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Duckman  -  Ente süß-sauer


Erscheinungsdatum: 1997
Entwickler: Illusions
Publisher: Funsoft
Boxshots

USK: Geeignet ab 12 Jahren

 

Ein Review von   André   26. Januar 2003

 

Nachdem ich Duckman installiert und die ersten Sequenzen gespielt hatte, war mein erster Eindruck, dass es sich bei dem Spiel um ein Adventure handelt, dem man eine gewisse Schmierigkeit nicht absprechen kann. Denn bei Duckman bedient man sich der Art schlüpfrigen Humors, den auch Leisure Suit Larry ausmacht, gepaart mit einem Schuss Splatter. Das alles wird dann wie bei Larry in Comic-Form und der dritten Perspektive dargeboten. Doch je länger ich dann Duckman spielte, musste ich dann feststellen, dass es wesentlich mehr zu bieten hat, als billige Sexwitzchen.


 

Handlung

Ja, es gibt eine Handlung und die ist gar nicht mal schlecht: Duckman ist
ein Superheld und seine Sendungen werden mit großem Erfolg im Fernsehen ausgestrahlt. Plötzlich steht er vor dem Nichts, denn er muss zusehen, wie ein anderer böser Superheld, der neue Duckman, seine Rolle übernimmt und sein Leben zerstört. Seine Familie verlässt ihn, lässt ihn noch nicht mal mehr in sein eigenes Haus. Zudem verliert er seinen Job.
Doch welche bösen Machenschaften stecken dahinter? Duckman gibt so schnell nicht auf und nun ist es seine bzw. unsere Aufgabe, die Intrige gegen ihn aufzudecken, den neuen Duckman und seine Hintermänner zu entlarven und seine Familie zurückzuerobern.

Dabei ergeben sich durch viele kleine Handlungsstränge die verrücktsten
Aufgaben, die unser Superheld lösen muss. Und die sind größtenteils ausgesprochen originell gestaltet. Also die Handlung ist wirklich solide.

Wären da nur nicht immer die permanenten billigen Sexwitzchen: So trifft
Duckman irgendwann auf die Teletubbies, in deren Haus er eine Sexhotline anruft und vor deren Augen er dann am Telefon Hand an sich legt (sorry, eleganter kann ich es nicht formulieren). Auch die Frage, warum er die Teletubbies überflüssigerweise im Mixer, in der Mikrowelle so wie mit zwei weiteren Apparaturen töten kann, ohne dass es für die Handlung relevant wäre, kann ich nicht beantworten. Das ist wohl Bad Taste...im wahrsten Sinne des Wortes.

Viele andere Witze beziehen sich auf amerikanische Schauspieler, welche
zumindest mir größtenteils nicht bekannt sind. Dabei wurde der Humor und die Namen der Schauspieler in der deutschen Übersetzung teilweise belassen, was mir dann überhaupt nichts sagte, andere wurden teilweise umgeändert. So wird dann auch mal über Marie Luise Marian hergezogen.

Wie gesagt, einige Witze in den Dialogen sind nett, viele sind aber einfach
nur sexistisch und/oder platt. Ich vermute einfach mal, dass hier die deutsche Übersetzung ihren Teil dazu beigetragen hat.


Rätsel

Glücklicherweise sind die Aufgaben und Rätsel längst nicht so plump wie die Witze. Denn genau so einfallsreich wie die Handlungsstränge und Aufgaben sind, die Duckman zu lösen hat, genau so witzig sind größtenteils auch die Lösungen, die sich daraus ergeben. Besonders spaßig fand ich z.B. die Aufgaben mit der Hebebühne, dem Feuerwehrauto oder mit dem chinesischen Klempner und den Glückssprüchen. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten...

Dabei gibt es fast ausschließlich objektorientierte Rätsel zu lösen. Der
Schwierigkeitsgrad der Rätsel hält sich in Grenzen und eigentlich kann man auf fast jedes Rätsel kommen, auch wenn man schon mal ein bisschen experimentieren und auch mal scheinbar unpassende Gegenstände einsetzen muss. Schön fand ich, das Duckman, wo immer er auch hinkommt, regelmäßig alles in Schutt und Asche legt. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad in der Mitte des Spiels ein wenig an. Das Finale ist zwar rasant gestaltet, aber dennoch nicht wirklich schwer. Sackgassen sind mir keine bekannt. Auch gibt es keine Labyrinthe. Sterben kann man im eigentlichen Sinne auch nicht. Gegen Ende kann man ein paar mal einen tödlichen Fehler machen, aber es gibt dann kein Game Over und man kann es direkt noch mal versuchen. Also von den Rätseln her besitzt Duckman alle Qualitäten, die ein schönes Comic-Adventure ausmachen.

 

Grafik

Copyright 1997 steht unten auf dem Karton. Jetzt weiß ich gar nicht mehr,
welche Comic-Adventures Anno 97 alle erschienen sind, aber kann es sein, dass Duckman da von der Grafik ein-zwei Jahre hinterherhinkt? Das Spiel wirkt doch sehr grobpixelig, wenn man es beispielsweise mit dem (allerdings zum damaligen Zeitpunkt und fast heute noch grafisch perfekten) Discworld 2 vergleicht.
Das macht aber gar nichts, denn ich habe Duckman erst 2002 ersteigert und im Nachhinein ist zumindest mir egal, ob ein Spiel damals grafisch etwas veraltet war, solange der Spielspass stimmt. Ich hoffe, dass man dieses in ein paar Jahren auch bei Simon 3D so sehen wird, welches ja wegen der veralteten Grafik oftmals schlechter bewertet wurde.

