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Das Geheimnis der Druiden
(Mystery of the Druids)

by House of Tales (Entwickler)
CDV (Publisher)

Ein Review von slydos,  27. März 2001

 

Geschichte

Unser junger Hauptdarsteller, Brent Halligan, ist Detektiv bei Scotland Yard. Er wird von seinem Chef und den Kollegen nicht gerade als brillanter Ermittler angesehen, nicht zuletzt deshalb, weil er nach Dianas Tod wohl versehentlich Prinz Charles zur Fahndung ausgeschrieben hat. Aber da sich sein Kollege Lowry auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, bekommt Brent vom Chief den neuesten Fall der Skelettmorde übertragen. Bei seinen Ermittlungen trifft Brent auf Dr. Melanie Turner, eine 29-jährige Anthropologin, die ihn unterstützt und mit ihm in die geheimnisvollen Vorkommnisse, die hinter den Morden zu stecken scheinen, verwickelt wird. Durch Dr. Turner macht Detektiv Halligan die Bekanntschaft des Druidenexperten Professor Blake und erfährt so über ein tausend Jahre altes Ritual, das die Herrschaft der Druiden über die Menschheit zum Ziel hat. Tiefer und tiefer dringen Dr. Turner und Halligan in die Geheimnisse ein und geraten in große Gefahr, denn sie sind die einzigen, die die Zusammenhänge kennen und das Schlimmste verhindern könnten. In der Gegenwart ist das Ritual fast beendet - deshalb begeben sich die beiden schließlich auf eine Reise in die Vergangenheit, um eine letzte Chance wahrzunehmen ...

Einstieg

Das Geheimnis der Druiden kommt dank CDV in einer guten alten Eurobox - und nicht etwa in einer lieblosen DVD-Verpackung. Drei CD's im Jewelcase findet man darin, das deutsche Handbuch und die ausführliche Fallakte, die Detektiv Halligan auch immer als kleines Icon in seinem Inventar mit sich herumträgt.

Im Handbuch werden die einfachen Bedienungsregeln beschrieben und es gibt auch einige besonders wichtige Hinweise zur Installation, die man nicht versäumen sollte, vorher zu lesen.

Installation

Nicht nur zur Installation benötigt man die "Installations-CD", sondern muss diese Scheibe bei jedem Neustart des Spiels in seinem Laufwerk eingelegt haben, weil es sonst eine Fehlermeldung gibt. Danach wird man, je nach seinem Fortschritt im Spiel, aufgefordert die "CD der Gegenwart" oder die "CD der Vergangenheit" einzulegen. Zwar ist es sehr komfortable, dass das Spiel sich automatisch den letzten Spielstand merkt und sich damit auch beim Start meldet, jedoch ist es sehr ärgerlich jedesmal zuerst die Installations-CD und dann die Spiel-CD einlegen zu müssen.

Besonders ärgerlich war es für mich, dass ich diesen Vorgang ein dutzend mal ausführen musste, um das Spiel tatsächlich zum Laufen zu bekommen, da sich gleich zu Beginn ein Bug während der Einstiegssequenz eingeschlichen hatte. Dieser Bug scheint nicht nur ältere Rechner, wie meinen zu belästigen sondern auch auf neueren, schnelleren, mit Super-Grafikkarten ausgerüsteten aufzutreten. Um den Spielabbruch zu umgehen, bedient man sich der Konfigurationsdatei, die auf der CD mitgeliefert wird. Dort können rechnerspezifische Einstellungen getroffen werden und nach einigem Probieren ist man tatsächlich drin im Spiel. Zur Ehrenrettung der Programmierer kann ich allerdings anführen, dass mir ganz Ähnliches bei der Installation von Gabriel Knight 3 widerfuhr. Während ich dieses schreibe, wird an einem Patch gearbeitet und ich denke, dass das Problem z. B. bei der englischen Version nicht mehr auftreten wird.

