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Shine - Die Angst hat einen Namen

Irre Abenteuer in der Anstalt

Vermutlich lag es an diesem verrückten Adventure, daß Lorenz Steinke eines Tages von zwei Herren in weißen Kitteln abgeholt werden mußte, die ihn prompt in ein hübsche Zelle mit Gummiwänden verfrachteten.

Vor einigen Monaten versetzte Inscape das Spielervolk mit dem Rätsel-Adventure The Dark Eye in eine surreale Welt des Unbegreiflichen. Angelehnt an die spannenden Geschichten des großen Edgar Allen Poe entstand eine Abenteuer-Handlung voller kniffliger Rätsel und stimmungsvoller Bilder. Der Spieler durfte sich durch eine merkwürdig verzauberte Welt bewegen und dabei in unterschiedliche Gestalten schlüpfen. Das Auge eines Fisches oder eine phrenologische Landkarte - das waren die Ubergänge zwischen den verschiedenen Mikrokosmen in der Welt von The Dark Eye.


Ein Gesicht als Hauptrnenü - durch Anklicken von
Augen oder Mund geht es weiter im Game

Wer das schwierige Adventure-Game nicht lösen konnte (die Rätsel hatten es in sich), der blieb schließlich als verzweifelter Schatten seiner Selbst mit eigenartig flauen Gefühl im Magen und riesengroßem Fragezeichen im Kopf vor dem PC zurück.Vereinzelt sollen noch immer Gamer, die an diesem Spiel gescheitert sind, an Schlafstörungen und Persönlichkeitsspaltung leiden.

Perfekte Verwirrung
Noch haben wir uns nicht von dieser Attacke auf das Seelenheil des Spielervolkes erholt, da droht auch BMG, ein ähnlich gefährliches Adventure auf den Markt zu bringen. Shine heißt das Game, von dem kürzlich eine Preview-Version in unserer Redaktion landete. Da meine Kollegen begreiflicherweise Angst hatten, es zu testen (wer läßt sich schon gerne von einem Adventure an den Rand des Wahnsinns treiben?), fand die CD schließlich ihren Weg auf meinen Schreibtisch.

Tatsächlich: Auch Shine hat es darauf angelegt, den Geist des Spielers gefangen zu nehmen und auf ewig zu verwirren. Skurrile Bilder finden sich überall: Gleich die erste Szene spielt in einer Irrenanstalt. Hinter den zahlreichen Türen der Anstalt lauern Wahnsinn und Nervenzerfall.

Ein alter Mann glotzt durch das Guckloch seiner Tür und stellt neugierige Fragen. Durch ein anderes Gucklock treiben die Programmierer dieses Spieles ihre Späße mit uns und schneiden dem ratlosen Gamer Grimassen.

Surreale Bilderflut
Ort der Handlung ist die Stadt Twilight City. In dieser einstigen Hochburg des Geistes und der schönen Künste hat ein allgemeiner Verfall eingesetzt. Ewige Dämmerung herrscht und eine beklemmende Atmosphäre macht sich breit. Der Spieler steuert den Charakter von Shine. Aber wer ist Shine? Das muß der Spieler erst mühsam durch das Sammeln von kleinsten lnformationsschnipseln herausfinden. Andere Charaktere geben Hinweise auf die eigene Herkunft oder führen den Spieler in die Sackgasse. Wer mit Logik und System an die Lösung dieses Adventures heranzugehen versucht, ist schließlich selbst reif für die Irrenanstalt.


Was mag diese schöne Frau nur zur
Verzweiflung getrieben haben?

Zahlreiche namhafte Künstler wie der Fotograf Florian Seidl (Amica, Marie Claire), die deutsche HeavyMetal-Formation Schweisser und der aus der McDonalds-Werbung bekannte Grimassen-Künstler Ludwig Hungs sorgen immerhin dafür, daß der Spieler auf einem künstlerisch sehr hohen Niveau verwirrt wird.Wer das Game nicht begreift, berauscht sich einfach an der Bilder- und Klangflut. In der nächsten Ausgabe berichtet Klaus, der neuerdings den Beinamen "Des Wahnsinns fette Beute" trägt, live aus den Studios von den Arbeiten an Shine.


Dieser ältere Herr ist ein wahrer Grimassen-Künstler -
doch was verschweigt er?

 

PC POWER NOVEMBER 1996

 


adventure-archiv 24-07-00

 

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