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Der Ring des Nibelungen 2 - Götterdämmerung

Hersteller: Arxel Tribe
Publisher: BigBen Interactive

Releasedatum Frankreich: September 2002
Releasedatum deutsche Version vorraussichtlich 12/2002
Homepage:
http://ring2.arxeltribe.com/
Demo in verschiedenen Sprachen: Download

 

Ein Preview von slydos, 07. November 2002


Der Ring des Nibelungen 2 ist genau wie sein Vorgänger nach der Tetralogie von Wagners Ring gestaltet. Während Teil 1 sich hauptsächlich mit dem Vorspiel und dem ersten Teil des Hauptwerkes beschäftigt, in Wagners Ring ist es "Das Rheingold" und "Die Walküre", will Arxel Tribe mit Ring 2 den monumentalen Rest des Hauptwerkes ("Siegfried" und "Götterdämmerung") darstellen.

Während es im ersten Teil noch um nebulöse (Nibelungen haben ihrem Wortstamm nach ja auch tatsächlich mit dem Nebel zu tun) Themen wie den Ursprung der Welt, den Raub des Rheingoldes und die Schaffung und schließlich Verfluchung des machtvollen Rings aus diesem Gold durch den Nibelungen Alberich und um die Götter, Zwerge, Riesen, Rheintöchter und dergleichen geht, müßte demnach im zweiten Teil die eher handfeste Geschichte der Nibelungen, Halbgötter und Menschen erzählt werden.

Für alle, die sich an das Nibelungenlied aus dem Deutschunterricht erinnern - Wagner hat sich bei seiner Umsetzung der Nibelungensage nur zum Teil auf die deutschen Urschriften bezogen und den überwiegenden Teil seiner Geschichte der skandinavischen Sage entnommen. Deshalb gibt es in der wagnerischen Fassung auch eine Reihe von Unterschieden in der Geschichte und natürlich - um die Verwirrung komplett zu machen, natürlich auch in den Namen. (Beispielsweise kennt Siegfried in der mittelhochdeutschen Fassung Brünnhild nicht, bevor er an den Hof Gunthers kommt - in der skandinavischen Sage waren die beiden vorher schon ein Paar und Siegfried hatte seiner Geliebten den "Ring" als Verlobungsgeschenk kredenzt, was die späteren Verwicklungen auch logischer erklärt.) Arxel Tribe hat sich an die Vorlage Wagners gehalten, die eine Mischung der deutschen und skandinavischen Sagen darstellt. Dies sei vorweggeschickt für alle, die eine andere Version der Handlung im Gedächtnis haben sollten.

In diesem Preview beziehe ich mich auf die englischsprachige Fassung der Demo, die von der Homepage heruntergeladen werden kann. Mittlerweile gibt es dort auch eine deutsche Version mit 170 MB Größe.

Zur Vorgeschichte der Demoversion:

Nachdem der "Ring" Alberich durch Wotan abgenommen wurde, gelangte er in die Hände des Riesen Fafner, der ihn in Drachengestalt bewacht (eine längere Geschichte). Sowohl der Nibelunge Alberich als auch Wotan wollen nun den Ring aus unterschiedlichen Beweggründen wieder haben.

Gott Wotan hat mit einer Menschenfrau aus dem Geschlecht der Wälsungen die Zwillinge Siegmund und Sieglinde gezeugt, denn er brauchte einen Stellvertreter auf Erden, der fähig wäre, die Welt vom "Ring" zu befreien. (Er kann es nicht selbst tun, da er dann den Vertrag mit Fafner hätte brechen müssen, hier ging es um den Bau Valhalls).