Handhabung

Das Geheimnis der Druiden wird fast ausschließlich mit der Maus gesteuert, d. h. alle Bewegungen, Aktionen und Gespräche der Hauptdarsteller, die in 3rd Person-Perspektive zu steuern sind, gehen per Mausklick. Dabei kann man die Geschwindigkeit von Gehen auf Laufen erhöhen, wenn man die linke Maustaste doppelklickt, wie bereits bei "The Longest Journey". Nachdem der Darsteller eine Szene betreten hat, bleibt der Kamerablickpunkt gleich und man steuert seinen 3D-Akteur innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens und verliert so nie die Übersicht. Der Cursor (Pfeil) verändert seine Form je nachdem ob ein Übergang in eine andere Szene möglich ist (breiter Pfeil), ob ein Gespräch geführt werden kann (Sprechblase) oder ob man Informationen oder Aktionen mit Objekten ausführen kann (verlängerter Pfeil). Bei solchen Hotspots kann man dann mit der rechten Maustaste nähere Informationen über ein Objekt erhalten und mit der linken Taste eventuell das Objekt manipulieren. Bei vielen Gesprächen und auch einigen Objekten oder Bildbereichen (wenn sich der Cursor in eine Lupe verwandelt) bewirkt das Klicken der linken Maustaste einen Zoom. Personen und Gegenstände werden vergrößert und detaillierter dargestellt. Wenn sich in einer Zoom-Ansicht Gesprächspartner bewegen, wurde bei mir der Cursor langsamer und hakte dann und wann.

Neben den Maustasten gibt es die Escape-Taste, die zum einen das Menü aufruft, um einen Spielstand zu laden, zu speichern, Einstellungen zu verändern oder das Spiel zu beenden. Beim Speichern wird zur Eingabe des Namens ein Windows-Fenster geöffnet. Dazu wird auch ein verkleinertes Szenenbild abgespeichert. Man kann an jeder Stelle speichern, die Speicherplätze sind nicht begrenzt und mir gefiel es, dass ich auch deutsche Umlaute dabei verwenden konnte. Außerdem kann man Filmszenen und die vielen Gespräche, wenn man sie denn bereits gehört hat und nicht wiederholen will, mit der Escape-Taste verkürzen, wobei jeweils nur eine Aussage abgebrochen wird und nicht das ganze Gespräch.

Inventar

Wenn man einen Gegenstand mit einem Linksklick ins Inventar aufnimmt, erscheint das jeweilige Objekt für einen Moment in einem Fenster in der oberen rechten Ecke des Bildschirms. Fährt man dann mit der Maus an den unteren Bildschirmrand, erscheint das Inventar dort und man kann wieder mit der rechten Maustaste eine Information über das Objekt abrufen oder es mit der linken Taste aufnehmen und mit einem anderen Objekt im Inventar, in der Spielszene oder einer Person benutzen. Das Inventar kann nach links oder rechts gescrollt werden, wenn sich mehr Dinge darin befinden, als auf einmal dargestellt werden können. Aber das Inventar verliert nie an Übersichtlichkeit, denn es werden nur wirklich brauchbare Objekte aufgenommen und ihre Anzahl hält sich in Grenzen. Der Cursor verwandelt sich in ein aufgenommenes Objekt - das tut er so lange, bis es verwendet wird oder man die rechte Maustaste drückt. Gestört hat mich dabei, dass dieser Rechtsklick nicht über der Inventarleiste funktioniert, sondern man musste jedes mal mit dem Cursor wieder nach oben ins Bild fahren und den Klick dort ausführen.

