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Rent a Hero


Releasedatum: 11/1998

Entwickler: NEO (heute Rockstar Vienna)
 
Publisher: Magic Bytes (ein Label von micro partner, heute nicht mehr existent)

Spielsprache: deutsch

Boxshots

 

USK: ab 6 Jahren

 

 

Ein Review von  April01   27. Juli 2007

 

Geschichte

Die Story in diesem Spiel handelt von Rodrigo, einem echten Helden, den man mieten kann. Leider hält sich Rodrigo zur Zeit mit eher zweitklassigen Jobs über Wasser, da das ganz große Abenteuer noch auf sich warten läßt.

Aber es braut sich Unheil zusammen über der Insel Tol Andar, der Heimat von Rodrigo, als sich Piraten zum Angriff rüsten und auf die geheimnisvollen, magischen Gloomstones Jagd machen. Die Stunde von Rodrigo ist gekommen, als er sich schließlich selber aufmacht, um die Gloomstones zu finden ...

Diese Geschichte beinhaltet alle Zutaten, die man sich als Freund von Abenteuern und Fantasy wünscht. Zwar ist der Verlauf linear gehalten, doch es gibt auch die Freiheit zu wählen, wann man wohin gehen mag. So sind im Spiel, wenn Rodrigo sein Fluggerät besteigt, verschiedene Punkte anwählbar, wohin er fliegen kann. Diese Freiheit ist aber insofern begrenzt, daß man alle Orte zwar ansteuern kann, aber dort nicht weit kommt, sofern man die Voraussetzungen noch nicht erfüllt hat.

Rent A Hero ist im Comicstil gehalten und entwickelt einen ganz eigenen Charme. Humor ist dabei Trumpf, und die Kommentare bzw. Dialoge sorgen immer wieder für Schenkelklopfer. Insgesamt ist die Umsetzung in dieser Beziehung sehr gelungen - das einzige Manko ist die Kürze. Denn auch mit kompletter Erforschung dieser Märchenwelt ist ein geübter Adventurespieler nur ca. 4 - 5 Stunden beschäftigt, für mich etwas zu wenig für ein komplettes Spiel. Dafür entschädigen die lustigen Dialoge und Kommentare des Helden, es lohnt sich deswegen alles zu begutachten, was möglich ist.

 

Installation/Technisches/Bugs

Das Spiel hat zwischenzeitlich ja schon einige Jahre auf dem Buckel. Bei mir machte es deshalb unter Windows XP Probleme. Teilweise wurden Dinge nicht richtig dargestellt, teilweise fehlten Dialoge, und es gab sogar Abstürze zum Desktop. Ich empfehle daher den Windows-Kompatibilitätsmodus, der mir ein flüssiges Spielen erlaubte. Gelegentliche Abstürze waren allerdings immer noch zu verzeichnen.

Die Installation erfolgte automatisch über einen Installationsschild nach Einlegen der ersten CD-ROM. Das Spiel ist auf zwei CDs verteilt, und für das Intro sowie die Schlußsequenz muß die CD jeweils gewechselt werden. Ansonsten bleibt es zum Glück bei der Spiel-CD.

 

Grafik

Nach meinem heutigen Empfinden wirkt die 2D-Grafik des Spiels, in der sich 3D-Charaktere bewegen, noch immer sehr gelungen und zaubert eine wunderbare Fantasywelt auf den Bildschirm. Für die Animationen gab es 1998 sogar einen Preis für die beste Computeranimation, was in den Zwischensequenzen auch sehr schön zu sehen ist.

Des weiteren wurde im Spiel das "Facial Expressions System" verwendet, welches den Darstellern nicht nur realistischeres Leben einhaucht, sondern in den Dialogen auch für Lippensynchronisation sorgt, für die damalige Zeit wirklich sehr beeindruckend! Hier können sich sogar einige heutige Spiele noch ein Beispiel daran nehmen!

Dennoch wirkte die Grafik in Rent A Hero an manchen Stellen ein wenig leblos auf mich, weil Pausenanimationen für die Charaktere fehlen. Dies macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn Rodrigo auf andere Personen trifft (z. B. in der Kneipe), aber gerade nicht gesprochen wird. Dann scheint die Welt auf einmal still zu stehen, die Personen rühren sich nicht mehr.

Auch die Hintergründe sind an vielen Stellen nur spärlich oder gar nicht animiert. Daß es aber auch anders geht, zeigt zum Beispiel die kleine Insel, auf der Rodrigo später im Spiel mit dem Drachen fliegt. Hier ist das Wasser animiert, und schon wirkt die Kulisse ungleich lebendiger. Das zeigt, daß eine noch lebendigere Welt hier durchaus möglich gewesen wäre, wobei ich die Grafik insgesamt trotzdem als gelungen empfinde. Besonders im Hinblick auf die Zeit, da das Spiel releast wurde.

