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Pink Panthers Gefährliche Mission


Erscheinungsdatum: 1996
Entwickler: Wanderlust Interactive/Adrenalin Interactive
Publisher: Ravensburger
Spielsprache: Deutsch

Boxshots


ab 8 Jahre

 

Ein Review von slydos   26. Mai 2003

 

Start/Installation

Pink Panther - Gefährliche Mission kommt auf einer CDROM mit deutschem Handbuch in der ungewöhnlichen Form eines Kuchenviertels, das man ausklappen kann. Das Spiel wurde von Ravensburger Interactive auch noch in anderen Verpackungsversionen herausgebracht aber nimmt in dieser Form nicht so viel Platz im Regal ein, wie eine Eurobox.

Die (automatische) Installation kann unter Windows 3.1 geschehen, läuft allerdings unter Windows XP genauso reibungslos ab, auch wenn das Spiel bereits einige Jahre alt ist. Das macht sich bemerkbar, daß für die eventuelle Eingabe eines Verzeichnisnamens nur 8 Stellen zu Verfügung stehen - ein Überbleibsel von DOS. Ca. 10 MB werden auf der Festplatte benötigt. Es ist sowohl im Fenster als auch als Vollbild abspielbar und läßt jederzeit, auch während des Intros oder anderer automatischer Sequenzen, einen Zugriff auf das Menü am oberen Fenster-/bzw. Bildschirmrand zu.

Schon im Vorspann gibt's etwas zu lachen: Der berühmte MGM-Löwe hat Nachwuchs bekommen und um das berühmte Logo der Lizenzgeber aalen sich einige Baby-Löwen - putzig!

Während des längeren lustig-spannenden Intros in dem Superspion Paulchen sich zu seinem Auftraggeber Inspektor Clouseau begibt, mag der eine oder die andere die so bekannte Erkennungsmelodie von Henry Mancini vermissen. Aber die aktuelle Intromusik ist ebenfalls ein spannungsvolles Stück, das ausgezeichnet zu einer Agentenstory paßt. Clouseau teilt Paul die Einzelheiten seines Auftrages mit:

Geschichte

Im Feriencamp Chilly Wa-Wa befinden sich eine Reihe ganz besonderer Kinder aus vielen Teilen der Erde, deren zukünftige Aufgabe es sein wird, den Frieden zu sichern. Paulchen soll diese Kinder beaufsichtigen. Als jedoch die finsteren Gestalten vom BCB, dem Bundesamt für Campingbeaufsichtigung, auftauchen und die Kinder aufmüpfig werden und verschwinden, muß Paul in deren Herkunftsländer reisen, um mit Hirn und Witz dem bösen Widersacher Dog Father und seinen Handlangern letztlich einen Strich durch die üble Rechnung machen.

Steuerung/Handling

Pink Panther ist ein mausgesteuertes 3rd-Person Adventure. Zusätzlich gibt es für bestimmte Funktionen einige Schnelltasten.

Wir können Paulchen nicht direkt an bestimmte Orte dirigieren, sondern er bewegt sich nur, wenn wir einen Hotspot anklicken, zu dem er sich dann eventuell begibt. An einem Hotspot können wir mit anderen Personen sprechen, Gegenstände aufnehmen/anwenden oder Aktionen auslösen. Wir erkennen Hotspots durch die Veränderung des Cursors: denn dann leuchtet es am Zeigefinder der kleinen Hand auf. Leider haben die Entwickler hier keine durchgängige Linie gefunden, denn es gibt eine ganze Reihe von Hotspots, bei denen nichts aufleuchtet! Da hilft dann nur Kombinieren und Ausprobieren. Hilfreich dabei, daß ausgewählte Inventargegenstände leuchtend gelb umrandet werden, wenn wir sie über eine Hotspot halten, auf den wir sie anwenden können - was allerdings nicht unbedingt erfolgreich sein muß.

Das Inventar öffnet sich in der Bildmitte, wenn wir Paulchen anklicken und zeigt jeweils einen Gegenstand ohne Textbeschreibung. Per Pfeiltasten können wir im Inventar blättern.

Szenenausgänge werden durch Pfeile markiert. Natürlich begibt sich unser Superagent auch oft automatisch auf die Reise zu anderen Schauplätzen, wenn wir bestimmte Rätsel gelöst haben. Hier und da müssen wir aber auch ein Transportmittel finden, um an andere Orte zu gelangen.

Dialoge laufen automatisch nach dem Anklicken ab.

Wenn wir auf ein Objekt mit der rechten Maustaste klicken, erhalten wir darüber eine Erklärung aus Paulchens PDA-Enzyklopädie. In der Menüzeile finden wir den PDA, in dem wir eine Menge Wissenswertes über die Kulturen der verschiedenen Heimatländer der Kinder erfahren können, die der rosarote Panther besucht, über Sprache, Natur, Kunst, Religion Kleidung usw.

