Sherlock Holmes - Das Geheimnis der tätowierten Rose

Weder Hercule Poirot noch Sam Spade können ihm das Wasser reichen, Arthur Conan Doyles englischer Gentleman-Detektiv ist auch 100 Jahre nach seiner literarischen Geburt noch die berühmteste Spürnase der Welt. In diesem Advneture löst er nun seinen zweiten Fall für Electronic Arts.

Das bereits durch den 1992 entstandenen Vorgänger „The Lost Files of Sherlock Holmes: "The Case of the Serrated Scalpel" bekannte EntwickIungsteam versetzt den Spieler hier wieder in das viktorianische London. Dort schlüpft er abwechselnd in die Haut des Meisterdetektivs bzw. von dessen treuem Freund Dr. Watson, um über 50 stilvoll gerenderte Schauplätze aufzusuchen — diese werden von 90 integrierten Video-Charakteren bevölkert. Für eine authentische Atmosphäre sorgen zusätzlich zehn dazwischengeschaltete Filmchen sowie die zeitgenössischen SW-Fotos, welche während der Nachladezeiten eingeblendet werden.


Geschwindigkeit ist keine Hexerei:
Wer entlarvt den Falschspieler?

Originalfotos aus dem alten London
verkürzen die Ladezeiten

Inhaltlich bekommt es der berühmte Pfeifenraucher mit einer Familientragödie zu tun, da Holmes‘ Bruder bereits im Intro unsanft in den Krankenstand versetzt wird: Als Regierungsbeamter war Mycroft mit der Suche nach einer gestohlenen Sprengstofformel betraut, als er einem Bombenattentat zum Opfer fällt. Da nun Inspektor Lestrade von Scotland Yard kein allzu großes Interesse an dem Fall zeigt, ist es mal wieder an Holmes, dafür zu sorgen, daß die Affäre nicht zur Staatskrise ausartet.

Weder Hercule Poirot noch Sam Spade können ihm das Wasser reichen, Arthur Conan Doyles englischer Gentleman-Detektiv ist auch 100 Jahre nach seiner literarischen Geburt noch die berühmteste Spürnase der Welt. In diesem Adventure löst er nun seinen zweiten Fall für Electronk Arts.


Der anklickbare Stadtplan ist authentisch

Die Schokolade wird zwar angezeigt,
ist aber mit dem Auge nicht zu erkennen

Mittels eines anklickbaren und mehrere Bildschirme großen Stadtplans, in den neue Adressen automatisch einkartographiert werden, durchstreift man per Maus die Inselmetropole des ausgehenden 1 9. Jahrhunderts. Die teils bildweise umschaltenden, teils horizontal scrollenden Schauplätze umfassen u.a. den Kensington Palast, die Nobelgegend Mayfair und das gefährliche Stadtviertel East End. Praktisch überall trifft man auf potentielle Gesprächspartner, wobei diese Darsteller nur dann etwas kantig konturiert wirken, wenn sie sich im Bildvordergrund aufhalten. Über Anklicksätze mit Sprachausgabe und/ader Bildschirmtext zieht man den Leuten Infos aus der Nase, welche Dr. Watson in seinem stets aufrufbaren Tagebuch protokolliert. Dies führt nicht nur zu weiteren Anlaufstellen, sondern auch zu aufgefrischter Gesprächsbereitschaft bereits befragter Personen sowie neuen Gegenständen an schon besuchten Lokalitäten. Kurzum, wiederholte Verhöre und Lokaltermine sind hier Pflicht.

Natürlich besteht die Detektivarbeit auch und gerade darin, zahlreiche Gegenstände aufzufinden. Kein leichtes Unterfangen, da die ltems einerseits oft sehr klein und andererseits immer in großer Anzahl vorhanden sind. Insgesamt siebenmal steht da auch eine Analyse in Holmes‘ hauseigenem Chemielabor auf dem Programm. In locker eingestreuten Bild-im-Bild-Videos gilt es zudem, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, etwa einem Trickbetrüger auf die Finger zu schauen. Für etwas Entspannung während der zwar recht schwierigen, aber stets logischen Knobeleien sorgen drei interaktive Dartspiele sowie der britisch unterkühlte Humor, welcher sich durch das gesamte Programm zieht.


Das per Mausldick einblendbare
Steuermenü ist wahlweise transparent
und laßt sich mit mehreren
Schriftsätzen betreiben

Gut in das Bild integriert, aber aus der
Nähe etwas kantig: die Protagonisten

Viele Details, viel Anklickarbeit

Die überaus detailfreudige Präsentation mit ihren vielen kleinen Animationen, dem dezenten klassischen Liedgut und der tadellosen deutschen Sprachausgabe steht also einem Gameplay gegenüber, das ein wenig unter Wiederholungen und Fitzelarbeit zu leiden hat — insgesamt geht die Bedienbarkeit aber durchaus in Ordnung. Fazit: Ein spannendes Abenteuer auf hohem Niveau. (md)

Atmosphärisches Adventure in bester Krimitradition.

  • Grafik: 80%
  • Sound: 78%
  • Steuerung: 75%
  • Motivation: 77%
  • Gesamt: 77%

 

  • 1 CD
  • ab einem 486 DX/2 LB, besser ein P90
  • 8 MB RAM (DOS), 16 MB RAM (Win95)
  • 9 MB auf der HD
  • SVGA (256 Farben)
  • SB/Pro/16/AWE32, Pro Audio Spectrum, Roland Sound Canvas, Soundscape, General Midi
  • Maus, Tastatur

 

PC Joker 1/97

Screenshots


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