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Dragon Riders - Chronicles of Pern 


Erscheinungsdatum: 07/2001
Entwickler/Publisher: Ubisoft

Ein Review von slydos   09. August 2001

 

Dragon Riders - Chronicles of Pern, nach den weltweit bekannten Büchern von Anne McCaffrey, wurde von Ubi Soft England in ein 3D Adventure von epischen Ausmaßen verwandelt.

Die Geschichte

Das Abenteuer spielt auf dem Planeten Pern, der einst von einer fortschrittlichen, menschlichen Kultur besiedelt wurde. Sie kamen mit drei riesigen Kolonistenschiffen, die sie in der Umlaufbahn zurückliessen. Aber alle 200 Jahre nähert sich der "Rote Stern" der Welt von Pern so sehr, daß Parasiten die auf dem Kometen leben, die sogenannten "Fäden", die Welt von Pern erreichen und alles biologische Leben zerstören, mit dem sie in Kontakt kommen. Die Kolonie wurde verwüstet und die Einwohner mußten in den nördlichen Bergen Zuflucht suchen. Um zu überleben schuf die Menscheit aus den einheimischen Feuerechsen, die ein gutes Veteidigungssystem gegen die "Fäden" besitzen, durch genetische Veränderungen eine Rasse von riesigen Drachen zur ihrer Verteidigung. Die Fähigkeit der Feuerechsen, mit dem Menschen einen geistigen Kontakt herzustellen, war dabei ein wichtiger Überlebensfaktor.

Drachen wählen sich beim Schlüpfen, also bei ihrer Geburt, ihren Menschen aus einer Reihe von Anwärtern aus. Einmal erwählt, bleibt die Verbindung ein Leben lang bestehen. Diese geistige Symbiose geht soweit, daß der Tod des einen auch meist den Tod des anderen zur Folge hat. Reiter und Drachen kämpfen für den Schutz des Planeten vor der zerstörerischen Gewalt der "Fäden". Im Laufe der Zeit verlor das Volk von Pern das Wissen und die Technologie seiner Vorfahren - Bruchstücke davon finden sich auf dem Planeten in Artefakten und auch schriftlichen Überlieferungen.

Die Gilde der Drachenreiter ist sehr angesehen im Volk und muß deshalb ihren Lebensunterhalt auch nicht selbst bestreiten. Die Anführerin des Clans von Fort Weyr und Reiterin des goldenen Drachens, Nalaya, ist gestorben und nach einem feuchtfröhlichen Fest zu ihren Ehren müssen sich die verbliebenen Drachenreiter aufmachen, eine neue Herrin zu finden. Sie spielen D'kor, den Drachenreiter des Bronzedrachens Zenth auf der Suche nach der perfekten Frau, die Anführerin seines Clans werden soll.

Installation

Das Spiel kommt auf 1 CD (also grundsätzlich kein CD-Wechseln nötig) und läßt sich problemlos automatisch unter Windows installieren. Es nimmt allerdings 600 MB Platz auf der Festplatte ein.

Handbuch

Im Handbuch, das eine deutsche und eine italienische Textversion enthält, können wir nochmal die Vorgeschichte nachlesen, die im Vorspann des Spiels leider nur in Englisch zu hören ist. Es werden uns die grundsätzlichen Funktionen erklärt und eine kleine Spielanleitung für die Handlungen zu Beginn des Spiels gegeben. Allerdings ausführliche Erklärungen zu allen benötigten Tasten und Funktionen sucht man hier vergebens. Wer also den Einweisungen während des Spiels nicht immer konzentriert lauscht, kann sie nicht in allen Fällen nachlesen. Teil des Spiels ist es ja, durch Übung neue Fähigkeiten zu erlernen, wie z. B. Schleichen oder Bergbau.

Adventure, Action oder Rollenspiel?

