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Physicus 2 - Die Rückkehr
Erscheinungsdatum: 10/2003
Entwickler: Ruske & Pühretmaier
Publisher: Heureka-KlettHomepage
Boxshots
Spielsprache und Handbuch Deutsch
USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Herstellerempfehlung: geeignet ab 12 Jahren
Ein Review von slydos 11. Februar 2004
Heureka-Klett und Entwickler Ruske&Pühretmaier schufen vor 5 Jahren mit "Physikus" eines der erfolgreichsten Lernadventures. Der Edutainmenttitel wurde seitdem in viele Sprachen übersetzt. Schon im ersten Teil mußten die Spieler den kleinen Planeten retten, indem er wieder in Rotation versetzt wurde durch Zündung einer Impulsmaschine. Nachdem alles glänzend zu laufen schien, werden die Knobelwilligen in "Physicus - Die Rückkehr" auf den gleichen Planeten durch einen mysteriösen Hilferuf zurückgeholt.
Story
Vor einiger Zeit hat ein Meteorit den Planeten getroffen. Aber die Spuren sind kaum mehr auffindbar, der Planet ist inzwischen auch von den einst dort ansässigen Wissenschaftlern verlassen. Dem Spieler muss es gelingen, ins Innere der Labors zu kommen. Dort finden sich Hinweise: Eine Videoaufzeichnung der Wissenschaftler, ein Raumschiff von einem fernen Planeten. Eine Kammer des Raumschiffs ist leer, es gibt also einen Überlebenden: Ein Kind namens Soi, das dringend Hilfe braucht. Zwar existiert ein Shuttle, um Soi zu seinem Planeten zurück zu führen, aber es fehlt dem Raumfahrzeug an Energie und das Gasgemisch für Soi im Innern der Kapsel muss erst noch hergestellt werden, damit das Kind atmen kann. Wird es gelingen, das Spaceshuttle zu reaktivieren und Soi in seine Heimat zu schicken? Wir schlüpfen in die Rolle einer namenlosen Hauptdarstellerin, die sich mittels Mini-Luftschiff von Insel zu Insel bewegen kann, sobald wir die nötigen Flugmodule besorgt haben. Dazu müssen wir die Rätsel auf den 4 Inseln lösen ...
Installation/Spielstart
"Physicus - Die Rückkehr" kommt auf 2 CDROMs zusammen mit der Anleitung in dem von Heureka-Klett bekannt aufwendigen Karton mit Klappdeckel. Für die Installation müssen wir die Setup-Datei der CD1 aufrufen, danach läuft alles fast ohne unser Zutun und reibungslos ab. Während der Installation müssen wir einmalig den beigefügten Kopierschutzcode eingeben und zur Prüfung auch immer die CD bei jedem Programmstart im Laufwerk lassen. Praktisch bei der Erstinstallation ist der Systemcheck und die Anzeige der ermittelten Werte. Einmal hätte allerdings gereicht (genau wie bei Historion 2 oder Geograficus), stattdessen muß man diesen Bildschirm bei jedem neuen Start des Spiels weiterklicken. Bricht man das folgende Intro ab, das den Meteoriteneinschlag zeigt, gelangt man in die Startszene, in der man dann loslegen oder per Optionenmenü einen gespeicherten Spielstand laden kann.
Steuerung/Handling
"Physicus - Die Rückkehr" kann ausschließlich mit der Maus gesteuert werden, es gibt allerdings auch einige Kurztasten, mit denen man z. B. schnell speichern oder laden kann. Das Handling ähnelt sehr stark dem gleichzeitig erschienenen "Geograficus".
In diesem 1st-Person-Spiel navigiert man schrittweise durch Standbilder per Klick auf Richtungspfeile á la Myst. Andere interaktive Bereiche, an denen man Gegenstände aufnehmen, benutzen oder manipulieren kann, werden durch verschiedenartige Handcursor angezeigt.
