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Secret Mission


Erscheinungsdatum: 1996
Entwickler/Publisher: Coproduktion Philips Media France/Microids/Club D'Investissement Media

Boxshots

Spielsprache: deutsch

USK: Geeignet ab 6 Jahren

 

 

Ein Review von slydos   02. Juli 2003

 

Philips hat für seinen CDI-Player eine Reihe von Videospielen entwickelt - darunter das Adventurespiel "Secret Mission", das von Microids für PC umgesetzt wurde. Die französische Firma Microids hat in den letzten Jahren mit grafisch aufwendigen Adventurespielen wie "Syberia" und "Post Mortem" von sich reden gemacht.

 

Geschichte

Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich bei "Secret Mission" um die zwielichtige Welt der Geheimdienste. Das kurze Intro erinnert etwas an Indiana Jones: eine Propellermaschine landet im tropischen Kleinstaat Opalia. Wir schreiben das Jahr 1952.

Der Mann, der der Maschine entsteigt, bekommt gleich eins über die Rübe und wie wir dann erfahren, ist es unser Held, den wir in diesem 3rd-Person-Spiel verkörpern.

Irgendwie schafft er es in sein Hotel, aber der Schlag auf den Kopf hat unseren Mann anscheinend in Amnesie versetzt - recht ungünstig für einen Doppelagenten. Aber Natascha, sein eleganter russischer Führungsoffizier klärt ihn über seine Lage auf: Jef4, wie er weiter genannt wird, soll im Auftrag der Amerikaner einen Putschversuch, der in 2 Tagen von Minister Vishaka am König geplant ist, verhindern.

Da Jef aber in Wirklichkeit für die Russen arbeitet, soll er das nur vorgeben, aber schließlich nichts gegen den Putsch unternehmen. Laut Natascha ist er der einzige, der die Dokumente darüber aus dem Palast herausschaffen kann. Es gilt, keine Zeit zu verlieren - wir haben eine Mission zu erfüllen!

Installation

"Secret Mission" ist ein DOS-Spiel, das von Microids aber auch für den Gebrauch unter Windows 95 angepaßt wurde. Installation und Spiel funktionierten auch unter Windows XP, jedoch gab’s bei mir da einiges Krachen bei der Soundkarte, so daß ich es lieber unter WIN95 gespielt habe. Die Installation läuft von der CDROM automatisch.

Man kann dabei Installationslaufwerk und -Verzeichnis wählen und muß seine Soundkarte angeben (zur Not geht es auch ohne Sound, aber dann muß man später bei den Spieloptionen die Untertitel erst einschalten).

2,5 MB werden reibungslos installiert, aber man muß die CD für weitere Programmzugriffe im Laufwerk belassen. Zum Beginn jedes Spiels gibt’s das Intro, das allerdings per Tasten- oder Mausklick abgebrochen werden kann.

Handling/Steuerung

Kommen wir zuerst zum absoluten Negativbereich. Negativ nicht deshalb, weil es sich um eine Tastatursteuerung mit zusätzlichen Mausfunktionen handelt, sondern weil ich selten eine unständlichere, langwierigere und lahmere Steuerung in allen Teilen erlebt habe! Unseren Helden steuern wir absolut (Pfeil nach links ist auch links am Bildschirm), was bei der normalen Seitenansicht oder Draufsicht kein Problem darstellt aber halt bei manchen isometrischen Ansichten kompliziert wird. Hinzu kommt, daß Jef sich so langsam bewegt, daß man sich ruhig zwischendurch eine Tasse Kaffee holen könnte, wenn man dabei nicht die Taste loslassen müßte.

Auch bei der Benutzung des Inventars oder beim Ausführen von Aktionen haben sich die Entwickler nicht gerade mit Ruhm bekleckert: Fast alles wird über Icons im oberen rechten Bildschirmbereich gesteuert. Das wäre eigentlich auf den ersten Blick kein Problem.

