Qin: Tomb of the Middle Kingdom

Gruß von Master Lu

Warner lnteractive unternimmt in Qin den sicher löblichen Versuch, Geschichte und Computerspiel in einem unterhaltsamen Produkt zu vereinen. Die Grabstätte des großen chinesischen Kaisers Qin Shi Huangdi ist der Schauplatz des ambitionierten Abenteuerspiels Qin.

Angesiedelt in der dunkelsten Periode Chinas - zwischen den Jahren 480 und 221 vor Christus - erforscht der Spieler die Geheimnisse des Kaisers Shu Huangdi, dessen von einer steinernen Armee bewachtes Grabmal auch Gegenstand von „Das Rätsel des Meister Lu" war.


Mit Hilfe dieser handgezeichneten Karte
versucht sich der Spieler im Labyrinth der antiken
Grabstätte zu orientieren

Die Story beginnt allerdings fast 2500 Jahre später mit der üblichen Zukunftsvision weitumspannender Konzerne und drohender militärischer Konflikte. MegaMedia, einer dieser Multis, kündigt an, daß man das Grabmal des Kaisers öffnen wird und somit versucht, das mysteriöseste archäologische Geheimnis der Stadt der Toten zu lüften. 6000 Terrakotta-Krieger bewachen den imperialen Friedhof in Li Shan, auf dem es vor Fallen, Selbstschußanlagen und anderen netten Überraschungen nur so wimmeln soll. Der Spieler stellt sich für diese Aufgabe mutig als Freiwilliger zur Verfügung.

Doch die bloße Inangriffnahme dieses Unterfangens erweist sich bereits als recht kompliziert. Ein chinesischer Säbelrassler schickt sich an, die Provinz zu erobern, während der lokale Wetterbericht starke Erdbeben in der unmittelbaren Umgebung vorhersagt. Mit ohrenbetäubendem Lärm öffnet sich der Boden, unser Volontär fällt in einen endlosen Schacht und erwacht in den Räumen der Grabstätte...

Dankenswerterweise haben sämtliche Instrumente den Sturz ins Bodenlose gut überstanden, und somit steht der Expedition nichts mehr im Wege. Der Data Visor besteht aus einer Datenbank mit Informationen über Li Shan, einem elektronischen Übersetzer, der Chinesisch in Wort und Schrift perfekt beherrscht, und einem Kartengenerator. Orte, die man bereits erforscht hat, können mit dem Transport Node jederzeit wieder aufgesucht werden.


Steinerne Soldaten bewachen die Grabkammer des Kaisers


Zwischendurch darf man auch mal frische Luft schnappen

Qin wird aus der Ich-Perspektive gespielt. Das Interface ist Standardware - praktisch aber nicht unbedingt innovativ. Die Rätsel sind generell einfach und setzen auch keine umfangreichen Fachkenntnisse der chinesischen Kultur voraus. Man betritt einen Raum und findet diverse Objekte, die manipuliert werden müssen. Die Lösungen finden sich nach längerem Suchen in den verschiedenen Kammern des Grabmals. Darüber hinaus enthält die Datenbank einige nützliche Hinweise. Trotz der SVGA-Grafik sind die Hintergründe und Objekte schwer auszumachen, was aufgrund der üblicherweise in Grabkammern vorherrschenden Dunkelheit wohl beabsichtigt ist.

Konfuzius sagt: Mastel Lu viel bessel als Qin. Obwohl Qin einen seriöseren Pfad als Master Lu einschlägt, muß es sich, aufgrund der gleichen Thematik, diesen Vergleich gefallen lassen. Qin ist kein schlechtes Spiel, allerdings zeichnet sich ein echter Hit durch Eigenständigkeit und Innovationen aus. Fazit: Zu bieder, um aufzufallen.

Bewertung:

  • Grafik: 75%
  • Sound: 78%
  • Handling: 73%
  • Spielspaß: 72%

 

 Markus Krichel, PC Games 10/96

 

Adventure-Archiv 15-07-00

 

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