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Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper


Erscheinungsdatum: 14. August 2009

Entwickler: Frogwares
Publisher: Focus / Koch Media

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Boxshots

 

Spielsprache und Handbuch getestete Version: deutsch

USK: ab 12 Jahren
PEGI: 16+

 

 

Ein Review von  Sherlock   18. August 2009

 

Obwohl sich der Stoff förmlich aufdrängt, haben weder Sir Arthur Conan Doyle, der Erfinder von Sherlock Holmes, noch die Spiele-Entwickler bisher die abscheulichen Ripper-Morde Ende des 19. Jahrhunderts mit Sherlock Holmes als Ermittler in Verbindung gebracht. Vielleicht weil Jack the Ripper nie gefasst wurde und Sherlock Holmes einen Fall niemals ungelöst zu den Akten legen würde? Wer weiß! Nun trifft Holmes in diesem neuen, bereits fünften (!) Abenteuer auf den größten Serienmörder seiner Zeit. Ob es Sherlock gelingt, Jack the Ripper zu stoppen, habe ich getestet.

 

Story

Eine Frau, Polly Nichols, wird in den Straßen des berüchtigten Londoner Ghetto-Viertels Whitechapel ermordet aufgefunden. Sie wurde erwürgt und ihr wurde mit einem Messer die Kehle aufgeschnitten. Die Polizei des Viertels tappt im Dunkeln. Sherlock Holmes nimmt verdeckt die Ermittlungen auf, da die Polizei seine Mithilfe bei diesem Fall ablehnt. Der Mörder schlägt wenige Tage später erneut zu. Sämtliche Opfer des Killers stammen aus Whitechapel und gehen der Prostitution nach. Seine Vorgehensweise wird immer brutaler. Wird es Holmes und seinem Kollegen Dr. Watson gelingen, Jack the Ripper - wie ihn die Zeitungen nennen - aufzuhalten?

 

Installation

Unter VISTA klappt die Installation völlig ohne Probleme. Das Spiel wird mit einer ausführlichen Anleitung in einem DVD-Case angeboten, das in einem aufklappbaren Papp-Schuber steckt. Die „limitierte Erstauflage" dieses Abenteuers enthält eine DVD mit 3 Folgen der alten Fernsehserie aus den 80ern mit Jeremy Brett in der Rolle des Sherlock Holmes in den Folgen „Der verkrüppelte Mann", „Das gefleckte Band" und „Der Blaue Karfunkel".

 

Menüs

Direkt nach Spielstart gelangen wir zuerst ins Hauptmenü, das sehr übersichtlich angelegt wurde. Während des Spiels kann man jederzeit mit der ESC-Taste ins Hauptmenü wechseln.

Speicherplätze stehen in unbegrenzter Anzahl zur Verfügung. Jeder gespeicherte Spielstand wird anhand von Screenshots angezeigt. Datums- und Uhrzeitangabe erleichtern das Navigieren erheblich.

Im Optionsmenü lässt sich einstellen, ob die Untertitel angezeigt werden sollen oder nicht. Zusätzlich ist es möglich, die Lautstärke von Sprache, Musik und Soundeffekten einzustellen.

 

Steuerung

Gesteuert wird per Maus und/oder Tastatur. Dank dem neuen Feature, das ja per Patch auch für die letzten 2 Teile der Reihe verfügbar gemacht wurde, kann sich jeder selbst aussuchen, aus welcher Perspektive er spielen möchte. Ich selbst habe die 1st Person Perspektive bevorzugt, weil ich das Gefühl hatte, so schneller voran zu kommen. Aber: Auch in der ersten Person kann man ausschließlich mit der Maus spielen. Die Perspektiven lassen sich jederzeit wechseln. Ein großes Plus! Das dürfte vielen eingefleischten 3rd Person-Adventure-Freunden die Kaufentscheidung erleichtern. Ansonsten gestaltet sich die Steuerung recht simpel und unterscheidet sich nicht wesentlich von den Vorgängerspielen.

