Die drei Fragezeichen 8 - Das verfluchte Schloß
Erscheinungsdatum: 04/2009
Entwickler: Exozet
Publisher: USM
Spielsprache: deutsch
Boxshots
USK: ohne Altersbegrenzung (geeignet ab 8 Jahren)
Ein Review von André 22. Mai 2009
Man hat ihn früher als Kind schon gespürt - den gewissen
Unterschied: Denn während von den meisten eher leicht peinlich berührt und nur unter
vorgehaltener Hand in einem kurzen Nebensatz erwähnt wird, dass einem früher eher
zufällig auch das eine oder andere TKKG-Hörspiel quasi das deutsche spießige
Plagiat der Drei ??? in den Rekorder gerutscht ist, ist dem Original noch heute die
Anerkennung der inzwischen nicht selten schon längst erwachsen gewordenen Hörerschaft
sicher. Denn spannende Stunden hat man damals verbracht, als man als Kind alleine im
Kinderzimmer war - nur Du alleine mit Deinem Universum-Kassettenrekorder. Also schnell von
Chrom auf Normal geschaltet und weitergelesen.
Grafik
Die Rettung kam mit Teil sieben. Bislang dümpelte die Serie vor
sich hin und auch grafisch war die Adventure-Umsetzungen der großartigen Buch- und
Hörspielserie kaum würdig. Dann gab es mit den letzten Teil einen Wechsel zum Hersteller
Exoget und damit gelang diesem durch eine komplette Neugestaltung trotz noch einiger
kleinerer Schwächen, was der Serie zuvor versagt war: Dieser schaltete von Ego- auf
3rd-Person, von 2 auf 2,5D und gab der Serie endlich ein wenn nicht übermäßig
aufwändiges aber durchaus sehenswertes neues Gesicht.
Doch zu früh gefreut. Nachdem also endlich gelungen war, ein
richtig gutes Spiel zu erstellen, war für mich eigentlich klar, dass die Serie mit dem
aktuellen Teil im gleichen Stil fortsetzten würde. Schließlich hat man drei
eigenständige Charaktere und eine eigene schon sehr homogene Spielwelt erschaffen. Aber
da habe ich die Rechnung ohne Exoget gemacht, denn die kümmert es vermutlich wenig, was
ich mir so gedacht habe. Und so haben sie erneut den Stil völlig umgekrempelt und der nun
vorliegende Teil erscheint erneut im ganz neuen Gewand.
Und schnell wird klar, dass es sich hier mal wieder um ein Spiel zum
Film handelt, bei dem es darum geht, mit möglichst minimalem Aufwand einen maximalen
Gewinn herauszuholen.
Die Grafik ist jetzt wieder erneut in Egoperspektive gehalten, wobei
man in Rundumsicht durch die Flure des verfluchten Schlosses schleicht. Aber eine richtig
ausgearbeitete Spielwelt gibt es nicht. Man bewegt sich tatsächlich immer nur innerhalb
der einfallslos gestalteten Flure des Schlosses von Tür zu Tür und ab und zu werden bei
Dialogen die Gesichter der Figuren eingeblendet. Sobald wir eine Tür geöffnet haben,
bekommen wir keinen richtigen Raum zu sehen, sondern wir gelangen direkt zu einer der
vielen mäßigen Arcadesequenzen.
Handlung
Die
Drei Fragezeichen und der Teufelsberg" oder Der magische Spiegel" - ja,
das sind doch die Titel, die man sich als Drei???-Fan wünscht und auch Das
verfluchte Schloss" klingt theoretisch ja auch vielversprechend. Aber worum es
eigentlich geht, ist beim Spiel nebensächlich. Denn Das verfluchte Schloss"
ist mehr eine Aneinanderreihung von Arcadesequenzen, welche sich hinter den Türen des
Schlosses befinden und die Handlung wird lediglich durch ein paar Filmsequenzen sowie ein
wenig selbstablaufende Kommunikation der drei ??? zusammengehalten, was alles zusammen
nicht wirklich homogen sondern mit heißer Nadel zusammengestückelt wirkt. Wie auch
immer, wie der Name des Spiels schon erahnen lässt führt es die drei Detektive in ein
Schloss, wo ein Geist sein Unwesen zu treiben scheint. Begleitet werden sie dabei dieses
Mal von Caroline, die ihre Hilfe den Drei ??? erstaunlich hartnäckig aufdrängt.
Handhabung
Wie wenig Mühe man sich gegeben hat, wird auch klar, wenn man
feststellt, dass man es noch nicht einmal für nötig befindet, einen Lautstärkenregler
einzubauen. Und im Gegensatz zur Carol-Reed-Serie, wo das ebenfalls nicht der Fall aber zu
verkraften ist, da der Sound abgestimmt wurde, ist das Ergebnis hier in dem Spiel wirklich
äußerst suboptimal. Denn man muss entweder die Arcadesequenzen in unerträglicher
Lautstärke spielen, damit man in den eingestückelten Filmsequenzen überhaupt was
versteht oder man spielt die Arcadesequenzen in erträglicher Lautstärke und nimmt es in
Kauf, von den eigentlichen Filmsequenzen nichts mitzubekommen. Was ehrlich gesagt auch gar
nicht mehr ins Gewicht fällt, da sie eh wie gesagt nur reingeschustert sind.
Aber das ist nicht das einzige was stört. Denn man hat sich dazu
entschieden auf die unglaublich beliebte
Tastatur-in-Kombination-mit-der-Maus-Steuerung" zu setzten. Ja, da kommt Freude
auf, zumal das eigentlich nicht nötig gewesen wäre, denn ich bin sicher, dass man die
Steuerung wie bei anderen Rundumsicht-Adventures ganz einfach auf die Maus hätte legen
können, so dass auch Kinder diese problemlos begriffen hätten. Beispiele dafür gibt es
ja genug.
Fairerweise muss ich aber sagen, dass es zwar nervig ist, mit zwei
Eingabegeräten herumzuhampeln, aber zumindest ist die Steuerung einfach. Mit WASD steuert
