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Safecracker 2 -
Das ultimative Puzzle-Adventure


Erscheinungsdatum: Oktober 2006

Entwickler: Kheops

Publisher: Dreamcatcher Interactive/CDV

Spielsprache: Deutsch

Handbuch: deutsch

USK: ohne Altersbeschränkung
PEGI: 3+


Homepage

Boxshots

 

 

Ein Review von  MaryScots   04. Dezember 2007

 

 

Nach durchweg soliden, wenn auch konzeptionell kaum abwechslungsreichen, so doch durchaus unterhaltsamen Adventure-Titeln, wie Rückkehr zur geheimnisvollen Insel, Das Geheimnis der vergessenen Höhle und Secrets of Da Vinci – Das verbotene Manuskript, beschert uns das französische Entwicklerteam, Kheops Studio, nun mit Safecracker ein Adventure der etwas anderen Art – leicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Spiel aus dem Jahre 1996. Mal sehen, was die Franzosen diesmal ausgetüftelt haben.

 

Story

Die ist schnell erzählt: Der kürzlich verstorbene, milliardenschwere Exzentriker Duncan W. Adams frönte zu Lebzeiten einem ausgefallenen Hobby – er sammelte Tresore. Je komplizierter deren Mechanik, desto besser. In einem dieser Safes hat er sein Testament versteckt und das bereitet nun der mehr oder weniger trauernden Familie solche Kopfschmerzen, dass sie einen Safeknacker-Experten, in dessen Rolle der Spieler schlüpft, damit beauftragt, die Geldschränke zu finden, zu öffnen und den letzten Willen des Verblichenen zu bergen.

 

Installation/Steuerung

Die Installation von einer CD lief bei mir schnell und ohne Probleme. Anschließend kann man im Hauptmenü unter Optionen, wenn gewünscht, noch einige Einstellungen ändern, z.B. Untertitel ein-/ausschalten, deren Einblendgeschwindigkeit oder die Lautstärke der Soundeffekte (inkl. Musik) regeln, was sich aber auch jederzeit während des Spielens nachholen lässt. Auch dieses Kheops-Spiel können maximal fünf Personen unabhängig voneinander spielen. Dafür klickt man vor Beginn eines neuen und beim Laden eines gespeicherten Spielstandes einfach eines der fünf verschiedenen Schlüsselicons im entsprechenden Menü an. Das Speichermenü kann jederzeit während des Spielens über die unten näher beschriebene Inventarleiste aufgerufen werden.

Safecracker spielt sich in Egoperspektive und wird komplett per Maus gesteuert. Verschiedene Cursor zeigen an, in welche Richtung man sich bewegen kann, ob man sich etwas näher ansehen, aufnehmen oder manipulieren kann. Zusätzlich zeigt ein bestimmter Cursor auch, ob man an bestimmten Stellen eventuell erst später etwas machen kann, wenn man einen dafür benötigten Gegenstand oder eine Information gefunden hat. Um den Überblick über die in allen Stockwerken der großen Adams-Villa verteilten Safestandorte nicht zu verlieren, hilft uns ein gelegentlicher Blick auf die Grundrisskarte des Hauses. Man kann von links nach rechts und zurück durch die Etagen blättern und sieht dabei auf einen Blick an einem grünen bzw. roten Kreuz, welche Safes bereits geöffnet oder noch verschlossen sind. Ein direkter „Sprung" in einen anderen Raum ist über die Karte jedoch nicht möglich und da kann es einem bei der First-Person-Navigation schon mal ein wenig schwindelig werden, wenn man dafür anfällig ist.

Eine Inventarleiste steht am unteren Bildrand zur Verfügung und kann bei Bedarf mit einem Rechtsklick eingeblendet werden. Ganz links haben wir dann Zugriff auf den Grundrissplan und ganz rechts führt eine Tür ins Spiel-/Speichermenü. Dazwischen werden aufgesammelte Gegenstände abgelegt, zu denen in einem Feld am oberen Bildrand bei Mouse-over eine knappe Beschreibung eingeblendet wird.

 