Gespräche

Mit Ausnahme der animierten Filmszenen werden Gespräche im Mehrfachauswahlverfahren geführt. Es kann durchaus öfters geschehen, dass man ein Gespräch mehrfach beginnen muss, um an eine Information in einem bestimmten Gesprächsstrang zu gelangen. Es kommt auch vor, dass Personen einem später mehr erzählen können oder man durch den Spielfortschritt und neu gesammelte Informationen in die Lage versetzt wird, überhaupt die richtigen Fragen stellen zu können. Auch wenn ein Teil der Gespräche nicht unbedingt entscheidend für den Spielablauf ist, so erhält man eine Menge Hintergrundinformationen, die z. B. zum Beurteilen einer Person oder für das Herangehen an eine Aufgabe hilfreich sind. Für den Spielverlauf ist es zwar nicht wichtig, zu wissen, was Dr. Turner dachte, als sie Brent das erste mal sah, ob ihre Mutter noch lebt oder ob sie jemals verheiratet war, aber gerade das macht die Figuren lebendig. Wer das nicht hören will, braucht diese Fragen nicht zu stellen oder kann die Escape-Taste benutzen. Die Dialoge sind teilweise dezent humorvoll, manchesmal sehr witzig und im richtigen Moment wieder sachlich, vielleicht an manchen Stellen etwas ausführlich aber nicht langweilig und werden durch die hervorragende Crew von Synchronsprechern erstklassig in Szene gesetzt. Insgesamt gibt es 5 Stunden Sprachausgabe!

Rätsel

Vorweg: Ich bin mit der Art, Anzahl, Originalität und dem Schwierigkeitsgrad der Rätsel sehr zufrieden gewesen. Jedes Rätsel ist absolut durchdacht und fast alle Rätsel sind mit Logik und Kombinationsgabe zu lösen, was auf keinen Fall bedeutet, dass sie keine Ansprüche an die Spieler stellen. Ohne hier zuviel zu verraten - die einzelnen Aufgaben dies Spiels sind in der Regel durch eine Kombination von Rätselarten zu lösen: Also das richtige Objekt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort benutzen, Objekte manipulieren und Gespräche führen gehören zusammen. Dabei sind die Rätsel vollkommen in die Handlung eingewoben und es gibt fast immer an irgendeiner Stelle Hinweise auf deren Lösung. Je mehr sich der Spieler in die Figuren hineinversetzt, desto eher kommt er zum Ziel. Dabei wird man manchmal durch die oft üppige und detailreiche Ausstattung der Szenen auf falsche Spuren gelockt, denn viele Dinge, die auffällig scheinen, sind nur Beiwerk während ab und zu eine Kleinigkeit eine große Wirkung hat.

Außerdem gibt es ein kniffliges Labyrinth-Rätsel. Dazu muss man sagen, dass dieses Labyrinth nicht von der Machart 'gehe von Raum zu Raum mit verschiedenen Abzweigungen' ist. Vielmehr ist es wie eine Röhre in einen riesigen Schweizer Käse geschnitten und man muss sich von oben nach unten durch eine Vielzahl von Löchern durcharbeiten. Dabei heißt es nicht immer, dass wenn ich von einem Ausgang zum nächsten Eingang gehe, es auch umgekehrt wieder genauso funktioniert. Wenn man sich umdreht und den gleichen Weg zurückgeht, kann es (muss es aber nicht) passieren, dass man an einem ganz anderen Ort auskommt als dort wo man vorher wegging.

Grafik

Glücklicherweise wählten die Entwickler eine 2D/3D-Darstellung. So blieben die wunderbar gestalteten, üppigen, detailreichen Hintergründe in voller Pracht erhalten, während sich nur die Darsteller teilweise etwas eckig und randpixelig präsentierten. Nur in den eingestreuten Videoszenen kann man erfahren, welches tatsächliche Aussehen man für die Darsteller vorgesehen hat (dort kann man auch sehen, dass Dr. Turners Busen eigentlich gar nicht so ein spitzes Etwas ist). Bei Gestik und Mimik, speziell in den Zooms, wurde viel Wert auf Synchronität zum gesprochenen Wort gelegt. Hie und da gibt es einige unangebrachte oder schlaksige Bewegungen (speziell bei Professor Blake), aber im Grossen und Ganzen finde ich sie sehr gelungen und passend. Brent und Melanie verlangsamen ihren Schritt an Ecken oder vor Hindernissen wie Türen. Und wenn man sie schnell laufen lässt, müssen sie am Ende auch mal stärker schnaufen (ist mir jedenfalls bei Halligan aufgefallen). Je nachdem, wie nah man den Hauptdarstellern kommt, bewegen sich ihre Körper im Atemrhythmus, was sehr echt wirkt. Viel Wert wurde auf die Darstellung von Details gelegt – z. B. kam mir der alte Epson Stylus Drucker bei Scotland Yard sehr bekannt vor. Und irgendwie erinnerten mich die Krabben im Kochtopf an eine Spellcasting-Folge.

