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Die Kunst des Mordens 3 - Karten des Schicksals

Hersteller/Publisher: City Interactive

Releasedatum: 2010

 

Ein Preview von slydos, 20. Dezember 2009

 

Es ist noch nicht ganz 2 Jahre her, da kam der erste Teil der Serienkiller-Krimi-Serie mit der FBI-Agentin Nicole Bonnet auf den deutschen Markt. Seitdem haben City Interactive mit den Entwicklern vom früheren Studio Detalion zwei Spiele der parallel produzierten Mystery-Adventurereihe Das Vermächtnis und zwei Teile von Die Kunst des Mordens veröffentlicht. Der dritte Teil mit dem Untertitel Die Karten des Schicksals soll in ca. zwei Monaten herauskommen, so daß sich damit die erstaunliche Zahl von 5 regelrechten Adventurespielen seit Anfang 2008 ergibt. Nun ist nicht Masse auch gleich Klasse, unsere Testurteile der Erstlinge auch nicht gerade enthusiastische Liebeserklärungen. Die vorliegende Previewversion des 3. Teils der FBI-Serie läßt mir aber nichts anderes übrig, als den Machern Respekt zu zollen. Zum einen für die Ausdauer, die Flinte nicht ins Korn zu werfen, zum anderen für die Anstrengungen, tatsächlich immer bessere Produkte anzustreben, auch wenn die Herstellungszeit dem scheinbar entgegenzuwirken droht.

Was läßt sich über das noch unfertige Spiel bereits jetzt sagen? Drei Verbesserungen fallen auf: zuallererst fesseln Story und Erzählweise diesmal wirklich, und das gleich von der ersten Szene an. Zweitens scheint mir an der Übereinstimmung von Charaktergrafik im interaktiven Spiel mit den Videosequenzen gearbeitet worden zu sein, um die Hauptperson in einem authentischerem Darstellungsverlauf sich selbst ähnlicher zu machen. Diesen Eindruck unterstützen auch Dialogporträts, die ihren Spielcharakteren genau entsprechen. Drittens wurden sowohl Inventarhandling als auch Cursorfunktionen erweitert, so daß Gegenstände innerhalb der Inventarvergrößerungen rotiert, untersucht und verändert werden können und innerhalb des Spiels auch Objekt-Manipulationen per Click&Draw möglich sind.

Letzteres ergibt andere, physikalisch-realistische Rätselmöglichkeiten. Aber warten wir ab, wieviel wir letztlich davon präsentiert bekommen. Gleich geblieben ist bis jetzt, daß man eigentlich schon auf den ersten Blick brauchbare Objekte erst durch Aktionen oder Dialoge mit anderen Charakteren zur Benutzung 'freischalten' muß. So darf Nicole am Tatort zwar mal einen Blick in den Koffer des Laborkollegen werfen, den Fotoapparat aber erst brav nach Entdeckung eines neuen Indizes und anschließender Nachfrage beim Kollegen in die Hand nehmen. Da die Previewversion noch keine Sprachausgabe hat und auch die Dialog- bzw. Kommentartexte wohl noch nicht Endqualität erreicht haben, kann man zur Aktionslogik und deren textlicher Erklärungsweise in solchen Fällen noch nicht viel sagen. Ich hege zumindest die Hoffnung, daß sich Nicole im fertigen Spiel nicht auf zwei müde Standardfloskeln beschränkt, wenn sie etwas nicht durchführen kann, sondern sich kontextbezogen einfallsreicher äußern wird.

Bleibe ich also bei dem, was sich bis jetzt mehr als nur ansatzweise auftut: einfaches Point&Click-Handling, wobei die Cursordarstellung jetzt jeweils mit kleinen grafischen Symbolen die Aktionsmöglichkeiten der beiden Maustasten darstellt, wie z.B. Auge, Hand, Sprechblase auf der linken bzw. rechten Seite der kleinen Bildschirm-Maus: nicht so verräterisch wie bei den Geheimakte-Spielen und trotzdem komfortabel. Auch das Fragezeichen für die Hotspot-Anzeige ziert wieder die Interaktionsleiste, sowie der Werkzeugkoffer für den Zugang zum Hauptmenü. Ein Notiz- bzw. Tagebuch war in der Previewversion noch nicht vorhanden. Auch kein Telefon oder PDA, aber das ist wohl dem Tatbestand geschuldet, daß Nicole sich eigentlich im Urlaub zuhause in Jersey City befindet wenn das Spiel beginnt, und ihr Privathandy bei den Eltern vergessen hat.

Wir lernen diesmal auch Nicoles Wohnung sowie ihren Mitbewohner namens Hoover (wohl nach J. Edgar ?) kennen, der sich auf dem Bett in der zweiten Etage des offenen Lofts räkelt. Es wird also etwas privater als bisher. Nicole läßt sich sogar in den einen oder anderen Flirt verwickeln.

Sie bekommt ein Päckchen, das sie mit einigen äußerst seltsamen Objekten nach Queens lockt, wo sie erkennen muß, daß sie es mit einem intelligenten und skrupellosen Verbrecher zu tun hat, der sie und ihre Vorgehensweise anscheinend genau studiert hat.

Die Anfangsschauplätze im nächtlichen New York lassen die Augen spazieren gehen und zeugen von der gleichen grafischen Brillanz wie die anderen City-Interactive-Adventurespiele. Mehr NPCs denn je bevölkern die Spielorte, jedenfalls da, wo es erwartet werden kann. Nach 2,5 Spielstunden habe ich 17 Videosequenzen gezählt, was auf eine hohe Gesamtzahl schließen lassen darf. Die mehr oder weniger langen Filmpassagen, welche Hintergründe beleuchten, Visionen visualisieren und den Spielern die Actionszenen erzählen, sind zwar etwas verschwommen, wie in den Vorgängern, passen sich aber bisher gut in den Spielfluß ein.

Wie's scheint, will man der Story und den Darstellern diesmal mehr Tiefe und Charakter schenken. Das Auftaktkapitel spart auch nicht an dramatischen Szenen, die überraschen und beunruhigen und um die Heldin bangen lassen. Selbst die Rätselsequenzen bergen Spannungsmomente und Überraschungen.

Ich drücke uns und den Machern die Daumen für einen richtig fesselnden Thriller im Februar oder März 2010.

 

 

adventurearchiv - 17-04-10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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