Die Zwillinge wurden als Babies verschleppt und getrennt. Sieglinde wurde an Hunding verheiratet, aber Siegmund trifft sie wieder, verliebt sich und zeugt ein Kind mit ihr. Zugleich kommt er in Besitz des von Wotan in Sieglindes Hütte plazierten Heldenschwertes Nothung. Wotan will Siegmund schützen aber seine Frau Fricka kommt dahinter und verlangt von ihrem Mann, den unrechten Ehebruch und Inzest durch den Tod der Zwillinge zu vergelten. Gesetze und Verträge muß man befolgen, deshalb beauftragt Wotan seine Tochter, die Walküre Brünnhild damit, Siegmund den Kampfestod zu bringen. Diese aber hat letztendlich Erbarmen und kann zumindest die schwangere Sieglinde vor der Verfolgung durch Hunding und Wotan retten.

Wotan bestraft Brünnhilds Ungehorsam, indem er sie in Schlaf versetzt, mit der Vorgabe, sie müsse den ersten besten zum Manne nehmen, der sie erweckt. Wotan umgibt die Schlafende jedoch mit einem Feuerkranz, so daß nur ein mutiger Held sie erwecken und zur Frau nehmen kann. Dieser mutige Held ist natürlich Siegmund und Sieglindes Sohn - Siegfried!

Siegfried wurde nach Sieglindes Tod von dem Schmied Mime aufgezogen, ebenfalls ein Zwerg wie sein Nibelungen-Bruder Alberich, und repräsentiert damit ebenfalls die "dunkle Seite der Macht". Es gelingt Siegfried, das beim Kampf seines Vaters zersprungene Schwert Nothung neu zu schmieden und damit den Riesen/Drachen Fafner, der den Nibelungenschatz inklusive Ring und Tarnkappe bewacht, zu besiegen. Nachdem er den Drachen erledigt und im Drachenblut gebadet hat, kann er nicht nur Gedankenlesen sondern auch die Sprache der Vögel verstehen. Als Siegfried nach einem Freund sucht, verrät ihm ein Vöglein, daß es da einen von Feuer umloderten Felsen gäbe, in dem Brünnhild schläft.

An dieser Stelle beginnt die Demoversion. Siegfried befindet sich außerhalb einer bewachten Festung, in die er eindringen muß. Dort gibt es in einem magischen Berg eine Felsenhöhle, die mit vielen Fallen und dem besagten Feuergraben ausgestattet ist. Nachdem Siegfried noch Wotan selbst, der sich ihm entgegenstellt, besiegen kann, wendet er sich der schlafenden Brünnhild zu.

Im Gegensatz zu Ring 1 ist der zweite Teil ein Adventure in 3rd-Person-Perspektive. Es ist größtenteils tastaturgesteuert um den Helden (hier paßt das Wort mal endlich wie die Faust aufs Auge) zu bewegen. Dabei habe ich die Steuertasten selbst ausfindig machen müssen. Neben den Pfeiltasten - die Shift-Taste läßt ihn schneller laufen - gibt es eine Reihe von Buchstabentasten, mit denen man z. B. Schritte zur Seite machen kann oder das Schwert zücken und wieder einstecken kann. Auch springen und Abwehrbewegungen kann unser Held. Die Steuerung ist etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem aus dem Grund, weil Siegfried oft nur als winziges Männlein in der Landschaft zu sehen ist und dann und wann einfach hinter einem Holzstapel verschwindet und nicht mehr hervorzuholen ist. Auch die häufigen Perspektivwechsel bereiten Probleme, wenn man Siegfried an einen bestimmten Punkt am Bildschirm bringen möchte. Praktisch ist allerdings, daß er automatisch in Deckung geht und sich versteckt, wenn der Feind naht. Wenn man ihn allerdings absichtlich in Richtung einer Wache steuert, so wird er - trotz des Wunderschwerts Nothung und seines Bades im Drachenblut (unlogisch) - besiegt und stirbt.

Sterben kann er auch in den - Jump&Run-Szenen, will ich es mal nennen. Hier muß er Vorrichtungen mit gutem Timing aus dem Weg gehen oder laufen. Ebenfalls sterben konnte man in der Demo beim zeitlich recht kurz bemessenen Dekodierrätsel an Brünnhilds Sarkophag. Kampfszenen wird es sicherlich noch mehr in diesem Spiel geben, allerdings lief die Kampfszene mit Wotan absolut automatisch ohne mein Zutun ab. Bleibt also offen, wie hoch letztlich der Action/Jump&Run-Anteil des Spiels wirklich ist. Und da Siegfried ja laut Überlieferung fast unbesiegbar ist und noch zusätzlich einige übermenschliche Kräfte besitzt, dürften solche Sequenzen eigentlich für ihn nicht besonders schwierig sein!?