Rätsel

Schon erstaunlich, auf wie viele verschiedene Arten man einen Safe verschließen kann. Theoretisch zumindest. Obwohl ich zugeben muss, dass die ein oder andere Mechanik durchaus realisiert werden könnte, wenn sie auch komplizierter gestaltet werden müsste, damit nicht jeder Safecracker-Spieler solch einen Tresor sofort knacken kann. ;-) In dieser Vielfalt besteht dann auch die einzige wirkliche Abwechslung im Spiel. Es gilt, die Geldschränke zu finden und ihren Schließmechanismus zu, äh, entschlüsseln. Der Name des Spiels ist insofern schon fast irreführend, da man keinen der Safes im eigentlichen Sinne knackt, sondern so öffnet, wie es angedacht ist. Das geschieht z.B. über eine Art Schiebepuzzle, Schalterpuzzle, Soundpuzzle, verschiedene mehr oder weniger bekannte Codeschlüsselvarianten, der Spielwelt und –grafik angepasste Minispielchen (Varianten von Sudoku, dem „Hohlmaßspiel", Mastermind, Schach, etc.) . Alle diese Rätsel sind definitiv mit Nachdenken, Beobachtungsgabe und Logik zu lösen. Je nach Begabung wird ein Teil der Spieler bestimmte Puzzle schneller lösen als der andere, aber keine der Aufgaben ist unfair. Nicht jeder Safe ist sofort zugänglich, manche befinden sich in Räumen, die auch durch bestimmte Mechanismen verschlossen sind oder deren Schlüssel in wieder anderen Objekten oder Safes versteckt sind.

Weniger ein Rätsel als vielmehr ein Bestandteil der Geschichte sind allerhand Briefe an den Verstorbenen, die wir im ganzen Haus verteilt finden. Sie stammen von seinen Angehörigen und sagen in erster Linie etwas über deren Beziehungen zu Adams aus, wobei man in einigen ganz leichte Andeutungen zu den Puzzles finden kann, die man aber auch getrost übersehen darf. Sie bringen vielleicht noch etwas Tiefe in die ansonsten sehr flache Story. Einige Tagebuchseiten oder Notizzettel des Verblichenen sind da schon hilfreicher.

Feinde von zeitabhängigen Rätseln oder Labyrinthen wird es freuen zu lesen, dass auf solche Elemente komplett verzichtet wurde. Manche Puzzle lassen den Logiker die Augen verdrehen, wie z.B. das Brunnenpuzzle im Wintergarten. Man muss erst diverse Dinge erledigen, um an etwas in der Mitte des Brunnens zu kommen, was man von Anfang an sehen kann und – ich hab’s mir genau beäugt – auch sofort nehmen könnte, weil eine entsprechende Barriere fehlt. Da haben die Entwickler wohl ein paar mal zuviel um die Ecke gedacht. Die Lösung von zwei Codepuzzles beinhaltet englische Zahlwörter, die einen Spieler, der dieser Sprache nicht mächtig ist, beim Entschlüsseln leicht glauben machen könnten, dass er sich auf dem Holzweg befindet. Zum Schluss hat der Spieler noch die Wahl, wie er die Geschichte ausgehen lassen möchte, allerdings ist dies in keiner Weise durch den vorherigen Spielablauf zu beeinflussen, sodass man nicht behaupten kann, diese Wahlmöglichkeit trüge zum Wiederspielwert bei.

 

Grafik/Sound

Die Grafik ist hübsch, aber scheintot. Da man sich ausschließlich in einem noch möblierten, aber verlassenen Haus befindet, fallen Animationen außerhalb der Safemechanismen völlig weg. Die Räume sind heimelig beleuchtet, doch ansonsten wirkt die Optik nicht spektakulär und außerdem eher weichgespült – OK, sie ist passend, aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Entwickler einfach nur eine Verpackung für ein paar Puzzles brauchten. Andere Charaktere fehlen völlig, da man ja allein unterwegs ist und obendrein in Egoperspektive spielt.

Die Hintergrundmusik läuft in Schleifen ab und ist unaufdringlich, sofern man sie entsprechend leise eingestellt hat. Sonst könnte sie schon mal beim Nachdenken stören, wenn statt des ruhig vor sich hin plätschernden das etwas spannungsgeladenere Thema läuft.

Es gibt nur einen Sprecher, der zugleich die Einleitungsgeschichte erzählt und auch die Stimme des „Safecrackers" selbst übernimmt, wenn er mal einen aufgefundenen Brief vorliest oder seine Gedanken zu einem Puzzle ausspricht. Vielleicht lag es an meinen Ohren, aber der Sprecher hat einen seltsamen Akzent und erzählt die Einleitung dermaßen getragen, dass die Nennung eines Zeitungsgerüchtes über die Verlobung von Adams mit einer gewissen Anna N.S. nicht lustig sondern eher fehl am Platz wirkt. Dokumente werden übrigens grundsätzlich vorgelesen, was auch besser ist, da die entsprechenden Grafiken nicht eingedeutscht wurden.

Da es nur eine Lautstärkeregelung für Musik und Stimme gibt, ist es sinnvoll, die Untertitel einzuschalten, da man wegen der Musik sonst schon mal schlecht verstehen kann, was gesagt wird und man ja nicht immer im Voraus weiß, wann ein gesprochener Kommentar kommt, um eventuell eine Pause in der Musik abwarten zu können. Zwar lassen sich einige Kommentare wiederholen, aber niemals diejenigen, die beim ersten Anklicken eines neuen Tresors zu hören sind.