Im unteren rechten Bildschirmbereich befinden sich zwei Schaltflächen für das Inventar und das Optionsmenü. Die Inventarbox öffnet sich durch Anklicken und kann gleichzeitig 8 Objekticons anzeigen. Sollten mehr Gegenstände vorhanden sein, muß man scrollen. Beim Darüberfahren wird ein Beschreibungstext des jeweiligen Gegenstandes eingeblendet. Inventarobjekte werden per Drag&Drop angewendet und rutschen automatisch ins Inventar zurück, wenn sie nicht passen.
Ein Klick auf die Schaltfläche Optionen öffnet eine Übersicht, in der man verschiedene Programmeinstellungen vornehmen kann, z. B. den Sprecher der Wissenstexte oder Animationen an- oder ausschalten, Lautstärke, Helligkeit und Bildblenden bei Szenenwechsel einstellen.
Speichern und Laden sowie das Beenden oder ein Neustart des Spiels sind ebenfalls von dieser Übersicht aus möglich. Es gibt 24 Savegames, die chronologisch absteigend geordnet sind, so daß man ab dem 7. Savegame scrollen muß. Wir können dazu kurze Texte (mt Umlauten) eingeben. Strg-S erstellt einen Quicksave, der immer an erster Stelle zu finden ist. Eine umgekehrte Anordnung der Savegames und Überschreibewarnung wären angebracht. Die Ladevorgänge laufen recht schnell ab. Das Beenden des Spiels isr allerdings langwierig, da man den Abspann nicht abbrechen kann.
Der Wissensteil ist in "Physicus 2" links unten über einen Knopf zu errreichen. Innerhalb der Kapitel benutzen wir eine Navigationsleiste. Der Sprecher legt beim Aufruf eines Kapitels gleich los, man kann ihn allerdings auch abschalten.
Das Handling ist recht leicht zu erlernen. Ab und zu dauert es einen kurzen Moment, bis sich der Cursor nach einem Szenenwechsel wieder zeigt und man so immer etwas aufgehalten wird, wenn man eigentlich schnell durch eine ganze Reihe von Bildern klicken möchte. Ausgezeichnet ist die genaue Dokumentation wirklich aller Funktionen im Handbuch.
Grafik/Atmosphäre
Die Grafik besteht aus wunderschönen 2D-Standbildern die mit sehr wenig animierten Elementen auskommt. In "Physikus - Die Rückkehr" gibt es kaum Darstellungen von lebenden Charakteren außer in verrauschten Videos und den Zwischensequenzen, die unsere Spielfigur in einem Mini-Zeppelin zeigen. Das einzige Lebewesen, das wir ja die ganze Zeit suchen, zeigt sich 2-3 mal kurz. Dialoge gibt es nicht. Wunderbar realistisch die wogende See in den Zwischensequenzen, die leider keine Fortsetzung im Spiel findet, weil da auch das Meer bildlich eingefroren ist. Aber wir haben Glück, zum Schluß werden wir mit einer Großaufnahme unserer Spielfigur belohnt.
Das Ruske&Pühretmaier sehr wohl lebendige Szenen gestalten können, zeigen sie in Historion und auch in Geograficus. Physikus 2 bleibt da außen vor - wer sagt eigentlich, daß Physik nichts mit lebendigen Kreaturen zu tun hat?
Musik und Soundeffekte sind dezent und sparsam gesetzt. Außer Vogelgezwitscher und Meeresrauschen und ab und zu einem mechanisches Geräusch ist da wenig zu hören. Das verstärkt nur noch die einsame Atmosphäre.
Rätsel
In "Physikus - Die Rückkehr" müssen nur sehr einfache Inventarrätsel gelöst werden. Wir finden ein Objekt und der Anwendungsort bietet sich sofort an. Objekte werden nicht innerhalb des Inventars kombiniert. Dazu kommen eine ganze Reihe von Wissensrätseln, mit deren Hilfe man Codes knacken kann oder Einstellungen an Maschinen vornimmt. Dazu muß man in der Regel auch Berechnungen durchführen und Formeln verwenden. Da geht's mal ums Ohmsche Gesetz, dessen tatsächliche Bedeutung einem statt "Ihr da ohm macht doch watt ihr volt!" jetzt klar sein sollte. Es gibt Gedächtnisrätsel mit Zufallsgenerator und man sollte rein bildlich formulierte Probleme in physikalische Termini umsetzen können. Es gibt keine Action- oder Geschicklichkeitselemente und man kann nicht sterben in diesem Spiel.
