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Sethi und das Geheimnis des Sonnentempels


Erscheinungsdatum: 10/2002
Entwickler: Montparnasse Multimedia (jetzt Mindscape)
Publisher: USM Junior Verlag

Boxshots

Geeignet ab 6 Jahren

 

Ein Review von slydos   05. Dezember 2002

 

"Sethi und das Geheimnis des Sonnentempels" ist nach "Sethi und das Geheimnis des Pharao" das zweite Spiel dieser Adventurereihe von Montparnasse Multimedia (die Firma existiert seit Mitte 2002 nicht mehr, wurde von Mindscape aufgekauft), in denen Kinder spielerisch mehr über eine der großen Zivilisationen lernen können - diesmal geht es um das Inkareich.

 

Installation/Start

Das Spiel kommt auf einer Hybrid-CD für MAC und PC, die sich zusammen mit einer knappen, allerdings farbig bebilderten Anleitung in einer Euro-Box befindet. Wir können zwischen einem Express- und einem benutzerdefinierten Setup wählen. Die Installation läuft in jedem Fall reibungslos und wir gelangen zunächst unter südamerikanischen Panflötenklängen zu einem Eingabebildschirm für unseren Namen. Unter diesem Namen wird auch jeweils gesichert, wenn wir das Spiel wieder verlassen. Nach der Namenseingabe oder Namensauswahl, falls wir schon mal gespielt haben, erfahren wir durch einen kurzen Introfilm die Vorgeschichte und unseren Auftrag. Das Intro kann per Mausklick abgebrochen werden.

 

Story

In Cuzco, der Inkahauptstadt, ereignen sich seltsame Dinge. Wir sehen eine vermummte Gestalt, die von einer Frau eine Puppe zugesteckt bekommt. Diese Frau ist die Schwester von Quoya, der Königin der Inka. Sie hat sich mit einem Magier verbündet, um ihre Schwester mit einem bösen Zauber zu belegen um selbst auf den Thron zu gelangen. Und tatsächlich erkrankt die Königin schwer. Niemand weiß ihr zu helfen. Da holt der heilige Kondor Sethi zur Hilfe. Sethi und sein treuer Freund, das Äffchen Pepi, sollen die Königin vom bösen Zauber befreien und dazu die Zauberpuppe in den großen Fluß werfen. Das Spiel beginnt in der Inkastadt.

 

Steuerung

"Sethi und das Geheimnis des Sonnentempels" ist vollkommen mausgesteuert, wobei wir den jungen Sethi nicht selbst in den verschiedenen Schauplätzen bewegen können. Sethi steht oder sitzt jeweils in den einzelnen Bildern und bewegt sich automatisch fort, wenn wir einen Szenenausgang per Mausklick ansteuern. Bei einem Szenenausgang verwandelt sich der Cursor in ein Quadrat mit einem Pfeil.

Wenn sich der Cursor in eine Hand verwandelt, können wir per Drag&Drop Gegenstände z. B. in unsere Inventarkiste am rechten unteren Bildschirmrand schieben oder halt ein Objekt von A nach B bewegen. Eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger läßt Sethi mit einer Person sprechen. Verwandelt sich der Cursor in ein großes "L", kann man eine Legende zum Thema anhören, z. B. zum Sonnenkult. Eine weitere Cursorform ist ein angedeutetes Buch, dahinter versteckt sich ein ausführliches Lexikon, dessen Themen zur Kultur und Sprache der Inka ebenfalls gesprochen aber auch als Texte nachgelesen werden können. Erscheint ein kleines Vorhängeschloss, so ist uns ein Weg noch versperrt.

Am oberen Bildschirmrand kann man auf ein Stoffstück klicken und eine Übersichtskarte klappt aus. Hier kann man schnell mit einem Klick an einen anderen Ort gelangen, allerdings nur an Orte, die man bereits besucht hat.

Unten links gibt es ein Navigationsrad, in dem man die Lautstärke regeln, ein Foto machen, das Fotoalbum oder die Hilfefunktion aufrufen kann oder einfach das Spiel speichern oder verlassen kann.

Unten rechts kann man auf die Inventartruhe klicken. Mit Anklicken und Ziehen kann man Gegenstände verwenden. Fährt man mit der Maus darüber, wird die Objektbezeichnung angezeigt.

Die Steuerung ist einfach zu erfassen, falls man jedoch Hilfe braucht, findet man sie im Navigationsrad unter dem Fragezeichen. Dort wird einem an Hand von Beispielen am Bildschirm gezeigt, wie alles funktioniert, alle Texte dazu werden außerdem gesprochen. Solche Funktionen können jeweils per Linksklick wieder abgebrochen werden.