 

Fazit

In punkto Spieldauer ist Safecracker eigentlich gar nicht zu überbieten, wenn man die Zeiträume anrechnet, in denen man nicht spielt, weil man nicht muss, will oder kann – ich habe etwas über 10 Stunden benötigt. Mangels Story – oh, bitte, das bisschen Leitfaden kann man nun wirklich nicht als Story bezeichnen! – mangels Story also, eignet sich Safecracker wunderbar als Puzzleunterhaltung für zwischendurch. Aber ganz ehrlich? Im Internet finden sich aberfuffzich Online-Puzzles, die mindestens den gleichen Unterhaltungswert besitzen und das auch noch nahezu kostenlos, wenn man mal vom Internetzugang absieht. Und da finde ich einen Neupreis von ca. 40 Euro für dieses Spiel schon eine enorme Frechheit. Für das Geld hätte es viel mehr Story und eine makellose Vertonung der wenigen gesprochenen Sätze geben müssen. Mindestens.

Immerhin gab es keine technischen Probleme, was man heutzutage ja auch schon erwähnen muss, weil es alles andere als selbstverständlich ist. Eine Empfehlung kann ich aber nicht guten Gewissens aussprechen, denn für das Geld kann man definitiv bessere Unterhaltung und vor allem in Form eines richtigen Adventures bei anderen Spielen bekommen. Gelegenheitsspieler, die gerne puzzeln, sollten sich immerhin vom Preis abschrecken lassen.

 

Bewertung: 56%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows 95/98SE/ME/2000/XP
  • Pentium III/Athlon 800 MHz
  • 64 MB RAM
  • 16x CD-ROM-Laufwerk
  • 64 MB DirectX 9.0c kompatible Grafikkarte
  • DirectX 9.0c (enthalten)
  • 700 MB freier Festplattenspeicher

 

Gespielt auf

  • Windows XP Professional SP 2
  • Pentium IV 2,6 GHz
  • 1 GB RAM
  • ATI Radeon 9550 256 MB MB Grafikkarte
  • 16x DVD-ROM SD-616 Samsung
  • Creative Soundblaster Live! 5.1 Soundkarte

 

 

Copyright © MaryScots für Adventure-Archiv, 04. Dezember 2007

 

 

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Startmenü
Startmenü

 

 

Snapshot aus dem Intro – die Zeitungen sind voll von der Suche nach Adams’ Testament
Snapshot aus dem Intro – die Zeitungen sind voll von der Suche nach Adams’ Testament

 

 

Unser Auftrag
Unser Auftrag

 

 

Ein schöner Wintergarten – weichgespült, aber schön
Ein schöner Wintergarten –
weichgespült, aber schön

 

 

Ein Beispiel für ein Safeschloss in Form eines Minispiels
Ein Beispiel für ein Safeschloss
in Form eines Minispiels

 

 

Grafikfehler: an der roten Diode rechts neben dem Türrahmen kann man erkennen, dass diese Tür eigentlich noch verschlossen ist, in meinem Fall war die Holztür gelegentlich auch durchsichtig
Grafikfehler: an der roten Diode rechts neben dem Türrahmen kann man erkennen, dass diese Tür eigentlich noch verschlossen ist, in meinem Fall war die Holztür gelegentlich auch durchsichtig

 

 

Im diesem Keller das Licht einzuschalten, dürfte selbst den erfahrensten Elektriker in die Verzweiflung treiben
Im diesem Keller das Licht einzuschalten, dürfte selbst den erfahrensten Elektriker in die Verzweiflung treiben

 

 

Ein Blick ins Inventar. Gegenstände, die ihren Zweck erfüllt haben, werden mit einem roten Kreuz markiert oder verbleiben dort, wo wir sie einsetzen mussten
Ein Blick ins Inventar. Gegenstände, die ihren Zweck erfüllt haben, werden mit einem roten Kreuz markiert oder verbleiben dort, wo wir sie einsetzen mussten

 

 

Der Grundrissplan ist gleichzeitig unsere To-Do-Liste
Der Grundrissplan ist gleichzeitig unsere To-Do-Liste

 

 

Man muss schon ein exzentrischer, millionenschwerer Tresorsammler sein, wenn man eine Gästezimmertür mit einer Laserbarriere versperrt – andere Menschen würden schlicht und ergreifend als bekloppt abgestempelt...
Man muss schon ein exzentrischer, millionenschwerer Tresorsammler sein, wenn man eine Gästezimmertür mit einer Laserbarriere versperrt – andere Menschen würden schlicht und ergreifend als bekloppt abgestempelt...

 

 

Im Speichermenü steht uns eine unbegrenzte Anzahl an Speicherplätzen zur Verfügung
Im Speichermenü steht uns eine unbegrenzte Anzahl an Speicherplätzen zur Verfügung

 

 

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