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Professor Brösl 


Erscheinungsdatum: 06/2002
Entwickler/Publisher: pibyte
Homepage & Download
Patch

 

Ein Review von slydos   23. Juni 2002

Professor Brösl ist ein Freeware Adventure der österreichischen Adventureschmiede pibyte. Zwar war das Spiel bereits einige Monate früher fertig, jedoch mußte erst ein Host gefunden werden, der die immerhin 232 MB, die das Spiel in komprimierter Form einnimmt, auf seinem Server zum Download zur Verfügung stellen kann. Das Spiel kann hier von der Homepage geladen werden.


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Hauptmenü
Hauptmenü

Installation/Start

Sollte es einem gelungen sein, den umfangreichen Download zu bewerkstelligen, kann man daran gehen, das Spiel zu installieren. Ruft man die Datei broesl.exe, ein selbstentpackendes Archiv, auf, so kann man Menügeführt zunächst das Installationsverzeichnis auswählen und die Programmdateien werden entpackt und in das entsprechende Verzeichnis kopiert. Es werden hier mindestens 300 MB benötigt.

Das Spiel ist für Windows 95 konzipiert worden und soll allerdings laut Herstellerangaben auch mit Windows 98/ME/2000/XP laufen. Bei Windows NT soll es Schwierigkeiten geben.

Nun habe ich es zunächst auf einem WIN95-Rechner Pentium II 233 Mhz versucht. Zwar erschien der Startbildschirm aber nach Auswahl der Start-Option wurde man zu Windows zurückgeworfen und das Spiel beendet. (Möglicherweise wurde hier beim Systemtest die Rechnerleistung als zu niedrig angesehen.) Dasselbe passierte unter Windows XP auf einem Pentium IV 1,6 Ghz. Glück hatte ich nur mit Windows ME auf einem Pentium III 850 Mhz. Mittlerweile gibt es einen Patch, der diese Probleme lösen soll.

Der Startbildschirm von Professor Brösl zeigt 3 Möglichkeiten: die unzensierte, "blutige" Version zu starten, die entschärfte Version für Kinder (diese Version wird allerdings gar nicht angeboten, man kann nur die "blutige" spielen) und ein bereits gespeichertes Spiel laden.

Nach einem grafisch und musikalisch absolut professionell gestalteten Vorspann, der auch 3D-Kamerafahrten auf das Fotschungsgebäude zu beinhaltet landen wir im Spiel selbst. Professor Brösl kommt gerade von seinem Boss. Das Forschungszentrum ZUUM steht kurz vor der Schließung und er wurde auserkoren, die Mitarbeiter zu motivieren.

Handling

Bevor wir selbst eingreifen können, wird uns noch kurz die Bedienung der Maus in diesem Spiel erklärt: Linke Maustaste = Prof. Brösl redet, benutzt, nimmt. Rechte Maustaste = Prof. Brösl betrachtet ein Objekt oder eine Person. Nun kann es losgehen.

Bis auf eine Ausnahme ist das Spiel mausgesteuert - die ESC-Taste ruft zum einen das Hauptmenü auf, kann aber auch die Video-Zwischensequenzen abbrechen.

Wir steuern Professor Brösls Schritte in diesem 3rd-Person- Comicadventure mit der Maus indem wir auf einen Punkt auf dem Bildschirm klicken und er bewegt sich dorthin. Ein Doppelklick lässt ihn sofort dort erscheinen. Wenn wir mit der Maus über den Bildschirm fahren, werden uns Hotspots (Bildbereiche mit denen man interagieren kann) in einer Textzeile oberhalb der Inventarleiste am unteren Bildschirmrand angezeigt. Wenn Prof. Brösl sich unterhält,verschwindet das Inventar und die Dialogauswahl erscheint hier. Die Enter-Taste bricht Dialoge ab.

Gegenstände, die Brösl gesammelt oder erhalten hat, werden als Icons im Inventar angezeigt. Auch hier erhält man mit Rechtsklick eine Beschreibung und kann mit ein Objekt mit Linksklick auswählen. Hat man ein Objekt gewählt, wird dem Pfeil-Cursor ein Plus-Zeichen hinzugefügt und in der Textzeile kann man lesen, was man da mit welchem anderen Objekt benutzen will - Brösl erklärt es gleichzeitig auch akustisch. Inventarobjekte können nicht miteinander kombiniert werden.