Handling und Steuerung sind einfach und kindgerecht. Positiv: Alle Bildschirmtexte werden gleichzeitig auch deutlich gesprochen.

 

Rätsel

Um seine Aufgabe zu erledigen, nämlich die Puppe zu holen und im Fluß zu versenken, muß Sethi die verschiedensten Orte besuchen um dort Hilfsmittel zu ergattern, die er benötigt, um schließlich bis zum Magier vorzudringen. Die Rätsel und Aufgaben sind kindgerecht aber auch nicht so einfach, daß man ganz ohne Überlegung durchkäme. Man muß den Gesprächspartnern schon zuhören und alle Schauplätze genau untersuchen.

In den opulenten und farbigen Szenen kann man vieles betrachten und anklicken und auch einige Dinge direkt mitnehmen. Andere Gegenstände erhält man erst, wenn man eine Aufgabe erfolgreich gelöst hat, wie z. B. die farbigen Teppiche der Weberinnen auszumalen oder ein Puzzle zusammensetzen. Die berühmten Felszeichnungen der Inka, die man nur aus Vogelperspektive erkennen kann, sind nämlich Puzzles. Hier kann der Schwierigkeitsgrad verschärft werden, indem man die Originalzeichnungen ausblendet. Wenn man Lust hat, kann man z. B. die Puzzles mit anderen Einzelteilen wiederholen. Auch einige andere Aufgaben sind wiederholbar.

Die Rätsel sind ins Spielgeschehen integriert und machen Spaß. Unter den Bewegungen des Mauscursors bewegen sich viele Dinge, Tiere und Menschen. Man erhält von einigen Menschen Hinweise fürs Weiterkommen oder bekommt einen Gegenstand, den man anderswo gut gebrauchen kann.

Außerdem erfährt man ganz nebenbei, beim Klicken auf bestimmte Bereiche, eine Menge über Kultur und Sprache der Inka. Über die früheren Herrscher, ihren Glauben, ihre Sitten, ihre Kleidung und ihr Essen und ihre Überlieferungen. Dabei kann man auch die wichtigsten Begriffe der Inkasprache Quechua in einem Wörterbuch, dem Quipu, nachschlagen. Das ganze ist nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene sehr lehrreich und interessant. Die Kinder können außerdem Fotos vom Spiel machen und mit ihren Texten in einem Fotoalbum versehen.

 

Grafik/Sound/Musik

Die Grafik des Spiels selbst ist sehr farbenfroh im Comicstil gehalten. Überall bewegt sich etwas, plötzlich lösen sich einige Steine von einer Felswand oder eine Mumie rührt sich. Tiere huschen durchs Bild und wir können auf dem Kondor fliegen. Die Videosequenzen zu Beginn und Ende sind jedoch etwas pixelig im Gegensatz zu den klaren Bildern des Spiels.

Die Sprecher begleiten das Spiel ausdrucksvoll und deutlich. Wir erfahren durch Sethis und Pepis Kommentare, ob mir mit der Rätsellösung richtig oder ganz falsch liegen. Das Ganze wird von indianischer Musik auf der Flöte und mit Rhythmusinstrumenten begleitet.

Fazit

Ein grafisch liebevoll gestaltetes Adventure mit Rätseln, die Kinder fordern aber nicht überfordern. Besonders hervorzuheben der ausführliche Edutainment-Teil, der sicher dazu anregt, das Spiel nochmals durchzugehen um mehr über das Leben der Inka zu erfahren. Eine gelungene Kombination von Rätseln, Information und Unterhaltung, die leider mit etwa 4 Stunden Spielzeit (Erwachsene benötigen ca. die Hälfte) nur sehr kurz geraten ist.

 

Meine Bewertung: 65 %

  

 Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemkonfiguration PC:

  • Windows 95/98/2000/ME/NT4/2000/XP
  • Athlon/Pentium 233 Mhz
  • Grafikkarte 800 x 600
  • 16 bit Audio
  • 32 MB RAM
  • 70 MB auf der Festplatte
  • 12x CDROM-Laufwerk

 

Minimale Systemkonfiguration MAC:

  • MacOS
  • Power PC
  • Grafikkarte 800 x 600
  • 16 bit Audio
  • 32 MB RAM
  • 70 MB auf der Festplatte
  • 8x CDROM-Laufwerk

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel












 

 

 

 

 

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 05. Dezember 2002

 

 

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