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Donkey Island
Erscheinungsdatum Deutschland: 1995
Entwickler: Pterodon Software
Publisher: Epic Megagames / Romware
Spielsprache deutsch
(ebenfalls auf tschechisch erschienen)
Boxshots
Lösung deutsch
Ein Review von Elaine 11. August 2002
Wer das Gefühl hat, der Titel des Adventures kommt ihm/ihr entfernt bekannt vor, liegt richtig: die Ähnlichkeit von Donkey Island zum legendären Monkey Island ist absolut nicht zufällig, vielmehr kommt Donkey Island als Persiflage zum Original daher.
Stark daran angelehnt ist der Ort des Geschehens (eignen sich Inseln doch besonders gut als sinnvoll abgeschlossenes Areal), und auch vom Sinn für Humor und Ironie haben sich die Programmierer von Monkey Island inspirieren lassen.
Der Held des Spiels Kay-Busch Triphut, dessen Name entfernt an den Helden von Monkey Island Guybrush Threepwood erinnert, hat Ärger mit dem Zombiepiraten LeCheck, dessen Name entfernt an den Geisterpiraten LeChuck von Monkey Island erinnert.
Grafisch gesehen darf mensch jedoch nicht mehr erwarten als von Monkey Island I (ehrlich gesagt ist es meiner Ansicht nach sogar etwas schlechter). Allerdings sind die vielen kleinen Animationen im Gegegsatz zu der eher groben Grafik wirklich detailliert und liebevoll gemacht, was eine echt nette Überraschung ist.
Kaum Musik versüsst dem werten Spieler/der werten Spielerin den Spielgenuss, nur während des Intros quäkt eine kaum zu überbietend lahme Melodie aus dem internen Lautsprecher. Musikalisch kommt Donkey Island daher seeehr dürftig daher, denke ich doch an die schönen Reaggey-Rhythmen von Monkey Island.
Story & RätselZiel des Spiels ist es, im Groben gesagt, von der Insel abzuhauen und dabei den Zombiepiraten LeCheck quitt zu werden, wobei es logischerweise etliche Rätsel zu lösen gibt.
Der Auftrag zur Beschaffung von drei mehr oder weniger wichtigen Objekten wird auch in diesem Adventure klassisch in die Geschichte eingebaut (und die Dinge werden wirklich fabulös umschrieben; hat jemand von euch schon mal den "Duft des Urwaldes", den "Tod der Meere" oder den "Glanz der Meere" besorgt?)Die Geschichte und auch die Lösung der Rätsel sind an sich (meistens) recht logisch aufgebaut, dennoch kommt es relativ schnell zum "Haken", weil ohne ein bestimmtes Objekt (oder eine schlaue Idee) oft nix mehr weitergeht. An ein oder zwei Stellen hat mich jedoch eher die Verzweiflung zur richtigen Lösung gebracht, denn mit Logik war da meiner Ansicht nach nix nachzuvollziehen; war aber wie gesagt die Ausnahme.
Allzu ärgerlich wäre dies nicht, wäre die Methode von Try-and-Error für dieses Spiel nicht absolut ungeeignet, denn Monkey Island-untypisch ist die Fähigkeit des Helden (bzw. des Menschen, der dahintersitzt) während des Spiels Mist zu bauen. Bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit kann Kay-Busch in Sackgassen geraten, weil er zu früh Dinge aus dem Inventory benutzt, er Dinge falsch kombiniert oder irgend etwas vergisst zu tun. Fieserweise können Fehler am Anfang des Spiels dann zu Konsequenzen am Ende des Spiels führen. Das mindert den Spielfluss und den Spielspass, weil mensch nie weiss, ob er/sie gerade auf dem Holzweg ist, oder ob etwas schief gelaufen ist.
Im Sinne von Roberta Williams und allen King´s Quest Spielen muss ich hier ehrlich sagen, dass es in diesem Spiel sehr angebracht ist, OFT zwischenzuspeichern und dabei nicht alle alten Spielstände zu überspeichern, was die 5 limitierten Speicherplätze nicht gerad vereinfachen.Allerdings muss ich sagen, dass viele Pannen und Fehler, die passieren können, sehr schnuckelig und auch ziemlich lustig grafisch dargestellt werden. Deshalb macht es sogar manchmal Sinn, absichtlich ins Klo zu greifen, um zu gucken, was interessantes passiert.
Steuerung/HandlingWas den Weg über die Insel zur Geduldsprobe weden lässt (zumindest auf meinem Rechner), ist die gäääähnend langsame Fortbewegung und die teilweise etwas holprige Steuerung. Trotz Point-and-Click geht Kay-Busch manchmal seine eigenen Wege.
Eine interessante und gewöhnungsbedürftige Macke des Spiels ist es, das etliche Objekte auf dem Bildschirm zwar zu sehen sind, Kay-Busch will/kann sie sich aber nicht anschauen, im Gegenzug kann er sie dann aber doch wieder nehmen. Etwas merkwürdig.
FazitFür jeden, der an den Monkey Islands Spass hatte und noch einen Nachschlag möchte, kann ich Donkey Island trotz seiner streckenweisen Mängel sehr empfehlen. Die Selbstironie von Kay-Busch, die Story, die netten Rätsel, die schnuckeligen Animationen und der Humor der Programmierer machen auf jeden Fall eine Menge wieder gut.
Meine Gesamtbewertung: 61%
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Minimale Systemanforderungen:
- 386er
- IBM PC oder kompatible
- ab DOS 5.0
- CDROM-Laufwerk
- 4 MB RAM
- Festplatte mit ca. 4 MB Speicherplatz
- Maus
- VGA-Grafikkarte
gespielt mit:
- Windows 98
- Pentium 133 MHz
- 48 MB RAM
Copyright © Elaine für Adventure-Archiv, 11. August 2002