|
Zurück
zur Adventure-Archiv Startseite
English
version of this pagePompei
Historisches Adventure von Cryo/Arxel Tribe
Ein Review von Annemarie

Adrian begegnet Ishtar
|
|
Da ich schon viele Cryo-Adventures mit grossem
Genuss gespielt habe, habe ich mich schon sehr auf Pompei gefreut, seit ich die
Vorankündigung auf der französischen Cryo-Website gelesen und die vielversprechenden
Screenshots gesehen habe.
Meine Enttäuschung war nun groß, dass der deutsche Publisher, Ravensburger
Interactive, das Spiel nicht vor dem nächsten Jahr (wahrscheinlich wird's März/April
2001) herausgeben wird, worauf ich mich dann ungeduldig - da ja in punkto Adventures das
grosse Sommerloch schon lange begonnen hat - die französische Version besorgt habe. |
|
|
|
| Pompei ist das erste Spiel einer Trilogie von
historischen Adventures mit dem Helden Adrian Blake. Der junge schottische Kartograph hat
während einer schweren Krankheit im Kaukasus die Göttin der Liebe - dort unter dem Namen
Ishtar bekannt - beleidigt. Diese versetzt nun seine geliebte Ehefrau Sophia dreimal in
verschiedene Zeitalter, wo Adrian sie wiederfinden und retten muss - hier nun das erste
Mal 4 Tage vor dem Ausbruch des Vesuvs in Pompei. Diese Story verspricht ja einiges an
Spannung und packende Abenteuer, die unser Held zu bestehen hat. |
|

Zwei Freunde
|
|
|
|

Fructus und ein ganz spezieller Esel
|
|
Der Vorspann des
Spieles hat mich auch gleich begeistert: In gewohnter 1A-Cryo-Grafik erzählt unser Held
von seiner Begegnung mit Ishtar und wie er sich in Pompei im Garten von Popidius, einem
römischen Edelmann, wiedergefunden hat.
Man erforscht danach das umfangreiche Haus von Popidius und die drei Gärten und
ist erst mal - trotz des vielen Weichzeichners gerade bei den kunstvollen römischen
Mosaiken - wiederum hingerissen von der Grafik und der stimmungsvollen wunderschönen
Musik, die - wie Cryo es schon immer geschafft hat - sofort Atmosphäre schafft und einen
übrigens das ganze Spiel über gefangen hält.
|
|
|
|
| Doch gleich danach folgen die ersten
Enttäuschungen: Man findet eine Truhe, und direkt davor - nicht gerade anspruchsvoll für
echte Adventure-Fans - den Schlüssel zu derselben! Danach führt man das erste Gespäch
und stellt fest, dass die Figuren während des Gesprächs völlig starr dastehen und der
Mund sich beim Reden auch nicht nur millimeterweise bewegt! Das hilft nicht gerade dabei,
die Figuren für den Spieler lebendig werden zu lassen, obwohl die Story selbst logisch
und überzeugend aufgebaut ist - wenn auch etwas eindimensional und nicht gerade sehr
fantasiereich erdacht. Im weiteren Verlauf des
Spieles bewahrheiten sich dann leider diese ersten Befürchtungen: die Rätsel sind allzu
leicht, vor allem geht es um Suchereien, leichte Kombinationsaufgaben und
Ausweichmanöver. An 3 Stellen im Spiel muss man etwas gegen die Zeit spielen, ist aber
auch nicht besonders schwierig. Ausserdem bekommt man während der vielem Gespräche ganz
dicke Hinweise oder wird manchmal automatisch zu den Orten geführt, wo es weitergeht. |
|

Die Schlange
|
|
|
|

Rendezvous mit Sophia
|
|
Das positive an den
Rätseln ist, dass sie durchweg logisch sind. Einzig ein Freund von Adrian verwirrt da
etwas. Der sitzt nämlich während der letzten Kapitel in der Kneipe und fordert einen
beim Besuch derselben ständig zum Würfeln auf, was dann aber zu gar nichts führt.
Ebenso kann einen ein Gespräch mit Sophia im Garten leicht in die Irre führen: man
arbeitet brav Dialogfeld um Dialogfeld ab und ahnt nicht, dass irgendwann im Gespräch
hinter der beiläufigen rhetorischen Frage "...aber wird Venus Lavinia davon
überzeugen?" eine wichtige Aufgabe lauert! Das war eine Hürde, die ich ohne Hilfe
nie genommen hätte.
Was mich ausserdem enttäuscht hat, waren die
sehr wenigen zugänglichen Handlungsspielorte! Die Sucherei an immer denselben Orten ist
auf die Dauer langweilig, da hilft die beste Grafik nichts! |
|
|
|
Fazit: Man hätte aus dieser
wunderbaren Idee mit einer verzweigteren und auch spannenderen Handlung und
grosszügigeren Spielorten ein gigantisches Adventure machen können - ich träume da ja
immer noch von
Atlantis 1 - aber soviel Aufwand gibt leider wohl heutzutage der Etat für ein
Adventure nicht her, schade! Der Aufwand fliesst heutzutage wohl grösstenteils in die
aufwendige 3D-Grafik, während andere wichtige Dinge, die ein gutes Adventure ausmachen,
vernachlässigt werden. So läßt sich das Spiel einordnen in die Reihe: Aztec, Dracula,
Vikings etc.. |
|

Endlich auf der Flucht
|
Sophia zu finden, zur Flucht zu überreden und zu
retten ist leider für einen Adventurefan in ca. 8 Stunden zu schaffen - bei mir hat es
wegen der französischen Sprache zum Glück etwas länger gedauert!
Die aufwendige und ewig lange Schlusssequenz, in der
massenhaft Menschen von Säulen erschlagen werden, hätte man sich lieber gespart und
diesen Aufwand ins eigentliche Spiel gesteckt!
Für einen historisch interessierten Fan ist noch die
umfangreiche Fachbibliothek über Pompei und die Römer positiv zu erwähnen, auch ein
Stadtrundgang ist wie bei Cryo's anderen historischen Adventures wieder mit dabei.
Spielen dürfen dieses Spiel (zumindest in Frankreich!) alle
Altersstufen.
Mit Bugs hatte ich beim Spiel keinerlei Probleme, das sei
hier noch lobend erwähnt.
Das Spiel bekommt von mir die Gesamtbewertung 65%
= befriedigend, eingeschränkt empfehlenswert. Nicht zu empfehlen für
richtige Rätselfans, sondern eher geeignet für Adventure-Anfänger und Spieler, die viel
Wert auf Grafik und Atmosphäre legen und für geschichtlich interessierte Fans!
Zum Schluß noch einige technische Daten:
Minimale Systemanforderungen:
- Pentium MMX 200
- 32 MB RAM
- 16-bit-Grafikkarte
- Soundblaster kompatible Soundkarte
- 12 x CD-ROM-Laufwerk
Gespielt auf:
- PIII 600 MMX
- Windows 98
- 24-bit-Grafikkarte
Copyright © Annemarie für Adventure-Archiv, 24. Juni 2000
Bewertungssystem:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr
empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt
empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade
empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher
abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht
(lieber die Finger davon lassen)
|