Ebenfalls in der Menüzeile befindet sich die Speicher- und Ladefunktion, wo wir unbegrenzt im Windows-Modus Dateien anlegen können. Wir können hier ebenfalls die Lautstärke einstellen, das Spiel pausieren oder verlassen, die verschiedenen Songs des Spiels mit ihren Filmsequenzen abrufen oder die in Reimen verfaßte Hilfedatei zu Rate ziehen.

Die Steuerung ist relativ einfach, störend nur, daß nicht alle Hotspots konsequent gleichartig hervorgehoben werden und manchmal auch durch den Panther verdeckt sind, den man ja nicht einfach einen Schritt zur Seite gehen lassen kann. Schön, daß man keine plumpe Komplettlösung beigelegt hat, sondern eine zum Denken anregende Hinweisdatei in Gedichtform.

Auch wenn das Spiel für kleinere Kinder geeignet sein will, ist es nicht unbedingt verständlich, warum man für die Größeren nicht trotzdem Dialoge und besonders die Inventarbezeichnungen in Textform hinzugefügt hat.

Grafik/Musik/Sprache

Wunderschön bunt und munter die 2D-Comicgrafik, ganz so wie man den Pink Panther aus dem Fernsehen kennt. Animationen und Filmsequenzen sind ebenfalls reizend. Aber besonders toll, daß Paulchen von Roger Moores deutscher Synchronstimme, Niels Clausnitzer, gesprochen wird.

Gesprochen wird eine ganze Menge und ab und zu gibt's auch eine Extra-Song-Einlage von einem der Mitspieler. Bei den Songs sind allerdings nicht nur die poppige Musik und die Videosequenz relevant, sondern auch die Texte. Leider wurde hier nicht an eine Übersetzung (z. B. Untertitel) gedacht, so daß den deutschen Kindern, die wahrscheinlich noch kein Englisch verstehen, einiges entgeht, z. B. über die chinesische Vorschrift der Einkind-Ehe oder den Bau des Taj Mahal. Übrigens ist das Spiel keineswegs unpolitisch, sondern zeigt spielerisch Probleme in den verschiedene Ländern auf, sei es die Krankheitsübertragung durch heiliges Wasser in Indien und deren Kastenwesen oder die Ausrottung der Aborigines in Australien.

Rätsel

Die Rätsel, hauptsächlich Dialog- und Objekträtsel, sind relativ einfach und für Kinder ab 6 sicher zu schaffen, allerdings sind sie wiederum nicht so leicht, daß nicht auch Erwachsene über die eine oder andere Aufgabe grübeln müßten. Durch das Fehlen einiger Hotspotmarkierungen, wie oben beschrieben, wird es dann manchmal sogar tricky.

Der Spielverlauf ist linear, ohne Verzweigungen oder Sackgassen. Unser Superspion versucht alle Probleme zunächst gutmütig und gewaltlos zu regeln, aber hier und da muß er die Bösen in Comicmanier in Ihre Schranken weisen, so daß schon mal einer geplättet an der Wand landet o. ä.. Es gibt allerdings keine Action- oder Geschicklichkeitseinlagen für die Spieler, oder die sonst für die Zielgruppe so beliebten Minigames - Pink Panther ist ein reines Adventurespiel. Es gibt auch keine Zeitlimits oder Game Overs.

Fazit

Pink Panther - Gefährliche Mission ist ein wirklich empfehlenswertes Adventure für die ganze Familie. Und so ganz nebenbei ein ausgezeichnetes Lernspiel, bei dem auch Erwachsene noch Neues erfahren werden. Dabei lernt man so im Vorbeigehen ohne daß die Handlung konstruiert oder die Informationen irgendwie aufgesetzt erscheinen. Hinzu kommt Paulchens trockener Humor, exzellent synchronisiert, und eine spannende, nicht sofort durchschaubare Story mit überraschenden Wendungen, die nicht zu schnell zuende geht. Ich habe es verteilt über mehrere Wochen gespielt und schätze die reine durchgehende Spieldauer auf ca. 22+ Stunden. Das ist weit mehr, als Edutainment-Adventure heutzutage bieten. Zur Zeit ist das zu Recht preisgekrönte Spiel sehr günstig bei pearl.de zu haben.

 

Bewertung: 81 %

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • 80486/66 MHz
  • ab Windows 3.1(auch Windows 95 und XP)
  • 8 MB RAM
  • 10 MB freier Speicherplatz auf der Festplatte
  • 2-fach CDROM-Laufwerk
  • Soundkarte 100% Soundblaster kompatibel
  • Monitor 640 x 480 mit 256 Farben
  • Maus, Lautsprecher

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 26. Mai 2003

 

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