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Dragon
Riders - Chronicles of Pern
Erscheinungsdatum: 07/2001
Entwickler/Publisher: Ubisoft
Ein Review von slydos
09. August 2001
Dragon Riders - Chronicles of Pern, nach den weltweit
bekannten Büchern von Anne McCaffrey, wurde von Ubi Soft England in ein 3D Adventure von
epischen Ausmaßen verwandelt.
Die Geschichte
Das Abenteuer spielt auf dem Planeten Pern, der einst von einer
fortschrittlichen, menschlichen Kultur besiedelt wurde. Sie kamen mit drei riesigen
Kolonistenschiffen, die sie in der Umlaufbahn zurückliessen. Aber alle 200 Jahre nähert
sich der "Rote Stern" der Welt von Pern so sehr, daß Parasiten die auf dem
Kometen leben, die sogenannten "Fäden", die Welt von Pern erreichen und alles
biologische Leben zerstören, mit dem sie in Kontakt kommen. Die Kolonie wurde verwüstet
und die Einwohner mußten in den nördlichen Bergen Zuflucht suchen. Um zu überleben
schuf die Menscheit aus den einheimischen Feuerechsen, die ein gutes Veteidigungssystem
gegen die "Fäden" besitzen, durch genetische Veränderungen eine Rasse von
riesigen Drachen zur ihrer Verteidigung. Die Fähigkeit der Feuerechsen, mit dem Menschen
einen geistigen Kontakt herzustellen, war dabei ein wichtiger Überlebensfaktor.
Drachen wählen sich beim Schlüpfen, also bei ihrer
Geburt, ihren Menschen aus einer Reihe von Anwärtern aus. Einmal erwählt, bleibt die
Verbindung ein Leben lang bestehen. Diese geistige Symbiose geht soweit, daß der Tod des
einen auch meist den Tod des anderen zur Folge hat. Reiter und Drachen kämpfen für den
Schutz des Planeten vor der zerstörerischen Gewalt der "Fäden". Im Laufe der
Zeit verlor das Volk von Pern das Wissen und die Technologie seiner Vorfahren -
Bruchstücke davon finden sich auf dem Planeten in Artefakten und auch schriftlichen
Überlieferungen.
Die Gilde der Drachenreiter ist sehr angesehen im Volk und
muß deshalb ihren Lebensunterhalt auch nicht selbst bestreiten. Die Anführerin des Clans
von Fort Weyr und Reiterin des goldenen Drachens, Nalaya, ist gestorben und nach einem
feuchtfröhlichen Fest zu ihren Ehren müssen sich die verbliebenen Drachenreiter
aufmachen, eine neue Herrin zu finden. Sie spielen D'kor, den Drachenreiter des
Bronzedrachens Zenth auf der Suche nach der perfekten Frau, die Anführerin seines Clans
werden soll.
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| Installation
Das Spiel kommt auf 1 CD (also grundsätzlich kein
CD-Wechseln nötig) und läßt sich problemlos automatisch unter Windows installieren. Es
nimmt allerdings 600 MB Platz auf der Festplatte ein.
Handbuch
Im Handbuch, das eine deutsche und eine italienische Textversion
enthält, können wir nochmal die Vorgeschichte nachlesen, die im Vorspann des Spiels
leider nur in Englisch zu hören ist. Es werden uns die grundsätzlichen Funktionen
erklärt und eine kleine Spielanleitung für die Handlungen zu Beginn des Spiels gegeben.
Allerdings ausführliche Erklärungen zu allen benötigten Tasten und Funktionen sucht man
hier vergebens. Wer also den Einweisungen während des Spiels nicht immer konzentriert
lauscht, kann sie nicht in allen Fällen nachlesen. Teil des Spiels ist es ja, durch
Übung neue Fähigkeiten zu erlernen, wie z. B. Schleichen oder Bergbau.
Adventure, Action oder Rollenspiel?
