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The Diamond Mystery
of Rosemond Valley
Erscheinungsdatum Schweden: 10/2001
Erscheinungsdatum USA: 05/2002 (nur in der Sammlung "Let's Ride")
Entwickler: Liquid Media
Publisher Schweden: Panvision
Publisher USA: Valusoft
Spielsprache: Englisch
Boxshots
ohne Altersbeschränkung
Ein Review von slydos 15. August 2002
"The Diamond Mystery of Rosemond Valley" wurde schon im vorigen Jahr vom schwedischen Publisher Pan Interactive herausgebracht, die nun Panvision heißen. Es gehört zu einer Reihe von Spielen speziell für junge Mädchen konzipiert, die in der Kleinstadt Rosemond Valley angesiedelt sind. Bei den anderen Spielen handelt es sich jedoch nicht um Adventures, sondern Reitspiele und Simulationen. Das neueste Spiel der Reihe wird auch wieder eine Simulation, dabei kann man sich in Berufsanfänger hineinversetzen.
"The Diamond Mystery" ist leider nur in Schweden als Einzeltitel erschienen, die englische Version wurde vom US-Publisher Valusoft nur in einer Compilation von drei Spielen veröffentlicht. Sie trägt den Namen "Let's Ride". Darin gut versteckt, befindet sich unser 3rd-Person Krimi-Adventure.
Story
Unsere Heldin ist die 18jährige Emma. Sie hat ihren ersten Tag bei der Rosemond Valley Post, der einzigen Zeitung der kleinen Stadt. Sie stellt sich beim Chefredakteur vor und bekommt auch gleich einen Auftrag: Kit Grace, die berühmte Hollywood-Schauspielerin und berühmteste Tochter der kleinen Stadt, wird als Besucherin in Rosemond Valley erwartet. Während schon erfahrenere Kollegen versuchen sollen, die Dame zu interviewen, soll sich Emma mit dem Umfeld beschäftigen, z. B. der Freundin Debbie Winslow, die einen Friseurladen hat.
Aber neben dem erwarteten Klatsch und Tratsch kommt Emma einem außerordentlich verzwickten Verbrechen der Vergangenheit auf die Spur. Vor 20 Jahren wurde nämlich der aufsehenerregende Diamantraub im Museum der Stadt begangen. Zwar wurde der Täter gestellt und verurteilt, aber von den Diamanten gab es keine Spur. Emma wird von einem Unbekannten mit Hinweisen auf die richtige Spur gebracht und findet immer mehr verwickelte und verdächtige Personen. Sie schafft es immer mehr Geheimnisse zu lüften und gerät dabei schließlich in lebensgefährliche Situationen.
Installation/Start
Die Sammlung "Let's Ride" kommt auf 2 CDs, davon nimmt "The Diamond Mystery" alleine 1 CD ein. Im hübschen A5-Klappkarton befindet sich eine kurze Anleitung, die auch die anderen beiden Spiele der Sammlung behandelt, gibt einen knappen Überblick über die Steuerung des Spiels. Nach einem kurzen Intro, das sehr spannend den nächtlichen Diamantraub durch einen maskierten Trenchcoatträger zeigt, gelangen wir ins Hauptmenü. Das Intro sowie der Abspann können jederzeit mit der ESC-Taste abgebrochen werden.
Handling/Steuerung
Das Hauptmenü, das jederzeit aus dem Spiel heraus mit der ESC-Taste erreichbar ist, läßt uns das Adventure beginnen, speichern, laden oder verlassen. Es gibt keine einstellbaren Spieloptionen. Das Spiel ist ausschließlich tastaturgesteuert.
Es gibt 12 Speicherplätze zu denen jeweils ein kleines Bild des aktuellen Bildschirms abgelegt wird. Sowohl im Speicher-/Lademenü als auch im Inventar, das wir durch die "I"-Taste aufrufen, bewegen wir uns mit den Pfeiltasten. Genauso lenken wir auch unsere Heldin Emma. Befindet sich Emma in der Nähe eines Hotspots, wird uns das in der linken unteren Bildschirmecke mit einem Texthinweis dargestellt. Man kann dann ein Objekt mit "L" anschauen. Mit "U" können wir Dialoge beginnen oder Gegenstände benutzen/aufnehmen. Die Übersichtskarte der Stadt erscheint mit "M" und Emmas Notizbuch mit "N". Mehr als diese 5 Tasten plus der Pfeilsteuerung benötigen wir nicht, um im Spiel zurecht zu kommen. Die 4 Hauptschauplätze erscheinen aber erst vollständig auf der Karte, wenn wir genügend Hinweise auf neue Bezirke bekommen haben. Wir können dann jederzeit, wenn wir uns im Freien befinden, per Pfeilsteuerung davon Gebrauch machen, um schnell zu anderen Orten transportiert zu werden.