Passiert man einen Hotspot (Person, Gegenstand, etc.), so erscheint er in Iconform oben rechts. Mit der Escape-Taste oder der rechten Maustaste kann man nun direkt links daneben ein Icon-Menü öffnen, das verschiedene Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung stellt: Nehmen, Geben, Sprechen, Anschauen und Manipulieren. Durch die Icons blättert man mit den Pfeiltasten. Darunter befindet sich dann auch ein Icon für das Hauptmenü, durch das man speichern (4 automatisch angelegte Savegames), laden, das Spiel verlassen oder die Optionen einstellen kann.Hat man links das gewünschte Icon per Pfeiltaste eingestellt kann man eine Aktion mit der Return-Taste oder Leertaste ausführen.

Komplizierter wird es, wenn wir bereits Dinge in unser Inventar aufgenommen haben. Diese erscheinen dann nämlich an der Stelle, an dem die Hotspots angezeigt werden. Auch hier muß geblättert werden. Steht man nun vor einem Hotspot, z. B. einer Person, und möchte dieser etwas aus dem Inventar geben, muß man zunächst per Escape-Taste das Iconmenü anwählen, dann geht man mit der rechten Pfeiltaste auf das rechte Icon (in dem zunächst die Person zu sehen ist) und wählt per Pfeil auf und ab den entsprechenden Gegenstand aus dem Inventar. Danach muß man mit Pfeil nach links in die Aktionsicons gehen (dabei wird einem rechts wieder die Person angezeigt statt des ausgewählten Gegenstandes) und dort mit Pfeil nach oben/unten das Icon für "Geben" wählen und danach mit Return bestätigen.

Habe ich - aus Versehen - die rechte Maustaste geklickt, ist alles wieder verschwunden und ich kann von vorne anfangen.

Eine Steigerung in Unhandlichkeit stellt noch die Kombination verschiedener Inventargegenstände dar. Aber eine Beschreibung möchte ich mir an dieser Stelle schenken. Festzustellen bleibt, daß die Steuerung sowohl der Spielfigur als auch der Zugriff auf Inventar und Menü und das Ausführen von Aktionen enorm frustrierend ist. Sicher ein Grund dafür, daß "Secret Mission" so ziemlich unbekannt geblieben ist!

Sound/Sprache/Grafik

Dagegen sind Sound, Musik und die deutsche Sprachausgabe allesamt sehr gut. Die Musik, besonders bei den Zwischensequenzen ist dramatisch und spannend. Alle Sprechrollen wurden professionell besetzt (ich meine sogar Rainer Brandt in der Rolle eines Straßenhändlers erkannt zu haben).

Die wunderschönen und relativ häufigen (bei jeder Ortsveränderung gibt es eine Rikschafahrt oder Ähnliches) 3D-Zwischensequenzen sind in Verbindung mit der ebenfalls ausgezeichneten Musik ein reiner Genuß. Dagegen wirken die übrigen Grafiken dann manchmal doch nicht ganz so gekonnt (naja, immer dann wenn’s um Perspektive in Innenräumen geht).

Allerdings gefielen mir die Hintergrundgrafiken der Außenbereiche sehr gut und mir schien, daß man sich bei späteren Spielen zumindest von den Locations dieses fiktiven, aber sicherlich auf dem indischen Subkontinent angesiedelten Staates, inspierieren ließ. Da ist unser Hotel, ein Restaurant, ein Club, eine Arztpraxis, ein Park, der Palast des Herrschers, ein Dorf, tropische Landschaften u. a..

Jef bewegt sich relativ steif und wie bereits erwähnt sehr, sehr langsam. Die restlichen Charaktere, mit denen er zu tun hat, bleiben meistens fest an ihren Plätzen und werden bis auf einige Ausnahmen, sparsam animiert.

Leider war es mir nicht möglich, einen Ingame-Screenshot anzufertigen, deshalb nur einige Scans von der Box und aus dem Handbuch, die leider die Qualität der Grafik nicht wiedergeben.