Obwohl hier und da als Action-Adventure bzw. Rollenspiel bezeichnet, handelt es sich bei Dragon Riders tatsächlich um ein Adventurespiel, bei dem gelegentliche Rollenspiel-Elemente und Action-Einlagen nur wenig Platz einnehmen. Die Rollenspiel-Elemente beschränken sich auf 4 Eigenschaften - Gesundheit, Ansehen, Wissen und Stärke, die man während des Spiels verbessern kann und 8 Kenntnisse oder Fähigkeiten, die der Spieler während des Spiels erwerben kann. Die gelegentliche Action, wie das Kämpfen mit verschiedenen Waffen und das Schießen mit einer Armbrust, werden nicht nur eingehend während der Spielhandlung erlernt und geübt sondern sind zudem auch recht leicht auszuführen. Spieler, die Action wenig oder nicht gewohnt sind oder mögen, brauchen hier nicht zurückzuschrecken. Man stirbt sehr selten - z.B. wesentlich weniger, als in "The Last Express", wo ich persönlich weitaus mehr Schwierigkeiten hatte, meinen Helden durchzubringen.

Steuerung

Das Spiel wird ausschließlich mit der Tastatur gesteuert. Die Steuerung besteht aus wenigen Funktionen, die sich auch für Ungeübte recht leicht erlernen lassen. Wir sehen unseren Held fast immer in der 3rd-Person-Perspektive und steuern ihn mit den vier Pfeiltasten durch die Szenarien als wenn wir in ihm stecken würden. D'kor geht also von seiner Position geradeaus oder nach rechts auch wenn es auf dem Bildschirm links ist. Das kommt einer intuitiven Steuerung sehr entgegen, da man sich dadurch recht schnell in den Helden hineinversetzt. (Mir persönlich liegt diese Steuerung wesentlich besser, als eine Steuerung aus Kameraperspektive, wie es z. B. auch bei Monkey Island 4 möglich ist). Ein Wechsel der Steuerperspektive ist bei Dragon Riders nicht möglich aber auch verzichtbar.

Wenn unser Held langsam geht kann er mit der Shift-Taste zum Laufen gebracht werden und umgekehrt. Die Escape-Taste ruft das Options-Menü auf: hier kann man speichern, laden, Spieleinstellungen ändern wie Grafik, Sound, Textgeschwindigkeit usw. oder das Spiel verlassen. Es gibt 4 normale Speicherplätze für Savegames, 1 Speicherplatz für die Schnellspeicherung unter F9 und 1 Speicherplatz für die automatische Speicherung.

Das umfangreiche Inventar wird über die Taste "I" oder die Funktionstaste F1 aufgerufen. Darin bewegt man sich ganz einfach mit den Pfeiltasten. Wenn D'kor die Möglichkeit hat, eine Aktion auszuführen wie sprechen, etwas aufnehmen usw. wird das dem Spieler durch entsprechende Icons in der oberen Bildmitte angezeigt. Dann kann man mit der Leertaste diese Aktion ausführen. Inventargegenstände, die zuvor mit der Return-Taste ausgewählt wurden werden auch mit dieser Taste zum Einsatz gebracht. Zusätzliche Tastenbelegungen für Kämpfen oder Schleichen werden im Laufe des Spiels erlernt, in der Regel von einem Gesprächspartner erklärt (was einen ins Handlungsgeschehen versunkenen Spieler etwas unangenehm in die Spielerealität zurückholen kann) und dann vom Spieler auch zunächst geübt bevor diese Fähigkeiten tatsächlich benutzt werden müssen.

D'kor bewegt sich fließend und ist recht leicht kontrollierbar, solange er sichtbar ist. Während er sich fortbewegt oder dreht wechselt die Kameraperspektive und Kamerawinkel recht häufig. Das lockert das Spiel natürlich erheblich auf und gibt ihm einen Kinofilmtouch. Aber manchmal verschwindet unser Hauptdarsteller dadurch hinter irgendwelchen Kulissen und man muß sich bemühen ihn durch die Pfeiltasten blind zu steuern und wieder hervorzuholen. In den riesigen 3D Szenarien von Pern bewegt sich D'kor frei – die Erkundungsmöglichkeiten und das Laufpensum unseres Helden sind riesig. Dabei muß er in jede Ecke geführt werden um nicht ein verborgenes Objekt zu übersehen.

