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IrrgartenRiddle of the Sphinx 

Erscheinungsdatum: 12/2000
Entwickler: Omni Creative Group
Publisher:
Dreamcatcher Interactive
(es gibt nur die US-Version)



Ein Review von Annemarie   21. Juni 2001

 

Wer ein Fan von Myst, Riven, Timelapse und ähnlichen Adventure/Puzzlespielen ist und sich noch dazu einmal gerne ohne Einschränkungen in den Grabungsstätten der Sphinx und der Pyramiden von Gizeh in der Welt des alten Ägypten umschauen möchte, der wird von „Riddle of the Sphinx“ begeistert sein. 

In diesem 1st-Person Adventure – wobei es sich hier eher um ein Puzzlespiel als um ein reines Adventure handelt – landet man mit dem Hubschrauber direkt auf dem Gizeh-Plateau vor dem  verlassenen Zelt des Archäologen Sir Gil Blythe. Dieser, ein Freund und Kollege von Ihnen, hat Ihnen einen Brief geschrieben, in dem er von einer kollosalen Entdeckung und einem schweren Fehler spricht, den er gemacht hat. Bedroht vom Neid seiner Kollegen und von einem unheimlichen Fluch, bittet er Sie um Hilfe. So wie es aussieht, kommt für ihn die Hilfe nun zu spät, aber Sie müssen nun, wie er Sie bittet, mit Hilfe der versteckten Hinweise, die er Ihnen hinterlassen hat, das Rätsel lösen, dem er auf der Spur war.

Alligator
Alligator

Und die Suche nach den verborgenen Kammern unter den Pyramiden und den Schlüsseln, die eine geheimnisvolle Tür in der Sphinx öffnen, in der das Geheimnis letztendlich verborgen liegt, ist wirklich nicht einfach. Man irrt durch enge, sich gemeinerweise oft bis ins Detail gleichende Gänge und muss wirklich jedes Detail ganz genau anschauen und untersuchen, am besten Dinge mit verdächtigen Mustern skizzieren. Die Wege zwischen den einzelnen Schauplätzen sind nämlich sehr lang und ausserdem gibt es tödliche Fallen, man kann in diesem Spiel sehr wohl sterben! Also häufiges Speichern empfiehlt sich hier auf alle Fälle.

Es gilt, viele Gegenstände ins Inventar aufzunehmen, die dann oft erst an weit entfernter Stelle zur Anwendung kommen. Wer gründlich sucht, erspart sich lange Wege: was man nicht im Inventar hat, hat man in den Füssen sozusagen.

Das herausragendste Merkmal dieses Spiels, was sowohl die Grafik als auch die Rätsel angeht, ist die Realitätsbezogenheit. Das hat sowohl positive als auch negative Aspekte.

Nette Details sind z. B. ein Kassettenrekorder im Zelt, den man ganz genau wie einen völlig realistischen Kassettenrekorder handhaben konnte: zuerst „eject“- alte Kassette raus, dann neue Kassette rein, mit „vorwärts“ „rückwärts“ die geeignete Stelle suchen und abspielen. Die Kassetten sind dann aber leider endlos lange anzuhören und akustisch sehr schwer zu verstehen.

Oder man findet einen kleinen ferngesteuerten Lenkroboter, den man durch die unterirdischen Gänge jagen muss und der auch, ganz realistisch, immer wieder hängenbleibt und dann mit Störungstaste zum Weiterfahren bewegt werden muss. Nachteile hier: das Ding hat keine Gebrauchsanweisung beiliegen und man muss erstmal ewig an den Knöpfchen spielen, bis man es dann endlich zum Laufen gebracht hat und – ebenso realistischerweise aber ziemlich nervig – ist der Weg des Roboters durch die Gänge unendlich lange.

Die unendlich langen Wege sind ein Punkt, der bei diesem Spiel negativ zu vermerken wäre:

Die vielen engen unterirdischen Gänge sehen fast identisch aus und der Weg von Ort zu Ort ist oft sehr lang, daher läuft man ständig Gefahr, sich bei den langen Märschen zu verirren.