Sound

Eine Anzahl von Musikstücken begleitet den Spieler teilweise unaufdringlich untermalend, teilweise spannungsgeladen durch die verschiedenen Schauplätze und unterstützt das jeweilige Ambiente sehr gut. Ich habe mich nirgendwo durch Wiederholungen genervt gefühlt sondern wurde in allen Situationen gut begleitet. An einer Stelle sind die Soundeffekte sogar wichtig für die Lösung eines Rätsels. Der tolle Soundtrack ist wie die Soundeffekte im Dolby Surround Mehrkanalverfahren aufgenommen und soll auch noch inklusive des Gesangstitels vom Abspann , "The Kiss", auf Audio-CD erscheinen.

Das Spiel

Das Geheimnis der Druiden ist eine spannende und abwechslungsreiche Mystery-Detektiv-Geschichte, die von Anfang an zu fesseln weiß. Eine Serie von mysteriösen Morden entpuppt sich nach und nach als Vorbote einer unheimlichen Bedrohung. Da unser Held Brent Halligan ein Mensch wie Du und ich ist (ein pizzaliebender Dart-Spieler mit Hang zur Unordnung) ist es geradezu die Pflicht des Spielers, sich seiner anzunehmen und mit ihm und Dr. Turner das Netz von geheimnisvollen Vorkommnissen zu entwirren. Als 3rd-Person-Adventure mit einer weiblichen und einem männlichen Hauptakteur steht es in der Tradition von Baphomets Fluch und Gabriel Knight und braucht sich auf keinen Fall hinter diesen zu verstecken. Ähnlich wie bei den vorgenannten Spielen kommt mir nur die Rolle von Dr. Turner, die nur in drei Abschnitten die Initiative übernimmt, ein wenig zu kurz. Typischerweise übernimmt sie z.B. den Part in der mittelalterlichen Küche!

Das Geheimnis der Druiden ist ein Spiel, dass den durchschnittlichen Spieler weder über- noch unterfordert, so dass man weder frustriert das Handtuch schmeißen noch gelangweilt den Rechner abstellen muss. Ich habe ca. 33 Stunden von der Installation bis zum überraschenden Ende gebraucht. Hinzu kommt noch, dass auch Spieler mit älteren Rechnern ab P 200 und 2 MB Grafikkarte auch ohne 3D-Beschleunigerkarte zugreifen können.

Ich habe mit dem Spiel sehr viel Spaß gehabt und hoffe auf weitere Abenteuer aus dem Hause House of Tales.

Negativ: Bug zu Beginn und das leidige Einlegen der Installations-CD

Positiv: Spannende Geschichte, gute Grafik, originelle Rätsel

USK-Freigabe ab 12 Jahre

Gesamturteil: 89%

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100%  sehr gutes Spiel  (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79%    gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69%    befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59%    ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49%    ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0%  bis 39%    grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvorraussetzungen:

  • Pentium 200 Mhz
  • 32 MB RAM
  • Windows kompatible 2 MB Grafikkarte
  • Windows kompatible 16 Bit Soundkarte
  • 150 MB auf der Festplatte
  • Windows 95/98/ME/2000
  • Tastatur, Maus

gespielt mit:

  • Windows 95
  • Pentium II 233 Mhz
  • 64 MB RAM

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Halligan erhält seinen Fall


Das Menü


Der "liebe" Kollege Lowry


Besuch bei Professor Blake


Überfahrt nach Southampton


Die Bibliothek in Oxford


Die Klosterküche


Welche Geheimnisse bergen diese Tempel?


Dr. Turner erhält wichtige Informationen


Zeige mir die Zukunft - Kristallkugel!


Ein Königreich für eine gute Idee!

Mehr Screenshots

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 27. März 2001

 

 

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