Obwohl hier und da als Action-Adventure bzw. Rollenspiel bezeichnet,
handelt es sich bei Dragon Riders tatsächlich um ein Adventurespiel, bei dem
gelegentliche Rollenspiel-Elemente und Action-Einlagen nur wenig Platz einnehmen. Die
Rollenspiel-Elemente beschränken sich auf 4 Eigenschaften - Gesundheit, Ansehen, Wissen
und Stärke, die man während des Spiels verbessern kann und 8 Kenntnisse oder
Fähigkeiten, die der Spieler während des Spiels erwerben kann. Die gelegentliche Action,
wie das Kämpfen mit verschiedenen Waffen und das Schießen mit einer Armbrust, werden
nicht nur eingehend während der Spielhandlung erlernt und geübt sondern sind zudem auch
recht leicht auszuführen. Spieler, die Action wenig oder nicht gewohnt sind oder mögen,
brauchen hier nicht zurückzuschrecken. Man stirbt sehr selten - z.B. wesentlich weniger,
als in "The Last Express", wo ich persönlich weitaus mehr Schwierigkeiten
hatte, meinen Helden durchzubringen.
Steuerung
Das Spiel wird ausschließlich mit der Tastatur gesteuert.
Die Steuerung besteht aus wenigen Funktionen, die sich auch für Ungeübte recht leicht
erlernen lassen. Wir sehen unseren Held fast immer in der 3rd-Person-Perspektive und
steuern ihn mit den vier Pfeiltasten durch die Szenarien als wenn wir in ihm stecken
würden. D'kor geht also von seiner Position geradeaus oder nach rechts auch wenn es auf
dem Bildschirm links ist. Das kommt einer intuitiven Steuerung sehr entgegen, da man sich
dadurch recht schnell in den Helden hineinversetzt. (Mir persönlich liegt diese Steuerung
wesentlich besser, als eine Steuerung aus Kameraperspektive, wie es z. B. auch bei Monkey
Island 4 möglich ist). Ein Wechsel der Steuerperspektive ist bei Dragon Riders nicht
möglich aber auch verzichtbar.
Wenn unser Held langsam geht kann er mit der
Shift-Taste zum Laufen gebracht werden und umgekehrt. Die Escape-Taste ruft das
Options-Menü auf: hier kann man speichern, laden, Spieleinstellungen ändern wie Grafik,
Sound, Textgeschwindigkeit usw. oder das Spiel verlassen. Es gibt 4 normale
Speicherplätze für Savegames, 1 Speicherplatz für die Schnellspeicherung unter F9 und 1
Speicherplatz für die automatische Speicherung.
Das umfangreiche Inventar wird über die Taste "I" oder
die Funktionstaste F1 aufgerufen. Darin bewegt man sich ganz einfach mit den Pfeiltasten.
Wenn D'kor die Möglichkeit hat, eine Aktion auszuführen wie sprechen, etwas aufnehmen
usw. wird das dem Spieler durch entsprechende Icons in der oberen Bildmitte angezeigt.
Dann kann man mit der Leertaste diese Aktion ausführen. Inventargegenstände, die zuvor
mit der Return-Taste ausgewählt wurden werden auch mit dieser Taste zum Einsatz gebracht.
Zusätzliche Tastenbelegungen für Kämpfen oder Schleichen werden im Laufe des Spiels
erlernt, in der Regel von einem Gesprächspartner erklärt (was einen ins
Handlungsgeschehen versunkenen Spieler etwas unangenehm in die Spielerealität
zurückholen kann) und dann vom Spieler auch zunächst geübt bevor diese Fähigkeiten
tatsächlich benutzt werden müssen.
D'kor bewegt sich fließend und ist recht leicht kontrollierbar,
solange er sichtbar ist. Während er sich fortbewegt oder dreht wechselt die
Kameraperspektive und Kamerawinkel recht häufig. Das lockert das Spiel natürlich
erheblich auf und gibt ihm einen Kinofilmtouch. Aber manchmal verschwindet unser
Hauptdarsteller dadurch hinter irgendwelchen Kulissen und man muß sich bemühen ihn durch
die Pfeiltasten blind zu steuern und wieder hervorzuholen. In den riesigen 3D Szenarien
von Pern bewegt sich D'kor frei die Erkundungsmöglichkeiten und das Laufpensum
unseres Helden sind riesig. Dabei muß er in jede Ecke geführt werden um nicht ein
verborgenes Objekt zu übersehen.