 

Handling

Die Steuerung des Spiels ist denkbar einfach, denn sie erfolgt nur über die Maus. So klickt man einfach die Ziele an, wohin sich Rodrigo bewegen soll. Bei möglichen Interaktionen verwandelt sich der Mauszeiger in ein Kreuz, dann kann Rodrigo etwas tun oder näher betrachten. Wenn ein neuer Bereich betreten werden kann, verwandelt sich der Mauszeiger in einen Pfeil.

Aufgenommene Gegenstände werden im Inventar gesammelt, angezeigt an der unteren Bildschirmleiste. Kombinationsmöglichkeiten gibt es hierbei nicht, und es können auch keine Gegenstände auf den Spielbildschirm gezogen werden. Wenn eine Situation eintritt, daß ein Gegenstand im Inventar anwendbar ist, dann wird dieser einfach angeklickt und Rodrigo verwendet ihn automatisch richtig. Ansonsten wird der Einsatz verweigert.

Im Spiel kann jederzeit gespeichert werden, indem man mit Esc das Hauptmenü öffnet. Es können bis zu neun Spielstände angelegt und auch wieder geladen werden. Alles in allem technisch gesehen ein klassisches Adventure, wie man sich ein solches wünscht.

Anmerken möchte ich auch noch, daß man in diesem Spiel nicht sterben kann. Es gibt keine Actionelemente und keine Zeitaufgaben.

 

Sound/Sprachausgabe/Texte

Dieser Bereich ist für mich im Spiel am besten gelungen. Musik und Soundeffekte sind gut eingesetzt und erschaffen eine gelungene Atmosphäre, in Kombination mit der hervorragenden Sprachausgabe. Nicht nur, daß auf eine möglichst gute Lippensynchronität geachtet wurde, auch die Synchronisation ist wirklich hervorragend. die Sprecher sind hier mit Freude am Werk und produzieren dabei ein regelrechtes Feuerwerk an Gags in den Dialogen und Kommentaren. Dem zu folgen macht einen Heidenspaß, und es lohnt sich wirklich die ganze Spielwelt zu erforschen und jedes mögliche Objekt anzuklicken, um zu hören, was Rodrigo zu sagen hat. Eine Tatsache, die bei aktuellen Adventures heute leider oftmals fehlt, was ich persönlich schade finde.

 

Das Drumherum

Wie schon angesprochen, die Spielzeit ist leider ein Manko, das nicht übersehen werden kann. Denn von einem Adventure erwarte ich eigentlich mehr. Da man das Spiel heute natürlich zum Discountpreis bekommt, kann man nicht meckern, aber für ein Vollpreisspiel wäre es mir eindeutig zu wenig.

Sehr schön gelungen sind Handbuch und Verpackung. So umfaßt das schön gestaltete Handbuch alles Wichtige, das man zum Spiel wissen muß, und mehr. Es enthält auch schöne Bilder und Grafiken aus dem Spiel. Die Verpackung ist eine große, stabile Box, wie es damals für Spiele noch üblich war, heute jedoch leider nicht mehr. Die Vorderseite ist aufklappbar, und allein für die Gestaltung der Box hätte das Spiel schon einen Preis verdient. Keine Übertreibung, an dieser Spielverpackung könnten sich viele Hersteller ein Beispiel nehmen!

Im Spiel selber ist übrigens eine Hilfsfunktion integriert. Dazu erscheint am rechten oberen Bildschirmrand ein Symbol in Form eines Buches mit Fragezeichen. Dieses gibt hilfreiche Tips, allerdings erscheint es nur dann, wenn man längere Zeit nicht weiterkommt.

 

Rätsel

Hier kann ich sagen, daß dieses Spiel für jeden gut machbar ist. Es gibt keinen hohen Schwierigkeitsgrad, so daß Frustmomente eigentlich kaum vorkommen sollten.

Rätsel wie in Myst oder ähnlichen Spielen gibt es praktisch nicht. Vielmehr drehen diese sich um Dinge wie Wegfindung, das Finden von benötigten Gegenständen und der Verwendung derselbigen. Denksport-, Rechenaufgaben oder ähnlich komplizierte Rätsel bleiben außen vor. Nur einmal, am Ende, wenn man die Gloomstones einsetzen muß, wird es etwas komplizierter, da hier Hinweise für dieses Rätsel fehlten und ich das Try&Error-Prinzip anwenden mußte. Am Ende half mir nur ein Blick in die Lösung.

Rätselbeispiele:

  • Wie bekomme ich eine Wache weg von ihrem Posten?
  • Welche Ausrüstungsgegenstände brauche ich, um mich als Pirat zu verkleiden, um in deren Stadt zu gelangen?
  • Wie befreie ich mich aus einem Gefängnis?
  • Wie komme ich an den Schmuck einer Frau heran, die auf einen Baum geklettert ist, den ich nicht besteigen kann?
  • Wie kann ich ein Ruderboot zu einem Piratenboot umfunktionieren?