Das Hauptmenü hat 6 Schaltflächen. Die Auswahl „Filmsequenzen nachträglich anschauen" war leider auch ohne Funktion in der von mir gespielten Version. Man kann unter „Einstellungen" die Sprach- oder Textausgabe, Musik oder Sound abschalten und die Spielgeschwindigkeit verändern. Man kann über weitere Schaltflächen Laden, Speichern oder das Spiel verlassen. Man kann zu den Savegames, die man in unbegrenzter Zahl anlegen kann, einen Text eingeben und es wird automatisch ein kleines Bild mitgespeichert. Außerdem gibt’s eine Hilfe-Schaltfläche. Dahinter verbirgt sich die ausführliche readme-Datei, die Aufschluß über den Freeware-Status, die Steuerung und Behandlung einiger bekannter Fehler gibt. Wer weitere Hilfe braucht, kann die angegebene Support-Email-Adresse wählen.

Wer wie ich gerade vorher ein tastaturgesteuertes Adventure gespielt hat, wird hier dankbar über die wirklich kinderleichte Maussteuerung sein. Sowohl die Steuerung von Brösl als auch die Handhabung des Inventars und des Menüs sind angenehm, schnell und funktional. Man wünscht sich solch optimales Handling bei manchem Kauf-Spiel.

Grafik

Auch die Grafik im knappen Comicstil gefällt. An Perspektiven und Ausstattung einiger Hintergründe könnte man noch etwas feilen, die Charaktergrafiken sind jedoch sehr professionell gestaltet. Eine ganze Reihe uriger Typen wird uns da geboten, von der faulen Putzfrau, über den nur aus einem Grinsen zu bestehenden Wirt Tägl bis zum body-buildenden Minigolf-Platzwart. Mit 10 Nebencharakteren kann man interagieren. Gestik, Mimik und Sprechanimationen sind zwar noch sparsam aber schon sehr gut gelungen. Neben den 2D Grafiken gibt es auch einige eingestreute 3D-Filmsequenzen mit ausgezeichneten Animationen und wunderbaren Kamerafahrten. Witzig ist zum Beispiel die Szene, als der Wirt von der Lebensmittelpolizei überprüft wird. Der Agent ruft über Headphone nach Unterstützung und ein ganzes Batallion von Scharfschützen und Hubschraubern setzt sich in Bewegung, um dem Ärmsten den Gar aus zu machen, unterstützt von melodramatischer Musik.

Musik/Sound

Musikbegleitung und Sound sind durchweg passend gewählt und bilden eine Einheit mit Grafik und Story. Jazzig-bluesige Barmusik, spannende oder heitere Xylophon/Geigentöne. Da hört man den Archivar schnarchen, leises Geklapper aus der Küche, Vogelgezwitscher im Garten des Lokals und natürlich einige enorme Detonationen. Die Qualität von Grafiken und Musik lässt leicht vergessen, dass es sich hier „nur" um ein Freeware-Game handelt.

Sprachausgabe

So professionell die Musikuntermalung wirkt, so unprofessionell allerdings kam mir die Sprachausgabe vor. Vorweg muß gesagt werden, dass es sich dabei um Texte handelt, die in österreichischer Mundart gesprochen wurden. Für mich als Österreich-Laien wirkte der nuschelnde Professor Brösl entweder sprachbehindert oder als hätte er dem Heurigen ein wenig zu sehr zugesprochen. Ich weiß nicht, inwieweit Österreicher diesen nervigen Lauten folgen können, ich musste mich hier auf die hochdeutschen Untertitel verlassen. Die anderen Charakteren waren dagegen durchaus erträglich bis gut gesprochen und akzentuiert und man konnte sie auch ohne Dolmetscher verstehen.

