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Ringworld - Revenge of the Patriarch
Erscheinungsdatum: 1992
Entwickler/Publisher: Tsunami Media
BoxshotsSpielsprache: Englisch
Ein Review von slydos 18. Januar 2003
"Ringworld" ist - wie das bereits besprochene "Blue Force" (Review) - ein 3rd-Person Point&Click-Adventure von Tsunami, einer Firma, die von ehemaligen Sierra Mitarbeitern gegründet wurde.
Das Science Fiction Adventure lehnt sich an Larry Nivens gleichnamigen Bestseller an, und stellt - so Larry Niven selbst - eine Fortsetzung des Stoffes im riesigen Ringwelt-Universum dar.
Das Hauptmenü
Quinn nähert sich Chmeees HausDas Buch Im Buch, das übrigens auch als Zugabe dem Spiel beiliegt, "überredet" Nessus, ein Pierson-Puppeteer (ein eher ängstliches und fluchtbereites fremdes Wesen), zwei Menschen, Louis Wu und Teela Brown sowie einen Kzin, "Dolmetscher-der-Tiere", der sich noch keinen Namen verdienen konnte, zu einer Expedition. Das Ziel ist die Ringwelt, eine geradezu unglaubliche technische Meisterleistung, erbaut von einer längst ausgestorbenen Rasse kosmischer Ingenieure. Ein Ring mit einem Durchmesser von 150 Millionen Kilometern und einer Breite von rund 1,5 Millionen Kilometern im Orbit um eine Sonne, mit 600 Billionen Quadratmeilen Oberfläche - das dreihundertmillionenfache der Erde.
Die Vorgeschichte
Zwanzig Jahre sind seit der ersten Mission von Louis Wu und dem Kzin "Speaker to Animals" vergangen. Es ist das 29te Jahrhundert. Die Kriege zwischen Kzinti und der Menschheit sind fast vergessen. Ihre Reise ist immer noch ein großes Geheimnis und nur der UN bzw. dem Kzin-Patriarchat bekannt. Die Technologie, die den Menschen und Kzin durch die Puppeteers zugänglich gemacht wurde, führte zu einer Zusammenarbeit zwischen Erde und Kzin, um das bisher schnellste Raumschiff zu bauen, die Hyperdrive 2. Aber die Entdecker kommen nicht nur mit neuer Technologie zurück sondern auch mit dem Wissen, daß die Puppeteers sowohl Menschen als auch Kzinti einem Umwandlungsexperiment unterzogen haben - Menschen sollten zufriedener, Kzinti unkriegerischer werden. Bei den Kzinti hat das aber nicht so recht geklappt und der Patriarch schwört Rache an den Puppeteers und baut im geheimen ebenfalls an einem identischen Raumschiff, nur daß dies so bewaffnet wird, daß man damit einen ganzen Planeten zerstören kann.
Story des Spiels
Im Intro erleben wir den Patriarchen von Kzin und seinen Flottengeneral in einem Gespräch. Er hat über die Einmischung der Puppeteers im ersten Krieg gegen die Menschen erfahren und entschließt sich, die Puppeteers mit seinem neuen Hyperdrive 2-Schiff anzugreifen.
Er befiehlt außerdem, Chmeee (einen Kzin) und seine Familie zu töten, da Chmeee ein Verräter und Kollaborateur mit den Puppeteers sei.
Wir spielen Quinn, einen interstellaren Söldner (Mensch) und alten Freund von Louis Wu. Nachdem dieser von seinem Freund Anweisungen erhalten hat, was er tun soll, wenn dieser einmal verschwinden sollte, findet er sich vor Chmeees Festung ein - genau zum gleichen Zeitpunkt als der Flottenadmiral sich anschickt, seinen Befehl auszuführen. Ab hier können wir ins Spiel eingreifen.
Während des Spiels stoßen zu Quinn noch der Kzin "Seeker-of-Vengeance" (ein Verwandter von Speaker-to-Animals) und Miranda, eine gekidnappte Technikerin. Aufgabe ist es, den Patriarchen zu stoppen - dabei müssen die drei zur Ringwelt um dort die Technologie zur Lösung ihrer Aufgabe zu finden, immer wieder überwacht durch die holographischen Auftritte der Puppeteers.
