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Die Abrafaxe 1 -
Das Geheimnis der goldenen Schale 


Erscheinungsdatum: 10/2001
Entwickler: bvm
Publisher: Kiddinx Entertainment

Homepage: http://www.abrafaxe.de

keine Altersbeschränkung

Boxshots

 

Ein Review von slydos   14. Januar 2002

 

Die Abrafaxe sind als Comic-Helden aus der Comic-Zeitschrift Mosaik bekannt, die aus der frühere DDR die Wiedervereinigung überstanden hat und im Berliner Steinchen für Steinchen Verlag monatlich erscheint. (Wer Interesse hat, kann dort ein Probeheft für 1,50 DM in Briefmarken bestellen.) Als Begleitung zu dem gleichzeitig erscheinenden Kinofilm "Die Abrafaxe - Unter schwarzer Flagge" erschien im Oktober nun der erste Teil der Adventure-Serie "Die Abrafaxe" vom Publisher Kiddinx und der Entwicklerschmiede bvm.

bvm hat sich bisher einen Namen durch eine große Anzahl von Kinder-Computerspielen gemacht, darunter ist im Adventure-Bereich sicher die "TKKG-Reihe" bekannt, zu denen sie bisher insgesamt 5 Titel beigetragen haben. Gleichzeitig zur Abrafaxe-Serie wurde auch die "Jan Tenner-Serie" gestartet. Daneben haben bvm sich auch an Werbespielen versucht, hier ist das Adventurespiel "Rail On" für die Deutsche Bundesbahn zu nennen und sind auch in den Edutainment-Bereich eingestiegen mit "Chemicus", zu dem Sie hier den aktuellen Review des Adventure-Archivs lesen können.

Die Übersichtskarte
Die Übersichtskarte

Abrax im Ausguck gelandet
Abrax im Ausguck gelandet

Die Piratenführerin muß befreit werden
Die Piratenführerin muß befreit werden

Die Installation des Spiels von einer CD lief unter Windows ME reibungslos und schnell. Ich habe die minimale Installation (10 MB) gewählt, die Vollinstallation benötigt 300 MB. Auf der CD befindet sich gleichfalls die Mac-Version.

Gleich zu Anfang wird man gebeten, seinen "Piratennamen" einzugeben. Da es keine vom Spieler zu beeinflussenden Speichermöglichkeiten während des Spiels gibt, ist das der Spielname, unter dem das Spiel beim Verlassen gespeichert wird. Dies und auch alles weitere Wissenswerte wird einem von einer ausgezeichneten Erzähler-Stimme mitgeteilt.

Es werden uns die drei Hauptakteure vorgestellt: Abrax, Brabax und Califax. Abrax liebt beherztes Handeln und schnelle Aktion. Er ist der Praktiker, der Probleme meist durch körperlichen Einsatz löst. Der rothaarige Brabax ist wohl der klügste unter den dreien, analytisches Denken und eine umfassende Bildung lassen ihn eine angemessene und oft überraschende Lösung finden. Der etwas beleibte Califax ist die gute Seele der Abrafaxe. Seine Sorge gilt der regelmäßigen Verpflegung - er ist der Koch und auch der "Medizinmann" der Gruppe.

Nach der Vorstellung erhalten wir in hörspielartiger Form die Vorgeschichte zum Adventure von einem Diktiergerät auf dem Dachboden: Die Abrafaxe haben eine goldene Schale gefunden, die sie durch Zeit und Raum zusammen mit der Ratte in die Vergangenheit versetzt hat, in ein Land, das von Piraten bewohnt wird.

Jeder der drei Helden und ihre Ratte wird mit einem Schalenstück in einen anderen Teil des Piratenlandes katapultiert: auf ein Wrack, auf eine Insel und in ein Kastell. Dort gilt es jedesmal das Schalenstück zu finden und den Weg nach Tortuga zu suchen, wo das vierte Schalenstück wartet. Erst wenn alle Schalenstücke wieder zusammengesetzt sind, können die drei wieder nach Hause.

Hier beginnt das eigentliche Spiel. Auf einer Übersichtskarte wählt man mit einem Doppelklick den Spielort und die Figur aus, die man besuchen möchte. Das Spiel wird fast ausschließlich mit der Maus gesteuert und wenn einem die einleitenden Worte des Sprechers nicht ausreichen, so kann man für die Bedienung das vorbildliche Handbuch zu Rate nehmen.

Über die Escape-Taste kann das Spiel beendet werden, der aktuelle Spielstand wird dann unter dem eingegebenen Namen gespeichert. Mit "+" und "-" kann man die Lautstärke steuern. Die Einführungssequenz kann mit einer beliebigen Taste abgebrochen werden. Man kann jederzeit über das Landkartensymbol in der Inventarleiste zu einem anderen Helden wechseln und dort weiterspielen. Das Inventar öffnet sich am unteren Bildschirmrand wenn man mit der Maus hinfährt.

Inventargegenstände werden in einer Textzeile benannt, ebenso wie Hotspots im Bildschirmbereich. Inventargegenstände werden gelb unterlegt, wenn man sie mit der linken Maustaste anklickt und können mit gedrückter Maustaste auf den Spielbereich gezogen werden. Inventargegenstände werden zwar meist einzeln verwendet, können aber auch im Inventar kombiniert werden.

