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Games Convention Special

 

Sherlock Holmes 3 - Die Spur der Erwachten
(a.k.a. The Awaken)


Releasedatum Deutschland: 11/2006

Entwickler: Frogwares
Publisher: Frogster Interactive
Sprache: deutsch
Boxshot

 

 

 

Ein Preview von  MaryScots   28. August 2006

 

Nach Das Geheimnis der Mumie und Das Geheimnis des Silbernen Ohrrings arbeitet das ukrainische Entwicklerstudio von Frogwares zur Zeit an seinem dritten Sherlock Holmes Adventure Die Spur der Erwachten. Auf der Games Convention ließ uns Produzent Waël Amr des Meisterdetektivs neuesten Fall einmal genauer unter die Lupe nehmen und erklärte dabei ausführlich die Änderungen und Ähnlichkeiten gegenüber dem Vorgänger.

Sir Arthur Conan Doyle trifft H.P. Lovecraft oder Sherlock Holmes jagt die Cthulhu-Sekte – schon der Name des Falls erinnerte mich an den neuenglischen Horrorschriftsteller, was auch in der Absicht der Erfinder liegt. Das bislang düsterste und beklemmendste Abenteuer des Detektivs und seines Freundes Watson beginnt an einem tristen Tag in London. Abwesend stiert Holmes aus dem Fenster; er hat keinen Fall zu bearbeiten und langweilt sich fürchterlich. Um sich abzulenken befolgt er den Rat seines Freundes, besucht die Bibliothek und studiert die Zeitung – irgendetwas muss doch passiert sein und wenn es nur eine Kleinigkeit wäre! Letztere lässt nicht allzu lang auf sich warten. Ein Gentleman vermisst seinen Diener, einen Aborigine, der spurlos verschwunden ist. Auch wenn es sich nur um eine Lappalie handelt, nimmt Holmes die Sache in die Hand. Als eine Kleinigkeit zur nächsten führt muss er feststellen, dass auf der ganzen Welt Menschen einfach verschwinden. Hinter all dem scheint die mysteriöse Cthulhu-Sekte zu stecken und das Team Holmes/Watson befindet sich alsbald auf einer Jagd, die sie von der gepflegten Londoner Baker Street in eine unheimliche Irrenanstalt in der Schweiz, nach Schottland und bis über den großen Teich nach Louisiana führen wird.

Vielleicht fühlen sich einige von Euch durch die Screenshots aus Die Spur der Erwachten an Frogwares’ letztes Adventure erinnert, was auch insofern stimmt, als dass die Hintergründe in Echtzeit gerendert werden, aber das soll’s dann auch schon gewesen sein mit den Ähnlichkeiten. Waël Amr erklärte, dass sich die Voll-3D-Grafik einfach am besten für solch ein Adventure eigne, da der Spieler nicht anders kann, als es dem großen Detektiv gleich zu tun und in jede Ecke und hinter jede Mauer zu spähen. Erst dadurch werde der nötige Schnüffler-Ehrgeiz aktiviert und angespornt. Frogwares ließen sich diesbezüglich insbesondere durch den Tex-Murphy-Klassiker Under a Killing Moon inspirieren. Die Locations sind trotz 3D überschaubar und man kann jeden besuchten Ort per Sprung über die Karte erreichen wie im letzten Sherlock-Adventure, vorausgesetzt man ist ein Mal dorthin gelaufen oder gefahren. Auch an der Mimik der Charaktere hat man gearbeitet. Sie wirkt natürlich und die Gesprächspartner schauen direkt in die Kamera, sodass der Spieler sich angesprochen fühlt. Die Charakteranimationen waren flüssig und auch die grafische Gestaltung der Locations kann sich sehr gut sehen lassen, zumindest der Anfang in London, den wir sahen.

Frogwares zaubert wieder mit Texturen und Detailreichtum. Wir können Holmes und zuweilen auch wieder Watson wieder ausschließlich per Point & Click steuern, dafür spielen wir - abgesehen von den Film- und Schnittszenen - in der Egoperspektive. Das Inventar gleicht sehr dem im letzten Fall, besteht also aus der Karte, einem Objektbereich, Holmes’ Notizbuch und einem Fach für gesammelte Dokumente. Die Detektivarbeit ist reich an klassischen Rätseln und um logische und unterhaltsame Funktionen erweitert worden. So dient die Lupe nicht nur dem Aufspüren von Hotspots, sondern wird auch aktiv als Hilfsmittel eingesetzt, um bestimmte Stellen zu vergrößern. Eine ähnlich direkte Funktion hat das Bandmaß, mit dem z.B. die Schuhgröße von einer Fußspur abgemessen wird, indem man es bei festgehaltener Maustaste ausrollt. Kurzum, der Spieler wird unmittelbarer in die Untersuchungen einbezogen und das sah schon sehr gut aus.

Es soll allerdings auch ein paar adventureuntypische Elemente geben, die der Unterstützung der Story dienen, und auch ein paar wenige zeitabhängige Aufgaben, jedoch kein Labyrinth auf Zeit! Neu ist auch noch, dass man bei genauester Investigation einen Bonus pro Level entdecken kann, der den Verlauf der Geschichte leicht beeinflusst. Die Quizfragen am Ende eines Kapitels, wie sie im vorigen Fall eingebaut waren, entfallen hingegen. Stattdessen fragt Holmes Watson, wohin man sich seiner Meinung nach als nächstes begeben sollte. Dies ist nicht nur der einzige Punkt, an dem man die Tastatur benötigt – nämlich um den Ort einzutippen, sondern auch die Stunde der Wahrheit, da man nur weiterkommt, wenn man gut aufgepasst und kombiniert hat. Die Frage nach Hilfestellungen innerhalb des Spiels verneinte Waël Amr. Das sei doch keine richtige Detektivarbeit! ;-)

Also, poliert schon mal Eure Lupen – im November 2006 soll die Spurensuche losgehen!

 

 

Copyright © MaryScots für Adventure-Archiv, 28. August 2006

 

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