Inventar
Kommt er in die Nähe eines Objektes fliegt sein kleiner Begleiter,
die Feuerechse, zu diesem Ort und es erscheint ein entsprechendes Handicon im oberen
Bildschirmbereich und das Objekt kann mit der Leertaste zunächst aufgenommen und
betrachtet werden, dabei wird es etwas vergrößert mit einer Textbeschreibung
dargestellt, bevor es durch einen erneuten Klick in einem der Fächer des umfangreichen
Inventars verschwindet.
Der mittlere Bereich des Inventars besteht aus verschiedenen
Fächern, in die benutzbare und tauschbare Objekte eingeordnet werden. Links daneben gibt
es 5 Fächer für Waffen, die außer den nackten Fäusten erst einmal gefunden werden
müssen. Im Laufe des Spiels können die hinzugekommenen Waffen in ihrer Stärke auch noch
aufgerüstet werden. Ein Schmied ist für eine Gegenleistung dazu bereit.
Will man vorsichtshalber schon mal eine Waffe oder ein anderes
benutzbares Utensil bereithalten, klickt man es mit der Returntaste an und es erscheint in
einem Kreis in der rechten oberen Bildschirmecke und kann dann bei Bedarf direkt
ohne erneutes Öffnen des Inventars benutzt werden.
D'kor sammelt während seiner Wanderungen eine Menge Kräuter,
Esswaren und Heiltränke ein, die seine Kräfte stärken können. Auf der linken Seite des
Inventars kann man das in der kreisförmigen Gesundheitsanzeige (rot) ablesen. Außerdem
kann D'kor im Laufe des Spiels andere Eigenschaften, wie Ansehen, Wissen und Kraft durch
seine Handlungen und Interaktionen mit anderen vergrößern. Klickt man auf einen der
farbigen Anzeigekreise bekommt man einen ausführlichen Überblick über die jeweilige
Eigenschaft mit Punktestand, dem bereits erreichten Level und dem Punkteabstand zum
nächsthöheren Level. Viele Handlungen kann D'kor erst ausführen, wenn er ein bestimmtes
Level erreicht hat. Einen festsitzenden Hebel kann er erst bewegen, wenn er sehr stark
geworden ist. Stärke erringt D'kor in Kämpfen oder wenn er sich sich körperlich
betätigt und z.B. klettert oder Felsbrocken schiebt. Wissen erlangt er durch Gespräche
mit den anderen Bewohnern, Ansehen erringt er jedesmal, wenn er etwas für andere
erledigt. Außerdem kann unser Held im Laufe der Geschichte noch eine Reihe (nämlich 8
zusätzliche Fähigkeiten) erlernen, die ebenfalls durch ein rundes Icon im linken unteren
Bereich des Inventars zu sehen sind.
Auf der rechten Seite des Inventars stehen D'kor noch einige
wichtige Hilfsmittel zur Verfügung: Es gibt dort zunächst verschiedene Kleidung, die
gewechselt werden kann, um nicht erkannt zu werden. Dann verschiedene Icons: sein
Tagebuch, in das er alle wichtigen Ereignisse und Aufgaben einträgt und das im Laufe des
Spiels sehr umfangreich wird. Allerdings muß er erst die Fähigkeit des Schreibens
erlernen, um Zugriff auf das Tagebuch zu bekommen. Alle Übersichtskarten, die er erhält
sind unter einem Kartenicon abrufbar und es gibt auch eine Gesamtkarte über besuchbare
Orte in Pern. Wenn D'kor mit Zenth, seinem Drachen, mit dem er ständig in telepathischer
Verbindung steht, kommunizieren will ruft er das Drachenicon auf. Hier kann er Zenth auch
bekannt geben, wenn er sich per Drachenflug zu einem anderen Ort begeben will. Diese Icons
sind auch über Funktionstasten direkt erreichbar.
Zu Beginn hat D'kor kaum etwas an Eigenschaften und Fähigkeiten
vorzuweisen. Deshalb macht er sich erstmal auf die Erkundung des heimatlichen Weyrs,
versucht soviel als möglich an Objekten zu sammeln und spricht mit allen Leuten. Wenn er
um die Erledigung von Aufträgen gebeten wird sollte er nie ablehnen, da er nur so seine
Fähigkeiten steigern kann. Nachdem er es geschafft hat, die anderen Drachenreiter zu
einer Versammlung zu rufen, bekommen er und die anderen Reiter den Auftrag, potentielle
Weyrführerinnen zu suchen, die sich der Schlüpf-Zeremonie stellen wollen.