In der Demoversion konnte Siegfried auch etwas ins Inventar aufnehmen und anwenden, wobei dieses Rätsel einfallsreich aber durchaus logisch lösbar war. Inventargegenstände sind am oberen Bildschirmrand sichtbar.

Immer, wenn man Bereiche näher betrachten und dort auch etwas manipulieren kann, wechselt man von der 3rd-Person in die 1st-Person-Perspektive und kann die notwendigen Aktionen mit der Maus durchführen, die man an diesen Stellen auch automatisch ganz intuitiv benutzt.

Ring 2 ist vollkommen in 3D gehalten. Dabei erscheinen Landschaften und Bauwerke düster und archaisch, von Wagners dramatischer Musik äußerst spannend begleitet. Siegfried und die anderen Charaktere ähneln im Aussehen sehr den Charakteren in König Artus Teil 1 und 2, zumindest Siegfrieds rote Körperbemalung erinnert stark an Bradwen. Allerdings sind die 3D-Charaktere in Ring 2 doch plumper gestaltet und Siegfried bewegt sich weniger geschmeidig als Bradwen. Seine Arme hängen nicht natürlich am Körper herunter sondern von der Schulter leicht angewinkelt, auch im Ruhezustand. Sieht eher puppenhaft als natürlich aus. Mimik ist beim Gespräch mit Wotan nicht vorhanden.

Das Hauptmenü erreicht man mit F1. Hier kann man neben den üblichen Funktionen auch die bisherige Geschichte abrufen. Allerdings wird sie poetischer und weniger klar beschrieben, als ich das oben tat.

Speichern kann man wohl ohne Beschränkung - zusammen mit einem kleinen Szenenbild kann man seine eigenen Texteingaben machen.

Ich bin natürlich gespannt, wie Arxel Tribe den komplexen Stoff der Wagner-Vorlage umgesetzt hat und wieviel ich daraus wiedererkennen werde. Leider zeigt das Handling wieder die bekannten Probleme bei 3D-Tastatur-Steuerungen, der Charakter verschwindet plötzlich im Off und Perspektivwechsel machen die Orientierung schwierig. Die Geschichte läßt vermuten, daß Siegfried zwar relativ wenig kämpfen wird, allerdings noch diverse schwierige Reaktionsaufgaben und vielleicht noch weitere zeitabhängige Rätsel zu lösen hat. Das wird sicher einige Freunde des ersten Teils abschrecken, die ein reines Adventure erwartet haben. Allerdings finde ich die Darstellungsweise in 3rd-Person-Perspektive nicht nur passend sondern erforderlich, denn was wäre wenn wir den größten Helden, der mehr vermag, als alle Götter zusammen, nicht in Aktion sehen könnten?

 

 

adventurearchiv - 07-10-02

 

 

 



Das Hauptmenü
 Das Hauptmenü

 

Siegfried auf dem Weg zu Brünnhild
Siegfried auf dem Weg zu Brünnhild

 

Überraschende Perspektivwechsel erschweren die Orientierung
Überraschende Perspektivwechsel erschweren die Orientierung

 

Eine düster-unheilvolle Stimmung
Eine düster-unheilvolle Stimmung

 

Nur ein furchtloser Held kann diese Prüfungen überstehen
Nur ein furchtloser Held kann diese Prüfungen überstehen

 

Wotan selbst begeget Siegfried
Wotan selbst begeget Siegfried

 

Die Runen sind eine Hilfe bei der Lösung des Sarkophagrätsels
Die Runen sind eine Hilfe bei der Lösung des Sarkophagrätsels

 

Die Wallküre Brünnhild gilt es zu erwecken
Die Wallküre Brünnhild gilt es zu erwecken

 

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