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Once Upon a Forest


Erscheinungsdatum: 1995
Entwickler/Publisher: Sanctuary Woods

Altersempfehlung: 5 - 9 Jahre


Spielsprache: Englisch


Boxshots


 

Ein Review von   slydos   19. August 2005

 

Once Upon a Forest ... so märchenhaft beginnt dieses Adventurespiel für Kinder von 5 bis 9 Jahren. Sanctuary Woods hat sich der Adaption des gleichnamigen Zeichentrickfilms von 1993 angenommen und ein moralisches Rührstück fabriziert. Gegenüber dem durchaus mit kritischen Umweltschutzthemen durchzogenen Kinofilm werden Öko-Anspielungen im Adventurespiel nur wenig angebracht.

 

Geschichte

Michelle, das kleine Dachsmädchen, wird nämlich nicht mehr schuldlos mit Chlorgas vergiftet, das einem LKW entweicht, sondern verabreicht sich mit einem selbstgepflückten Giftpilz einen lebensbedrohlichen Imbiß, weil es den 'erwachseneren' Kollegen zeigen will, daß es sehr wohl zu etwas nutze ist. Auslöser ist der Satz "Dafür bist Du noch zu klein!", den Michelles Freunde ziemlich überheblich und herausfordernd verwenden. Ihre Freunde, das sind Edgar der Maulwurf, Russel, der Igel und Abigail, die Waldmaus. Michelles Onkel, der Erfinder und Lehrer Cornelius, hat nicht genug der seltenen Heilkräuter, die seine Nichte jetzt dringend benötigt. Deshalb bittet er die drei, ihm neue zu bringen. Die machen sich auf den Weg durch den Wald mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Marotten.

 

Handling

Russell ist fürs Grobe da: er trägt zum einen den Rucksack, den man in der ständig sichtbaren Menüleiste als Inventar öffnen kann. Darüber hinaus führt er Aktionen aus. Die Maus Abigail ist ein vorlautes Tierchen, das die Vorhut spielt und Dinge aufspürt. Wir können nur sie steuern, die anderen folgen dann. Hat Abigail etwas gefunden, stellt sie immer die gleichen Fragen: "Können wir das gebrauchen?" oder "Könnte das nützlich sein?". Entweder Maulwurf oder Igel untersuchen dann den Gegenstand näher und stecken ihn gegebenenfalls ein. Edgar liest dazu aus Cornelius' Journal vor, z. B. zur Pflanzenbestimmung, und macht auch neue Eintragungen dort. Das Journal ist ebenfalls in der Interaktionsleiste zu finden und zu öffnen. Die ersten beiden Seiten stellen eine Karte des Waldes dar, die immer vollständiger wird, je mehr Schauplätze wir besucht haben. Diese Karte dient aber nur der Orientierung. Wollen wir uns schnell von einem Ort zum anderen bewegen, dann müssen wir uns in den Untergrund begeben. An manchen Stellen gibt es nämlich Löcher, die zu einem ausgedehnten Kaninchenbausystem führen. Hier muß man sich nur den entsprechenden Ausgang merken. Beginnt man ein neues Spiel, werden diese Ein- und Ausgänge nach Zufallsprinzip vertauscht.

Once Upon a Forest ist rundum mausgesteuert, Tastaturbefehle können alternativ verwendet werden. Bewegt man den Cursor über Szenenausgänge, erscheinen Pfeile. Das Team läuft nach einem Klick relativ langsam dorthin. Wie das Handbuch verrät, beschleunigt die Leertaste diese Bewegungen. Da das Spiel ausdrücklich für eine Altersgruppe gestaltet wurde, die noch nicht lesen kann, erstaunt es, daß man solche wichtigen Informationen zur Bedienung ausschließlich über das Handbuch erhält.

Verwandelt sich der Cursor in eine Hand, kann der Spieler/die Spielerin damit auf einen Bildbereich oder Gegenstand klicken. Abigail tritt dann in Aktion und nähert sich dem Objekt. Um ihre Frage zu stellen, bräuchte die Maus eigentlich nicht jedesmal ihren Standort zu wechseln. Wiederholungen finden wir auch bei Kontakten mit anderen Tieren, wie z. B. dem Wiesel, das aber jedesmal auf die eine oder andere Art ausgeschaltet werden kann. Die Texte sind ebenfalls oft repetiv und ich muß leider feststellen, daß durch Wiederholungen und etwas langatmige Steuerung unserer Figuren gehörig Langeweile aufkam.

Ein weiterer Bestandteil der Interaktionsleiste ist eine Kopie von Cornelius' Haustür. Klicken wir darauf, erscheint das Hauptmenü mit den Möglichkeiten zu sichern, laden, ein neues Spiel zu starten oder das Spiel zu beenden.