Dialoge
Dialoge laufen in der Nahaufnahme entweder automatisch ab oder D'kor
hat einige Auswahlmöglichkeiten. Gespräche mit den über 200 Nicht-Spieler-Charakteren
müssen gerade zu Beginn häufig und ausführlich geführt werden. Sie nehmen speziell in
der Anfangsphase den überwiegenden Teil der Handlung ein. Wir erhalten hier nicht nur
Informationen, können Wissen und Ansehen steigern sondern bekommen auch Aufträge, die zu
einer großen Zahl von Nebenhandlungen führen. Die Sprachausgabe ist in leicht
verständlichem Englisch gehalten und wird durch deutsche Untertitel wiedergegeben, deren
Geschwindigkeit regelbar ist. In der Großaufnahme der Unterhaltungen erkennen wir, daß
die Sprachausgabe ausgesprochen lippensynchron abläuft und die Stimmen der Sprecher
passen zu den lebendigen Gesichtern der vielen Charaktere. Im Gegensatz zu vielen
Darstellungen in Adventures anderer französischer Hersteller sind Lippenbewegungen und
Mimik der Darsteller bis hin zum Hochziehen der Augenbraue sehr realitätsnah, lebendig
und profitieren von den sehr variablen Gesichtszügen. Leider passiert es des öfteren,
daß die Personen zwar sichtbar ihren Mund bewegen und auch der Sprechtext angezeigt wird
aber kein Ton der Äußerungen aus dem Lautsprecher dringt.
Zu Beginn mögen die Menge der Gesprächspartner, deren fremdartige
Namen und ihre Anliegen den Spieler etwas verwirren. Aber über die Eintragungen im
Tagebuch kann man sich immer wieder eine Übersicht schaffen und wird sich schon bald
vollkommen in diese komplexe Handlung einbezogen fühlen. Fast alle Unterhaltungen fügen
ein kleines Stück in das Mosaik dieser überaus anziehenden und spannenden Geschichte
ein. Und zusammen mit D'kor erfahren Sie immer mehr über Zusammenhänge und
Hintergründe. Was haben z. B. fehlende Erzlieferungen, das Verschwinden einiger Bewohner
und eine rätselhafte Krankheit miteinander zu tun? Steckt jemand hinter all dem - wem
kann man nun noch trauen? Je mehr Ansehen D'kor durch seine Handlungen erringt, desto
offener vertrauen ihm die Bewohner Informationen und manchmal auch Gegenstände an. Wenn
sich sein Wissenstand erhöht fällt ihm die Lösung von Aufgaben leichter.
Diese Aufgaben können in unterschiedlicher
Reihenfolge angegangen und gelöst werden. Das Spiel ist nicht linear, jedoch müssen
bestimmte Subplots erledigt werden, um einen großen Schritt weiter machen zu können. Im
Laufe der Zeit wird es auch nötig das Fort Weyr zu verlassen und andere Orte aufzusuchen.
Dazu ruft man seinen Drachen und gibt ihm über die Karte von Pern den Zielort an. Zenth
kann nur von genügend großen Plätzen starten. Er holt dort D'kor ab, der sich
automatisch in seine Drachenfliegerkluft geworfen hat und in einer wunderschönen
Animation Zenth besteigt der sich dann majestätisch erhebt - danach erleben wir ebenso
die Ankunft in einer Animation. Obwohl die Perspektiven der Drachenanimationen öfters
gewechselt werden, je nachdem wie weit man im Spiel vorangekommen ist, oder ob es Tag oder
Nacht ist - nach einiger Zeit wird man doch ungeduldig, wenn man sich zum 20ten Mal Zenths
Aufstieg und Landung ansieht. Diese Animationen können ebensowenig wie die Dialoge
abgebrochen oder verkürzt werden. Hier kann ich von einem kleinen, recht witzigen Bug
berichten: bei manchen Landungen wurde wohl vergessen, den Drachen einzufügen - D'kor
kommt also in seiner Fliegerkluft, in der er aussieht wie Quax - der Bruchpilot aus den
Dreißigern, mutterseelenallein durch die Luft geflogen, wie auf einem imaginären
Motorrad sitzend. Ist der - nicht vorhandene Drache gelandet - kraxelt er mit äußerster
Vorsicht den nicht vorhandenen Drachenarm hinunter zur Erde. Aber auch diese lustige
Einlage wird nach dem dritten Anschauen irgendwie langweilig.
