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Der vergessene Gott
(Drowned God)

Inscape/EMG Labyrinth/Bomico 1997

Ein Review von Tobias,  12. November 2000

 

Nicht von dieser Welt........ 

Hervorgerufen durch Mystery-Serien auf ProSieben? Eine Beziehung zu diesen Serien kommt im Spiel spürbar zum Vorschein. Dafür ist es tiefgründiger und realistisch wirkender als "X-Files – The Game", das nur als ein kompletter Interaktiver Movie zu bezeichnen ist, aber sein Wesentliches gut rüber bringt. Mit dem vergessenen Gott aus der ProSieben-Mystery-Edition (aus der des weiteren auch das Adventurespiel Obsidian stammt) wurde allerdings ein professionell gestaltetes Sichtbildadventure geschaffen, bei dem alles, inklusive der Personen dreidimensional auf dem Monitor erscheint, wie wir es heute bei diesem Genre gewohnt sind. Einstein und Newton werden sich mit Ihnen unterhalten, wenn Sie deren Dialog zusammensetzen können.        

Der vergessene Gott ist ein fantastisch gelungenes 3-D-Rendering-Adventure mit mysteriösen Erscheinungsbildern und geschichtlichen Aspekten. Das Spiel erinnert an eine große Zahl mysteriöser Geschehnisse in unserer Welt.

Treffen Sie auf die Statuen und Bilder berühmter Menschen. Lösen Sie die Geheimnisse der Aliens, von denen einer eindrucksvoll und gelungen auf dem Spielcover abgebildet ist. Die wenigen Filmsequenzen sind durchaus etwas verbesserungswürdig im Bezug auf ihre Grafik, aber die Grafiken während des Spiels erinnern an das gigantische Gruseladventure Shivers 1, bei dem man sich direkt wundern muss, dass so viele Grafiken auf eine einzige CD passen. Im Stil ähnelt "Der vergessene Gott" diesem Sierra-Adventure mit seiner düsteren Atmosphäre, und das sogar noch viel lebensechter. Hier haben wir allerdings 3 Scheiben voll rätselhafter Mystery.

Spielstil und Rätseleien

Wer Rätsel lösen will, der kann jedes Adventure spielen; wer aber größtenteils mit Puzzles hantieren mag, der ist bei Renderings wie diesem hier genau richtig. Leichte, aber auch jede Menge komplexere warten hier auf den Adventurespieler. Einige Leute bringen sie zur Verzweiflung, andere sind so puzzlebegabt, dass sie sich das Mühlebrett aus der zweiten Welt aufzeichnen und nach taktischen Zügen grübeln (was ohnehin nicht viel bringen wird).  

Das Game ist eine echte Herausforderung. Ein solcher Schwierigkeitsgrad wie dieser hier ist kaum zu übertreffen. Kurz bemerkt sind die Rätsel natürlich trotz alledem logisch und zu kombinieren gibt es nicht viel. Das Inventar ist eine gähnend leere Utensiliendatenbank, in der sich die meiste Zeit nur magische Sternkarten aufhalten, welche ein paar tausend mal im Spiel eingesammelt und eingesetzt werden müssen, was das Spiel leider, leider immer träger macht. Allerdings wird diesem Übel mithilfe eines Lösungsheftes geholfen, das der Packung beiliegt.





Mehr Screenshots

 

Nachteile am Spielspaß

Das Spiel ist meiner Meinung nach lange nicht perfekt und einiges hätte besser gemacht werden können. Dazu einige Schwerpunkte:

  • Vor dem Start muss man immer CD 1 im Laufwerk haben
  • Das Spiel könnte manchen Menschen als ein bisschen zu langatmig ins Auge fallen
  • Die Dialoge sind ätzend lang und die Stimmen erbärmlich blöd, um mal ganz ehrlich zu sein
    (abgesehen von dem Mann, dem man in der dritten Welt durch die Gänge folgen muss, dieser sorgt nämlich für einiges an Unterhaltung, wobei man jedoch trotzdem nicht viel versteht)
  • Humor hätte in dieses Spiel sicher noch viel mehr hineingepasst
  • Es gibt zu wenig zum Kombinieren
  • Die Story ist ziemlich wirre, um nicht gleich das "W" vorne dran wegzulassen

Mystischer Sound oder Billigkram?

Ich denke eigentlich, dass man sich hierbei nicht weiterhin versichern muss, denn wer ein Mysteryadventure spielen will, sollte mit den mystischen Klängen zufriedengestellt werden. Hintergrundmusik erscheint überall und ist immer noch mitsamt den dämlichen Stimmen per Lautsprecherbox auszustellen. Da das Spiel irgendwie toll ist, aber auf eine Art auch etwas krankhaft erscheint, bekommt es von mir eine Wertung (nach der Adventure-Archiv-Skala) von 65 %.

Bewertungen im einzelnen (Höchstpunkzahl 7):

Comedy: 0
Umgebungsechtheit: 7
Dramatik: 6
Grafik und Filmsequenzen: 6
Story: 3
Logik: 7

In meiner persönlichen Chartliste befindet sich das Spiel momentan auf Platz 8

Minimale Systemanforderungen:

  • Pentium 75 MHz
  • Windows 95
  • 8 MB RAM
  • SVGA kompatible Grafukkarte mit 65536 Farben
  • 16-bit SoundBlaster16-kompatible Soundkarte
  • 2x CD-ROM-Laufwerk

Geeignet ab: 16 Jahren

 

Adventure-Archiv-Bewertungssystem:

  • 80% bis 100%  sehr gutes Spiel  (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79%    gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69%    befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59%    ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49%    ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0%  bis 39%    grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

Copyright © Tobias Schmitt für Adventure-Archiv, 12. November 2000

 

 

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