Inventar

Kommt er in die Nähe eines Objektes fliegt sein kleiner Begleiter, die Feuerechse, zu diesem Ort und es erscheint ein entsprechendes Handicon im oberen Bildschirmbereich und das Objekt kann mit der Leertaste zunächst aufgenommen und betrachtet werden, dabei wird es etwas vergrößert mit einer Textbeschreibung dargestellt, bevor es durch einen erneuten Klick in einem der Fächer des umfangreichen Inventars verschwindet.

Der mittlere Bereich des Inventars besteht aus verschiedenen Fächern, in die benutzbare und tauschbare Objekte eingeordnet werden. Links daneben gibt es 5 Fächer für Waffen, die außer den nackten Fäusten erst einmal gefunden werden müssen. Im Laufe des Spiels können die hinzugekommenen Waffen in ihrer Stärke auch noch aufgerüstet werden. Ein Schmied ist für eine Gegenleistung dazu bereit.

Will man vorsichtshalber schon mal eine Waffe oder ein anderes benutzbares Utensil bereithalten, klickt man es mit der Returntaste an und es erscheint in einem Kreis in der rechten oberen Bildschirmecke und kann dann bei Bedarf direkt – ohne erneutes Öffnen des Inventars – benutzt werden.

D'kor sammelt während seiner Wanderungen eine Menge Kräuter, Esswaren und Heiltränke ein, die seine Kräfte stärken können. Auf der linken Seite des Inventars kann man das in der kreisförmigen Gesundheitsanzeige (rot) ablesen. Außerdem kann D'kor im Laufe des Spiels andere Eigenschaften, wie Ansehen, Wissen und Kraft durch seine Handlungen und Interaktionen mit anderen vergrößern. Klickt man auf einen der farbigen Anzeigekreise bekommt man einen ausführlichen Überblick über die jeweilige Eigenschaft mit Punktestand, dem bereits erreichten Level und dem Punkteabstand zum nächsthöheren Level. Viele Handlungen kann D'kor erst ausführen, wenn er ein bestimmtes Level erreicht hat. Einen festsitzenden Hebel kann er erst bewegen, wenn er sehr stark geworden ist. Stärke erringt D'kor in Kämpfen oder wenn er sich sich körperlich betätigt und z.B. klettert oder Felsbrocken schiebt. Wissen erlangt er durch Gespräche mit den anderen Bewohnern, Ansehen erringt er jedesmal, wenn er etwas für andere erledigt. Außerdem kann unser Held im Laufe der Geschichte noch eine Reihe (nämlich 8 zusätzliche Fähigkeiten) erlernen, die ebenfalls durch ein rundes Icon im linken unteren Bereich des Inventars zu sehen sind.

Auf der rechten Seite des Inventars stehen D'kor noch einige wichtige Hilfsmittel zur Verfügung: Es gibt dort zunächst verschiedene Kleidung, die gewechselt werden kann, um nicht erkannt zu werden. Dann verschiedene Icons: sein Tagebuch, in das er alle wichtigen Ereignisse und Aufgaben einträgt und das im Laufe des Spiels sehr umfangreich wird. Allerdings muß er erst die Fähigkeit des Schreibens erlernen, um Zugriff auf das Tagebuch zu bekommen. Alle Übersichtskarten, die er erhält sind unter einem Kartenicon abrufbar und es gibt auch eine Gesamtkarte über besuchbare Orte in Pern. Wenn D'kor mit Zenth, seinem Drachen, mit dem er ständig in telepathischer Verbindung steht, kommunizieren will ruft er das Drachenicon auf. Hier kann er Zenth auch bekannt geben, wenn er sich per Drachenflug zu einem anderen Ort begeben will. Diese Icons sind auch über Funktionstasten direkt erreichbar.

Zu Beginn hat D'kor kaum etwas an Eigenschaften und Fähigkeiten vorzuweisen. Deshalb macht er sich erstmal auf die Erkundung des heimatlichen Weyrs, versucht soviel als möglich an Objekten zu sammeln und spricht mit allen Leuten. Wenn er um die Erledigung von Aufträgen gebeten wird sollte er nie ablehnen, da er nur so seine Fähigkeiten steigern kann. Nachdem er es geschafft hat, die anderen Drachenreiter zu einer Versammlung zu rufen, bekommen er und die anderen Reiter den Auftrag, potentielle Weyrführerinnen zu suchen, die sich der Schlüpf-Zeremonie stellen wollen.