man durch die Flure und wenn das Ganze noch ein bisschen schneller gehen soll, dass
drückt man wie man es von vielen anderen Spielen kennt, die Shift-Taste. Den Rest
erledigt man mit der Maus. Was im Endeffekt darin besteht, den Fahrstuhl zur nächsten
Etage zu rufen oder die Türen zu öffnen. Was man dann in den einzelnen Minispielchen
machen muss, wird vor jedem Spielchen kurz erklärt.
Vor dem Spielen gibt man einen Namen ein und es wird unter diesem
automatisch abgespeichert. Manuelles Speichern entfällt also.
Sprachausgabe ...
... gibt es nicht, zumindest nicht im richtigen Spiel. Nur in den
aus dem Film entnommenen Zwischensequenzen wird natürlich geredet. Ein weiterer Indikator
für die Qualität des Spiels. Das muss man glaube ich nicht weiter kommentieren.
Rätsel ...
... gibt es nicht, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Wir
können nichts untersuchen oder mitnehmen. Es gibt nicht mal anwählbare Dialoge! Denn das
Bisschen Kommunikation, das die drei ??? betreiben, läuft von alleine ab - tonlos. Unsere
Aufgabe besteht mehr oder weniger darin, die Türen im Flur zu öffnen, um eine
Arcadesequenz zu erreichen.
Arcadesequenzen ...
... sind also unsere Aufgaben. Wir öffnen eine Tür im Haus und
eine Sequenz beginnt. Es läuft eine Uhr ab und wir müssen beispielsweise schnell ein
paar durch die Gegend fliegende Maschinenteile packen und zusammensammeln. Eine weiterer
Aufgabe wäre z.B. das Befüllen von Wasserbomben. Und so hangelt man sich von Raum zu
Raum und wenn man alle Räume einer Etage geschafft hat, geht es in die nächste.
Belohnt" wird man mit Punkten und wie gesagt gelegentlich mit ein paar
hineingeschnittenen Filmsequenzen, welche die Handlung vorantreiben.
Bei den Aufgaben hat man eigentlich darauf geachtet, dass sie
schnell erklärt sind bzw. mehr oder weniger selbsterklärend sind und das gelingt auch
größtenteils. Ihr Schwierigkeitsgrad variiert dabei zwischen leicht bis schwer.
Doch einige Aufgaben waren fehlerhaft. Ich wunderte mich zunächst,
dass ich so viele Probleme beim Absolvieren hatte, merkte aber dann, dass sie erst nach
einem Neustart des Spiels richtig funktionierten. Und eine Aufgabe habe ich trotz
Bemühens einfach nicht geschafft. So gelang es mir leider bei dem Spiel mit den
Reagenzgläsern nicht, sie richtig zu schütteln, so dass diese ständig explodierten und
ich das Spiel so nicht gewinnen konnte, so dass ich das Spiel an der Stelle entnervt
abgebrochen habe. Allerdings war ich anderseits zu dem Zeitpunkt auch froh und dankbar, da
ich genug gesehen und Aufgaben absolviert hatte, um mir ein Urteil bilden zu können, so
das ich das Spiel nun ruhigen Gewissens von der Festplatte fegen konnte.
Verpackung
Die drei ??? 8 erscheint im DVD-Case auf einer CD mit Handbüchlein.
Fazit
Es hätte so schön werden können. Der siebte Teil war ein toller
Neustart, endlich richtig spannend, so wie ich mir ein Adventure der Drei ??? immer
gewünscht hatte. Und wenn Exozet für den aktuellen Teil noch an den Feinheiten
gearbeitet hätte, hätten sie die Chance gehabt, einen wirklich brillanten Nachfolger zu
erstellen.
Doch hätte, wäre oder könnte ist nicht. Für Spieler, die an
halbwegs richtigen Adventures interessiert sind, kommt das Spiel nicht in Frage und sie
können sich die knapp 30 Euro getrost sparen. Denn Das verfluchte Schloss" ist
ein schnell auf den Markt geworfenes Casual-Game zum Film. Es ist kaum als richtiges
Adventure zu bezeichnen, sondern eine Aneinanderreihung von kleinen Arcadespielchen, ohne
Rätsel, noch nicht mal mit Sprachausgabe während des eigentlichen Spiels, schlecht
eingebettet in eine Rahmenhandlung, welche mehr oder weniger aus matschigen
Spielfilmsequenzen und ein paar selbstablaufenden Dialogen besteht.
Die Zielgruppe sind bestenfalls kleinere Kinder, die mit einem
Spielchen nebenbei zu unterhalten sind und noch keine Ansprüche an ein Adventure
stellen. Doch es ist fraglich, ob sie Gefallen an dem Spiel finden könnten. Ich selber
habe es zumindest nach einiger Zeit gelangweilt abgebrochen, zumal es mir zu nervig war,
immer wieder an derselben, vermutlich fehlerhaft programmierten Aufgabe zu scheitern.
Wie auch immer - schade ist es auf alle Fälle, denn auf diese Weise
bekommt man in die Drei ???-Adventure-Reihe keine richtige Linie rein und es wird
lediglich eine eigentlich richtig gute Jugendbuchreihe verheizt. Vielleicht wird ja der
nächste Teil wieder ein richtiges Abenteuer im Stile des Vorgängers.
Gesamtwertung 43%
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für
Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Systemvoraussetzungen:
- Windows XP/Vista
- Athlon/Pentium 1,5 GHz
- 512 MB RAM
- 1024 x 768 Grafikauflösung
- DirectX9-kompatible 128 MB Grafikkarte
- 650 MB Festplattenspeicher
- 16 Bit Audio
Gespielt unter:
Windows XP
AMD Athlon 64X2 Dual Processor 36000+, MMX, 3D Now (2CPUs)
1,8 GB RAM
Nvidia Geforce 7050 PV / Nvidia Gforce nforce 630 a
DVD-Laufwerk
Festplatte 150 GB
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Hauptmenü