Wie auch immer, die Grafik wirkt trotzdem sehr solide. Das Gleiche gilt für
die wirklich schön gestalteten und recht rasanten Zwischensequenzen..

 

Sound

Öffnet man das Inventar, hört man jedesmal ein Rülpsgeräusch, schließt man es, hört man ein Furz- pardon Flatulenzgeräusch. Na klasse! Glücklicherweise sind das dann aber auch schon die einzigen beiden Beanstandungen, welche den Sound betreffen. Ansonsten war ich zunächst einmal von der schönen Musik überrascht. Denn zu hören gibt es hauptsächlich - und da hätten wir wieder eine Gemeinsamkeit mit Larry (zumindest mit dem siebten Teil, den ich gespielt habe) - entspannte Jazz- und Easy-Listening-Sounds in guter Soundqualität.
Das gleiche gilt für die sauber und professionell gesprochenen englischen
Dialoge, denn Duckman ist nur deutsch untertitelt. Die Dialoge sind laut und quäkig, aber das passt schon bei der Art Comic-Adventures mit Holzhammer-Humor.

 

Handling

Hier gibt es fast keine Beanstandungen. Duckman wird komplett mit der Maus gespielt, so wie es die meisten Spieler mögen, aber worüber man bei vielen Spielen, die zurzeit erscheinen, ja schon dankbar wäre. Der Cursor ist in Form des Duckman-Kopfs dargestellt. Mit einem Rechtsklick verändert er sich vom normalen zum aggressiven Duckman. Betätigt man den normalen Duckman mit der linken Maustaste, erfährt man etwas über einen Gegenstand oder man spricht eine Person -soweit möglich- nett an. Mit dem aggressiven Duckman redet man halt nicht so nett oder man benutzt einen Gegenstand. Klickt man unseren Helden an, erscheint das Inventar. Ich meine, selten auch mal zwei Gegenstände innerhalb des Inventars kombiniert zu haben.

Schade nur, dass es lediglich zehn zudem nicht beschreibbare Spielstände gibt, welche zumindest überschrieben werden können. Ansonsten ist das Menü genau so praktisch und innovativ wie die Steuerung. Mit der Escape-Taste und ein-zwei weiteren Clicks kann man die Options, also Geschwindigkeit der Untertitel (was ich immer wichtig finde), die Lautstärke der Musik, Soundeffekte und Sprache einstellen sowie starten, speichern, laden, anhalten und beenden. Das hört sich alles einfach und schön an und ist es auch.



Installation

Duckman wurde für Windows 95 konzipiert und ließ sich problemlos unter
Windows 98 installieren und spielen. Es gab keine Abstürze Auch traten keine anderen Probleme wie stotternde Sprachausgabe oder ähnliches auf.



Länge

Duckman ist sicher nicht das längste Spiel geworden und so gebe ich hier mal wieder meine herrlich ungenau Maßangabe von ca. vier mittellangen
Zockabenden an, da ich auch dieses Mal die Zeit nicht mitgestoppt habe.



Fazit

Im Großen und Ganzen finde ich, dass Duckman ein klassisches aber sehr originelles Adventure geworden ist und mit etlichen Überraschungen aufwatet, auch wenn ich bezüglich der plump-sexistischen Anspielungen, die sich durch das ganze Spiel ziehen, nicht immer positiv überrascht war. Das ist aber wohl das größte Manko des Spiels. Dem gegenüber stehen aber viele gelungene Einfälle, witzige und originelle Rätsel sowie eine einfache aber rasante Story. Hinzu kommt noch eine innovative und bequeme Steuerung. Mehr muss gutes Comic-Adventure nicht bieten. Abschließend bleibt zu sagen, das Duckman zwar kein perfektes Adventure geworden ist und eine sehr hohe Wertung im höchsten Bereich
sicherlich verfehlt wäre, aber vom Spielspass über dem Durchschnitt ist. Und außerdem mag ich das Spiel trotz des zweifelhaften Humors einfach, drücke beide Augen ganz fest zu und gebe folgende


Wertung: 81 %


Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemanforderungen:

  • IBM kompatibler 486DX oder höher (Pentium empfohlen)
  • Windows 95
  • 8 MB RAM
  • 22 MB freier Festplattenspeicher
  • 2x CDROM-Laufwerk
  • SVGA Grafikkarte mit VESA Unterstützung und Auflösung von 640 x 480
  • Maus
  • Tastatur

 

Gespielt unter:

  • Win 98
  • Pentium III
  • 64 MB RAM
  • Soundblaster Pro
  • 40x CDROM-Laufwerk



 


 


 


 


 




 

 

 

 

 

 



Mehr Screenshots

 

 

Copyright © André für Adventure-Archiv, 26. Januar 2003

 

 

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