Dialoge

Dialoge laufen in der Nahaufnahme entweder automatisch ab oder D'kor hat einige Auswahlmöglichkeiten. Gespräche mit den über 200 Nicht-Spieler-Charakteren müssen gerade zu Beginn häufig und ausführlich geführt werden. Sie nehmen speziell in der Anfangsphase den überwiegenden Teil der Handlung ein. Wir erhalten hier nicht nur Informationen, können Wissen und Ansehen steigern sondern bekommen auch Aufträge, die zu einer großen Zahl von Nebenhandlungen führen. Die Sprachausgabe ist in leicht verständlichem Englisch gehalten und wird durch deutsche Untertitel wiedergegeben, deren Geschwindigkeit regelbar ist. In der Großaufnahme der Unterhaltungen erkennen wir, daß die Sprachausgabe ausgesprochen lippensynchron abläuft und die Stimmen der Sprecher passen zu den lebendigen Gesichtern der vielen Charaktere. Im Gegensatz zu vielen Darstellungen in Adventures anderer französischer Hersteller sind Lippenbewegungen und Mimik der Darsteller bis hin zum Hochziehen der Augenbraue sehr realitätsnah, lebendig und profitieren von den sehr variablen Gesichtszügen. Leider passiert es des öfteren, daß die Personen zwar sichtbar ihren Mund bewegen und auch der Sprechtext angezeigt wird aber kein Ton der Äußerungen aus dem Lautsprecher dringt.

Zu Beginn mögen die Menge der Gesprächspartner, deren fremdartige Namen und ihre Anliegen den Spieler etwas verwirren. Aber über die Eintragungen im Tagebuch kann man sich immer wieder eine Übersicht schaffen und wird sich schon bald vollkommen in diese komplexe Handlung einbezogen fühlen. Fast alle Unterhaltungen fügen ein kleines Stück in das Mosaik dieser überaus anziehenden und spannenden Geschichte ein. Und zusammen mit D'kor erfahren Sie immer mehr über Zusammenhänge und Hintergründe. Was haben z. B. fehlende Erzlieferungen, das Verschwinden einiger Bewohner und eine rätselhafte Krankheit miteinander zu tun? Steckt jemand hinter all dem - wem kann man nun noch trauen? Je mehr Ansehen D'kor durch seine Handlungen erringt, desto offener vertrauen ihm die Bewohner Informationen und manchmal auch Gegenstände an. Wenn sich sein Wissenstand erhöht fällt ihm die Lösung von Aufgaben leichter.

Diese Aufgaben können in unterschiedlicher Reihenfolge angegangen und gelöst werden. Das Spiel ist nicht linear, jedoch müssen bestimmte Subplots erledigt werden, um einen großen Schritt weiter machen zu können. Im Laufe der Zeit wird es auch nötig das Fort Weyr zu verlassen und andere Orte aufzusuchen. Dazu ruft man seinen Drachen und gibt ihm über die Karte von Pern den Zielort an. Zenth kann nur von genügend großen Plätzen starten. Er holt dort D'kor ab, der sich automatisch in seine Drachenfliegerkluft geworfen hat und in einer wunderschönen Animation Zenth besteigt der sich dann majestätisch erhebt - danach erleben wir ebenso die Ankunft in einer Animation. Obwohl die Perspektiven der Drachenanimationen öfters gewechselt werden, je nachdem wie weit man im Spiel vorangekommen ist, oder ob es Tag oder Nacht ist - nach einiger Zeit wird man doch ungeduldig, wenn man sich zum 20ten Mal Zenths Aufstieg und Landung ansieht. Diese Animationen können ebensowenig wie die Dialoge abgebrochen oder verkürzt werden. Hier kann ich von einem kleinen, recht witzigen Bug berichten: bei manchen Landungen wurde wohl vergessen, den Drachen einzufügen - D'kor kommt also in seiner Fliegerkluft, in der er aussieht wie Quax - der Bruchpilot aus den Dreißigern, mutterseelenallein durch die Luft geflogen, wie auf einem imaginären Motorrad sitzend. Ist der - nicht vorhandene Drache gelandet - kraxelt er mit äußerster Vorsicht den nicht vorhandenen Drachenarm hinunter zur Erde. Aber auch diese lustige Einlage wird nach dem dritten Anschauen irgendwie langweilig.

