Sherlock Holmes - Das Geheimnis der tätowierten Rose

Der Schnüffler und die Rose

Sherlock Holmes ist wieder da, und zwar lebendiger denn je. Aber dafür hat es bei einer merkwürdig gut getimten Explosion beinahe seinen Bruder erwischt -da kann der berühmteste Detektiv der Welt natürlich nicht untätig bleiben.

Electronic Arts schickt nun mit Sherlock Holmes - Das Geheimnis der tätowierten Rose die bisher einzige wirklich gelungene Holmes-Umsetzung für den Computer in die zweite Runde. Wer den ersten Teil kennt, wird sich beim zweiten direkt wie zu Hause fühlen, denn auch hier beginnt die Story natürlich im trauten Heim des Superschnüfflers.

Viel hat sich im Arbeitszimmer des traditionsbewußten Herm während der letzten zwei Jahre nicht geändert - auf den ersten Blick zumindest. Bei näherem Hinsehen ist jedoch deutlich zu merken, daß die Animationen einen großen Schritt nach vom gemacht haben, flüssiger und sauberer geworden sind. Eine exzellente deutsche Sprachausgabe unterstützt die atmosphärischen Grafiken, in denen der Herr im karierten Gehrock in bekannt überlegener und souveräner Weise seinem Hobby nachgeht die dunkle Seite der menschlichen Natur aufzudecken.

Düster ist das Szenario. in dem die Geschichte beginnt, in der Tat. Schon eine Woche lang hat Holmes keine üble Tat mehr in den Straßen von London gesichtet, da erreicht ihn ein Brief seines Bruders Mycroft, den er seit langer Zeit nicht mehr gesehen hat. Dessen Bitte, sich mit ihm im geheimnisumwitterten und äußerst exklusiven Diogenes-Club zu treffen, erfüllt er natürlich nur zu gem. Kaum am Treffpunkt angekommen, fliegt das ganze Gebäude mit Karacho in die Luft - Zufall oder Timing? Gas oder bombe? Die Sorge um den schwer verletzten Bruder ist groß und Holmes' Freund und Mitarbeiter Dr. Watson versucht sein Betses, den völlig apathischen Holmes wieder auf die Beine zu bringen.

Per Mausklick geht es nun zunächst in Gestalt von Watson durch die einzelnen Szenarien, in denen der intelligente Cursor an allen Hotspots (zu- und abschaltbare) erklärende Kommentare anzeigt. Beweise für ein Verbrechen müssen her, sonst ist Holmes nicht ansprechbar. Watsons Weg führt über Scotland Yard, den zerstörten Diogenes-Club und das Krankenhaus und geht per Klick auf die immer zahlreicher werdenden Icons der Karte von London recht schnell vor sich, bis er schließlich nach vielen Anklick-Unterhaltungen mit handfesten Beweisen nach Hause kommt. Und eines ist klar - wenn Holmes erst mal persönlich die Spur aufnimmt, dann ist kein Spion mehr vor ihm sicher! Ooops, ist mir da was rausgerutscht? Na, wenn schon, bis der Fall der tätowierten Rose sein überraschendes Ende nimmt, vergeht nicht nur in London sondern auch vorm Computer eine ganze Menge Zeit.

Schöne alte Zeit
Schön geruhsam ging es in der guten alten Zeit zu, und dieses Adventure fängt nicht nur die Optik, sondern auch die Behäbigkeit der Holmes-Ära ein - mal eben schnell durchspielen ist nicht. Etwas mehr Originalität bei den Puzzles hätte ich mir zwar gewünscht, aber für ein nettes, faules Wochenende, bei dem man sich gepflegt und ohne Hektik der gehobenen Knobelei hingeben möchte, ist die tätowierte Rose das richtige Futter.

Was uns auffiel:
+ gelungene Sprachausgabe
-  wenig Originalität

Bewertung:

  • Grafik: 3 von 5
  • Sound: 4 von 5
  • Komfort: 3 von 5
  • Gesamt: 3 von 5

Systemvoraussetzungen:
486/50, 8 MB RAM, VGA, ca. 10 MB auf der Festplatte

Hersteller: Electronic Arts

ah

PC-Spiel, © 12/96

Screenshots


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