Installation/Start
Ringworld wurde 1992 für DOS konzipiert. Minimalvoraussetzungen sind ein 386er Rechner, DOS 5.0 und 590 KB verfügbarer Hauptspeicher sowie 10 MB auf der Festplatte. Eine Soundkarte ist optional und nicht Voraussetzung.
Das Spiel kommt auf sieben 3,5"-Disketten zusammen mit dem Taschenbuch "Ringworld" von Larry Niven und einem englischen Handbuch. Ich habe das Spiel unter Windows 95 installiert und konnte keine technischen Probleme oder Bugs feststellen. Die Installation von mehreren Disketten ist zwar für heutige Verhältnisse ungewöhnlich, aber auch nur wenig aufwendiger und länger als von 2 oder 3 CDs. Ich hatte überhaupt keine Probleme, das Spiel zum Laufen zu bringen, sollte es aber Schwierigkeiten geben, so stehen einem mehrere Kapitel im Handbuch zur Verfügung, die einem ausführlich und klar Hilfestellung leisten, z. B. zu DOS-Speicher-Einstellungen oder Soundkarten oder zur Erstellung einer DOS-Startdiskette. Das Spiel lief bei mir ebenfalls unter Windows XP, allerdings fehlte der Sound.
Während der Installation kann man das Spielverzeichnis wählen, von dem aus man letztlich die Programmdatei aufrufen muß. In Windows am besten über das Menü Start->Ausführen.
Dadurch wird automatisch das Intro abgespielt, das man, wenn gewünscht, durch eine Funktionstaste, z. B. F6 abbrechen kann, um gleich ein gespeichertes Spiel zu laden.
Steuerung/Handling
Man spielt mit der Maus aber kann zusätzlich einige Hotkeys (Help, Save, Restore, Restart, Pause, Sound, Exit) verwenden. Um eine der 4 möglichen Aktionen wie Gehen, Anschauen, Sprechen oder Nehmen/Manipulieren auszuführen, klickt man mit der rechten Maustaste und das Aktions-Menü in Form eines Dreiecks erscheint. Hier kann man das entsprechende Icon auswählen und am Bildschirm mit Linksklick anwenden.
Es gibt keine markierten Hotspots am Bildschirm. Man sollte sich also alles sehr genau mit dem Augenicon anschauen und auch mit dem Handicon untersuchen. Das Sprechicon ruft automatische Dialoge ab. Es gibt keine Auswahlfragen/-antworten.
Im Aktions-Menü gibt es noch einen Link zum Hauptmenü, in dem man neu starten, sichern, laden, das Spiel verlassen oder die Soundkartenauswahl oder Lautstärke ändern kann. Leider kann man nur ganze 8 Spielstände sichern. Das ist ein bißchen wenig, aber man kommt zurecht.
Das Inventar wird ebenfalls im Aktionsmenü durch eine kleine Box dargestellt, die mit Mausklick geöffnet wird. Wir können Inventaricons mit dem Auge anschauen oder mit der Hand auswählen. Inventarobjekte können nicht miteinander kombiniert werden. Wir tragen auch meist nicht soviel Objekte mit uns herum, daß die Anzeige unübersichtlich würde.
Die Fortbewegung zwischen einzelnen Szenen erfolgt durch Mausklick. Es werden keine Pfeile oder Hinweise auf Szenenwechsel angezeigt. Meist scrollt der Bildschirm automatisch nach links oder rechts, wenn Quinn sich bewegt.
Das Handling ist wirklich einfach, gut und schnell, trotzdem wird jede mögliche Aktion im Handbuch ausführlich beschrieben.