Grafik
Die Grafik bei Dragon Riders ist nicht herausragend - eher
mittelmäßig. Die wenig detailreichen Hintergründe der weitläufigen Szenarien sind aus
oft groben Texturen zusammengesetzt und wirken etwas klobig verschwommen. Objekte, die
aufgenommen werden können, wie z. B. Kräuter, erkennt man deshalb schon von weitem, da
sie sich klar von den Hintergründen abheben. Wie in 3D-Spielen üblich, in denen man
seinen Helden in der 3rd-Person-Perspektive sehen kann, passiert es oft, daß er wie David
Copperfield durch die Chinesische Mauer, durch Felsen, Möbel und andere Personen läuft.
Der sich ständig ändernde Kamerawinkel gibt ein aufregendes
Kino-Feeling - führt aber auch oft zur Verwirrung und Desorientierung des Spielers. Die
vielen Charaktere in Dragon Riders sind dagegen recht gut gelungen und wirken echt,
besonders die Gesichtsanimationen und die Lippensynchronität können überzeugen.
Eigentlich habe ich aber grafisch gar nichts wirklich vermißt, da die mich die Erzählung
und Entwicklung der epischen Story viel zu sehr gefangen genommen hat. Ich denke, daß wer
zusätzlich eine hohe Grafikqualität verlangt dann auch mit einer größeren Anzahl von
Speichermedien rechnen muß. Es ist erstaunlich, daß die sehr umfangreiche Geschichte von
40 Stunden reiner Spielzeit auf einer CD Platz findet.
Musik und Sound
Die wenigen Musikthemen, die sich je nach Spielort wiederholen,
unterstützen die Atmosphäre einer weit entfernten, mythischen andersartigen Welt. Ein
wenig erinnerten sie mich an Stücke von Cirque du Soleil. Die wenigen Soundeffekte des
Spiels unterstützen den dreidimensionalen Eindruck voll und ganz. Geräusche werden
leiser oder deutlicher, man hört wie sie sich stufenlos von links nach rechts ändern, je
nachdem wie sich D'kor bewegt. So kann man D'kor tatsächlich auch durch diese Geräusche
navigieren indem man ihn dorthin gehen läßt, wo das Geräusch lauter wird. Allerdings
hat mich das aufdringliche Geräusch der kehrenden Besen an einigen Orten schon genervt.
Man wurde davon geradezu verfolgt und hörte es selbst an Orten, an denen gar nicht
gekehrt wurde.
D'kors ständiger hilfreicher Gefährte - eine kleine Feuerechse -
die immer versucht über seiner Schulter zu fliegen und mit ihm Schritt zu halten,
erinnerte mich von ihrem schirpenden Einzelsoundrepertoire an einen Wellen- oder
Nymphensittich.
Rätsel
Die Rätsel in Dragon Riders werden zwar im Laufe des Spiels etwas
komplexer, aber sie gehören keineswegs zum schweren Kaliber. Grundsätzlich müssen die
richtigen Personen zur richtigen Zeit angesprochen werden - klappt etwas im Moment noch
nicht kann es durch Erreichen eines höheren Fähigkeiten-Levels wahrscheinlich gelöst
werden. Darauf gibt es auch immer wieder Hinweise in den Dialogen. Um einen bestimmten
Hebel zu bewegen braucht es schon einen sehr starken Mann. Also muß man sich Kampfpartner
suchen, um die Stärke zu erhöhen oder man klettert einfach zig-mal einen Felsen rauf und
runter und erhält so auch genügend Stärkepunkte. Immer, wenn man seine Fähigkeiten um
ein Level erhöht, etwas wichtiges fürs Tagebuch erfährt oder z.B. eine potentielle
Weyr-Herrin gefunden hat, wird einem das auch am Bildschirm angezeigt. Oft müssen
Gegenstände gefunden werden um sie einer Person zu übergeben. Diese Übergabe erfolgt
automatisch, wenn man den richtigen Mann bzw. Frau gefunden hat. Allerdings sind die
Finde-Gebe-Rätsel auch oft verschachtelt. Um den Wagen beiseite zu schieben brauche ich
ein Zugtier - das bekomme ich wiederum nur gegen eine lebendige Tunnelschlange - um eine
Tunnelschlange zu bekommen ... usw.