Eine geheimnisvolle Nachricht von Justus toten Eltern ... wer den Film nicht kennt, hat
hier überhaupt keine Chance, die Zusammenhänge auch nur annähernd zu verstehen

Die Fragezeichen folgen den kryptischen Hinweisen der
Eltern zum Wohnsitz des Erfinders Terrill, einem düsteren 'Schloss' im Norden von
Kalifornien

Aha - der Erfinder hat ein Geheimnis in seinem Haus
versteckt - wiir beginnen im Erdegeschoss mit der Suche hinter den Türen

Alle Spiele sind auf Zeit zu spielen: hier Gegenstände
zusammensetzen

Eine der Videoszenen mit Justus

Vor jeden Minispiel gibt es eine Einweisung in die
Bedienung

Fang die Maus

Wer diese nervige, übersinnlich begabte Caroline
eigentlich ist, wird uns im Spiel nicht verraten - dazu soll man ja gefälligst den Film
anschauen (zur Info: es ist die Tochter des örtlichen Sheriffs)

Minispiel 'Klänge vergleichen'

Wieder eins der Belohnungsvideos

Minispiel 'Wasserbomben basteln'

Hat man genug Punkte gesammt, gibt's automatisch einen
Schlüssel zur nächsten Etage

Buchstäblich in der letzten Sekunde gelöst: das
Minispiel 'Rohre zusammensetzen'

Das Minispiel 'Maschinen zerstören' - hier kann man sich
richtig austoben
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