Anzumerken bleibt noch, daß die Rätsel für mich nicht immer logisch waren. Das erschwert die Suche nach Gegenständen, die manchmal erst dann auftauchen, wenn man sie braucht, an Plätzen, die man schon längst besucht hatte. Die Örtlichkeiten mehrmals abzugehen lohnt also.

Alles in allem dennoch wie gesagt kein hoher Schwierigkeitsgrad, auch in labyrinthartigen Bereichen hab ich mich nie verlaufen (Wald, Kanalisation, Zwergenstollen). Man bekommt schnell ein Gefühl für die Wege und kann sich gut zurechtfinden. Somit ist der Rätselteil dieses Spiels für in dieser Beziehung anspruchsvolle Adventurespieler eher zu wenig. Wer hierauf das Schwergewicht legt, der sollte Spiele wie Myst oder ähnliche vorziehen.

 

Fazit

Nach meinem Empfinden richtet sich ein Spiel wie Rent a Hero eher an Adventurespieler, die komplizierte Rätsel alle fünf Meter meiden. Rent a Hero spielt sich für mich relativ einfach und flüssig, da ich nur einmal, beim Gloomsteinrätsel, die Lösungshilfe gebraucht habe. Alles andere ergibt sich mehr oder weniger von selbst. Die Fantasykulisse ist sehr schön gestaltet, auch wenn die Grafik natürlich veraltet ist. Aber das macht dafür der Sound wieder wett, vor allem mit der tollen Sprachausgabe. Zwischensequenzen sind übrigens rar, weil man hier bewußt dem Spieler die Kontrolle überlassen und ihn so wenig wie möglich zum reinen Zuschauer machen wollte.

Der Comicstil mag vielleicht auch nicht jedermanns Sache sein, ich fand ihn jedoch sehr gelungen. Vor allem jüngere und jung gebliebene Spieler werden wohl ihre Freude daran haben. Alles in allem ein nettes, kleines Spiel für zwischendurch. Für ein Vollpreisspiel leider zu wenig, aber für den heutigen Discountpreis, da noch über Onlineauktionen oder Gebrauchtangebote zu haben, allemal lohnend. Eine Wertung über 80 kann ich hier nicht geben, was für mich vor allem daran liegt, daß das Spiel einfach zu kurz ist. Hier zumindest hätte ich einfach mehr erwartet, was den Gesamteindruck doch etwas trübt.

 

 Meine Gesamtbewertung: 75%

 

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzung:

  • Prozessor 133 MHz
  • Grafikkarte mit 2 MB
  • 16 MB Arbeitsspeicher
  • Windows 95/98 (bei mir im Kompatibilitätsmodus auch Windows XP kompatibel)
  • DirectX 6.0
  • 6 X CD ROM Laufwerk
  • Soundkarte

gespielt mit:

  • Windows XP
  • AMD Athlon X2 Dual Core Prozessor 5200+
  • 2048 MB RAM
  • 16 X DVD-ROM Laufwerk (LG)
  • nVidia GeForce 7950 GT Grafikkarte (512 MB)
  • SB Audigy 4 Soundkarte

 

Copyright © April01 für Adventure-Archiv, 27. Juli 2007

 

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Das Hauptmenü
Das Hauptmenü

 

Selbst im Intro ist der Spieler nicht nur Zuschauer.
Selbst im Intro ist der Spieler nicht nur Zuschauer.

 

Rodrigo: Der Held des Spiels.
Rodrigo: Der Held des Spiels.

 

Die Hilfsfunktion im Spiel.
Die Hilfsfunktion im Spiel.

 

Der Held wartet in seinem Büro auf Aufträge.
Der Held wartet in seinem Büro auf Aufträge.

 

Das Fluggerät des Helden, mit dem er alle Ziele erreichen kann.
Das Fluggerät des Helden, mit dem er alle Ziele erreichen kann.

 

Schöne Aussicht.
Schöne Aussicht.

 

In der Kneipe findet sich bestimmt der eine oder andere Hinweis.
In der Kneipe findet sich bestimmt der eine oder andere Hinweis.

 

Eine Art Karte, hier wählt der Held, wohin er fliegen will.
Eine Art Karte, hier wählt der Held, wohin er fliegen will.

 

Im Wald. Welchen Pfad soll er wählen?
Im Wald. Welchen Pfad soll er wählen?

 

In der Piratenstadt.
In der Piratenstadt.

 

Bei den Zwergen, auf der Suche nach den Gloomstones.
Bei den Zwergen, auf der Suche nach den Gloomstones.

 

Die Zwergenstollen, nur nicht verirren...
Die Zwergenstollen, nur nicht verirren ...

 

Das verzwackte Gloomstonerätsel.
Das verzwackte Gloomstonerätsel.

 

Eine tapfere Unbekannte hilft dem Helden.
Eine tapfere Unbekannte hilft dem Helden.

 

Eine idyllische Insel und ein Drache als Begleiter, was will man mehr?
Eine idyllische Insel und ein Drache als Begleiter, was will man mehr?

 

 

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