Lernteil
Die relevanten Informationen zur Rätsellösung sind im Lernteil (in Form eines Laptops) zu finden, der in 7 Kapitel aufgeteilt ist, wobei nur Atomphysik und Relativitätstheorie gegenüber dem Vorgängerspiel neu hinzugekommen sind. Der Lernteil ist interessant und auch teilweise interaktiv gestaltet, und regt sicher dazu an, sich Passagen auch ohne Spielnotwendigkeit anzuschauen. Spielnotwendig waren allerdings Informationen zum Laserlicht, und da hat mir nicht so ganz eingeleuchtet, warum das nicht unter Optik sondern Atomphysik zu finden war. Das zeigt schon, daß rätselrelevante Informationen manchmal ganz gut versteckt sind, was die schnellen Spieler dazu zwingt den Lernteil zumindest in allen Teilen zu überfliegen. Der Lernteil ist - im Gegensatz zum kontextsensitiven von Historion - unabhängig vom Physikus 2 -Spiel zugänglich und gefällt in seiner Klarheit, Beispielwahl, grafischen und akustischen Darstellung.
Fazit
"Geograficus" und "Physicus 2" sind vom Handling und Grafik sehr ähnlich, also leicht zu bedienen. Aber während die Entwickler bei "Geograficus" versucht haben, eine interessante und teilweise auch lustige Rahmenhandlung zu schaffen mit einer Reihe von NPCs, mit denen man sogar interagieren kann, geht es bei Physicus doch eher staubtrocken zu. Leere Gebäude und Landschaften. Gerade mal in 1-2 Spielszenen und dem Schlußfilm treffen wir auf andere Lebewesen. Physik durchzieht unser gesamtes Leben und könnte durchaus aufregender dargestellt werden, wie es beispielsweise in Spielshows gelingt. Zwar ein solides Spiel mit gutem Lernteil aber der Spannungsfunke will nicht so recht überspringen.
Gesamtwertung: 72%
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Systemvoraussetzungen PC:
Prozessor: 450 Mhz, Pentium III
Betriebssystem: Windows 98/ME/2000/XP
RAM (Hauptspeicher): 64 MB (128 MB RAM empfohlen)
Festplattenspeicher: 100 MB frei auf der Festplatte
Grafikkarte 32 bit
16fach CD-ROM-Laufwerk
16 bit Soundkarte
Sonstiges: Quicktime 6 (mitgeliefert)
Systemvoraussetzungen MAC:
Prozessor: 450 Mhz, Power PC ab G3
Betriebssystem: 8.6
RAM (Hauptspeicher): 64 MB (128 MB RAM empfohlen)
Festplattenspeicher: 100 MB frei auf der Festplatte
Grafikkarte
16fach CD-ROM-Laufwerk
Soundkarte
Sonstiges: Quicktime 6 (mitgeliefert)
gespielt mit:
- Windows XP
- P IV 1,6 GHz
- 512 MB RAM
- 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
- nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
- Soundkarte DirectX-kompatibel
Menüs und Inventar werden unten rechts eingeblendet
Designerstühle
Großkopferte Aliens auf einer Videokassette
Mit dem Zeppelin macht man Insel-Hopping
Der Wissensteil
Hier scheint man Aliens seziert zu haben
Fremde Schriftzeichen aber kein Rätsel
Die meisten Aliens sind tot
Ein fremdes Raumschiff
Der kleine Soi
Das Steuermodul des Zeppelins
Aufgaben aus der Mechanik
Ein ganz spezielles Spektrum
Geschafft!
Ein kurzer Blick auf unser Alter Ego
Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 11. Februar 2004