Grafik

Die Grafik bei Dragon Riders ist nicht herausragend - eher mittelmäßig. Die wenig detailreichen Hintergründe der weitläufigen Szenarien sind aus oft groben Texturen zusammengesetzt und wirken etwas klobig verschwommen. Objekte, die aufgenommen werden können, wie z. B. Kräuter, erkennt man deshalb schon von weitem, da sie sich klar von den Hintergründen abheben. Wie in 3D-Spielen üblich, in denen man seinen Helden in der 3rd-Person-Perspektive sehen kann, passiert es oft, daß er wie David Copperfield durch die Chinesische Mauer, durch Felsen, Möbel und andere Personen läuft.

Der sich ständig ändernde Kamerawinkel gibt ein aufregendes Kino-Feeling - führt aber auch oft zur Verwirrung und Desorientierung des Spielers. Die vielen Charaktere in Dragon Riders sind dagegen recht gut gelungen und wirken echt, besonders die Gesichtsanimationen und die Lippensynchronität können überzeugen. Eigentlich habe ich aber grafisch gar nichts wirklich vermißt, da die mich die Erzählung und Entwicklung der epischen Story viel zu sehr gefangen genommen hat. Ich denke, daß wer zusätzlich eine hohe Grafikqualität verlangt dann auch mit einer größeren Anzahl von Speichermedien rechnen muß. Es ist erstaunlich, daß die sehr umfangreiche Geschichte von 40 Stunden reiner Spielzeit auf einer CD Platz findet.

Musik und Sound

Die wenigen Musikthemen, die sich je nach Spielort wiederholen, unterstützen die Atmosphäre einer weit entfernten, mythischen andersartigen Welt. Ein wenig erinnerten sie mich an Stücke von Cirque du Soleil. Die wenigen Soundeffekte des Spiels unterstützen den dreidimensionalen Eindruck voll und ganz. Geräusche werden leiser oder deutlicher, man hört wie sie sich stufenlos von links nach rechts ändern, je nachdem wie sich D'kor bewegt. So kann man D'kor tatsächlich auch durch diese Geräusche navigieren indem man ihn dorthin gehen läßt, wo das Geräusch lauter wird. Allerdings hat mich das aufdringliche Geräusch der kehrenden Besen an einigen Orten schon genervt. Man wurde davon geradezu verfolgt und hörte es selbst an Orten, an denen gar nicht gekehrt wurde.

D'kors ständiger hilfreicher Gefährte - eine kleine Feuerechse - die immer versucht über seiner Schulter zu fliegen und mit ihm Schritt zu halten, erinnerte mich von ihrem schirpenden Einzelsoundrepertoire an einen Wellen- oder Nymphensittich.

Rätsel

Die Rätsel in Dragon Riders werden zwar im Laufe des Spiels etwas komplexer, aber sie gehören keineswegs zum schweren Kaliber. Grundsätzlich müssen die richtigen Personen zur richtigen Zeit angesprochen werden - klappt etwas im Moment noch nicht kann es durch Erreichen eines höheren Fähigkeiten-Levels wahrscheinlich gelöst werden. Darauf gibt es auch immer wieder Hinweise in den Dialogen. Um einen bestimmten Hebel zu bewegen braucht es schon einen sehr starken Mann. Also muß man sich Kampfpartner suchen, um die Stärke zu erhöhen oder man klettert einfach zig-mal einen Felsen rauf und runter und erhält so auch genügend Stärkepunkte. Immer, wenn man seine Fähigkeiten um ein Level erhöht, etwas wichtiges fürs Tagebuch erfährt oder z.B. eine potentielle Weyr-Herrin gefunden hat, wird einem das auch am Bildschirm angezeigt. Oft müssen Gegenstände gefunden werden um sie einer Person zu übergeben. Diese Übergabe erfolgt automatisch, wenn man den richtigen Mann bzw. Frau gefunden hat. Allerdings sind die Finde-Gebe-Rätsel auch oft verschachtelt. Um den Wagen beiseite zu schieben brauche ich ein Zugtier - das bekomme ich wiederum nur gegen eine lebendige Tunnelschlange - um eine Tunnelschlange zu bekommen ... usw.

