an

Mehr Screenshots

 

 

 

 

 

 

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 24. Juli 2002

 

 

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