 

Rätsel

Die Rätselkost ist gut durchdacht, sehr abwechslungsreich und rangiert von einfach bis schwer. Einfache Objekträtsel werden oft durch das komplizierte Handling erschwert. Da gibt’s eine Reihe einfallsreicher Dekodierrätsel, Safeknacken, eine musikalische Aufgabe, Dialog- und Texträtsel, ein Rezept muß ermittelt werden und auch an einem Glücksspiel muß man teilnehmen.

Es gibt ein kleines Labyrinth und auch eine extra eingebaute Sackgasse. Eine Bombe wird entschärft und auf Action wurde auch nicht verzichtet: man muß sich einmal schießenderweise gegen eine Anzahl Angreifer wehren, aber dabei ist ausschließlich Reaktionsschnelligkeit gefragt und nicht Zielgenauigkeit, da die ausgewählten Gegner sofort getroffen werden, wenn Sie sich zeigen. In dieser und anderen Situationen kann unser Held natürlich auch sterben - Spionage ist halt ein gefährliches Geschäft.

Aber nach jedem Tod beginnt man an der aktuellen Spielstelle oder nicht sehr weit vorher. Interessant ist der Zeitfaktor bei bestimmten Rätseln: Man hat zwar (bis auf die Bombe, das Schießen und eine Tauchsequenz in der man nur begrenzt Luft zur Verfügung hat) immer unbegrenzt Zeit für die Lösung, aber Gegner oder Wachen bewegen sich im Spiel nach einem eigenen Rhythmus, den man einkalkulieren muß, um sie unbeschadet zu umgehen. Die Rätsel sind (nimmt man das schwere Handling noch hinzu) nichts für Anfänger, die beispielsweise nicht gewohnt sind, sich Notizen oder Zeichnungen zu machen.

Fazit

Hätte "Secret Mission" nicht eine so frustrierende Steuerung, wäre das Spiel seinerzeit wohl von mehr Spielern in Erwägung gezogen worden und hätte nicht solch ein Schattendasein geführt. Obwohl man auf der Plusseite eine spannende Geschichte, interessante Rätsel, schöne Filmsequenzen und ausgezeichnete Sprachausgabe in die Waagschale werfen kann, trübt das schlechte Handling den guten Eindruck doch sehr stark. So ist "Secret Mission" eine Rarität, die man nur dann für teures Geld ersteigern sollte, wenn man mit diesem Frustfaktor zurecht kommt. 

 

Meine Bewertung: 56 %

  

 Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemanforderungen

  • DOS/Windows 3.1/3.11/95
  • 486DX, 33 Mhz oder schneller
  • 4 MB RAM
  • 2,5 MB auf der Festplatte
  • 2x CD-ROM-Laufwerk oder schneller
  • SVGA/VESA-Grafikkarte mit 1 MB RAM
  • Soundblaster oder kompatible Soundkarte

Gespielt mit:

  • Windows 95
  • PII 233 MHz
  • 64 MB RAM
  • 4 MB Grafikkarte
  • 16bit Soundkarte
  • 24x CDROM-Laufwerk

secretbox1.jpg (27344 Byte)

 

 

Installationsmenü
Installationsmenü

 

Eigenartige Dinge geschehen in dieser idyllischen Landschaft
Eigenartige Dinge geschehen in dieser idyllischen Landschaft

 

Die hübsche Natascha ist Jefs russische Vorgesetzte
Die hübsche Natascha ist Jefs russische Vorgesetzte

 

Im Hotelzimmer kann Jef telefonieren
Im Hotelzimmer kann Jef telefonieren

 

Im Club gibt's ein Hinterzimmer ...
Im Club gibt's ein Hinterzimmer ...

 

Fimreife Stunts
Fimreife Stunts

 

Jef erstattet Bericht
Jef erstattet Bericht

 

Oben rechts werden uns Hotspots, Aktionsicons und Inventargegenstände angezeigt
Oben rechts werden uns Hotspots, Aktionsicons und Inventargegenstände angezeigt

 

Hervorragende Filmsequenzen
Hervorragende Filmsequenzen

 

Die Rikscha ist das Standardverkehrsmittel in Opalia
Die Rikscha ist das Standardverkehrsmittel in Opalia

 

 

 

 

 

 

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 02. Juli 2003

 

 

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