Im Notizbuch schreibt sich Emma alle wichtigen Fakten auf und vermerkt zusätzlich, was noch zu tun anliegt. Sollte man eventuell steckenbleiben, ist das Notizbuch ein sehr hilfreiches Werkzeug.
Im Inventar befinden sich von Beginn an die Icons für Notizbuch und Karte, die auch von hier aus aufgerufen werden können. Die mit den Pfeiltasten angewählten Objekte werden in einem Fenster vergrößtert dargestellt und bekommen auch eine Textbeschreibung. Mit RETURN wenden wir einen Gegenstand an. Man kann nicht selbstständig Objekte im Inventar kombinieren, das erfolgt automatisch bei der Aufnahme eines neuen Gegenstandes. Man trägt nie mehr Gegenstände bei sich, als man am Bildschirm sehen kann. Gebrauchte Gegenstände verschwinden sofort aus dem Inventar, so bleibt es sehr übersichtlich.
Dialoge laufen manchmal automatisch ab, in der Regel werden einem jedoch Mehrfachauswahlen für Fragen/Antworten angezeigt, die ebenfalls mit den Pfeiltasten auszuwählen sind. Gesprochene Texte werden grundsätzlich als Untertitel gezeigt und können nicht zu- bzw. abgeschaltet werden.
Die Pfeilsteuerung unserer Hauptperson funktioniert einwandfrei. Emma läuft trotz 3D-Umgebung nicht in Gegenstände oder Wände, sondern macht relativ große Bögen um alle in dieser Hinsicht gefährlichen Objekte oder Bereiche. Sie bleibt auch nicht in Ecken stehen sondern macht automatisch einen Bogen, so daß man meist nur den Vorwärts-Pfeil benutzen muß. Die Hotspots sind recht groß gehalten, meist "sieht" Emma bereits etwas im Vorbeilaufen und muß nicht genau vor einem wichtigen Objekt stehen. Emma läuft zwar geschmeidig und recht zügig, jedoch können wir sie leider nicht rennen lassen, was bei fortgeschrittenem Spielverlauf ein wenig nervt.
Diese Art der Bewegungssteuerung mit den sehr wenigen zusätzlich zu merkenden Aktionstasten ist sehr komfortabel und wird auch Point&Click-Freunden kaum Probleme bereiten. Nur selten kommt Emma einfach zu schnell aus einem Flurende zurück oder findet nicht direkt ihren Weg durch eine Türe. Dafür bekommt man auch eine große Bewegungsfreiheit, um Emmas Nase überall hineinstecken zu können. Die Tastatursteuerung von "The Diamond Mystery" gehört zu den einfachsten, die ich bisher kennengelernt habe.
Grafik
Bei "The Diamond Mystery" sind sowohl die wunderschön herbstlichen Hintergründe in Rosemond Valley als auch die Charaktere dreidimensional. Wenn auch einige Texturen etwas grob geraten sind und hier und da ein Baum ganz zweidimensional daherkommt, ist der Gesamteindruck doch sehr positiv. Es macht einfach Spaß, mit Emma durch das Städtchen zu laufen und die prachtvollen Herbstfarben auf sich wirken zu lassen. Selten werden wir gezwungen, durch eine 3D-Markise hindurchzulaufen, meist ist der Kamerawinkel zu Emma so positioniert, daß man keine Hindernisse als zuschauender Spieler umrennt. Auch die Innenräume sind hell und nordisch farbenfroh, seien es der Kaffeeladen, in dem Emmas Schwester arbeitet oder die Halle des Grand Hotels. Da sich das Spiel über mehrere Tage hinzieht, geht natürlich auch die Sonne unter und wir erleben das gleiche Städtchen im Lichte der vielen Laternen. Allerdings ist sowohl tags als auch nachts auf aufwendigen Schattenwurf der Spielfiguren verzichtet worden.