Auf dem Spielbildschirm hat der Mauszeiger die Form von gekreuzten Knochen und verfärbt sich gelb, wenn man über einen Hotspot fährt. Will man mit einem Gegenstand oder einer Person interagieren, hält man die linke Maustaste gedrückt, bis sich der Cursor in die dreiteilige Aktionsschale verwandelt hat. Sie besteht aus Auge, Mund und Hand und das Handling ist ganz ähnlich dem Interaktionsmenü bei Gilbert Goodmate. Wählt man das Auge und läßt die Maustaste los, kann man Dinge und Personen betrachten. Mit dem Mund wird natürlich geredet und mit der Hand können verschiedenene Aktionen wie Nehmen oder Benutzen ausgeführt werden. Es erscheint jeweils ein Text, der anzeigt, welche Aktionen durchgeführt werden können.

In der 3rd Person-Perspektive steuern wir jeweils einen der Helden in einer zweidimensionalen Comiclandschaft. Über Richtungspfeile können wir bestimmen, wohin sich unser Akteur bewegen soll.

Wir haben hier ein traditionelles 2D-Comic-Adventure vor uns mit relativ sparsamen Animationen der Darsteller. Die Figuren selbst und ihre Bewegungen sind jedoch ausgezeichnet ausgeführt und es wird auch nicht an Bewegungsabläufen gespart, wenn z. B. ein Charakter einen Gegenstand aufnimmt oder sich in ein neues Bild bewegt. Die andgezeichneten und kolorierten Hintergründe sind liebevoll und detailliert gestaltet.

Musikuntermalung beschränkt sich auf das Intro und den Abspann. Die Geräuschkulisse z. B. auf dem ächzenden Wrack ist der Geschichte ausgezeichnet angepaßt und hat zusammen mit der professionellen Sprachausgabe Hörspielqualität. Erzähler Klaus Jepsen bringt Spannung von Anfang an ins Spiel, Kim Hasper, David Turba und Hannes Maurer geben die drei Abrafaxe in humorvoll und liebenswert. Die Piratenführerin Anne Bonnie wird übrigens von der Sängerin Nena gesprochen, die die kluge und schlagfertige Person erstaunlich gut verkörpert.

Die humorvolle Geschichte mit den witzige Texten und auch einigen Anspielungen an Monkey Island bringt einen oft zum Schmunzeln. Die chinesische Bedienungsanleitung für ein Feuerwerk erinnerte an so manchen Übersetzungstext für technische Geräte und die Erklärungen des altklugen Brabax lassen einen gleichzeitig lachen und staunen. Texte und Dialoge sind also feinste Unterhaltung - nicht nur für Kinder sondern die ganze Familie.

Rätsel und Puzzle haben Einsteigerqualität, an manchen Stellen einen mittleren Schwierigkeitsgrad. Das Spiel ist zwar linear und man muß ein Rätsel nach dem anderen lösen, kann aber zwischen den verschiedenen Schauplätzen hin- und herwechseln. Ein großer Teil der Rätsel besteht aus sehr logischen Objekt-Rätseln, also Finden, Kombinieren und Anwenden. Dazwischen gibt es aber auch Kombinationspuzzles wie einen Türcode und z.B. ein Schachrätsel. Ein wenig Geschicklichtkeit und Reaktionsfähigkeit muß man bei zwei anderen Rätseln beweisen und in einer Aufgabe muß man ein Gefühl für die ablaufende Zeit entwickeln, um weiterzukommen. Es gibt auch ein Kisten-Schiebe-Spiel á la Sokoban, aber alle diese Puzzles sind gut in die Story verwoben und machen Spaß. Man kann in diesem gewaltfreien Adventurespiel nicht sterben und ist deshalb auch nicht genötigt, ständig zu speichern.

Sollte trotz des geringen Schwierigkeitsgrades noch ein Problem auftauchen, dann gibt es auf der CD eine bebilderte Lösung im PDF-Format, der passende Acrobat-Reader wird ebenfalls mitgeliefert.

Fazit

Ein wirklich empfehlenswertes Spiel für die ganze Familie mit viel Humor und nicht allzu schweren Rätseln, so daß ein Frustfaktor hier erst gar nicht meßbar ist. Kein Spiel für Tüftler und Gehirnakrobaten, aber ein rundes, fehlerfreies und sehr witziges Comicadventure. Leider ist auch hier die Spieldauer für den Preis von ca. 35 Euro mit ca. 5 Stunden doch recht kurz. Für mich jedoch das seit langer Zeit beste Familienadventure und ich freue mich bereits auf den zweiten Teil.

  

Meine Bewertung: 75%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen Windows:

  • Windows 95/98/00
  • Pentium 166 Mhz
  • 32 MB RAM
  • High Color Grafikkarte mit 16bit Farbtiefe
  • 16bit Soundkarte
  • CDROM-Laufwerk
  • minimal 10 MB auf der Festplatte

Systemvoraussetzungen Mac:

  • System 8.1 oder höher
  • PPC 166 Mhz
  • 32 MB RAM
  • High Color Grafikkarte mit 16bit Farbtiefe
  • CDROM-Laufwerk

Gespielt auf:

  • WindowsME
  • Pentium III 850
  • 128 MB RAM
  • Sound- und Grafikkarte DirectX-kompatibel
  • Toshiba DVD-ROM

 


Die Kajüte wird durchsucht
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Kann ein Buch weiterhelfen?
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Gefangen auf Tortuga
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Diese Gottheiten müssen freundlich gestimmt werden
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Wie kommt Califax an dem grimmigen Piraten vorbei?
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Brabax ergeht es nicht besser als seinen Freunden
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Ein seekranker Pirat
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Im Kastell
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Brabax muß sich etwas einfallen lassen
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Wo ist der Geheimgang?
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Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 14. Januar 2002

 

 

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