Rätsel

Die Rätsel sind durchweg einfach. Es geht darum, Objekte zu finden und an der richtigen Stelle zu verwenden oder mit den richtigen Personen zu sprechen. Dabei bekommt man noch Hilfe durch den Notizblock des Professors, den er von Anfang an bei sich trägt (im Inventar). Dort wird automatisch eingetragen, welche Aufgaben er zu erledigen hat. Erledigte Aufgaben werden abgehakt. Hätte man hier einige größere Schwierigkeiten eingebaut, so hätte sich die Spieldauer von maximal 2 Stunden erhöhen lassen. So ist es einfach zu schnell durchgespielt, ohne den Spieler zumindest kurzfristig zum Knobeln zu bringen.

Story

Kurzformel: Naiver Wissenschaftler tappst durch ein Forschungszentrum, dass von einem Verrückten geleitet wird, der die Weltherrschaft übernehmen will. Die Geschichte wird durchaus witzig erzählt, wird aber einfach zu früh unterbrochen. Der Spieler ist völlig überrascht, wenn plötzlich der „To be Continued-Bildschirm" erscheint. Es scheint, als würde einem hier der erste Teil einer vielleicht 5-teiligen Geschichte erzählt. Man kann nur hoffen, dass irgendwann auch noch das Ende veröffentlicht wird. Außerdem wäre es interessant gewesen zu erfahren, wie die Entwickler die entschärfte Fassung gestalten wollten, so dass nicht nach jedem gelösten Rätsel Prof. Brösls Partner als Blutklecks an der Wand enden.

Gesamteindruck

Nachdem ich ein System gefunden hatte, auf dem das Spiel lauffähig war, lief es ohne technische Probleme, Bugs oder Systemabstürze. Wirklich beeindruckend, was uns hier als Freeware-Game zur Verfügung gestellt wird. Grafik, Musik, Sound und das Handling sind sehr professionell und würden auch einem Kaufspiel gut zu Gesicht stehen.

Die Sprachausgabe hat jedoch eher laienhafte Züge, auch wenn es ein guter Gag ist das Ganze in österreichisch zu bringen. Die Rätselqualität entspricht Anfängerniveau, wird wohl niemanden fordern und bedingt mit die kurze Spieldauer. Da die Entwickler uns zum Schluß darauf hinweisen, dass die Geschichte noch weitererzählt werden soll, kann man nur gespannt sein, was sie den Spielern noch zu bieten haben.

Viele werden Probleme beim Download der großen Datenmenge haben. Das Professor Brösl in größerer Auflage als CD-Version zur Verfügung gestellt werden kann (gegen Entgelt wenn nötig), wäre wünschenswert.

Ein Spiel, mit dem jeder zurecht kommen und das auch jeder Adventure-Fan spielen sollte, denn es ist nicht nur Gratis sondern auch unterhaltsam.

Meine Gesamtwertung: 62%

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows 95+
  • Pentium II 300 Mhz +
  • 32 MB RAM
  • Windows 95 kompatible Soundkarte
  • 16fach CDROM-Laufwerk + (bei Spiel von CDROM)
  • 300 MB auf der Festplatte
  • Windows 95-kompatible Maus und Tastatur
  • DirectX 7.0 oder höher

gespielt mit:

  • Windows ME
  • PIII 850 MHz
  • 128 MB RAM
  • Sound- und Grafikkarte DirectX-kompatibel
  • Toshiba DVD-ROM

Startmenü
Startmenü

 

Ist die Putzfrau unüberwindlich?
Ist die Putzfrau unüberwindlich?

 

Der Archivar vorher ....
Der Archivar vorher ....



... und nachher - Leichen pflastern Brösls Weg
... und nachher - Leichen pflastern Brösls Weg

 

Die Speicherfunktion
Die Speicherfunktion

 

Hier muß Brösl wieder mal helfen
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Wo geht's lang?
Wo geht's lang?



Brösls Notizblock ist hilfreich
Brösls Notizblock ist hilfreich

 

Geh'n wir Taubenvergiften im Park ...
Geh'n wir Taubenvergiften im Park ...

 

Was macht man nicht alles, um an einen Schlauch zu kommen!
Was macht man nicht alles, um an einen Schlauch zu kommen!

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Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 23. Juni 2002

 

 

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