RAMA -
Rendezvous im Weltraum

Die zweite Chance

 

Aliens sind weder aggressiv noch besonders freundlich. Arthur C. Clarke hält Außerirdische einfach für desinteressiert.

Alles hätte so schön sein können: Ein riesiges, zylindrisches Raumschiff kreuzt auf seiner Flugbahn das Sonnensystem, und die Menschheit ist aus dem Häuschen. Der erste Kontakt mit Außerirdischen steht bevor! Doch die erste Expedition ins Unbekannte verläuft enttäuschend - von Aliens keine Spur, nur Roboter, seltsame Tiere und eine gigantische Ansammlung von Apparaten ist zu bestaunen.

Ein paar Jahrzehnte später bekommt die Menschheit eine zweite Chance: Wieder taucht ein Raumschiff auf, wieder wird eine Expedition losgeschickt; um endlich die Geheimnisse von „Rama" (die Bezeichnung des Schiffs) zu entschlüsseln.

Als Spieler ist man Mitglied der Forschungscrew, die in Anlehnung an die Story des Romans "Rendezvous mit Übermorgen" ihre Reise antritt. Kein Geringerer als Gentry Lee, NASA-Ingenieur und Clarkes Co-Autor, hat das Spieldesign übernommen. Ihm ist es zu verdanken, daß die Charaktere des Spiels genau jene Probleme bekommen, die auch die Figuren des Buchs haben.

General Borzow, der Expeditionsleiter, ist überraschend bei einer Routineoperation gestorben. Als Ersatz aber nicht als neuer Leiter kommt der Spieler auf der Basisstation innerhalb von Rama an. Die Leitung hat nun der arrogante, zwielichtige Doktor Brown übernommen, der zusammen mit dem akkuraten deutschen General Heilmann (!) Rarna nicht entdecken sondern ausbeuten wilI. Das Ziel der beiden: Sie wollen einen der Krebsbionten (Roboter) einfangen die innerhalb von Rama auf Patrouille gehen.

Dabei weiß keiner, welche Gefahren diese Aktion auslösen könnte. Die gebogene Innenfläche von Rama ist mit seltsamen Städten Meeren und Artefakten überzogen, die irgendwelche geheimnisvollen Funktionen ausüben. Aber welche? Außerdem gibt es ein unterirdisches Tunnelsystem, sehr streng bewacht und verwirrend komplex. Auf nur wenige Besatzungsmitglieder kann man sich wirklich verlassen. Ansonsten muß man allein die Rätsel des Spiels lüften. Und eines ist klar: Im Spiel werden nicht alle Geheimnisse von Rama preisgegeben - schließlich gibt es zu der Romanvorlage noch einen Folgeband.

Myst-eriös
Man merkt dem Spiel an, daß Sierra eine reichlich lange Erfahrung mit Adventures hat: Die Bedienung ist in beinahe jeder Hinsicht so komfortabel, wie man es sich nur wünschen kann. Ansonsten ist dieses Spiel aber weniger Adventure, sondern mehr Knobelspiel im Stile von Myst mit stimmungsvollem Edelsound und phantastischen, rätselhaften Darstellungen von Objekten und Geräten. Da wollte Sierra wohl denen noch einen Kick geben, die das Buch schon gelesen ahben. Denn so löblich es ist, den Roman originalgetreu umzusetzen, so spannungsarm wird das Spiel, wenn man die Geschichte schon kennt. So bleibt Rendezvous im Weltraum nur für Büchermuffel ein zwar nicht überragendes, aber doch mehr als nur ordentliches Adventure.

Was uns auffiel:
+ gruftig-guter Soundtrack
+ dicht an der Romanvorlage
-  mehr Knobelspiel als Adventure

Bewertung:

  • Grafik: 3 von 5
  • Sound: 4 von 5
  • Komfort: 3 von 5
  • Gesamt: 3 von 5

Systemvoraussetzungen:
486/66, 8 MB RAM, SVGA

Hersteller: Sierra

msu

PC-Spiel, © 12/96

Screenshots

 

 

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