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Geheimakte Tunguska


Releasedatum Deutschland.: September 2006

Entwickler: Animation Arts/Fusionsphere Systems

Publisher: Koch Media /Deep Silver

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Ein Preview von  MaryScots   15. August 2006

 

 

Ein Adventure nach Wunsch?

Ja, bitte! Ich gehe jetzt mal vom Durchschnitt der in den Foren geäußerten – und nebenbei mit meinen eigenen übereinstimmenden :-) - Wünsche aus, als da wären 3rd-Person-Steuerung in grobmotorikerfreundlichem Point & Click, 3D-Charaktere mit professioneller Sprachausgabe vor schönen 2D-Hintergründen, in denen man eine gute, fesselnde Geschichte erlebt, in die abwechslungsreiche, logische und für jeden Geschmack passende Rätsel ohne lebensgefährliche Actioneinlagen eingebunden sind und das Ganze bitte nicht zu kurz. Zuviel verlangt? Vielleicht nicht...

Geheimakte Tunguska scheint dieses Adventure zu werden, zumindest nach meinem Ersteindruck auf der Games Convention 2005, den die ausführliche Preview-Version, die uns Publisher Koch Media kürzlich zur Verfügung stellte, nur noch bestätigt hat.

 

Die Geschichte verspricht Spannung...

Motorradmechanikerin Nina Kalenkow will sich eines schönen Tages mal wieder mit ihrem Vater Wladimir treffen, einem Naturwissenschaftler. Doch als sie in seinem Büro im naturhistorischen Museum ankommt, ist er nicht dort, der Raum befindet sich in einem chaotischen Zustand und keiner weiß, wo er stecken könnte. Die Polizei weigert sich vor Ablauf von 48 Stunden nach ihm zu suchen und trotzdem taucht plötzlich und unerwartet ein ziemlich unsympathischer Inspektor auf, der ihr in seiner eigenen charmanten Art rät, ihn seine Arbeit machen zu lassen und sich rauszuhalten. Aber nicht mit Nina! Sie fährt zum Haus ihres Vaters und versucht Hinweise auf seinen Verbleib und seine letzten Aktivitäten zu finden. Bei ihrer Ankunft dort wird sie aber erst mal niedergeschlagen und erwacht am nächsten Morgen im ebenfalls durchwühlten Schlaf- und Arbeitszimmer des Vaters. Da sie keinerlei verwertbare Hinweise darauf hat, was hier vorgeht, fängt sie nun ihrerseits an, in Vatis Unterlagen und Habseligkeiten zu wühlen und findet dabei zunächst mal heraus, dass er offenbar Geheimnisse hatte, von denen sie nicht mal ansatzweise ahnte. Sie stolpert immer wieder über den Begriff „Tunguska" und eine rätselhafte Emailkorrespondenz mit einem gewissen Oleg, den Nina aufsucht, der aber behauptet, nicht zu wissen, was sie von ihm will und ihr die Tür vor der Nase zuschlägt. Na, klasse – keiner sonst weiß was und die, die was wissen, reden nicht! Da ist was gewaltig faul, und Nina steht erst am Anfang einer langen und turbulenten Reise auf den Spuren ihres Vaters und der Tunguska-Katastrophe.

 

...und Rätsel, die das Abenteurerherz höher schlagen lassen...

Bei soviel Hilfsbereitschaft, bleibt Nina nur eines: alle Personen zu befragen, die ihr über den Weg laufen und bereit sind, mit ihr zu sprechen. Manchmal muss sie dabei allerdings auch zu ziemlich ungewöhnlichen Methoden greifen, um an Informationen zu kommen – z.B. indem sie eine Katze für ihre Zwecke einspannt. Wie das gehen soll? Ja, meint ihr denn, ich verrate alles im Voraus? ;-) Tatsächlich war allerdings keiner der Charaktere, die ich bisher kennen lernen durfte einfach so ansprechbar und der Rätselspaß ging schon damit los, Nina überall Gegenstände und Hinweise einsammeln zu lassen, die ihr helfen konnten, an besagte Gesprächspartner herantreten zu können. So finden wir also Inventar-, Beschaffungs-, Kombinations- und Dialogrätsel, von denen mir – mal abgesehen von der Katze – bisher keines abstrus oder an der entsprechenden Stelle unpassend vorkam. Der Schwierigkeitsgrad variiert und es ist für jeden etwas dabei. Gesteuert wird ausschließlich per Maus, die uns auch als kleines Icon am Cursor anzeigt, ob wir etwas mit der rechten Maustaste nur ansehen oder es zusätzlich mit der linken Maustaste manipulieren können. Wer gerne auf Pixeljagd geht, wird ebenfalls befriedigt, da manche Objekte sich doch sehr gut verstecken, aber keine Angst – Frust kann trotzdem nicht aufkommen, denn in der ständig sichtbaren Inventarleiste am unteren Bildschirmrand finden wir direkt neben dem Ausgang zum Menü einen kleinen Lupenbutton, der uns sofort alle Hotspots anzeigt.

 

...in einer sagenhaften Grafik,...

...von der ich ja bereits im GC-Preview so ausführlich geschwärmt habe, dass ich hier nur die wichtigsten Informationen anführe und lieber noch ein paar Screenshots für sich sprechen lassen möchte. Wir steuern nicht nur Nina, sondern zuweilen auch Max, einen Mitarbeiter ihres Vaters, in 3rd-Person-Perspektive durch vorgerenderte 2D-Kulissen, denen viele kleine und größere 3D-Animationen, wie Schmetterlinge, Dämpfe aus der Kanalisation oder Fische in einem Aquarium Leben einhauchen. Am Himmel sehen wir z.B. Wolken ziehen und durch ein Dachfenster können wir beobachten, wie die Äste und Blätter eines Baumes sich leise im Wind wiegen. Nicht zuletzt sollte die sorgfältig implementierte Charakteranimation erwähnt werden und dazu die professionelle Sprachausgabe, für die bekannte Synchronstimmen, wie die von Angelina Jolie und Mark Wahlberg, verpflichtet wurden. Lokalisation, Soundeffekte und Musik konnte ich ja nun zum erstenmal wirklich beurteilen und kann nur wieder sagen, auch all diese Elemente sind mehr als gelungen. Bei all der Spannung gibt es zudem auch genug komische Momente, wenn Nina ihre lockeren Kommentare zum Besten gibt.

Geheimakte Tunguska hat in der Preview-Version gehalten, was die frühe GC-Demo versprach. Es war, ist und bleibt mein persönlicher Adventure-Tipp des Jahres. Wer sich selbst überzeugen möchte, darf sich auf die offizielle Demo freuen, die noch vor der Veröffentlichung im September erscheinen soll.

 

Copyright © MaryScots für Adventure-Archiv, 15. August 2006

 

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