Manchmal müssen Aktionen in einer gewissen Reihenfolge ausgeführt
werden um z.B. eine Tür zu öffnen. Ab und zu braucht man Treffsicherheit, um z. B. einen
Käfer mit einem Pfeil zu erlegen. Ein Würfelspiel kann nur nach bestimmten Vorgaben
gewonnen werden. Manchmal kommt man nur weiter, wenn man nicht die Kleidung eines
Drachenreiters trägt. Es kommt selten vor, das man stecken bleibt und es sich scheinbar
keine Möglichkeiten mehr bieten. Allerdings gibt es auch Sackgassen aus denen kein Weg
mehr zurück führt. Einige davon sind auf Programmierfehler zurückzuführen andere sind
gewollt, um den Schwierigkeitsgrad zu steigern.
Hier kann ich nur empfehlen, die wenigen
Speicherplätze mit Bedacht zu nutzen, sonst kann es passieren, daß man den Spielverlauf
einiger Stunden wiederholen muß. Tatsächlich kann ich nur raten, sich ältere
Spielstände nach einiger Spielzeit zur Sicherheit in ein Extra-Verzeichnis zu kopieren,
um sie nicht zu überschreiben.
Trotz der Bugs, z. B. die Metallhöhlen können beim zweiten Besuch
nicht mehr verlassen werden; im Gefängis wird das Aktionsicon vom Schleichicon so
überlagert, so daß man einen Schalter nicht betätigen kann um hinauszukommen (kann bei
normalen Tastaturen mit der Einfügen/0-Taste behoben werden - allerdings nicht auf meiner
Laptop-Tastatur) - also trotz dieser Bugs, trotz der unkomfortabel geringen Zahl der
Speicherplätze, trotz der mittelmäßigen Grafik und der nicht abbrechbaren Animationen
und Dialoge - Dragon Riders hat mir einen Riesenspaß gemacht.
Die Action/Geschicklichkeitsanteile sind selten und von jedem
Spieler (auch mir) zu meistern. Die ausgezeichnet erzählte Geschichte der Drachenreiter
hat mich wirklich eine lange Zeit durch ihre Spannung und Originalität gefesselt. Ein
Spiel, auf das ich mich gefreut habe und das meine Gedanke beschäftigte, wenn ich es
nicht spielte (hier mußte ich nicht denken: "Nachher mußt du wieder
Monkey-Combat" spielen" - wann hört das endlich auf!).
Möglicherweise plant Ubi Soft ja schon einen Nachfolger - der
Delphin auf der Insel Ista macht dazu ja einige Andeutungen. Übrigens gibt es eine kleine
Reminiszenz an Anne McCaffrey in der Küche der Burg von Fort Hold: Das Küchenmädchen
Anne hat keinen Spaß am Haferbrei rühren, sondern träumt vom Drachenreiten und vom
Schreiben darüber. Wer nicht vor einer Tastatursteuerung zurückschreckt und eine
spannende Story und sehr langen Spielspaß wünscht, der sollte mitträumen!
Trotz der Abzüge für die oben genannten Negativpunkte 82% -
wirklich empfehlenswert!
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr
empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt
empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade
empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher
abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht
(lieber die Finger davon lassen)
Minimale Systemvoraussetzungen:
- Windows 95/98/ME
- Pentium II 300
- 64 MB RAM
- 3D-Karte: 16 MB, DirectX-kompatibel
- Soundkarte 100% DirectX-kompatibel
- Tastatur
- DirectX 8 (auf CD vorhanden)
- min. 600 MB freier Festplattenspeicher
- 12fach CDROM-Laufwerk
Gespielt auf:
- WindowsME
- Pentium III 850
- 128 MB RAM
- Sound- und Grafikkarte DirectX-kompatibel
- Toshiba DVD-ROM
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