Die 3D-Charaktere sind detailliert entworfen und fügen sich ohne störende Randpixel in die Umgebung ein. Besonders gut gelungen sind die Bewegungsabläufe. Während bei den Hinteregründen auf Animationen verzichtet wurde, wirken unsere Darsteller außergewöhnlich lebensecht. Gang und Gestik sind sehr gut getroffen. Wenn Emma sich auf ihren Bürostuhl schwingt oder ein Foto knipst, dann ist das ist absolut lebensecht. Leider gibt es zu den wirklich perfekt gelungenen Körperbewegungen keine Entsprechung im Gesicht. Zwar öffnen Emma und ihre Mitspieler meist passend den Mund zum Text, jedoch fehlt jede Mimik, wie z. B. das Hochziehen einer Augenbraue. Wir sehen Emma und ihre Kollegen meist recht groß im Bild, deshalb fällt gerade die fehlende Mimik so auf - allerdings kenne ich kein reines 3D-Adventure außer Dragon Riders, in dem das bereits verwirklicht wurde.
Wir sehen Emma aus verschiedenen Blickwinkeln, damit keine Langeweile aufkommt, und der Wechsel der Kameraperspektive während der Bewegungsabläufe ist gelungen. Während es einem bei 1st-Person-3D-Spielen schon mal bei schnellen Mausbewegungen schwindlig werden kann und man etwas orientierungslos wird, haben wir unsere Heldin hier immer gut im Blickfeld.
Leider wird die durchweg gute Grafikqualität ein wenig durch die sehr verschwommenen Intro- und Schlußfilme getrübt.
Rätsel
Die Rätsel in "The Diamond Mystery" sind leicht, haben in etwa Syberia-Qualität. Einen geringen Anstieg der Rätselschwierigkeit zum Schluß konnte ich jedoch verzeichnen, da ich in Kapitel 5 und 7 von insgesamt 7 Kapiteln, jeweils etwas ins Stocken geriet. Ansonsten kann man die sehr interessante Geschichte ohne große Stopps genießen.
Das Spiel ist absolut linear, man kann nur fortfahren, wenn man z. B. mit bestimmten Personen gesprochen oder sich an bestimmte Orte begeben hat. Manchmal geht es einfach darum, die Personen auch irgendwo in der Stadt aufzufinden, da sie sich mal hierhin mal dahin bewegen. Dann gibt es natürlich auch eine Reihe von Objekt-/Inventarrätseln, immer logisch aber durchaus originell. Es gibt keine Labyrinthe, keine Schiebe- oder Kodierpuzzles. Man gerät nicht in zeitabhängige Sequenzen und kann auch nicht sterben. Trotzdem ergibt sich immerhin noch eine Spieldauer von 12 bis 14 Stunden.
Sprache/Texte
Die englische Sprachausgabe ist, wie ich finde, durchweg sehr gut gelungen. Meist merkt man erst dann, wie wichtig eine gute Synchronisation ist, wenn da etwas schiefläuft. Das tut es im Fall von "The Diamond Mystery" aber ganz und gar nicht. Emmas wohlklingende, ausdrucksvolle Stimme unterstützt ihren selbstbewußten, energischen Charakter. Malcolm, ein Kollege von Emma, hat eine geradezu sexy Stimme und man kann verstehen, daß Emma bei diesem jungen Mann gleich Lust zu flirten hat. Auch der Fotograf Tom ist ganz gut ausgestattet, stimmlich und auch sonst, und auch hier gibt's jede Menge kleine Stiche und Flirtansätze neben all den "wichtigen" Gesprächsthemen. Nebendarsteller wurden doppelt besetzt, jedoch ist mir das erst aufgefallen, als ich die Credits las.
In den Texten findet man überall humorvoll bis ironische Untertöne, nicht dick aufgesetzt aber überall durchscheinend. Da gibt es Gesprächspartner, die von vornherein als auflockerndes oder sogar komisches Element gesetzt wurden, wie z. B. die "coolen" Punkrocker im Park, der japanische Tourist im Museum oder das "Haaropfer" der Friseuse. Auch längere Dialoge sind unterhaltend, nie langweilig. Ab und zu bemerkt man, trotz hoher Prozessorleistung und schnellem Laufwerk eine Verzögerung bei der Sprachausgabe, so daß wir zuerst den geschriebenen Text sehen, bevor die Worte folgen.
