Psychic Detective
Gedanken-Verschmelzung

Electronic Arts hat den interaktiven Spielfilm neu erfunden: PSYCHIC DETECTIVE paßt so gar nicht in die üblichen Spielkategorien.



Eric Fox arbeitet als Alleinunterhalter in schmuddeligen Nachtclubs. Er kann die Gedanken von Menschen lesen und in ihren Kopf eindringen. Das geht aber nur, wenn Eric die betreffende Person berührt oder einen Gegenstand von ihr in der Hand hält. Mit seiner Gabe hat er es noch nicht weit gebracht. Er tingelt für ein paar Dollar durch schmuddelige Nachtclubs.

Eines Tages ist die Exil-Russin Liana Pozok im Publikum, die Eric für eine ganz besondere Aufgabe engagiert: Er soll den Tod von Lianas Vater aufklären. Damit beginnt die eigentliche Aufgabe für Spieler.

Ein Krimi-Adventure ist das Spiel eigentlich nicht. Es ist vielmehr ein reinrassiger Spielfilm, dessen dramatische Wendungen von der Interaktion des Spielers abhängen. In einem Filmfenster in der Mitte des Bildschirms läuft der Film kontinuierlich durch - auch wenn der Spieler nicht eingreift. Doch in jeder neuen Filmszene besteht die Möglichkeit, die Sinne von Eric Fox auf Gegenstände oder Personen zu lenken. So kann man Fox dazu bringen, einer bestimmten Person mit dem Auto zu folgen oder in ihm Visionen zu erzeugen, die er durch das Aufnehmen bestimmter Gegenstände erhält. Doch der Zeitpunkt der Aktionen muß genau geplant sein. Manche Personen und Gegenstände tauchen nur ganz kurz als Icons außerhalb des Filmfensters auf. Wer sich nicht sputet, muß hilflos mit ansehen, wie Fox weiter seine eigenen Wege geht.

Wenn Fox genügend Informationen über die Beteiligten erhalten hat, kann er sogar deren Stimmungen und Handlungen suggestiv beeinflussen. Diese telepathischen Fähigkeiten sind sehr wichtig, denn viele seltsame Figuren tauchen im Fall des Eric Fox auf.



Wie sich herausstellt, steckt eine seltsame Organisation hinter dem Mord, eine Osteuropa-Connection, die grauenvolle Dinge tut. Erst wenn Fox das Komplott aufgelöst hat, kann der Showdown beginnen. Der findet als Brettspiel statt, wobei Fox und sein geheimnisvoller Widersacher die beteiligten Charaktere als Spielsteine benutzen. War die Detektiv-Arbeit erfolgreich, besitzen manche Spielsteine größere Macht als die anderen.


Der Ausgang des Spiels bestimmt auch den Ausgang des Films. Wer also Psychic Detective noch einmal neu starten möchte, kann völlig neue Details entdecken.

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Psychic Detective ist nicht nur verwirrend, weil selbst gute Englischkenntnisse manchmal nicht ausreichen, um die Slangs zu verfolgen. Auch Handlung und Interaktion bringen den Spieler oft durcheinander. Wer eines der Personen-Icons oder einen Gegenstand anklickt, wird flugs in eine andere Szene versetzt. Bei einem Adventure hat man Zeit, seine Schlüsse zu ziehen, bei Psychic Detective ist Gevatter Zufall der beste Freund. Zugegeben, der Film ist professionell gedreht worden. Über 90 Darsteller treten in dem Werk auf, und die Special- und Grusel-Effekte sind allererste Klasse. Kein Wunder: Die Produktionsfirma des Spiels machte auch schon die FX für Oliver Stones "Natural Born Killers".

Was uns auffiel:
+ professionell gedrehter Spielfilm
+ gute visuelle Effekte
- verwirrende Handlung
- keine echten Rätsel

Bewertung:

  • Grafik 4 von 5
  • Sound 3 von 5
  • Komfort 2 von 5
  • Gesamt 2 von 5

Systemvoraussetzungen:
486DX50, 8 MB RAM, SVGA (VESA), 2x CDROM-Laufwerk, Soundkarte

msu

PC-Spiel, © 2/96


adventurearchiv - 30-06-00

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