 

Hotspots/Inventar/Dialoge

Hotspots werden per Handsymbol angezeigt. Es wurden nicht viele Hotspots eingebaut, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben. Angenehm empfand ich, dass alle Personen, die Sherlock bzw. Watson über den Weg laufen, ansprechbar sind, auch wenn sich die Dialoge nach einer Weile wiederholen. Bereits vollständig untersuchte Objekte werden mit einer grünen Lupe angezeigt.

Per Rechtsklick gelangt man ins Inventar-Menü. Hier sind wie immer alle Textdokumente, Notizen, Dialoge und Gegenstände anwählbar. Auch zur Karte von London kommt man von hier aus.

Ausführliche Dialoge sind nur mit für die Handlung wichtigen Personen möglich. Das altbewährte Multiple-Choice-System findet hierbei Anwendung.

 

Rätsel

Dieser Teil der Holmes-Reihe ist chronologisch vor allen anderen bisher erschienenen Titeln dieser Serie angesetzt. Und das spürt man immer wieder in Kommentaren wie zur kürzlichen Heirat von Dr. Watson oder der Tatsache, dass Barnes Buchhandlung gerade erst eröffnet hat.

Im Verlauf dieses Abenteuers steuern wir abwechselnd Sherlock Holmes und Dr. Watson.

Endlich keine Quizfragen mehr! Die Quizfragen wurden durch viele Neuerungen ersetzt. So muss nach jedem Mordfall mit den gesammelten Indizien der jeweilige Tatvorgang hergeleitet werden. Das gefiel mir persönlich besonders. Hierbei müssen Parallelen zu jeweils anderen Mordfällen gezogen werden. Im ersten Mordfall haben Sherlock und Watson den Mord sogar nach meinen Angaben nachgestellt. Dabei musste ich z.B. auswählen, ob das Opfer im Stehen oder im Liegen ermordet wurde und ob der Täter Links- oder Rechtshänder ist.

Richtig harte Nüsse gibt’s aber im ganzen Spiel nicht zu knacken. Einige Schiebe-, Logik- und Inventarrätsel sind in jedem Fall in größerer Zahl als beim letzten Abenteuer vorhanden. Bei einem Kreuzwort-Zahlenrätsel musste ich erst überlegen, bevor mir die Logik einleuchtete. Einige Rätsel müssen vor dem Lösungsbeginn mit Dialogen und/ oder Dokumenten untermauert werden. In den meisten Fällen erfährt man aber sofort, ob der Lösungsansatz richtig oder falsch ist durch rote bzw. grüne Markierungen. Dies garantiert allerdings frustfreies Spielen für jedermann und einen flüssigen Spielverlauf.

Ebenso macht es Holmes recht einfach, zu wissen, wie es weitergeht. Nachdem eine Szene abgeschlossen ist, sagt er uns direkt, wo wir hingehen sollen. Das ganze Spiel läuft wiederum sehr linear ab. Die fehlende Entscheidungsfreiheit hatte ich ja bereits bei den Vorgängern bemängelt.

Für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass man irgendwo hängen bleibt, wurde ein Hilfesystem integriert. Mit der Leertaste kann sich jeder alle Hotspots im jeweiligen Screen anzeigen lassen.

Auf die Holmesche Laborarbeit wurde gänzlich verzichtet. Dafür scheint der Detektiv in diesem Teil zu einer Menge Botendiensten verdammt zu sein.

Als sehr angenehm empfinde ich, dass sämtlichen Theorien durch intensive Recherche nachgegangen wird, um diese letztendlich zu bestätigen oder auszuschließen.

 

Grafik/Sound

An der Grafik hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht fühlbar viel getan, obwohl die Straßen und Gebäude in Whitechapel sehr detailgetreu und authentisch wirken. Es sind viele Leute unterwegs. Viele von ihnen sehen absolut gleich aus. Unrealistisch wirkt aber, wenn an einer Straßenecke ein Drehorgelspieler steht, ich drehe mich einmal im Kreis, und plötzlich sitzt dort ein Kind, das auf Kundschaft zum Schuhputzen wartet.