Manchmal müssen Aktionen in einer gewissen Reihenfolge ausgeführt werden um z.B. eine Tür zu öffnen. Ab und zu braucht man Treffsicherheit, um z. B. einen Käfer mit einem Pfeil zu erlegen. Ein Würfelspiel kann nur nach bestimmten Vorgaben gewonnen werden. Manchmal kommt man nur weiter, wenn man nicht die Kleidung eines Drachenreiters trägt. Es kommt selten vor, das man stecken bleibt und es sich scheinbar keine Möglichkeiten mehr bieten. Allerdings gibt es auch Sackgassen aus denen kein Weg mehr zurück führt. Einige davon sind auf Programmierfehler zurückzuführen andere sind gewollt, um den Schwierigkeitsgrad zu steigern.

Hier kann ich nur empfehlen, die wenigen Speicherplätze mit Bedacht zu nutzen, sonst kann es passieren, daß man den Spielverlauf einiger Stunden wiederholen muß. Tatsächlich kann ich nur raten, sich ältere Spielstände nach einiger Spielzeit zur Sicherheit in ein Extra-Verzeichnis zu kopieren, um sie nicht zu überschreiben.

Trotz der Bugs, z. B. die Metallhöhlen können beim zweiten Besuch nicht mehr verlassen werden; im Gefängis wird das Aktionsicon vom Schleichicon so überlagert, so daß man einen Schalter nicht betätigen kann um hinauszukommen (kann bei normalen Tastaturen mit der Einfügen/0-Taste behoben werden - allerdings nicht auf meiner Laptop-Tastatur) - also trotz dieser Bugs, trotz der unkomfortabel geringen Zahl der Speicherplätze, trotz der mittelmäßigen Grafik und der nicht abbrechbaren Animationen und Dialoge - Dragon Riders hat mir einen Riesenspaß gemacht.

Die Action/Geschicklichkeitsanteile sind selten und von jedem Spieler (auch mir) zu meistern. Die ausgezeichnet erzählte Geschichte der Drachenreiter hat mich wirklich eine lange Zeit durch ihre Spannung und Originalität gefesselt. Ein Spiel, auf das ich mich gefreut habe und das meine Gedanke beschäftigte, wenn ich es nicht spielte (hier mußte ich nicht denken: "Nachher mußt du wieder Monkey-Combat" spielen" - wann hört das endlich auf!).

Möglicherweise plant Ubi Soft ja schon einen Nachfolger - der Delphin auf der Insel Ista macht dazu ja einige Andeutungen. Übrigens gibt es eine kleine Reminiszenz an Anne McCaffrey in der Küche der Burg von Fort Hold: Das Küchenmädchen Anne hat keinen Spaß am Haferbrei rühren, sondern träumt vom Drachenreiten und vom Schreiben darüber. Wer nicht vor einer Tastatursteuerung zurückschreckt und eine spannende Story und sehr langen Spielspaß wünscht, der sollte mitträumen!

Trotz der Abzüge für die oben genannten Negativpunkte 82% - wirklich empfehlenswert!

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100%  sehr gutes Spiel  (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79%    gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69%    befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59%    ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49%    ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0%  bis 39%    grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows 95/98/ME
  • Pentium II 300
  • 64 MB RAM
  • 3D-Karte: 16 MB, DirectX-kompatibel
  • Soundkarte 100% DirectX-kompatibel
  • Tastatur
  • DirectX 8 (auf CD vorhanden)
  • min. 600 MB freier Festplattenspeicher
  • 12fach CDROM-Laufwerk

Gespielt auf:

  • WindowsME
  • Pentium III 850
  • 128 MB RAM
  • Sound- und Grafikkarte DirectX-kompatibel
  • Toshiba DVD-ROM

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

Mehr Screenshots

 


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