Musik/Sound
Es gibt kaum Musik während des Spiels bis auf ganz wenige, nur untermalende Musikthemen, beispielsweise der Radiosound im Frisörsalon oder auch etwas dramatische Musik wenn's spannend wird. Der Sound ist auch sparsam gesetzt, da gibt es Vogelgezwitscher im Park, Gemurmel im Museum, Verkehrsgeräusche auf den Straßen oder leises Telefonklingeln und Schreibmaschinengeräusche im Büro. Ich vermißte die Geräusche von Emma's Schritten auf Straßenpflaster oder im Gras.
Bugs
Es gab tatsächlich einige kleine Bugs im sonst zufriedenstellend laufenden Spiel: Malcolm befindet sich als Figur immer noch im Frisiersalon, obwohl er tatsächlich in der Redaktion ist. Wählt man ihn an, verschwindet er dann auch. Bei einem parkenden Auto im Nordviertel waren, je nachdem, wie man vorbeilief, die Sitze außen zu sehen. 2 mal ist mir das Spiel abgebrochen und zur Windows-Oberfläche zurückgekehrt.
Fazit
"The Diamond Mystery of Rosemond Valley" ist ein Spiel, daß nicht nur der Zielgruppe (Mädchen im Teenageralter) Spaß machen wird. Es bietet neben einer guten 3D-Grafik und Sprachausgabe auch eine der einfachsten Tastatursteuerungen, die ich bisher kennengelernt habe. Es haben sich zwar hier und da einige kleine Fehler eingeschlichen und sicher gibt es auch noch Möglichkeiten, das Handling und einige Grafikdetails zu verbessern jedoch wird man in diesem Detektiv-Adventure durch eine Geschichte voll überraschenden Wendungen und durchdachten Zusammenhängen bestens unterhalten.
Leider ist dieses Spiel nirgends unter diesem Oberbegriff "Adventure" zu finden und wird dadurch leicht von den Fans übersehen, da es sich in einer Sammlung mit Pferde- und Reitspielen befindet. Es ist sicherlich ein Spiel, das auch den Liebhabern der Nancy-Drew-Serie gefallen wird und allen, die in bester Krimimanier bis zum Schluß rätseln möchten, wer denn nun der wirkliche Bösewicht ist.
Die "Let's Ride"-Sammlung ist beispielsweise bei www.starvector.com über diesen amazon-link für ca. $35 inklusive Versandkosten nach Europa erhältlich.
Gesamtwertung: 74%
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Minimale Systemanforderungen:
- Pentium II 266 MHz oder 100% Kompatible
- Windows 95/98/ME/XP
- 64 MB RAM
- 1000 MB freier Festplattenplatz für alle 3 Spiele gleichzeitig
- Maus
- 8 MB DirectX-kompatible Grafikkarte
- DirectX-kompatible Soundkarte
- DirectX 7.0 oder höher
- 4x CDROM-Laufwerk
gespielt mit:
- Windows XP
- P IV 1,6 GHz
- 512 MB RAM
- 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
- nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
- Soundkarte DirectX-kompatibel
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Emma erzählt ihrer Schwester von ihrem neuen Job
Reporterkollegin Lucy ist ziemlich verschlossen
Malcolm bekommt meist die guten Aufträge
Die Punks haben einen Stammplatz im Park
Es gibt 12 Speichermöglichkeiten
Der Notizblock dokumentiert Emmas Fortschritte
Im Juwelierladen macht Emma einige Entdeckungen
Der Typ im Trenchcoat ist hinter Emma her
Im Museum von Rosemond Valley wurde der Diamantschmuck vor 20 jahren geraubt
Was hat die alte Mrs. Holmes mit der Geschichte zu tun?
Kit Grace ist ein echter Star
Jede Information kann wichtig sein
Der alte Vicini ist ein wirklicher Edelsteinkenner
Die Karte von Rosemond Valley ist nicht von Anfang an vollständig
In der Nacht geschehen seltsame Dinge
Eine gute Reporterin muß auch mal den Müll durchschnüffeln
Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 15. August 2002