Es gibt zwar einen Warp-Pfeil, mit dem man sich sozusagen von einem Schauplatz zum nächsten beamen kann, aber erstens gibt es den nur für Schauplätze, die man schon besucht hat und zweitens war der oft nicht aufzufinden und so blieb dann noch nichts anderes übrig als zu Fuss zu marschieren. Man bewegt sich in diesem Spiel etwas antiquiert und nicht kontinuierlich gleitend fort. Man muss sich von Punkt zu Punkt weiterklicken, wobei es oft etwas unübersichtlich ist, wo man genau landet. An manchen Stellen kann man sich mit Quicktime VR um ein 360°-Panorama drehen.

Insgesamt muss man hier sagen, dass es oft schwerfällt, sich in der Umgebung zu orientieren und dass die Fortbewegung und Steuerung des Spiels schon etwas antiquiert sind.

Das Steuerungs-Menü und das Inventar erreicht man erst über einen Klick auf die Leertaste und die Objekte fürs Inventar muss man zuerst durch Klick aufnehmen, dann die Leertaste drücken – die Objekte schweben dann auf dem Bildschirm des Steuerungs-Menüs - und man muss sie erst in einen Rucksack klicken, bevor sie dann endlich im umfangreichen Inventar erscheinen.

Zur Grafik ist zu sagen, dass sie nicht gerade den grafischen 3D-Kunstwerken entspricht, die man sonst von heutigen Adventurespielen gewohnt ist, man fühlt sich an alte Zeiten von Timelapse, Atlantis1, Myst etc. erinnert. Aber die Liebe zum realistischen Detail macht das durchaus wett: viele Kammern sind liebevoll ausgeschmückt mit wunderschönen interessanten Gegenständen aus dem alten Ägypten,  prächtige Statuen, eine riesige altägyptische Jacht, das Auge kommt nicht zu kurz.

Zur Wertung insgesamt: negativ zu vermerken wären das antiquierte Interface und die etwas mühsame Fortbewegung und Orientierung, die langen Wege, die endlos langen und akustisch sehr schwer zu verstehenden Botschaften auf den Kassetten und am Schluss und dass eben die Grafik nicht gerade der neuesten Technik entspricht.

Ausserdem lief das Spiel bei mir (trotz optimalen technischen Voraussetzungen) oft sehr ruckelig und hat sich oft aufgehängt, ich musste oft Gegenstände mehrfach anklicken, bevor ich sie endlich im Spiel oder im Inventar aufnehmen konnte.

Was mich geärgert hat: Im Steuerungs-Menü gibt es einen Button „Hints/Lösungshinweise“. Als ich den einmal verzweifelt geklickt habe, bin ich bei einem Link der offiziellen Homepage zum Spiel gelandet, wo man mir das Lösungsbuch verkaufen wollte – sonst nichts!

Was mir gefallen hat waren die Logik der Rätsel und die Realitätsbezogenheit bei Rätseln und Grafik. Trotz der veralteten Grafik ist das Spiel wirklich etwas fürs Auge, vor allem natürlich bei den Spielern, die sich für das alte Ägypten begeistern und das hier wirklich detailgenau und realistisch als Archäologe erforschen können.

Ich bewerte das Spiel insgesamt mit 65 Prozent (bedingt empfehlenswert)

 

Adventure-Archiv-Bewertungsskala:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

     

Systemvorraussetzungen:

  • Windows 95/98/ME
  • Pentium 166 MHz (PII 300 MHz empfohlen)
    32 MB RAM (64 MB empfohlen)
  • 8x CD-ROM-Laufwerk

gespielt mit:

  • Windows 98
  • PIII 600
  • 128 MB RAM
  • ELSA-ErazorIII Pro Graphikkarte

Anubisleiter
Anubisleiter

Hubschrauberflug
Hubschrauberflug

Hubschrauberflug
Flötenspieler

Begräbnisschiff
Begräbnisschiff

Kobraschrein
Kobraschrein

Rekorder
Rekorder

Sternenrad
Sternenrad

Königskammer
Königskammer

Goldkrug
Goldkrug

Mehr Screenshots


Homepage 1: http://www.sphinx3d.com/
Homepage 2: http://www.dreamcatchergames.com/products/riddle.htm
Lösung englisch: http://www.gameboomers.com/wtcheats/pcRr/riddleofthesphinx.html

 

Copyright © Annemarie für Adventure-Archiv, 21. Juni 2001

 

 

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