Grafik/Musik
Die Grafik (VGA, 256 Farben) ist für ein über 10 Jahre altes Spiel auch heute noch recht akzeptabel. Die Bewegungsabläufe sind gut getroffen und auch die Großaufnahmen bei einigen Dialogen können durchaus gefallen. Umfangreiche Animationssequenzen und Scrolling innerhalb der Szenen sind ebenfalls Pluspunkte. Eine Reihe von sehr fremdartigen Lebewesen kreuzt den Weg der drei Abenteurer. Allerdings hätte man sich ein wenig mehr exotische Locations in dieser doch so komplexen und riesigen Welt gewünscht. Leider gibt es nur Soundeffekte und Musik, auf eine Sprachausgabe ist verzichtet worden. Musik und Sounds sind passabler Durchschnitt.
Rätsel
Ich muß es leider sagen - die Rätsel sind der Schwachpunkt des Spiels. Es sind zu wenige und zu einfache Rätsel, fast ausschließlich finden wir inventarbasierende Rätsel, die ohne großes Zögern auch von Einsteigern schnellstens erledigt werden. So erklärt sich auch die mit ca. 7 bis 8 Stunden recht kurze Spielzeit. An einigen Stellen werden Quinn, bzw., dem Spieler/der Spielerin einige Arcadesequenzen angeboten, aber man hat jeweils die Möglichkeit, diese auf Reaktion beruhenden Aufgaben dem Kzin zu überlassen, der sie dann automatisch erledigt. Sollte man als Quinn diese Aufgaben selbst angehen, kann man auch sterben und muß ein gespeichertes Spiel laden. Im Ganzen wirkt "Ringworld" mehr wie ein interaktiver Film als ein Spiel, da es zum einen eine Reihe längerer, automatisch ablaufender Sequenzen gibt, die man nur als Zuschauer betrachten kann, zum anderen streng linear aufgebaut ist. Auch bei Unterhaltungen wird einem außer der Anwahl des Gesprächspartners nicht viel Freiraum gelassen.
Fazit
Ich muß gestehen, daß ich kein Larry Niven-Fan bin und statt technologischer Science Fiction lieber die mehr auf soziologischen Zukunftsvisionen basierenden Stoffe von Ray Bradbury oder Ira Levin mag. Auch hatte ich das Gefühl, daß in Ringworld die Story teilweise zu kurz und spannungslos erzählt wurde und man deshalb vielleicht nicht wirklich warm mit diesem Spiel und seinen Darstellern werden kann - also tatsächlich "nur" ein interaktiver Zuschauer bleibt. Natürlich fällt mir als Vergleich das im gleichen Jahr erschienene "Rex Nebular and the Cosmic Gender Bender" (Review) ein, das ich Ringwelt in jedem Fall wegen der komplexeren Story und den einfallsreichen Rätseln vorziehen würde, die mehr Identifikation, Unterhaltung und Herausforderung bieten. Deshalb bleibt Ringworld wirklich nur eine Empfehlung für Niven-Fans.
Bewertung: 52 %
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Systemvoraussetzungen:
- 386er 16 Mhz+
- 590 KB Hauptspeicher
- 10 MB auf der Festplatte
- DOS 5.0+
- VGA, 256 Farben (MCGA nicht unterstützt)
- Unterstützt folgende Soundkarten: Roland MT-32/LAPC-1, Pro Audio Spectrum, Ad Lib, Soundblaster
Gespielt mit:
- Windows 95
- PII 233 MHz
- 64 MB RAM
- 4 MB Grafikkarte
- 16bit Soundkarte
- 24x CDROM-Laufwerk
Der Patriarch plant einen Schlag gegen die Puppeteers
Das Menü erscheint auf Rechtsklick
Quinn ist ein Söldner
Kzin-Truppen greifen an
Hier müssen die Kabel richtig verbunden werden
Auf der Suche nach Stasis-Boxen
Die Ringwelt beherbergt viele verschiedene Spezies
Der Bordcomputer gibt Auskunft
Nur 8 Speicherplätze
Ein Schäferstündchen für Quinn
Quinn wird nicht immer freundlich empfangen
Die Landschaften der Ringwelt sind vielfältig
Die Fleischesser haben Quinn gefangen
Ein kleines fledermausartiges Wesen scheint hilfsbereit ...
Unterwasser-Einsatz
Hier werden Menschen von Kzinti als Sklaven gehalten
Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 18. Januar 2003