Beim Sound wurde die Geigenmusik von den letzten Teilen der Reihe übernommen (Holmes kann wohl nur dieses eine Stück). Holmes und Watson erhielten wieder ihre aus den Vorgängern bekannten Stimmen. Weitere Charaktere wurden ebenfalls von hochkarätigen Synchronsprechern vertont. Leider liehen diese auch mehreren Figuren gleichzeitig ihre Stimme, was wiederum unglaubwürdig wirkt.

Als sehr positiv und spannungsfördernd ist zu nennen, dass wir den ersten Ripper-Mord sozusagen „hautnah" aus Sicht des Killers miterleben.

 

Fazit

Für mich stellt dieser Teil der Holmes-Saga den bisherigen Höhepunkt dar, auch wenn er Hardcore-Adventure-Spielern vielleicht zu leicht erscheinen mag. Das Ermittlungskonzept wurde vollständig überarbeitet und bietet einen Einblick in die forensische Ermittlungsarbeit des sterbenden 19. Jahrhunderts. Die Story ist durchweg spannend, auch wenn die Entwickler gegen Mitte des Spiels in andere Handlungsstränge abzudriften drohen. Die Story ist bei weitem nicht so vorhersehbar wie noch beim letzten Teil.

Heute wird Jack the Ripper, dessen Mordserie bis heute für spannende Geschichten und Spekulationen sorgt, offiziell für 5 Morde verantwortlich gemacht. Einer grausamer als der Vorherige. Jack the Ripper wurde niemals gefasst. In dieser Lösungsvariante werden die möglichen Motive des Mörders sehr plausibel und nachvollziehbar dargestellt.

Aufgrund der niedrigen Schwierigkeitsstufe ist dieses Adventure sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene und Profis geeignet. Für dieses absolut großartige, stimmungsvolle Spiel mit einer Spielzeit von ca. 15 - 20 Stunden vergebe ich eine

 

 Gesamtwertung von 90%

 

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows XP (SP2) oder VISTA
  • Celeron (2 Ghz) oder vergleichbar
  • 512 MB RAM
  • 128 MB DirectX 9.0 kompatible Grafikkarte
  • DirectX 9.0 kompatible Soundkarte
  • 3 GB freier Festplattenspeicher

 

Getestet auf:

  • Windows Vista Home Premium
  • AMD Phenom 9600 AM2+
  • 2 GB RAM
  • ATI RADEON HD 3850 Grafikkarte mit 512 MB RAM
  • DirectX 10 kompatible Soundkarte
  • Multinorm DVD-ROM Laufwerk

 

 

Copyright © sherlock für Adventure-Archiv, 18. August 2009

 

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Das Hauptmenü
Das Hauptmenü

 

Das Abenteuer beginnt
Das Abenteuer beginnt

 

Der Mord an Polly Nichols "hautnah"
Der Mord an Polly Nichols "hautnah"

 

Die Übersichtskarte von London
Die Übersichtskarte von London


Das Speichermenü
Das Speichermenü

 

Untersuchung von Polly Nichols' Leiche
Untersuchung von Polly Nichols' Leiche

 

Das Verbrechen anhand von Indizien herleiten
Das Verbrechen anhand von Indizien herleiten


Die Chefin des Whitechapel-Freudenhauses
Die Chefin des Whitechapel-Freudenhauses


Untersuchung der zweiten Leiche hautnah
Untersuchung der zweiten Leiche hautnah

 

Anhand dieser Zeitleiste soll der Todeszeitpunkt festgestellt werden
Anhand dieser Zeitleiste soll der Todeszeitpunkt festgestellt werden

 

Sherlock Holmes scheut auch vor handwerklichen Aufgaben nicht zurück
Sherlock Holmes scheut auch vor handwerklichen Aufgaben nicht zurück

 

Wir bekommen immer angezeigt, welchen Charakter wir gerade steuern
Wir bekommen immer angezeigt, welchen Charakter wir gerade steuern


So sieht das ganze in 3rd Person Perspektive aus
So sieht das ganze in 3rd Person Perspektive aus

 

Anhand des Schweinekopf-Experiments soll die Tatwaffe ermittelt werden
Anhand eines Schweinekopf-Experiments soll die Tatwaffe ermittelt werden

 

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