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Space Bar Lange hat man von Steve Meretzky nichts mehr gehört, zuletzt anno 1994 mit dem abgedrehten Genremix "Super Hero League of Hoboken". Jetzt hat der Altmeister des skurrilen Humors bei Segasoft eine Kneipe aufgemacht... ![]() Die Kneipe Zum durstigen Tentakel liegt in einer besonders heruntergekommenen Gegend TOD IN DER HAFENKNEIPE Auf dem Planeten Armpit VI wurde ins Gebäude der Company eingebrochen. Dabei kamen wichtige Unterlagen abhanden und eine Polizistin ums Leben. Einer der beiden Täter konnte zwar niedergestreckt und ein Teil seiner Beute sichergestellt werden, der andere entkam jedoch in die am Raumhafen gelegene Bar The Thirsty Tentacle". All dies ruft Detective Alias Node und seinen tentakeligen Partner Maksh auf den Plan. Drei Tatbestände erschweren die Fahndung in diesem 3D-Adventure: Erstens handelt es sich bei dem Flüchtigen um einen Gestaltwandler. Zweiters darf der Kerl um keinen Preis an Bord einer Raumfähre entkommen, was den Spieler praktisch mit einem Zeitlimit konfrontiert. Und drittens wird Maksh alsbald gekidnappt. Der unbekannte Täter bietet per Telefonat einen Austausch an: Nodes Partner gegen jenen Teil der gestohlenen Unterlagen, den man beim zweiten Einbrecher fand. Und um die Verwirrung noch zu steigern, entdeckt Node kurz darauf den Bandleader der Bar in einer versteckten Kiste heimtückisch gemeuchelt durch einer vergifteten Dartpfeil! ![]() Soldier 714-Z-367 hat als Barkeeper beste Connections zur Halbwelt. Doch warum arbeitet ein Insektoide in diesem für seine Kriegerrasse ungewöhnlichen Job? Ein Spezialauftrag? DURCH DIE AUGEN EINES ALIENS Zu tun bekommt man in Mr. Meretzkys Hafenkneipe also reichlich. Die Räume des Etablissements wollen durchsucht, Gäste und Personal verhört werden. Damit das nicht zu langweilig wird (eine Falle, in die schon viele Murder-Mystery-Spiele getappt sind) warten zusätzlich acht lose mit dem Hauptproblem verbundene Mini-Adventures auf den Spieler. Durch empathisches Training kann dessen Alter Ego nämlich wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit seiner Gesprächspartner nacherleben. Alias Node schlüpft dann quasi in deren Haut, um das jeweilige Problem in Abenteurermanier zu lösen. Dabei stößt man auf teils logische, überwiegend aber abgespacete Rätsel. ![]() CiIia ist Tänzerin im Tentacle und wird zu schlecht bezahlt, um charmant zu sein. Außerdem gehört sie einer Rebellenorganisation an. Grund genug für einen Raubmord?
HUMOR IST, WENN MAN TROTZDEM LACHT? Mit einem Gesamtwerk von Hitchhikers Guide to Galaxy" über die Spellcasting"-Serie bis zu den Leather Goddesses of Phobos" hat man natürlich einen Ruf zu verteidigen. Doch scheint der Meister des höheren Blödsinns hier nicht in Hochform gewesen zu sein: Wenn er einen Planeten auf den Namen Armpit (= Achselhöhle) tauft und ihn dann mit Tentakelwesen besiedelt, die alle ganz viele Achselhöhlen haben, dann wirkt das nur noch sehr bemüht komisch. Natürlich gibt es aber auch herrlich absurde Momente: So ist ein Teilbereich der Bar z.B. als Saloon gestaltet, in dem diverse Trophäen die Geschichte des Wilden Westens illustrieren. Darunter ein monströser Taucherhelm, auf dessen Plakette zu lesen steht, die Cowboys hätten ihn immer getragen, um so gegen ihre Hauptfeinde geschützt zu sein: Indianer und Nazis. Insgesamt wirkt das Spiel aber eher wie einer der schlechteren Romane des Scheibenwelt-Schöpfers Terry Pratchett. Die Story hangelt sich von Gag zu Gag und amüsiert auch durchaus, besteht aber letzten Endes hauptsächlich aus heißer Luft. Zudem sind Meretzky-Games wegen ihrer vielen englischen Wortspiele ja traditionell für Nichtanglisten oft nahezu unlösbar. ![]() Thud und Fleebix wirken so harmlos, wie ein sprechendes Krokodil und eine Weltraumbirne nur wirken können. Nach einer uralten Schnüffelnasenregel macht sie das gerade verdächtig... DIE WERKZEUGE DES DETEKTIVS Doch zurück zum Tatort Alias Node bewegt sich durch eine phantasievoll gerenderte Umgebung, deren Hochglanzoptik aber trotz hübscher Animationen nicht recht für eine schmierige Kaschemme taugt. Die Wege von Raum zu Raum sind vorausberechnet, am Ziel angekommen kann man sich jedoch stufenlos um 360 Grad drehen. Freilich bleibt stets viel schwarzer Raum um den Bildausschnitt. Per Wandelcursor werden interessante Objekte begutachtet, manipuliert und eingesackt. Etwas umständlicher ist das vom unteren Bildschirmrand hochzuziehende Optionsfeld zu bedienen. Ein wesentlicher Teil der Arbeit" besteht natürlich auch im Führen von recht überzeugenden Multiple-Choice-Gesprächen, die jedoch auf älteren Konfigurationen manchmal etwas zerhackt" werden. Die bluesige Musik gefällt dafür immer gut, was für das Hintergrundraunen in der Bar ebenso gilt. Das Fazit fällt hier leicht wie selten: Als Meretzky-Fan ist man in der Space Bar recht gut aufgehoben, Otto Normalspieler sollte seinen Durst nach Abenteuern aber vielleicht besser anderswo löschen. (in) (Segasoft/Boffo Games/Rocket Science) Schräge Krimigeschichte für englischsprachige Aliens.
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