Ripper
Mörderischer Spaß

Da gruselt es einem gewaltig: Jack the Ripper, einer der wahnsinnigsten und damit berühmtesten Frauenmörder der Neuzeit, ist wieder da - runderneuert, quicklebendig und vor allem rnordlüstem streift er über die Erde der Zukunft.

Das Szenario hat durchaus seinen Reiz. Man schreibt das Jahr 2040, die Erde ist nach wie vor ein leidlich gastlicher Planet, und die Computerechnik hat den Cyberspace endlich Realität werden lassen. Mit allen negativen Folgen übrigens: Das Leben in der Virtualität hat die absonderlichsten Gestalten hervorgebracht, unter ihnen einen Psychopathen, der sich für Jack the Ripper hält. Sein einziges Ziel ist es, das berühmte Vorbild bis ins Detail nachzuahmen.


Tatort Computer: Ein Software-Ingenieur wurde gemeuchelt

So mordet er so blutig und grausam wie schon lange kein Killer vor ihm. Doch wo sein Ahnenbild hauptsächlich über "Bordsteinschwalben" herfiel, darf es beim Ripper der Zukunft schon mal eine Büroangestellte sein.

Klar, daß die Polizei New Yorks, die die Mordserine untersucht, mit Hochdruck auf Spurensuche geht. Und der ermittelnde Kommissar ist sogar ein bekanntes Gesicht: Christopher Walken, bekannt aus zahlreichen Kinofilmen, mimt den abgewrackten Polizisten mit Schlapphut. Ihm zur Seite stehen noch einige andere bekannte Schauspieler, darunter Tahnee Welch (die Tochter von Raquel Welch) und John Rhys-Davies, besser bekannt als Captain Eisen in Wing Commanderl V.

Die illustre Starrunde wurde engagiert, weil Hersteller Gametek ein durch und durch interaktives Adventure produzieren wollte. So wurden auf sechs CDs drei Stunden bildschirmfüllende Spielfilmhandlung gebannt, an der der Spieler nicht unwesentlich Anteil nimmt.

Um die Morde aber aufklären zu können, sollte man auf Details achten. Jeder kleine Gegenstand und jeder Blutfleck muß untersucht werden. Doch nicht per Lupe, sondern mittels eines hochmodernen Scanners werden Haarreste bestimmt oder Computerausdrucke gelesen - leistungsfähiger sind selbst die Tricorder der Enterprise nicht.

Daneben ist es aber sehr wichtig, mit allen beteiligten Personen zu reden. Ein Mausklick genügt, um das Spiel auf den entsprechenden Charakter zoomen zu lassen, danach gibt es ein Dialogmenü für das Plauderstündchen. Werden neue Erkenntnisse durch Befragung und Untersuchung gewonnen, kann man auf der Stadtkarte New Yorks neue Punkte anklicken. Kommissar Walken tritt allerdings nicht oft in Erscheinung: Als Spieler steuert man den GerichtsreporterJake Quinlan.


Alt geworden ist Christoher Walken,
der den Kommisar mimt

Happy Bad End
Das Adventure-Genre steckt in einer Interaktiven Krise. Immer mehr Spielfim füllt die CDs, doch immer gleichförmiger plätschem die Rätsel dahin. Ripper hat zwar eine ausgefallene Stoiy und durchaus fähige SchauspieIer, doch das Durchklicken in vorgestanzten Dialogen oder das stoische Abkappern aller Orte und Gegenstände Ist kaum reizvoller als eine Werbeinsel im echten Spielfilm. Immerhin spendiert Gametek vier verschiedene Happy- bzw. Bad-Ends, damit die Spannung auch beim zweiten Durchspielen erhalten bleibt. Doch weder die Rätseltiefe noch die Rahmenhandlung werden davon groß geändert - Grusel und Spannung sind nach dem ersten Erfolgserlebnis dahin.

Was uns auffiel:
+ gute Darsteller
+ Soundtrack von "Blue Oyster Cult"
- mäßige Rätseltiefe
- schablonenhafter Spielablauf

Systemvoraussetzungen:
486/66, 8 MB RAM, SVGA, 2x CDROM-Laufwerk, Soundkarte

Hersteller: Gametek

Bewertung:

  • Grafik: 3 von 5
  • Sound: 4 von 5
  • Komfort: 4 von 5
  • Gesamt: 2 von 5


msu

PC SPIEL 6/96

 

Adventure-Archiv 15-07-00

 

Home of Adventure-Archiv

 

seite gezählt durch: