S.P.Q.R.

Mit den Worten "Ave, Cäsar" verließ Thomas Richter sein normales Leben und schlüpfte geradewegs in die Sandalen eines echten Römers.

Wenn einer eine Reise macht, dann sollte er diese auch vorher genaustens planen. Und wenn man diese Reise ins alte Rom unternimmt, um eine Verschwörung gegen die hiesige Regierung aufzudecken, sollte man zudem noch eine Spürnase a la Sherlock Holmes besitzen. In S.PQ.R. haben Sie die einmalige Gelegenheit einen Trip in die Vergangenheit zu unternehmen und das mittlerweile zerfallene Forum Romanum in seiner ursprünglichen Pracht zu erleben.

Aus alt mach neu
CyberSites haben mit der Erschaffung des Forum Romanums ein wahres Meisterstück hingelegt.Wo heute nur noch Ruinen und Trümmer zu sehen sind, kann man in S.P.Q.R. alles noch einmal in seiner ursprünglichen Bauart bestaunen und sogar betreten. Mit viel Liebe zum Detail und einer guten Rendering-Station hat sich das Hersteller-Team besonders um eine originalgetreue Restaurierung gekümmert.Vorbei sind die Zeiten, wo Latein-Leistungskurse deutscher Gymnasien einen strapaziösen Trip nach Rom unternehmen müssen, denn jetzt kann man alles in aller Ruhe daheim vor dem Monitor genießen. Ob diese Alternative einen Real-Urlaub wirklich ersetzen kann, bleibt dahingestellt.

Trotz aller historischen Gegebenheiten ist und bleibt S.PQ.R. ein Adventure, und zwar eines der ganz besonderen Art. Eigentlich könnte man S.P.Q.R. auch als Krimi sehen, aber dazu jetzt mehr: Sie werden nach Rom geholt um eine Verschwörung zu zerschlagen. Cornelius, Ihr Auftraggeber, weist Sie sofort nach Ankunft am Fluß Tiber in die unerwünschten Geschehnisse ein. Gerüchte gehen in Rom umher, daß ein Saboteur den Kaiser vom Thron stürzen und neue Unglück bringende Gesetze verfassen will. Nachforschungen haben ergeben, daß der gesuchte Calamitus (sozusagen der Elendsbringer) einer von fünf Bekanntschaften Ihres Auftraggebers sein muß. Nun liegt es Ihrer Hand einen Mordanschlag abzuwehren, den Calamitus zu finden und Ruhe im römischen Reich einkehren zu lassen. Keine leichte Aufgabe, wie Sie schon kurze Zeit nach Ihrer Ankunft feststellen werden.

Back to the Past
Um nicht monatelang planlos in Rom umherirren zu müssen, stellt Cornelius Ihnen einen sogenannten Navitor zur Verfügung. Dieser arbeitet so ähnlich wie eine Zeitmaschine, wirkt aber dennoch ziemlich rustikal und ist anfällig für Fehler. Nach kurzem Aufenthalt in Cornelius Arbeitszimmer und nach Einsicht in die grundlegenden Informationen über die fünf Verdächtigen beginnt Ihr erster Ausflug ins Forum Romanum nach Einstieg in den Navitor. Die Straßen sind leer und nur rauschendes Wasser und Vogelgezwitscher dringt aus der städtischen Umgebung an Ihr Ohr. Damit es nicht ganz so langweilig wird, haben CyberSites für einige hübsch klingende Soundtracks gesorgt. Natürlich gibt es keinen Speed-Techno oder Trash-Metal, sondern beruhigende klassische Musik, wie man sie eben in vergangenen Zeiten erwartet.Ab jetzt läuft das gesamte Geschehen in Echtzeit ab. Der Spieler muß ständig ein Auge auf ankommende öffentliche Bekanntmachungen warten, denn nur wer schnell reagiert und geplante Versammlungen zwecks lnformations-Beschaffung besucht, kommt in dem Spiel auch wirklich voran.

Zuerst einmal müssen die fünf Tagebücher der Hauptverdächtigen gefunden werden. Nur so kann man wirklich wissen, was in den Köpfen der Beschuldigten vorgeht. Aber auch Informationen über einzelne Ortlichkeiten können so in Ihre Hände gelangen, vorausgesetzt derjenige Tagebuch-Schreiber hatte den Ort an dem Sie gerade verweilen schon besucht und einen entsprechenden Eintrag gemacht. Hier liegt der Knackpunkt von S.RQ.R.: Sämtliche Daten müssen genau im Auge behalten werden und entsprechende Infos richtig interpretiert werden. Das stellt sich im Laufe des Spieles nicht nur als äußerst schwierig, sondern auch als sehr interessant und spaßig heraus. Zumal der Navitor ein recht praktisches Gerät ist, denn mit ihm kann man nicht nur die Zeit beschleunigen, sondern auch gefundene Schriftrollen und Gegenstände aufbewahren.

S.P.Q.R. ist auf keinen Fall ein Spiel für Adventure-Anfänger oder sogar für den Hunger zwischendurch. Hat man mal nicht aufgepaßt oder zu flüchtig einen Zeitsprung mit dem Navitor gemacht, sitzt man oftmals nur noch frustriert vor dem Bildschirm und weiß gar nicht so recht was nun als nächstes zu tun ist. Rundum gesehen bietet S.P.Q.R. knackige Rätsel, einen anspruchsvollen PIot und eine wunderschön gerenderte Umgebungsgrafik. Nur leider hat man sich bei der Steuerung wenig Mühe gegeben. Scrolling gibt es nur in den wenigen Videosequenzen, ansonsten werden die Bilder einfach nur umgeblendet. Eine stark eingeschränkte Bewegungsfreiheit hat dies zur Folge, und nur all zu oft steht man völlig unerwartet an einem fremden Ort. Die starken Parallelen zum Klassiker Myst lassen sich aber auf einem Blick erkennen. Man könnte sogar behaupten, daß S.P.Q.R. der offizielle Nachfolger von Myst ist, denn Grafik, Atmosphäre und der knackige Plot sind vom Feinsten!

Hersteller: CyberSites

Minimum: 486 DX2-66, 8 MB RAM, SVGA, Windows 3.x und 95

Pro
Dichte Atmosphäre
Detaillierter Nachbau des Forum
Romanums

Kontra
Stark eingeschränkte Bewegungsfreiheit

Bewertung:

  • Spiel-/Dauerspaß: 46 von 50
  • Handhabung: 4 von 10
  • Grafik: 17 von 20
  • Sound: 16 von 20

Total: 83

 

PC Power April 1997

 

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