 

Rätsel

Die Rätsel sind - wie man schon vermuten konnte - sehr einfach. Man kann schon mal Objekte innerhalb des Inventars verbinden oder sich auch gegen ein gefährliches Tier einfallsreich verteidigen. Generell wird die klickfreudige Zielgruppe keine großen Hindernisse überwinden müssen, bis das Ziel erreicht wird. Once Upon a Forest kommt ohne Game Overs oder Actionelemente aus. Die Rätsel sind entweder Objekt-/Inventarrätsel oder man muß zur rechten Zeit auf die rechte Stelle klicken.

Hilfreich bei der Lösung ist das Journal, das neben der Karte auch Beschreibungen der verschiedenen Kräuter und Blumen des Waldes beinhaltet. Klickt man sie im Buch an, wird ihr Name von Edgar vorgelesen. Eine ganze Reihe dieser Kräuter sind im Wald verstreut. Aber wir können sicher sein, daß es nicht die Kräuter sind, die wir suchen, sobald sich der Cursor in eine Lupe verwandelt. Klicken wir dann nämlich nochmal, kommt Edgars ewig gleicher Spruch: "Interesting herb. But I'm sure that won't help Michelle!" Außerdem finden wir noch ein paar Zeichnungen von Cornelius' Erfindungen im Journal, darunter das Flapper Wingamathing, einen Flugapparat, den die drei am Ende zusammenbauen müssen. Die Spielzeit wird bei durchschnittlich 3 Stunden liegen. Soweit mir bekannt, gibt's keine Komplettlösung, die aber auch sicher niemand vermissen wird, denn die Rätsel lassen sich automatisch lösen, wenn man die Kerze in der Menüleiste anklickt.

 

Grafik

Die Grafik von Once Upon a Forest haut einen nicht um, und das nicht nur deshalb, weil das Spiel aus dem Jahre 1995 stammt. Die Comic-Hintergründe sind nicht sehr detailliert und variieren auch nicht sonderlich. Es gibt keine Großaufnahmen oder Perspektivwechsel, wie man sie im Zusammenhang mit Comicadaptionen von Kinofilmen erwarten könnte, auch nicht in den automatisch ablaufenden Sequenzen. Die Gestaltung und Animation der Charaktere ist aber gut gelungen. Es gibt allerdings eine Reihe von Spielen für die Zielgruppe, die Once Upon a Forest nicht nur an Spannung und Action übertreffen, sondern auch grafisch einfach mehr Abwechslung und Fülle bieten. 'Once' wirkt da eher nichtssagend. Dagegen sind die englische Sprachausgabe, Musikuntermalung und Geräuscheffekte gut gelungen. Allerdings muß man den Sprechern schon genau zuhören, weil nicht immer Wert auf deutliche Aussprache gelegt wurde und es keine Untertitel gibt. Der vom Komponisten Darren McGrath selbst gesungene Abspanntitel kann durch Aufruf der Credits im Hauptmenü wiederholt werden, was sich wirklich lohnt.

 

Installation

Once Upon a Forest ist ein reines DOS-Spiel. Auf meinem XP-Rechner lief es im DOSBox-Emulator recht problemlos nachdem die üblichen Geschwindgkeitseinstellungen getroffen wurden. Zu beachten ist, daß auch nach der Installation auf der Festplatte die CDROM im Laufwerk belassen werden muß.

 

Fazit

Once Upon a Forest ist ein schönes Sammlerstück für Lee Sheldon Fans in einem ansprechend gestalteten Maxikarton. Es ist nicht wirklich empfehlenswert als Familienunterhaltung und von einem Meisterwerk weit entfernt. Der recht dünnen Geschichte des Films ist keine Substanz hinzugefügt worden und die Interaktivität ist so eintönig, daß ich es an keiner Stelle als fesselnd empfand. 5- oder 6jährige werden es nett finden, aber erwarten Sie auch hier keine Begeisterungsstürme. Damals wie heute kann man für diese Altersgruppe unterhaltsamere Adventurespiele finden, die mehr Abwechslung und Spannung und letztlich mehr Spaß bieten - auch für Eltern.



Bewertung: 56 %

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemanforderungen:

  • 386/DX33
  • DOS 5.0
  • 2 MB RAM
  • CDROM-Laufwerk
  • VGA Farbmonitor
  • Maus
  • Sound Blaster kompatible Soundkarte

 

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Ultima Artec)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

 

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 19. August 2005

 

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Hauptmenü
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Michelle benötigt 2 seltene Kräuter zum Überleben
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Noch einige wichtige Dinge müssen aus Cornelius' Wohnbaum mitgenommen werden
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Speicherplätze gibt's genug
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Die Waldkarte füllt sich mit der Zeit
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Mit der Lupe erfährt man mehr über Kräuter
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Das Kaninchenlabirinth kann einige Wege ersparen, wenn man sich das richtige Loch gemerkt hat
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Die drei Freunde treffen auf die verschiedendsten Tiere
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Davon sind einige nicht ganz ungefährlich und mögen gerne mal einen Mausesnack
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Auch die Wasserschlange ist nicht ohne
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So sieht also der 'gelbe Drache' aus!
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Cornelius' ausgeklügelte Flugmaschine
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