SPUD!


Big Trouble für Little Santa

Als hätte der Weihnachtsmann nicht schon genug damit zu tun, brave Kinder zum Christfest zu beschenken, funkt jetzt noch ein unbekannter Finsterling dazwischen und entführt den Rauschebart.

Als der junge Spud sich dem Anwesen des Weihnachtsmanns näherte, ahnte er schon, daß hier etwas nicht stimmte: Die Tür war nicht abgeschlossen, und in der Eingangshalle lag eine einsame Heinzelmannpuppe auf dem Boden. Spud hob sie auf und stellte sie auf die Füße, worauf sich in der Mütze des Heinzelmannes eine Klappe öffnete und ein verborgener Holoprojektor ansprang. Es war eine Nachricht des Weihnachtsmanns, die er aufgenommen hatte, kurz bevor er entführt wurde.

Er bittet Spud auf diesem Wege um Hilfe, ein Anliegen, das der Junge nicht abschlagen kann. Damit steckt Spud mitten in einem aberwitzigen Abenteuer der lustigen Sorte. Bei vielen anderen Games des Genres gilt es, von Location zu Location zu wandern, Rätsel zu lösen und Gegenstände einzusammeln. Doch statt der statischen Optik wird hier jede Örtlichkeit, die besucht werden kann, in der Rundumsicht gezeigt.

Das sieht in der Praxis so aus, daß durch Hin- und Herrollen der Maus der sichtbare Bildausschnitt von links nach rechts rollt. Wird die Maus weit genug gezogen, dreht sich das Bild um ganze 360 Grad. Die Steuerung erfolgt über einen intelligenten Mauszeiger, der durch Pfeil-, Hand oder Mundform angzeigt, daß an den betreffenden Stellen manipuliert, marschiert oder geschwätzt werden kann.

Zunächst muß man sich mit einfachen Rätseln auseinandersetzen, die allerdings später schwieriger werden. Das Spektrum der schrägen Figuren, denen man begegnet, ist sehenswert: Rudolf, das rotnasige Rentier, entpuppt sich als jugendlicher Hacker.Zwei weitere Rentiere geben sich Tiefschlaf und Dauerdusche hin. Bekiffte Rastahasen legen falsche Fährten und eine Bande tumber Gorillas wartet an einer Bushaltestelle seit Wochen auf den dazugehörigen Bus.

Ein weiteres Renderabenteuer, dachte ich zunächst. Schnelle Ladezeiten und gute Animationen fielen als erstes angenehm auf. Spätestens mit der Hologrammbotschaft des Weihnachtsmanns, die stark an eine ähnliche Botschaft aus Star Wars erinnert, zeichnete sich das humoristische Potential dieses Games ab. Als dann Rudolf, das rotnasige Rentier, als jugendlicher Hacker auftauchte, hat das Game nach weniger als fünf Minuten seinen ersten lauten Lacher. Mit immer schrägeren Figuren, teils völlig abgedrehten Gags und stetig ansteigendem Schwierigkeitsgrad geht es weiter. Spud ist ein echtes kleines Abenteuerjuwel, das demnächst auch komplett auf deutsch erscheinen soll. Bleibt zu hoffen, daß bei der Synchronisation nicht gespart wird und daß es gelingt, für die deutsche Version Sprecher zu finden, die die schräge Verballhornung der englischen Version vernünftig rüberbringen.

Was uns auffiel:
+ wirklich schräge Gags
+ kurze Ladezeiten

Wertung:

  • Grafik 4 von 5
  • Sound 4 von 5
  • Komfort 3 von 5
  • Gesamt 4 von 5

Systemvoraussetzungen: 486/50, 4 MB RAM, VGA, 2x CDROM-Laufwerk, Maus, 10 MB auf Festplatte

Hersteller: Alternative Software

hs

PC-Spiel, © 6/96


adventurearchiv - 01-07-00

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