Die Stadt der verlorenen Kinder - City of Lost Children

Auf Basis des gleichnamigen Films von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro, den Schöpfern der tiefschwarzen Komödie "Delikatessen", entwickelte Psygnosis dieses atmosphärische Abenteuer.

Als neunjährige Waise Miette soll der Spieler hier dem wahnsinnigen Wissenschaftler Krank das Handwerk legen. Weil der kranke Krank selbst nicht träumen kann, entführt er nämlich Kinder, um ihnen die Träume zu stehlen.

Dank der Unterstützung von Drehbuchautor Caro und den originaIen Produktionsskizzen konnte das düstere Szenario aus Frankreich in England optisch hervorragend umgesetzt werden. Die auf SGI-Workstations gerenderten 3D-Schauplätze durchstreift man im Stil des Klassikers „Alone in the Dark" via Tastatur. Für offene Münder sorgen dabei nicht nur die detaillierten Animationen der Heldin, sondern auch schicke Perspektivenwechsel. Letztere werden entweder automatisch oder beim Erscheinen des Kamera-Icons von Hand durchgeführt.

Bloß muß Miette häufig pixelgenau bewegt werden, um gut versteckte Gegenstände zu entdecken. Das gilt auch für das Untersuchen oder Manipulieren von Objekten, wobei hartnäckiges Ausprobieren im Vordergrund steht. Da mag die Stimme des Mädels noch so herzig sein, auf die Dauer sorgen Kommentare wie „Ich kann das nicht tun" oder „Ich schaffe das nicht" nur noch für Frust. Die übrige Soundbegleitung ist ebenso beschränkt wie der Wortschatz der Heldin: Außer stimmigen Effekten (Meeresrauschen, Möwengekreische etc.) gibt‘s nur ab und an hübsche Musik. Weitere Einschränkungen muß man beim platzarmen Inventory hinnehmen, das den Spieler oft dazu verdammt, seine Fundstücke am Boden zwischenzulagern. Und die gerade mal sieben Spielstände der Speicheroption sind auch nicht gerade üppig.

Daß hier kaum Schwätzchen zwecks lnformationsbeschaffung am Plan stehen, macht angesichts der wenigen Rätsel allerdings nur die Hälfte. Das somit halbierte Gameplay ist aber trotz vollem Präsentationsgenuß ärgerlich: Wenn geübte Abenteurer bereits nach ein paar Stundenden Abspann sehen, bleibt der bittere Nachgeschmack, eine spielbare Demo zum Vollpreis erworben zu haben.

Hersteller: Psygnosis

  • Grafik: 86%
  • Sound: 68%
  • Steuerung: 66%
  • Motivation: 59%
  • Gesamt: 65%

USK-Freigabe: ab 12 Jahre

Schwierigkeit: für Fortgeschrittene

Systemvoraussetzungen:
486/66, MS-DOS 5.0 oder WIN95/3.1, 8 MB RAM, SVGA, 32 MB auf der Festplatte, Tastatur
SB/Pro/16/AWE32, Pro Audio, Roland RAP-10, Gravis Ultrasound, Ensoniq SoundScape bzw. alle zu Windows kompatiblen Karten

PC-Joker, © 04/97

 

 

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